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lich nicht alle vorgefundenen Münzen beschrieben werden, sondern werden die verschiedenen Species nur je in einzelnen Repräsentanten vorgeführt. Zweitens sollen in der Geldlehre die verschiedenen Münzsysteme nach ihrer Währung, Zählweise (Rechnungsart) und nach ihrem Münzfuss behandelt werden.

In welch' übersichtlicher, klarer Weise der kolossale Stoff verarbeitet ist, zeigen die vier ersten Hefte zur Genüge. Die ältesten Zeiten beginnen mit der „Keltisch-gallischen Periode, Römische Periode, Zeit der Völkerwanderung." Es folgen dann die Perioden der „Merowinger und Karolinger", die Zeiten der Kaiser aus sächsischem und fränkischem Geschlechte" woran sich die Münzen der „Herzöge von Alemanien" schliessen. Die zunächstfolgenden Abschnitte befassen sich mit den Territorien der jetzigen Schweiz und zwar zuerst mit den „Münzen der kirchlichen Stiftungen": Das Münzrecht der Bischöfe von Genf, Lausanne, Sitten u. der Grafen von Greyerz. Die weiteren Kapitel sind den schweizerischen Städten gewidmet, von denen Heft 3 u. 4 Neuenburg, Freiburg und Bern enthält.

Man ersieht, dass das Genannte genügt, um den Schluss zu ziehen, dass die Arbeit Escher's keine geringe ist und dass sie eine ernstliche und warme Theilnahme verdient. Die splendide, mit vielen Holzschnitten gezierte Ausstattung des Werkes lässt nichts zu wünschen übrig.

Grundriss zu den Vorlesungen über schweizer. Rechtsgeschichte (mit Literatur- u. Quellenangabe), von Prof. A. v. Orelli. Gr. in-8°, 22 S. Zürich, in Commission bei Friedr. Schulthess. 1879.

Als Erstling seines Geschlechtes darf dieses hübsch ausgestattete Opusculum wohl mit einigen Worten bei den Lesern dieses Blattes eingeführt werden. Der erste Versuch ist es nämlich, das einer akademischen Behandlung sicher würdig gewordene Thema der schweizerischen Rechtsgeschichte zu skizziren, d. h. in Abschnitte gegliedert vorzuführen und die wesentliche Literatur des Faches zusammenzustellen. Soll das Büchlein zunächst für die Vorträge des Verfassers als Leitfaden dienen, so bietet es doch auch andern Interessenten manche Anregung. Ist es schon verdienstlich, den Gegenstand als ein Stück Lebensaufgabe in's Auge zu fassen, so ist nun sehr zu wünschen, dass derselbe eine ermunternde Theilnahme finde und bald zu einem befriedigenden Aufbau gelange. An reichem Stoffe fehlt es einem Bearbeiter nicht; im Einzelnen ist schon vielfach vorgearbeitet; aber es mangelt noch der Zusammenhang der Auffassung und Darstellung; auch bleibt die diesfällige Forschung theilweise abhängig von den Fortschritten entsprechender Unternehmungen in den Nachbarländern. „Grundriss" ist das vorliegende Werklein in dem oben angedeuteten Sinne, nicht in lem erweiterten, wie Gengler in seinem nun schon 30 Jahre alten, leider unvollendeten, jedoch nicht veralteten Werke zur deutschen Rechtsgeschichte ihn gefasst hat. Möchte es dem Verfasser dieses noch beschei

denen Büchleins vergönnt sein, das vorgezeichnete Programm in ähnlicher Weise zu entwickeln und durchzuführen. ST.

Introduction à l'étude des dialectes du pays romand, par C. Ayer. In-4°. Neuchâtel, J. Sandoz; Bâle, H. Georg.

Prix Fr. 2

Après avoir consacré ses veilles à la langue savante, à la langue qui se parle à l'académie et dans les salons, Mr. Ayer n'a pas dédaigné de s'occuper des idiômes populaires. Originaire de la Gruyère fribourgeoise, il ne pouvait oublier ni renier son dialecte natif, son pittoresque et poétique gruyérien.

L'usage du patois commence, il est vrai, à se perdre même parmi les habitants des campagnes. Raison de plus pour les savants de recueillir les débris de cette langue qu'ont parlée nos ancêtres et qui offre un très-grand intérêt, au point de vue historique. Mr. Ayer nous donne donc la classification des langues romanes, toutes dérivées du latin, et il a inventé un système étymologique, phonétique et grammatical pour écrire rationnellement le patois.

L'Introduction à l'étude des dialectes du pays romand n'est que le prélude d'un grand ouvrage, qui sera lu avec fruit et intérêt par tous les amateurs de linguistique. C. R.

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Die Urwelt der Schweiz, von Oswald Heer. 2. umgearbeitete und vermehrte Auflage. Lfg. 1-6. In-8°, S. 1-480, TA. 1–10 und 6 Tondruckbilder. Zürich, Friedr. Schulthess. Preis pro Lfg. Fr. 2 50 Es ist gewiss ein sehr erfreuliches Zeichen des stetigen Fortschreitens der Popularisirung der Naturwissenschaften, dass in einem ihrer jüngsten Zweige der Urgeschichte in verhältnissmässig kurzer Zeit, die erste starke Auflage dieses Epoche machenden Werkes" ausverkauft wurde. Die später (im Jahr 1872) erschienene französische Uebersetzung wurde sogar in noch viel kürzerer Zeit vollständig vergriffen, wogegen eine englische Ausgabe, die erst 1876 erschien, zur ungünstigen Zeit herauskam. Jedoch dürfte auch die letztere, besonders durch ihren auf die Hälfte (Fr. 12 50) ermässigten Ladenpreis noch genug Abnehmer finden, und die Auflage ebenfalls bald verkauft sein.

Die vorliegende neue deutsche Ausgabe erfreut sich einer besonders sorgfältigen textlichen Umarbeitung, hervorgerufen durch die in den letzten zwölf Jahren gemachten zahlreichen Entdeckungen. Auch in der Ausstattung wird die alte Ausgabe von der neuen vielfach übertroffen. Eine zwölfte Tafel mit neu entdeckten sehr wichtigen fossilen Pflanzen, sowie endlich mehrere neue Holzschnitte in dem Texte sind hinzugekommen, so dass das Werk in jeder Beziehung einen sehr günstigen Eindruck hervorrufen und im rasch neue Liebhaber zuführen wird.

Wir theilen nunmehr unseren Lesern in kurzer Form den näheren Inhalt der bis jetzt erschienenen Lieferungen mit.

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Weitläufiger ist das „Jura-Meer (viertes Kapitel) behandelt. Demnach wohnen wir in der Mitte dieses Seebeckens, das sich über einen grossen Theil des jetzigen europäischen Festlandes erstreckte. Wir sehen grosse Korallenriffe die ganze Felswände zusammensetzten und die einstens von Myriaden von Muschelthierchen bewohnt waren, beschäftigt die heute von uns bewunderten Felsenpyramiden und Berge aufzubauen. Die Bewohner der Tiefenzonen sind in schönster Auswahl und reicher Anzahl zusammengewürfelt, so dass wir stellenweise genau den Saum der einstigen Küsten bestimmen können. Der Jura selbst ist in zwei Abschnitte zerlegt: Jura der nordöstlichen und westlichen Schweiz und alpine Jura. Die Niederschläge der ersteren Bergzüge bestehen meistens aus Seichtwasserbildungen. Dazwischen eingeschoben sind „Nachweise aus den Tiefzonen der Weichthiere und Korallen", sowie Bildung der Korallenthiere und Korallenriffe der Jetztzeit". Ein Kärtchen veranschaulicht die Verbreitung der Korallenriffe in unserem Theil des Jura-Meeres. Bei Solothurn findet sich eine Schildkrötenbank, wo tausende dieser Thiere zu bestimmten Jahreszeiten dem Brutgeschäft oblagen, was die zahlreichen Fossilien beweisen. Von anderen Thieren finden sich besonders Ueberreste von Pterotactylen, Plesiosauren u. s. w. vor. Im Ganzen wird die Anzahl auf ca. 2000 fossile Thierarten geschätzt, welche im Jura-Meer der Schweiz aufgefunden worden sind, darunter Spezies, die anderswo nicht vorkommen. Besonders häufig sind die niedern Thiere, wie Schwämme, Seeigel etc. Bei der reichen Fauna ist anzunehmen, dass auch die Vegetation in zahlreichen Formen vertreten war. Am zahlreichsten sind natürlich die Meerpflanzen. Unmittelbar anschliessend an die Juraformation ist die nun folgende Schilderung der Kreidebildung." Wir bemerken zwischen dem ersteren und letzteren Meere eine ziemlich bedeutende Veränderung im

Verhältniss zum Festlande und deren Vertheilung wieder durch ein besonderes Kärtchen veranschaulicht ist. Unter der der Kreideformation eigenthümlichen Thierwelt ist besonders die enorme Anzahl mikroskopischer Organismen Polythalamien merkwürdig, deren man jetzt nach manchen Versuchen mehrere Arten unterschieden hat. Bezüglich der Landflora sind aus dieser Periode (ebenso wie aus den hervorgehenden), nur sehr wenige Ueberreste aufgefunden worden, jedoch hofft der Verfasser, dass dieselben vielleicht späterhin zahlreicher aufgestöbert werden. Um ein vollständiges Bild der Landflora dieser Zeiten zu erhalten, hat H. H. zu den Funden anderer Länder greifen müssen.

"

Vollständiger sind uns die Zeiten der Eocenen Gebilde beschrieben. Aus jener Periode sind bis jetzt 57 grössere Thierarten in der Schweiz aufgefunden, darunter auch einige von lokaler Eigenthümlichkeit, die zum Theil in der Art ihrer Erhaltung besonders merkwürdig sind. Unter dieser eocenen Fauna sind manche Gattungen die den jetzt lebenden sehr nahe stehen, einige treffen wir jetzt noch lebend an. Dieses Kapitel schliesst mit einem Rückblick“ über die Land- und Meeresvertheilung in Europa während der drei eocenen Perioden. Zur zweiten eocenen Periode gehört die Nummulitenfauna der Kantone Unterwalden, Schwyz etc., zur dritten resp. unteren Stufe des Obereocenen, die Nummulitenfauna der Ralligstöcke, zur oberen Stufe die Säugethierfauna von Maurmont und Obergösgen, während wir aus der untersten Stufe des Eocen keine Repräsentanten aus der Schweiz besitzen.

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Die nun folgende Zeit des Molassenlandes ist bedeutend ausführlicher, wie die vorhergehenden beschrieben. Zunächst in seiner Ausdehnung, Verbreitung und Mächtigkeit, Zusammensetzung und Stufen, sowie endlich die Bodengestalt desselben. Der Flora und Thierwelt dieses Landes sind besondere Kapitel gewidmet. Fernerhin sind noch einige Lokalitäten, wie Lausanne, Der hohe Rhonen, St. Gallen, Locle, Zürich und Oeningen, speziell geschildert.

Das ganze Werk soll in 8 Lieferungen bis zum Herbst ds. J. vollständig vorliegen, und weisen wir ganz besonders darauf hin, dass dasselbe in einem jedem gebildeten Laien verständlichen Stil geschrieben ist.

Zeitschriften

Périodiques.

Anzeiger für schweiz. Alterthumskunde. 1879. N° 1. Inhalt: Etruskische Streitwagen, von F. Keller. Vorhistorische Funde aus Aargau, von B. Räber. Antiquarische Funde von F. Bürki. — Croissant en terre cuite, par 4. Quiquerez. Antiquités trouvées à Avenches, par A. Caspari. Alterthümer bei Stein am Rhein, von F. Keller. Antiquités burgondes, par A. Quiquerez. Wandgemälde im Kloster zu Stein a. Rh., von F. Vetter. Beinhaus bei St. Theodor in Basel, von Th. v. Liebenau. Zur Biographie Stephan Rützendorfer's, von Th. von Liebenau. St. Oswald-Kirche in Zug, von Th. v. Liebenau etc.

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Contenu: Le mouvement catholique en France, par Arv. Barine. -Les bonnes gens du Croset, par T. Combe (3me partie). Jean Huss et les Hussites, par L. Leger (2me partie). Récits galiciens: Scènes du Ghetto, par Sacher-Masoch. La famille de Mirabeau, par 4. Blondel. Bollettino storico della Svizzera ital. 1879. No 2. Febbrajo.

Sommario: La battaglia di Giornico, da Th. von Liebenau (II). Memorie istoriche sulle diverse chiese ed oratori esistendi in Mendrisio, da A. Baroffio (fine). Le streghe nella Riviera, da E. Motta (II). Iscrizione di campane, da A. Nüscheler-Usteri (Contin.). - Spigola ture. Archivi ticinesi.

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Indem ich den Versuch unternehme, Ihnen ein Bild aus dem Culturleben Bündens in den ersten Jahrhunderten der neuern Zeit vorzuführen, bin ich mir wohl bewusst, Ihnen nur ein Stückwerk geben zu können. Sind schon die Quellen für die politische Geschichte des 16. Jahrhunderts unseres engern Vaterlandes, trotz fleissiger Vorarbeiten noch immer sehr lückenhaft, indem ja bis zum Jahre 1567 selbst die Protokolle der obersten Räthe Gem. Lande mangeln, so fliessen jene noch ungleich spärlicher für die Culturgeschichte. Und es ist dies um so mehr zu bedauern, da schon das Wenige, was wir über das geistige Leben unseres Bündnervolkes in jenem Jahrhundert aus den Aufzeichnungen der Chronisten, aus den Correspondenzen der Reformatoren besonders mit Bullinger, sowie aus Missiven und Dekreten der Bundes

*) Alle Rechte vorbehalten.

tage erfahren, einen Blick eröffnet in ein höchst bewegtes und buntes Volksleben.

War ja doch dieselbe religiöse Strömung, welche von Zürich, Basel und Genf ausgegangen, das Schweizervolk aus langem Schlummer erweckt hatte, auch in die Thäler und die Hochgebirge Rhätiens eingedrungen, und hatte auch das dortige Volk, kurz nach seiner Eroberung des Veltlins und noch während es sich mit Mühe eines feindseligen Drängers an und in seinen Grenzen zu erwehren hatte, mit gewaltiger Bewegung ergriffen und, wie das Volk der Eidgenossen, in zwei Lager gespalten.

Von den Kanzeln von hüben und drüben herab, aus einer Menge von Flugschriften pro et contra, welche von der Schweiz her in Bünden verbreitet wurden, ward das Volk heute für, morgen gegen die neue Religionslehre angesprochen; auch Wanderprediger stellten sich ein, welche bis in die höchsten Thäler hinaufstiegen. Sie wissen, meine Herren, unter wie grossen Kämpfen bald hier, bald dort eine Gemeinde vom alten Glauben sich lossagte, wie die energischere Parthei unter den Gegnern Rom's selbst dahin strebte, das Bisthum Chur zu säcularisiren, wie aber trotzdem das Werk der Reform nur allmählich fortschritt und an vielen Orten neben der Predigt in der Muttersprache, dem Abendmahl in beiden Gestalten, immer noch diese oder jene hergebrachte gottesdienstliche Form bestehen blieb.

Dass es trotz der bedeutenden geistigen Bewegung, von welcher auch das rhätische Volk erfasst war, bis weit in das fünfte Jahrzehend des Jahrhunderts hinein dauerte, ehe in Bünden selbst eine Buchdruckerei erstand, darf uns um so weniger wundern, da ja die Vorbedingung für die Arbeit der Presse: nämlich die Thätigkeit einheimischer Schriftsteller bis dahin kaum vorhanden gewesen war. Die wenigen bedeutenderen bündnerischen Autoren, welche bisher öffentlich aufgetreten, der Canonicus Bapt. v. Salis mit seiner im J. 1488 gedruckten Summa casuum conscientiae, Simon Lemnius, der berühmte Epigrammatiker, die beiden ausgezeichneten Aerzte Ant. Stupan und Alb. Beeli von Belfort hatten ihre Arbeiten theils in Nürnberg, theils in Wittenberg, Cöln, Basel oder Lyon drucken lassen. Aber auch in andern Kantonen, wie Bern, Schaffhausen, Appenzell, der Stadt St. Gallen arbeitete noch keine Presse, und es verdient besonders erwähnt zu werden, dass in Bünden eine solche früher errichtet wurde, als in weitaus den meisten jetzigen Schweizer Kantonen, ja

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früher, als in grossen und mächtigen Haupt- | und Handelsstädten Europa's, wie z. B. Berlin.

Aber für die Verbreitung der Reformation unter dem Bündnervolke hatte noch Keiner von Denen, welche durch die Predigt und ihren anregenden Verkehr mit den hervorragendern Volksvorstehern und Staatsmännern so Bedeutendes geleistet, mit der Feder Namhaftes gewirkt. Mit Ausnahme des kleinen Catechismus, welchen Comander und Blasius verfasst hatten, und der Anfangs handschriftlich verbreitet wurde, dann in Zürich gedruckt worden sein soll existirt aber meines Wissens kein Exemplar mehr und des wahrscheinlich ungedruckt gebliebenen Catechismus Ph. Galizius für die Schule zu Chur, von welchem a Porta spricht, vermögen wir vor dem Jahre 1552 nicht eine einzige gedruckte religiöse Schrift eines bündnerischen Reformators nachzuweisen.

es

von

Inzwischen hatte jedoch die Reformation nach dem Süsser Religionsgespräch (1537) immer grössere Fortschritte gemacht, und zumal den grösseren Theil des ladinischen Sprachgebietes, ferner Bergell und - wenn auch in geringerem Umfange auch Puschlav und Brusio sich erobert. Allein in allen diesen Thälern war die deutsche Sprache der Masse des Volkes ganz fremd, und im Besitze nur von einer kleinen Zahl von Gebildeten. Galt es nun, das Volk bei der neuen Lehre zu erhalten, so genügten, zumal bei dem empfindlichen Mangel an romanischen Pfarrern, Catechisation und Predigt nicht: das Wort Gottes, die Quelle der Reform, ferner die Fundamentalsätze der christlichen Lehre mussten dem Volke zugänglich gemacht werden. Diese Aufgabe übernahm eine Reihe von frommen und für die Reformation unermüdlich thätigen Männern, für das Engadin und dessen Sprachgebiet die Biffrun, Chiampell, Galizius, Jac. v. Planta, denen später Papa, Schucan, Toutsch und Andere sich zugesellten; für das oberländer Sprachgebiet, wenn auch erst am Ende des Jahrhunderts, hauptsächlich Bonifaz und Gabriel.

Einen Anfang der Erhebung des Romanischen trotz des Vorurtheils, dass die Sprache nicht bildungsfähig zu einer Schriftsprache, hatte ja zuerst der Landshauptmann v. Travers in seiner poetischen Beschreibung des Müsserkurges und durch Abfassung von kleinen biblischen Dramen gemacht; ihm war Chiampell gefolgt mit einer ganzen Reihe solcher Schauspiele, von denen die meisten im Manuscript noch

vorhanden sind: Susanna, Judith, Esther, Joseph, Christi Passion, die 10 Altersstufen des menschlichen Lebens, ja selbst Wilh. Tell's Geschichte. Alle diese Dramen circulirten in zahlreichen Abschriften, deren immer mehr angefertigt wurden, da das Volk und zwar nicht bloss Kinder, sondern auch Erwachsene und Greise in vielen Gemeinden jene Schauspiele. zur öffentlichen Aufführung brachten. Von unbekannten Verfassern existiren: der Todtentanz (ilg saltar dils moarts), Nebucadnezar oder Daniel, Tobias, Abraham, Hiob. Andererseits hatte Galizius nach a Porta's Zeugniss das Vater Unser, das apostolische Symbolum, die zehn Gebote denn selbst diese drei Stücke waren dem in tiefster Unwissenheit aufgewachsenen Volke vor der Reformation unbekannt gewesen schon frühe, um das Jahr 1536, später auch für die Frau des Commissari Balth. Chiampell das athanasianische Symbolum in's Romanische übertragen. Alle diese Uebersetzungen waren zwar in zahlreichen handschriftlichen Copien, aber noch nicht im Drucke verbreitet.

(Fortsetzung folgt.)

** Habent sua fata libelli. Eine Illustration hiezu liefert folgender Brief des Hrn. Guignard, Bibliothekar von Dijon, an die Bibliothek von Einsiedeln. Es sei zum Voraus bemerkt, dass von dem betreffenden Werk in 4o nur Band 2 und 3 vorhanden waren, während der erste seit Jahrzehnten abhanden gekommen.

Dijon, le 3 février 1879.

Monsieur,

J'ai l'honneur de vous adresser aujourd'hui par les messageries parisiennes un petit paquet renfermant le tome I de Lanspergius. Je suis heureux de l'offrir à votre bibliothèque, à laquelle, vous le verrez sur le titre, il a appartenu. J'ai acheté ce volume en 1857 à Paris, chez M. Toulouse, grand libraire de vieux livres, et décédé aujourd'hui. Ce pauvre exilé va être tout content de rejoindre ses deux frères. Vous pourrez lui appliquer l'un des vers composés pour le retour des cendres d'Arnaud à Port-Royal

Ad sacras rediit sedes ejectus et exul!

-

Je me demande comment ce tome Ier avait pu sortir de votre bibliothèque. Si on connaissait ses diverses vicissitudes, ce serait une intéressante Odyssée. Maintenant qu'il va être réintégré au bercail, il faut espérer qu'il n'en sortira plus. Votre confrère PH. GUIGNARD.

** Der Berner Historische Verein beabsichtet eine neue Ausgabe der „, Valerius Anshelm'schen Berner Chronik" zu veröffentlichen. Dabei soll zum erstenmale die bisher noch nicht veröffentlichte Fortsetzung berücksichtet werden. Die Bedeutung dieser Quellenschrift für die schweizerische und allgemeine Geschichte ist eine sehr grosse und ist zu hoffen dass die zur Sicherung des Unternehmens

nöthigen 200 Subscribenten sich rasch finden werden, damit der sofortigen Inangriffnahme nichts im Wege steht. Das ganze Werk ist auf 4 grosse Oktavbände berechnet deren Preis auf ca. 20 Frs. zu stehen kommen soll. Bis Ende 1882 soll dasselbe fertig sein.

** Eine Setzertücke aus dem 16. Jahrhundert. Es ist bekannt, dass es den Herren Setzern manchmal Freude macht, den Corrector auf's Eis zu führen. Ich hätte nicht geglaubt, dass dieser zuweilen recht witzige, aber nie löbliche Brauch bis ins Jahr 1527 zurückverfolgt werden könne, wenn ich den Beweis nicht in der Hand hätte.

Der von Thomas Murner redigirte und im Druck überwachte Bericht von der Disputation zu Baden wimmelt von Druckfehlern, so dass Murner sich genöthigt sah, ein Verzeichniss derselben anzufertigen, das er mit einer Entschuldigung einleitet. Diese beginnt mit folgenden Worten:

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CATALOGUE GÉNERAL DES PUBLICATIONS

DE

H. GEORG, ÉDITEUR, BALE, GENÈVE & LYON.

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Amiet (J.) Urs Graf, siehe: Urs Graf.

Anagnosti, Michel. La Russie et l'Angleterre.
Parallèle. In-8°, 27 p. 1879.

1

SECONDE PARTIE:

HISTOIRE ET SCIENCES ACCESSOIRES

Droit Economie politique - Commerce

Technologie, &c.

A.

Histoire et Sciences accessoires.

Armorial historique genevois. 36 pl. chromolithographiées conten. 825 écussons avec 32 p. de texte, par J.-B.-G. Galiffe et A. de Mandrot. In-4°. Genève, 1859.

40

**

-

Presque épuisé.

vallaisan, par J.-E. D'Angreville et A. de Mandrot. In-40, 20 planch. chromolithographiées. 1868.

25

Tiré à très-petit nombre dont il ne reste que quelques
exemplaires.
Arnold (Wilh., Prof.). Das Aufkommen des
Handwerkerstandes im Mittelalter. In-8°. 1861.

1 50

Zur Geschichte des Eigenthums in den deutschen Städten. Mit Urkunden. In-8°, XXVI 8 60 u. 486 p. 1861.

Sehr verdienstvolle, streng wissenschaftliche Arbeit. Besonders ausführlich wird Basel behandelt.

Recht und Wirtschaft nach geschichtl. Aussicht. In-8°. 120 S. 1863.

2

17

Es ist min fliss gsin lieber leser und gentzlichs fürnemen disses buch frintlich trüwlich lut der geschwornen biecher mit dem druck an tag zu bringen."

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Anstatt trüwlich ist aber gedruckt trüglich, und das g ist nachher in beiden Exemplaren der Berner Stadtbibliothek mit Tinte durchgestrichen. Dass der Setzer aus Versehen g statt w genommen habe, ist vollkommen undenkbar, es kann also nur Absicht diesem Fehler zu Grunde liegen. Welches diese Absicht war, ist leicht zu errathen, wenn man weiss, dass die katholischen Orte mit dem Originalprotokoll der Disputation den evangelischen Ständen gegenüber nie herausrücken wollten, und dass letztere Murners Elaborat nicht anerkannten. Dass ihm aber unter seinen Augen und an so auffallender Stelle ein solches Désaveu gegeben werden konnte, ist wirklich über den Scherz.

G. R.

St-Augustin, Homélies, voir: Etudes paléographiques.

St-Avit, Homélies, voir: Etudes paléographiques.
Basel im XIV. Jahrhundert; herausg. von der
historischen Gesellschaft zu Basel; zur 5. Sæ-
cularfeier des Erdbebens von 1356. In-8°, mit
1 Plan. 1856.
Epuisé.

**

Enthält: A. Fechter. Topographie. Meyer-
Merian. Der grosse Sterbent mit seinen Judenverfolgungen
und Geisslern. W. Wackernagel. Das Erdbeben von 1356.
K. Schmidt. Nikolaus von Basel und die Gottesfreunde.
Joh. Schnell. Das Civilrecht, die Gerichte und die Ge-
setzgebung. W. Wackernagel. Der Todtentanz.
Selten geworden und im Preis gestiegen.

Bauhin (Kasp.). des ersten Prof. d. Anatomie u.

Botanik a. d. Universität zu Basel, Leben und
Charakter. Beitrag zur IV. Säcularfeier der
Universität Basel, v. J.-W. Hess. In-8°, 72 p.
1860.

1

*** Separat-Abdruck aus d. VII. Band der Beiträge für
vaterländische Geschichte.
Beiträge zur vaterländischen Geschichte, hrsg.

von der histor. Gesellschaft zu Basel. Bd. I-X.
In-8°, 1840-75.
50

Bd. 1 und 2 können nicht mehr apart abgegeben werden,
dagegen Bd. 3-7, wenn zusammen genommen, zu sehr ermäs-
sigten Preisen.

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