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gottesdieiistliclieii Vorträge

der Juden,

historisch entwickelt.

Ein Beitrag

zur Alterthumskunde und biblischen Kritik,
zur Literatur- und Religionsgeschichte

von

Dr. Zunz.

Zweite, nach dein Handexemplar des Verfassers berichtigte und mit einem

Register vermehrte Auflage,

im Auftrage der Zunz-Stiftung herausgegeben von

Dr. N. Brüll,
Rabbiner der israelitischen Gemeinde in Frankfurt a. M.

Frankfurt a. M.
Vorlag von J. Kauffman n.

18 9 2.

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Inhalt.

Capitel. Seite.

1. Einleitung 1

2. Dibre hajamim oder die Bücher der Chronik 13

3. Midrasch 37

4. llagada Gl

5. Targumim 65

6. llagada in den Werken des Midrasch und der Halacha . . 87

7. Ethische llagada 103

8. Geschichtliche Hagada 125

9. Geheimlehre...; 1G5

10. Speciellc oder Auslegungs-Hagada 179

11. Pesikta 195

12. Jelamdenu 237

13. Pesikta rabbathi 250

14. Die übrigen pentateuchischen Midraschiiu 2G2

15. Die nicht-pentatcuchischen Hagada's 274

16. Boraitha derabbi Elieser 283

17. Einzelne Hagada's 291

18. Rabbi Moses haddarschan, Rabbi Tobia; Jalkut des Rabbi Simeon haddarschan 299

19. Organismus der Hagada 316

20. Vortragswesen des Altcrthums 342

21. Jüngere hagadisehe Entwickelungen 373

22. Vortragswesen im ersten rabbinischen Zeitalter .... 424

23. Vortragswesen im zweiten rabbinischen Zeitalter .... 441

24. Die Gegenwart 4G3

Verzeichniss der benutzten und angeführten handschrift-
lichen Werke 497

Deutsches Register 499

Hebräisches Register "... 509

Concordanz der Seitenzahlen 515

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Vorrede.

Der nöthigen Auskunft über Inhalt und Bedeutung des Buches, welches ich hiermit meinen Lesern überreiche, sei mir verstattet, einige Betrachtungen über die jüdischen Angelegenheiten im Allgemeinen, und insbesondere über die Fragen, zu deren Beantwortung ich beigetragen zu haben wünsche, vorauszuschicken. Ich appellire dabei von Autoritäten, die Vorurtheil und Missbrauch anerkennen, an die Aussprüche der Wahrheit, der Gerechtigkeit; denn wo ringsum Freiheit, Wissenschaft und Civilisation sich neue Grundlagen erkämpfen, darf auch der Jude auf ernste Theilnahme, auf ungeschmälertes Recht den Anspruch erheben. Oder müssen, weil Pfafi'enthuni und Inquisition, Despotie und Sklaverei, Tortur und Censur allgemach abziehen, die Willkür des Faustrechts und des Mittelalters Unsinn allein in den Judengesetzen eine Wohnstätte behalten?

Es ist endlich Zeit, dass den Juden in Europa, insonderheit in Deutschland, Hecht und Freiheit statt der Rechte und der Freiheiten gewährt werde: kein kümmerliches erniedrigendes Vorrecht, aber ein vollständiges, erhebendes Bürgerthum. Wir haben kein Begehren nach den geizig zugemessenen Rechten, die eine gleiche Anzahl von Unrecht aufwiegt; wir finden kein Behagen an dem mitleidig Zugestandenen, uns ekelt das erschlichene Privilegium an. Tief vor Scham sollte der erröthen, den die Gunst durch einen Adelsbrief über seine Brüder im Glauben erhöbe, während das Gesetz mit brandmarkender Ausschliessung ihm seine

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