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Der Hr. Vf, will einen Beitrag zur Heilquellenlehre durch monographische Bearbeitung der Heilquellenreichen Gegend zwischen dem Schwarzwalde, dem Bodensee und der Iller geben, wobei er durch namhafte Gelehrte unterstützt wurde. Nachdem er in der Einleitung die Gegend geognostisch geschildert und die Literatur der würtembergischen Bäder im Allgemeinen angegeben, geht er zu den Thermen über, mit Wildbad beginnend. Auf wenigen Seiten beurtheilt der Verf. die zu grossen Lobpreisungen Frickers und weist Wildbad den gehörigen Standpunkt an. Aerzte können hieraus mehr als aus den weitläufigsten Brunnenschriften lernen. Liebenzell ist dem Schlangenbad ähnlich und nach dem Verf nur heilbringend in den Formen einer krankhaft erhöhten Reizbarkeit ohne materielle Grundursachen (desshalb bei reiner IIysterie und Hypochondrie) und bei krankhaft erhöhter Gefässthätigkeit. – Ref. übergeht die oft nur in wenigen Zeilen bestehende Beschreibung der kalten chemisch indifferenten Quellen und geht zu der der Sauerwasser über. Imnau ist ein an Kohlensäure reiches Eisenwasser (besonders die Quelle No. II, die in 16 Unzen 27 K. Z. kohlensaures Gas und mehr als einen halben Gran kohlens. Eisenoxydul besitzt), das unter den Auspicien des Verfs. sich einen bedeutenden Ruf erwerben wird. Lehrreich ist die Beschreibung der Anwendung desselben in verschiedenen Krankheiten. – Niedernau ist weniger eisenhaltig. Interessant ist A. L. Z. 1840. Zweiter Band.

die Beschreibung Canstatt's hinsichtlich seines Quellenreichthums und der mannigfachen Badeinrichtungen. – Das lieblich gelegene Teinach erfreute sich in den letzten Jahren eines bedeutenderen Besuchs und verdient diesen auch nach dem Vf, der indessen Verbesserungen in den Einrichtungen u. s.w. für wesentlich nöthig hält. – Unter den eisenfreien erdigen Sauerwassern ist Dizenbach das bedeutendste, das besonders bei nicht entzündlichen Brustkrankheiten, mit Molken getrunken, sehr gerühmt wird.– Schwefelwasser. Boll. Reutlingen. Kirchheim. Sebastiansweiler. (Der Vrf. widerräth mit Recht das Baden unmittelbar nach dem Trinken.) Hechingen u. s. w. – Eisenwasser. Das Jordansbad bei Biberach u. s. w. – Salzwasser. Ja.rtfeld. (Jenisch lässt die Soole nach dem Bade und selten ganz nüchtern zu %– 1% Schoppen trinken, was der Vf, nicht billigt und das Trinken vor dem Baden räth.) Offenau, Hallu. s. w. Mol– kenkuranstalten. Beuron 1850 Fuss über dem Meere im obern Donauthale, besitzt die Anstalt seit dem Jahre 1837. Hinsichtlich der Wirkungen der Molken stimmt der Verf, mit den Ansichten Zemplin's überein. Er lässt sie zu einem Glase (von 6–8 Unzen) nüchtern trinken und später bis zu 5 Gläsern in viertelstündigen Pausen steigen. Erst eine Stunde nach dem letzten Glase, während des der Brunnengast im Freien sich ergangen hat, wird ein leichtes Frühstück genossen und überhaupt eine strenge Diät geführt. – Lesenswerth sind die allgemeinen Bemerkungen über Brunnenleuren aus des Verfs. reicher Erfahrung über diesen nicht immer gehörig gewürdigten Gegenstand. Den Schluss der gehaltreichen, die Literatur der einzelnen Badeorte besonders berücksichtigenden Schrift, macht eine Betrachtung über die vom Verf. schon vor 5 Jahren angeregten Winterkuren, die er noch immer für nöthig hält, aber auch mit dem Klima übereinstimmende Einrichtungen an Ueberwinterungsorten verlangt. „Um einen Ueberwinterungsort zu finden, bedarf es keiner Reise jenseits der Alpen. Deutschland, selbst seine nördliche Hälfte, bietet Räume, ubi plus tepeant hiemes, ubigratior aura." – D d

211 11) BoNN, b. Henry u. Cohen: Nizza und Hyères in medizinisch topographischer Hinsicht. Aerzte und Kranke von Dr. A. Ernsts, prakt. Arzte in Bonn. 1839. XII u. 410 S. 12. (und 9 Tabellen. 12 Rthl.) 12) HEIDELBERG, FRANKFURT u. LEIPzIG, Verlagsh. von Engelmann: Handbuch für Fremde in Nizza, einem seines milden Klima's wegen berühmten Aufenthaltsorte in Oberitalien. Besonders auch für Aerzte in topographisch-naturwissenschaftlich – medizinischer Beziehung, mit steter Berücksichtigung des praktischen Nutzens und einer kurzen Vergleichung der Klimate der von Kranken besuchtesten Orte Südfrankreichs und Italiens, entworfen von Dr. E. Weber, begleitendem Arzte der Frau Gräfin v. Worcell, Ehrenmitgliede u. s. w. Mit Karte u. Plan. 1839. XIV u. 204 S. 8. (1 Rthl. 9 gGr.) 13) WIEN, in Beck's Universitätsbuchh.: Kranichzüge nach dem südlichen Frankreich, der ligurischen und tyrrhenischen Küste, mit vorzüglicher Rücksicht auf Montpellier, Hyères, WS Sa und Pisa, von Dr. J. A. Goracuchi, Mitgliede d. med. Facultät zu Wien u. ausüb. Arzte in Triest. 1839. X u. 123 S. 8. (18 gGr.) Ernsts begleitete den kranken Nees v. Esenbeck im Octbr. 1837 nach Hyères und schildert die zu spät unternommene Reise, das rauhe Klima und den Mangel aller annehmlichen Lebensbedürfnisse als die Leiden des Kranken vermehrend und wohl den Tod beschleunigend. Die Kräfte des Leidenden reichten nicht hin, um nach dem milderen Nizza zu reisen, und der später dahin gelangte Reisearzt will nun zum Nutzen und Frommen der des lölimawcchsels bedürftigen Kranken seine in Nizza und Hyères gemachten Erfahrungen und Beobachtungen mittheilen. – Er schildert, nun das Bassin der Grafschaft und der Stadt Nizza (von 20 – 25,000 Einw.), welches, da es durch die Seealpen vor rauhen Winden geschützt ist, zu einem Asyl für Brustkranke geschaffen scyn soll. Die Geo- und Topographie, die Geschichte des Landes und seiner Bewohner (die Lebensart und Nahrungsmittel der immer fröhlichen Nizzarden ist, wenigstens was die wohlhabende Klasse betrifft, sehr zweckmässig und gesund, während die ärmere Klasse eine grosse Menge Gewürze und Kaffee von geringer Qualität in Uebermass geniesst. Diese Gifte (?) sollen nach der Meinung der einheimischen Aerzte zu den weit verbreiteten Flechten und anderen chron. Hautausschlägen allein die Veranlassung geben), das Naturhistorische (nach

ALLG. LITERATUR - zEITUNG

Für

Risso hat die Seealpenflora in 101 Familien und 789 Gattungen 3227 Species, die Gattung Crus 180Vrietäten u. s. w.), Oeconomische, Polizeiliche und Gesellschaftliche wird gut mitgetheilt und die Reinheit

und Wohlthätigkeit der Luft zu Nizza gerühmt; doch

deren Einfluss auf Krankheiten und besonders auf Lumgenschwindsucht hatte der Verf. wohl zu kurze Zeit beobachtet, um älteren Erfahrungen zu widersprechen. – Von der Provence erfuhr der Vf, nur wenig und Vieles falsch. Hyères ist schlecht gebaut, hat nicht eine einzige geschützte Promenade und ein durch die Geissel der Provence, den Mistral, nichts weniger als mildes und angenehmes Klima. Nicht selten ist des Windes Dauer 3, ja zuweilen 12 Tage und dabei ein plötzliches Fallen des Thermometers von 8 bis 10 Graden. „Nirgend ist der Kranke," sagt der Vf. vom gesellschaftlichen Leben daselbst, „welcher sich selbst nicht mehr helfen kann, verlassner; nirgends hat man weniger zur Bequemlichkeit und zur Erheiterung desselben, ja selbst zur Befriedigung seiner nöthigsten Bedürfnisse gethan, als hier. Gegen das nördliche Frankreich ist man wenigstens um ein halbes Jahrhundert zurück." Der Vf. zieht nach seinen Erfahrungen Nizza bei Skrofeln, Tuberkeln, Phthi

sen und Colliquationen vor, und glaubt, dass bei die

sen der Aufenthalt in Hyères selbst schade. Den Schluss der Schrift machen diätetische Vorschriften für die Reise und den Aufenthalt in den genannten Städten. Unangenehm sind häufige Wiederholungen und eine grosse Anzahl hässlicher Druckfehler. – Dr. Weber brachte drei Winter in Nizza zu und kann schon eher über den Einfluss des dasigen Klimas auf den gesunden und kranken Organismus sprechen. Nicht immer hat der Winter Nizza's den vom Prof. Schubert geschilderten Charakter, da er selten ohne Schnee und Eis vorübergehen wird, obschon der von 18°7 zu den ungewöhnlichen gehört, indem der Schnee 14 Tage lang liegen blieb. Die Wintermonate ähneln am meisten unserm März und April. November und December sind gewöhnlich die heitersten und mildesten des ganzen Winters; Januar und Februar sind kälter; März, April und selbst der Anfang des Mays werden durch stete Stürme und ein sehr veränderliches, oft recht rauhes Wetter heimgesucht; die Sonnenhitze übersteigt die unsrige wenig oder gar nicht, obschon sie wegen des fürchterlichen Staubes unerträglicher wird. Die letzten 4 bis 5 Monate des Jahres sind die schönsten Nizza's. (Wetterbeobachtungen von Richelmy, Risso und dem Vf. selbst, so wie eine vergleichende Tabelle der mittleren Temperatur verschiedner Orte von Risso werden mitgetheilt.) Auch der Nordwestwind, der Mistral, weht, obschon nicht so stark als in Montpellier und Hyères, oft mehrere Tage hintereinander, und ist Nizza, besonders im Frühjahre, durchaus nicht frei von den für Brustkrankc so schädlichen Winden. Mit Clark versichert der Verf.: „Man kann feststellen, dass bei floriden, sehr leicht erregbaren, zu activen Blutflüssen und Entzündungen geneigten Constitutionen und Krankheiten, welche einen solchen Charakter haben, nicht nur kein Nutzen, sondern sogar Nachtheil von dem Aufenthalte in Nizza, besonders im Frühjahre, zu erwarten ist. Dagegen kann man mit Recht bei chronischen Krankheiten, welche einen entgegengesetzten Charakter haben, bei torpiden, schlaffen, zu übermässiger Schleimabsonderung u. s. w. geneigten Constitutionen, wo eine trockne Luft und viele Bewegung im Freien angezeigt sind, grossen Nutzen von dem Winteraufenthalte dahicr hoffen." Von den in Nizza's Ho– spitälern Gestorbnen soll der 7te Theil an Lungenschwindsucht gelitten haben, und die nizzaischen Aerzte schicken ihre Schwindsüchtigen meist nach Rom oder Pisa, wo eine feuchtere Luft herrscht. Lungenschwindsüchtige in den höheren Stadien sterben in Nizza schnell. (Ref. ist über diesen wichtigen Gegenstand ausführlicher gewesen, da hier noch immer Zwiespalt unter den Aerzten herrscht und selbst der Verf. von No. 12 Nizza den Schwindsüchtigen so sehr rühmt, obschon Foderé darüber sagt: Es ist höchst übel gethan, Schwindsüchtige nach Nizza zu senden. Sie finden daselbst ihren gewissen Tod. Die Engländer sind durch Clark und Sinclair von ihrer Vorliebe für Nizza zurückgekommen und schicken ihre Schwindsüchtigen meistens nach Madeira, wo im J. 1837 deren über 300 waren. Ueberhaupt rühmen die englischen Militärärzte das Klima der Militärstationen des mittelländischen Meeres nicht sehr, da sie da eher mehr als weniger Soldaten als an anderen Stationen durch Schwindsucht verlieren. – Pariset räth Ajaccio und nicht Nizza und Malta zum Aufenthaltsorte für Brustkranke an; Peez die Inseln Madeira und Bourbon und Hyères Ref.) Was indessen diesen letzten Ort und die Provençe überhaupt in dieser Hinsicht betrifft, so meint Hr. W.: „es muss den Aerzten dieser Gegend die Thorheit ihrer nordischen Collegen recht auffallend gewesen seyn, da diese Kranke zur Heilung von Uebeln in ein Land schickten, welches selbst die bei Weitem grösste Zahl der jährlich Sterbenden denselben unterliegen sieht." Er selbst räth zu Bayonne, Nantes, Bordeaux, Montauban, Pau, Tou

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louse und Rom (Neapel ist wie Nizza) für Kranke, die wegen ihrer mit Entzündung oder hoher Erregbarkeit verbundenen Leiden ein mildes aber feuchtes, nicht reizendes, eher erschlassendes Klima bedürfen. Die Schrift No. 13 „danket dem Unstande seinen Ursprung, dass S. Durchlaucht, der Hr. Franz Fürst v. Dietrichstein dem Vf, das schmeichelhafte Vertrauen schenkte – als Arzt – ihn auf jener Reise zu begleiten.“ Wahrlich kein Kaiser konnte so reisen, indem Ref. sonst keinen fürstlichen oder gefürsteten Arzt kennt! Der Verf. schrieb für Kranke, die einen südlichen Aufenthalt suchen und zwar „sich an Gelehrsamkeit verkümmert zeigend und ohne metaphysische Theorien und populäre Einleitung, weil die Natur das Nützliche mit dem Schönen in der höchsten Einfachheit immer verbindet." Er selbst hält seine Schrift für eine „sonderbare Aneinanderreihung ärztlicher Ideen mit anderen aus der Situation der Gegenden ihnen verketteten Gedanken;” worin Ref. dem Hn. Vf, vollkommen beistimmt, aber auch glaubt, dass sie schwerlich Einem Arzte oder Einem Kranken von Nutzen seyn könne. Ein kleiner Beweis von diesem Ausspruche mag des Vf's. Schilderung von Hyères geben. Der Vf, zieht die Stadt wegen der Milde des Klimas nicht nur allen übrigen Orten der Provence vor, sondern glaubt auch, dass sie in gewissen Krankheiten, besonders wo ein irritativer – reizbarer – Zustand der Respirationsorgane obwaltet, keiner anderen Stadt nachstehe, ja sogar in diesem Falle mancher vorzuziehen sey, weil die Luft ohne feucht zu seyn, doch nicht zu trocken ist. „Zwischen Nizza und Hyères waltet der Umstand ob, dass letzteres in eben dem Masse ersteres überwiegt, als Hyères bei grosser Schlappheit des Respirationsapparates der Stadt Nizza nachsteht.” – In Pisa scheint dem Verf. die Kälte ziemlich empfindsam zu seyn u. s. w.

Aus diesen Mittheilungen ersieht man, dass so manche Schwierigkeiten für Leidende und besonders Brustkranke sich auch an den gerühmtesten Orten finden, und um so mehr ist es Pflicht, auch aus die durch mildes Klima begünstigten Orte unsres Deutschlands aufmerksam zu machen. Wiesbaden würde schon im vorigen Jahre durch eine Schrift des Dr. Richter's (vergl. die vorjährige Anzeige) dazu bezeichnet und nach Berichten in d. Allg. Augsb. Zeitung verweilten im Winter (vom 15. Octbr. 1839 bis 16. April 1840) daselbst 384 Kurgäste. Auch der bewährte Brunnenarzt Peez empfiehlt Wiesbaden in einer am Schlusse dieser Anzeige von einem andern Mitarbeiter recensirten Schrift. (No. 44.)

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II. Säuerlinge, Stahlquellen u. s. w.

14) OLDENBURG, gedr. b. Stalling, in Commiss. in der Schulz. Buchh.: Wildungen und seine Umgebungen mit besonderer Hinsicht auf seine Mineralquellen von Fischer, Apotheker. 1838. 98 und 5 nicht pag. S. 12. (8 gGr.)

Die im Fürstenthume Waldeck entspringende Wildunger Quelle, der Stadt- oder Sauerbrunnen ge

nannt, gehört dem Fürsten (der die leider nicht mit

der vom Vf. gerühmten Sorgfalt ausgeführte Füllung des Wassers zum Versenden besorgen lässt, während eine Hecht'sche Füllungsmaschine den Absatz leicht verdoppeln, ja verdreifachen würde, Ref.), der Grund und Boden dem städtischen Aerar, und Alles, was sich auf Kur- und Badegäste bezieht, einer Actiengesellschaft, von welcher Fürst und Stadt zwei Drittel ausmachen. Hieraus entspringen so manche Inconvenienzen, die den stärkern Besuch von Kurgästen hindern. Früher mag Wildungen besuchter gewesen seyn; in den Jahren 1837 und 1838 waren indessen weniger Kurgäste da, als auf der Ansicht des Sauerbrunnens in der Kurzeit bei Wildungen abgebildet wurden. – Der Salzbrunnen wird gewöhnlich vor dem Sauerbrunnen getrunken, um erst die Crudidäten zu entleeren. Vom Therapeutischen erfahren wir sonst nicht viel. Regimen und Diät konnte genauer angegeben seyn. Vom Style mag Probe seyn: „Die von einem Koch unter Mitwirkung einiger jungen Mädchen bereiteten Speisen werden trefflich zubereitet, sind dem Kurgast angemessen und können nicht billiger als Diner 12 gute Groschen geliefert werden." Der Vf, lässt auch „Zwei Schluck Wasser über die Zunge schleichen." –

15) ULM, in d. Ebner. Buchh.: Die Heilquelle zu Ueberkingen im Königr. Würtemberg. Beschrieben von Dr. Anton Ruesz, Hospitalarzt(e) in Ulm. Mit 3 Abbildungen. 1839. 56 S. gr. 12. (10 gGr.)

Ueberkingen und sein Mineralwasser sind schon seit einigen Jahrhunderten bekannt und von der Umgegend als Badeort benutzt. Der Ort liegt eine Stunde von dem Oberamtsorte Geisslingen an der Alb, in einem Thale, was romantisch seyn soll, aber wenigstens nach den, freilich an die früheste Kindheit der

Steindruckerei erinnernden Abbildungen keineswegs so aussieht. 16 Unzen 7 Gran kohlens. Kalk, etwas freie Kohlensäure und 0,07Gr. Eisenoxydul enthaltend), dem Wasser von Pyrmont, Eger, Fachingen u. s. w. vollkommen zur Seite und erklärt hierdurch, dass er diese Quellen nicht kenne. Das Ueberkinger Wasser „spornt alle Organe zu grösserer Thätigkeit an, hebt alle Seund Excretionen, der Kreislauf wird lebhafter, das Blut kräftiger, der rothe Bestandtheil desselben vermehrt; die Organe der Verdauung werden gehoben (dislocirt? Ref.); der Appetit wird erhöht, die Ernährung leichter; der Körper gereinigt, der Stuhlgang regulirt, der Urinabgang vermehrt, der Schweiss unerhört(!) vermehrt." Man sieht der Säuerling hat unerhörte Wirkungen! Das Wasser nützt also, als Getränk und Bad gebraucht, in sehr vielen, auch namentlich erwähnten Krankheiten, darum sagt der Vf. in seinem poetischen(?) Grusse an das Thal von Ueberlingen wohl mit Recht: Drum sey du Thal voll Wonne, sey herzlich mir gegrüsst, hier, wo aus voller Tonne (!) der Born des Lebens fliesst. –

16) PR AG, Druck u. Papier von Haase Söhne: Die Wiesenquelle zu Eger Franzensbad medizinisch praktisch dargestellt, nebst einem Rückblick auf ihre Fassung und das sie umgebende Mineralmoorlager. Von Dr. Lor. Köstler, von d. K. K. Landesregierung angestellten (m) Arzt(e) zu Franzensbad, und physikalisch-chemisch untersucht von Andr. Zembsch, Chemiker. 1839. 64 und 5 nicht pag. S. gr. 8. –

Clarus in Leipzig und Mayer in Schneeberg machten schon im J. 1824 auf diese Quelle aufmerksam und verordneten sie mit Erfolg in den Fällen, wo die Salzquelle nicht eröffnend genug wirkte. Oberflächlich gefasst verschwand sie im Apr. 1832 während einer Erderschütterung in Italien, erschien aber später wieder, obgleich ihre Gasausströmungen nicht wiederkehrten. Im Frühjahre wurde ihre Fassung unter dem 10–17 Fuss tiefen Moorlager bewirkt und mehrere wasserreiche Quellen damit verbunden. Das Resultat der vorgenommenen chem. Untersuchung findet sich in Hufeland's J. 1838. Aug. –

CD ie Fortsetzung folgt.)

Der Vf, stellt den dasigen Säuerling (in

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– 104 – ALLGEMEINE LITERATUR - z EITUNG

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Der Hr. Dr. K. benutzte die Wiesenquelle häufig und fand, dass sie die Darm- und Nierenausscheidungen ohne Aufregung des Gesammt – organismus vermehrte und auch noch auflösend auf parenchymatöse Eingeweide, und durch Er– zeugung kritischer Se – und Excretionen und Anregung der Lebensthätigkeit auf die Geschlechtsorgane, das Drüsen- und Lymphsystem specifisch wirke. Mayer und Clarus sprechen sich auf ähnliche Weise über deren Wirkungen aus. Letzterer glaubt, dass die Wiesenquelle mit vollem Rechte als ein gelinderöffnendes Mineralwasser bei Störungen des Blutumlaufs im Pfortadersysteme, bei mangelhafter Absonderung der Galle, bei übermässiger Schleimerzeugung im Darmkanale, bei Trägheit des Stuhlgangs und bei Torpidität des lymphatischen Nervensystems angewendet werden könne. In vielen Fällen wird dieses Mineralwasser, das wegen der trefflichen Füllung Hecht's auch in der Ferne getrunken werden kann, dem doch immer mehr oder weniger die Verdauungswerkzeuge angreifenden Bitterwasser vorgezogen werden können (Prof. Musshard in Prag wendet es für jenes häufig an); weil es sehr leicht verdaulich ist und angenehm und erfrischend schmeckt. – Ref. räth für den Gebrauch desselben die Durchsicht vorliegender Schrift an.

17) PRAG, Druck u. Pap. von Haase Söhne: Ueber die Wirkungen und Anwendung der Heilquellen zu Franzensbad; von Dr. W. B. Conrath, K. K. Rathe und Brunnenarzte. 1839. 142 und 2 nicht pag. S. gr. 8. Eine Schrift, die dem Kurgaste von Franzensbad das nur ihm Wissenswerthe mittheilte, war ein BeA. L. Z. 1840. Zweiter Band,

dürfniss, das durch den würdigen Vf, auf das Vollständigste beseitigt ist. Klar und verständlich dem gebildeten Laien spricht der Vf, über die chemischen Mischungsverhältnisse der dasigen Quellen und über die Heilwirkungen ihrer drei vorzüglichsten Bestandtheile, des Natrons, Eisens und der Kohlensäure. Die verschiedene Mischung dieser Heilstoffe gibt Franzensbad drei verschiedene Arten des Sauerwassers. Die Franzens und Luisenquelle gehören zu den alkalisch – salinischen Eisenwassern, der kalte Spru

del und die Wiesenquelle zu den eisenhaltigen Säuer

lingen und die Salzquelle zu den alkalisch-salinischen Heilquellen. Wie leicht diese Wasser vertragen werden, welche kräftige Heilwirkungen sie erregen – welcher Arzt hätte nicht davon Erfahrung! Dessen ungeachtet macht Ref. besonders jüngere Aerzte auf die Anzeigen und Gegenanzeigen zum Gebrauche dieser Heilwasser auch fern von ihrem Ursprunge aufmerksam, da gerade dieses Kapitel von dem erfahrenen und kenntnissreichen Vf, ausgezeichnet bearbeitet ist. Ref wendet die Franzensbader Quellen häufig an, da wohl keine andern so wenig zersetzt in die Heimath des Kranken gelangen, weshalb er immer dem verdienten Hecht sich verbunden fühlt. – Diät und Lebensordnung, Vorschriften bei Trink- und Badekur, sind genau angegeben und Ref. empfiehlt die kleine, zum Vortheile des Franzensb. Armenhauses bestimmte Schrift angelegentlichst. –

18) WüRzBURG, in d. Zürn. Buchdruckerei: Der Kurort Bocklet mit seinen Heilquellen und Bädern. Ein Taschenbuch für Kurgäste und Aerzte. Von Dr. Ferd. Kirchgessner, Brunnenarzt. 1838. VIII u. 346 nebt 8 nicht pag. S. 8. (18 gGr.)

Im J. 1725 geschah die erste regelmässige Fassung der Bockleter Quellen (wobei man eine nicht genügende eichene und alte Waffen fand) und im J.1836 die letzte und zweckmässigste, bei der man die drei früher einzeln gefassten Quellen mit der Gasquelle vereinigte. Mannigfach sind die Verschönerungen der Anlagen, welche in den letzten Jahren gemacht wurden. Nach Kastner’s Analyse (1837 Septbr.) unterscheidet sich

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