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verjüngt ist. Die Schneide (oder Spiße) erhålt ihre gehörige Schärfe durch angeschliffene Facetten, die oft fast gar nicht deut: lich zu bemerken sind. Namentlich ist dieses Leştere bei sehr schlank geformten, dúnn auslaufenden Eisen der Fall, wenn dieselben noch neu (oder durch das sogleich zu erwähnende Nachschmieden frisch zugerichtet) sind. In dem Maße jedoch, wie das Nachschärfen, während des Gebrauchs häufig wiederholt wird, man also in den dickern Theil hineinkommt, bilden sich breitere Facetten. Allein man darf nicht lange so fortfahren, weil hierdurch ber Zuschårfungswinfel sich bald über Gebühr vergrößert, die Schueiden ju kolbig werden und schlecht arbeiten. Man muß deßhalb die Eisen sehr oft a eu zurichten, d. h. glühend madjen, wieder zu gehörig schlanker Form ausschmieden und neuerdings härten lassen. Die Abnußung findet so ungemein schnell Statt, daß man febr gewöhnlid) am Abende eines jeden Tages, während dessen das (Fisen ununterbrochen gebraucht wurde, zu dem Nachschmieden sich genöthigt sieht. Doch ist in dieser Beziehung die Güte und Hártung des Stahls von sehr großem Einfluß. Eine eigentliche fcharfe Schneide wird den Eifen nur dann gegeben, wenn man sie zum Rein- und Fein: Ausarbeiten gebraucht; jur Arbeit aus dem Groben, besonders in dem milden und leicht gersprengbaren Sand: steine, laßt man sie etwas stumpf, so daß statt der Schneidkante eine äußerst schmale Fläche (wie etwa die Kante einer Spielfarte) vorhanden ist, welche um so mehr genügt, als ohnehin eine wirf: liche messerartige Schneide fich außerordentlich bald abstumpfen würde. – Zum Schlagen auf den Kopf der Eisen wird entweder ein gewöhnlicher eiserner Hammer oder der oben beschriebene Poufsir: Schlägel (Taf. 377. Fig. 12), oder ein höljer: ner Schlägel (Kló pfel, Klüpfel) gebraucht. Um schwache Eisen, mit welchen zarte Arbeit ausgeführt wird, mit den Pouf: fir. Schlägel zu treiben, pflegt man von diesem den Stiel abzu: nehmen, und den eisernen Kopf allein in die Hand zu fassen, weil man so die genaue Regulirung eines leisen Schlages mehr in fei. ner Gewalt hat. Der hölzerne Klöpfel ist von Weißbuchenholz emacht, und hat entweder die Gestalt eines gewöhnlichen, jedoch aßen Hammers, oder — gewöhnlicher – die Form, welche 3. 19 (Taf. 377) anzeigt. Das Ganze ist gedrechselt, der Stiel s in den Kopf r eingeschraubt oder eingeleimt; legterer gewährt Durch seine Rundung die Bequentlid)feit, daß er in jeder Lage, in welcher er zusállig ergriffen wird, ohne vorausgehende Wendung gebraucht werden kann, und bietet eine größere Schlagfläche , also (bis zu gänzlicher Abnußung) eine längere Dauer dar. Zur Anwendung des eiserner Schlägels ist p8 jweckmäßig, den Kopf der Eisen ganz dúnn zulaufend zu formen, so daß er fait eine abgestumpfte Spiße bildet: ein schiefer Schlag, und somit das Prellen (Dröhnen) der Eisen, wird hierdurch leichter vermie: den; aber der böljerne Schlägel würde verdorben werden, wenn man ihn anders als auf Eisen mit breitem Kopfende ges brauchen wollte. .

Deutsche Eisen:

Das größte hiervon ist das Sch arier: Eifen. Ein zweie feitig zugeschärfter, sehr breiter Meißel, dessen geradlinige Schneide 2 bis 34/2 300 mißt. und mit welchem große ebene Flächen (na: mentlich an weichen Steinen) schließlich ganz glatt behauen wers den. Zwei verschiedene Eremplare sind in Fig. 20 und Fig. 21 (Taf. 377) abgebildet. An Fig. 20 ist der Stiel i oval, das Eisen v von Stiele abwärts gleid, dick und nur in der Nähe der Schneide u Durch das Anschleifen verjüngt. Fig. 21 hat einen achtfantigen Stiel, und die breiten Flächen xx des Eisens sind anter einem Winfel von 13 Grad gegen einander geneigt, so daß die durch das Anschleifen entstehenden Facetten faum bemerkbar ausfallen (weßhalb sie in der Zeichnung nicht angedeutet werden konnten). Das vorliegende Sortiment enthalt drei Scharier: Eisen, von denen das größte 3/2, das mittlere 2 3/4, das kleinste 2 zou (an der Schneide) breit 117.

Die übrigen jest folginden Werfzeuge sind auf Laf. 378 gezeichnet, größtentheils in zwei, im go Grad von einander ab: stehenden Ansichten A B, mit darunter gelegten Querdurchschnitt ten, deren Beziehung zu einander sich ohne Weiteres ergibt:

Schlageifen oder Breiteilen (Fig. 1). Nach den Scharier:Eisen sind diese die größten und stärksten. Ihre lange beträgt (im veuen Zustande) 8 bis 9 30l; im Stiele sind sie achtkautig, nach der geradlinigen Schneide a ju aber flach ausges breitet und in der Dicke durch zwei schräge Flächen x y verjúngt.

Technol. Encpflop. XVI. Bd.

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Die Neigung von x gegen y (der Verjüngungswinkel x ay Ansicht B) beträgt 9 bis 10 Grad. Das abgebildete Eremplar ist das größte eines Sortimentes oder Saßes von 6 Stück; das kleinste mißt am Stiele nur 7 linien in der Dide, und an der Schneide 10 linien in der Breite. .

Beigeisen (auch wohl s@albeisen genannt), find den Schlageisen vollkommen ähnlich, nur kleiner und schwacher. Ihre Långe ist 7 bis 8 Zou. Sofern an ihnen die Breite der Schueide nicht unter 6 linien beträgt, haben sie noch die nach unten breiter auslaufende Gestalt wie Fig. 1, A; die kleinsten Eremplare wür: den jedoch bei dieser Bildung einen zu schwachen Stiel bekommen, und sind deßhalb so abgeändert, daß sie vom Stiele gegen die Schneide hin fch måler werden (wie Fig. 2, A, und in noch größerem Verhältnisse). Man unterscheidet große und kleine Beizeifen. Die ersteren sind, in sechs Abstufungen, am Stiel 5 bis 6/2 Linien dick, an der Schueide 4'/2 bis 9 linien breit; der Verjünguugowinkel, d. i. die Neigung der unten infanımen. laufenden breiten Flächen gegen einander ist etwas kleiner als bei den Schlageisen, nämlich = 7 bis 9 Grad. Das schmalste dieser großen Beigeisen ist in fig. 2 vorgestellt. Die kleinen ha. ben (ebenfalls in sechs Abstufungen) 3 bis 4/2 Linien Stieldice, 31/2 bis 4 linien Breite an der Schneide und einen Verjüngunge: winkel vou 6 bis 8 Grad.

Zab neisen (Fig. 3 und 4), von der Forin der Schlag: und Beijeisen, jedoch an der Schneide durch sehr schmale, unges fähr einen halben Zoll tiefe Einschnitte in mehrere gleiche Zähne getheilt, deren Breite bei den kleinsten Exemplaren nich, viel über eine halbe linie, bei den größren wohl zwei Linien erreicht. Ver: möge dieser Abtheilung in Zähne wird das Werfzeug verhindert, größere Steintheile abzusprengen; vielmehr dringt jeter Zahn unabhängig für sich ein, und nimmt nur kleine Fragmente weg, so daß im Ganzen die Wirkung mehrerer gleichzeitig arbeitenden schmalen Eisen entsteht, d. h. eine feine Ausarbeitung der Stein: fläche erreicht und dennoch das Geschäft beschleunigt wird. Ja dem vorliegenden Sortimente befinden sich vier Zahneisen von fol. gender speziellen Beschaffenheit:

Dicke im Stiel..... 34/1 5, 6, 7/2 Linien.
Breite an der Schneide 4, 7, 10, 131/2 »
Unzahl der Zähne ... 4, 5, 6, 7.
Verjúngungswinkel . . 7, 89/21 99/20 11 Grad.

Es zeigt sich hier wieder – wie bei den Schlag: und Beize eisen – in Unsehung des Berjúngungswinkels die naturgemäß schlankere Gestalt der schmalen, mehr zu feinerer Arbeit dienenden Eremplare.

Spigeisen besigen statt der Schneide eine vierseitig: py: ramidal geformte (iedoch meist nicht scharf auslaufende, sondern etwas dicke und abgestumpfte) Spige, vermöge welcher fie vers : hältnißmåßig tief eindringen können, und sid) zum Wegsprengen größerer Steinfragmente eignen, da sie in vier (und nicht wie die Eisen mit einer Schneide, nur in zwei) Richtungen keilartig wirken. Die fig. 5, 6, 7, 8 fiellen vier verschiedene @pißeisen vor, von welchen die mit dem eisernen Schlägel zu treibenden, daher auch wohl Schlâ geleisen genannten (fig. 5, 6) am Kopfe abgestumpft fonisch auslaufen, und auf der dortigen Fleis nen freiðrunden Endfläche ein halbkugeliges Grübchen enthalten (wie die Punktirung bei'n goigt). Hierdurch wird die Berühs rungsfläche des Eisens mit dem Schlagel möglichst verkleinert, das Rutschen des legtern verhindert und ein fchiefer Schlag ver: mieden. Dagegen haben die für die Arbeit mit dem hölzernen Klópfel bestimmten (Fig. 7, 8) einen breiten, fchwach conver ges rundecen Kopf. Das starke Spigeisen Fig 5 ist zum Bebauen barter Steine, (s. B. Granit 2c.) bestimmt, und daher mit einer ziemlich folbigen (nicht schlank zulaufenden) Spiße versehen, an welcher je ziei einander gegenüber liegende Flächen zusammen einen Winkel von 35 Grad einschließen.' Daß der Schaft oder Stiel hier rund ist, während die übrigen Eremplare ihn achtfans tig baben, ist ein vóllig unwesentlicher Umstand. Bei Spißeisen auf weniger harte Steine (Marmor, Sandstein 2c.) und zu feis nerer Arbeit wird die Zufpißung viel schlanfer angelegt, so daß deren Winkel 8. B. au fig. 6 und 7 nur 13 bis 15 Grad, an Fig. 8 nicht mehr alo 10 Grad mißt. Größere Eremplare werden öfters so geschliffen, daß statt einer Spiße eine äußerst schmale

Kante entsteht; ein Beispiel hiervon ist Fig. 7, wo die Breite cd eine Linie beträgt.

Boffir: oder Schrift.Eifen. So nennt man úbor: haupt die garteren Eisen, welche zur Ausarbeitung feiner Ver: sierungen, erhabener oder vertiefter Buchstaben u. dgl. gebraucht werden, und demgemäß eine ziemliche Mannichfaltigkeit darbieten. Die vorzüglichsten sind in den fig. bis 13 abgebildet. Ihre Länge beträgt durchgehende 9 bis 10 Zoll. Da sie alle mitrelit deg eisernen chlágels getrieben werden, so haben sie am Kopfe die schon bei Gelegenheit der Fig. 5, 6 erklärte Gestalt. Um bei der nothwendig geringen Dide mehr Steifheit zu erzeugen, und hierdurdy dad Prellen oder Dröhnen unter dem Schlage zu vers meiden, gibt man ihnen ihre größte Stärke am mittleren Theile und läßt sie nach beiden Enden hin dunner auslaufen, wie an fig. 9 und 13 zu erkennen ist. Von Fig. 10,.11, 12 ist, we: gen der vollkommen übereinstimmenden Gestalt im Ganzen, nur der unterste Theil obgebildet, an dem die einzige charakteristische Berschiedenheit, nämlich jene der Schneide, vorkommt. Eisen mit gerader Schneide, wie Fig. 9,– den kleinen Beigeisen (f. oben) in dieser Beziehung ähnlich - enthält das Sortiment 6 Stück, bei welchen die Breite an der Schneide 2 bis 4'/, linien, der Berjüngungswinkel 4 bis 7 Grad beträgt. Fig. 10 ijt hiervon nur durch die schräge Stellung der Schneide r s verschieden; der dadurch gebildete spiße Winkel bei r ist = bo bis :75 Grad. An Fig. 11 und 12 iit givar die allgemeine Gestalt wieder dieselbe , aber die Schneide a bogenförmig, entweder konver (Fig. 11) oder fontav (Fig. 12). Die koniver gefruimnite Schneide bildet einen Halbfreis, die fonfave einen kleineren Bogen: beiderlei Eisen hat man von 24/2 bio 5 oder 6 linien Breite.

Die leßte Art sind sehr schlanke, dünne und scharfe Spiß. eisen (fig. 13), an welchen der Zuspißungswinkel nicht größer als 8 bis 10 Grad ist.

Englische Eisen:

Kierunter fommen drei Urten mit geradliniger Schneide (fla cheisen) vor, welche durch die Art der Zuschärfung und auch sonst durch verschiedene Gestalt von einander abweichen. Bei der ersten Art (Fig. 14 und 15) entsteht die Schneide durch

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