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taue Nachgiebigteil zugestanden, aber an den Grundsätzen seiner taiser licben Stellung, wie sie seine Seele erfüllten, hat er unerschütterlich festgehalten.

Ferdinand sah ein, daß weiter Nichts ;u erreichen war. er lehrte sofort nach Passau zurück, und es gelang ihm hier, die Vermittler alle zu diesen vom Kaiser abgeänderten Vertragsartileln zu bewegen. 3» 16. Juli durfte das Resultat seiner Anstrengungen verkündet werden. Ferdinand war da im Stande einen Bevollmächtigten zu Kurfürst Moritz und seinen Verbündeten in ihr Lager zu senden. Aber auch hier gab es Bedeuten, ob man sich bei diesen Zugeständnissen eines begrenzten Friedens beruhigen sollte. Endlich, nach tagelangen Bcratbunge?., vielleicht auch durch eine eben vor Frankfurt erlittene Niederlage herabgeftinnm, nabm Moritz am 2. August den Vertrag an. so wie Karl und Ferdinand ihn aufgefetzt hatten").

Auch in dem Bunde der Fürsten war man nicht allgemein mit tiefem Abschlüsse zufrieren. Der Markgraf Albrrcht wies ihn zurück, er stellte dem Kaifei feine befonderen Bedingungen, die aber so nußlos erschienen, daß man ohne weiteres sie abwies'" . Moritz dagegen versprach Ferdinand sofortigen Zuzug zum Türtcntrieze. Als Moritz und Ferdinand sich persönlich in Passau begegnet waren, war Beiden die Ncthwendigleit klar geworden, daß man Deutschland wirtlich berubigcn »»He und daß man den i7nen des Reiches gegen den Türken zu schützen verrilichtet sci^ Die Rücksicht auf das Wohl der Nation war es, in der beide Fürsten sich vereinigten, und die zuletzt den Fürftenbunr zur Annahme auch dieses beschränkten Friedens bewoz. Es war ixonHi» ei»e große Errungenschaft, daß man diesen Kaiser, der die alte Kaiserzewatt i» «»er Macht berzuncllen mit Olück versucht baue, z« zülweilizen Verzicht auf seine Errungenschaften gezwungen, daß siir die nächste Zeit Frieden in der Nation und Teleran; der reit«» AllU»«» sez» diese» Kaiser abgen»g«» hatte.

Aber als man glaubte zu Ende p> sei». e»tsla>r rletzlich uochnuls ei» Hi»der»iH. Wie Karl uiemal« diese» Passa»er Vcrll»ge ge»«igt »». so sprach er jetzt plötzlich rem Bruder die «bsicht »s. ichüchllch den Vertrag doch nicht zu ralinzirrn: er «einte, die tH,l«g«!chül »ei «»chiz. »der ras Heer des F»»su»l»»«, heeMalle». die »»Zeich««»« Ltrafe »ei«l »» Mcritz ,» ««ljiche,«? Hatte er dech «»» Mtzl.

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als ei in Villach den Bruder entlassen, ihm noch einmal von einem geheimen Proteste gegen alle Concessionen an die Gegner geredet; — und wir sind in der That nicht im Stande, mit Sicherheit anzugeben, ob nicht nachher noch ein solcher Protest aufgerichtet worden ist, oder ob es bei dieser Aeußerung geblieben").

Ferdinand« Bestürzung bei diesen Erklärungen seines taiserlichen Bruders war auf's höchste gestiegen. In flehenden Briefen, in demüthigen Bitten bestürmte er den Sinn Karl's, ihn nicht einem sicheren Ruine preiszugeben. Und Karl selbst mußte zuletzt einsehen, welche Gefahren ihm ein solches unerwartetes Vorgehen bringen tonne: er faßte den Beschluß, zunächst die gesammelte Heeresmacht gegen Frankreich ins Feld zu führen, er entließ den Landgrafen von Hessen aus seiner Haft und gab auch Johann Friedrich gegen das Versprechen friedlichen Verhaltens zu Moritz frei; er war geneigt, in einigen Punkten den Deutschen zu Gefallen zu sein, einzelne Abänderungen in seiner Regierung zu treffen; er gewann eS sogar über sich, als er in Augs« bürg einige Tage verweilte, ein Paar lutherische Prediger zu dulden: er hat am 15. August den Pasfauer Vertrag unterschrieben.

n> Die erste Notiz von einem Proteste Karl's gegen den Passauer Vertrag theilte Gachard Mit (LolreLponäancs äe ?bilipz,e II. Lapport, 2 Ur. Is minist!'«! <Io I'interieur p. 190 ff.) Darnach ist die Sache folgende: Am 3. November 1588 äußerte Granvella an Philipp, der Kaiser habe, seine Nachgiebigkeit an Ferdinand bereuend, in den Niederlanden durch ein ausführliches Document den Vertrag zurückgenommen; dies deutsche Aktenstück sei von ihm eigenhändig unterschrieben, durch Seid gegengezeichnet, aber nicht untersiegelt; denn Ferdinand habe dem sofort widersprochen und einen solchen Schritt als den Ruin seiner deutsche» Herrschast bezeichnet; und in Folge davon sei die Publikation unterblieben. Auf Philipp'« weitere Nachfragen (12. März 1569) ward jetzt der Beseht ertheilt, in den Niederlanden nach diesem Documente zu suchen (Granvella. 22. April 1569); — aber ob man es gefunden und wie es sich weiter damit verhalten, darüber ist auch mir keine Notiz aufzutreiben möglich gewesen. (Von den beiden Schreiben vom 3. November 1568 und 12. März 1569 findet sich jetzt ein Abdruck bei Döllinger 647 und 649.) Ich gestehe, der Vorgang, wie Granvella ihn erzählt, ist sehr wahrscheinlich, aber ich möchte ihn doch noch nicht als ein sicher gestelltes Faktum behaupten. Daß Karl schon vorher die Idee geäußert, in solcher Weise sich zu helfen, Beweisen die oben berührten Stellen bei Lanz III. 326 und 360.

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