Sozialstaat in Europa: Geschichte · Entwicklung Perspektiven

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Katrin Kraus, Thomas Geisen
VS Verlag für Sozialwissenschaften, 29.10.2001 - 309 Seiten
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1m Bereich der Offentlich verantworteten Sozialen Sieherheit gibt es mehrere Gretchenfragen: Beitragsfinanzierung oder Steuerfinanzierung? Aquivalenz oder Bedlirftigkeitsprinzip? Wahrung des Lebensstandards oder Grundsiche rung? Abfederung von Erwerbslosigkeit oder Aktivierung zur Erwerbstatigkeit? Versicherungsprinzip oder Gruppenspezifische Leistungen? Die Antworten, die in den europaischen Nationalstaaten auf diese Fragen entwickelt wurden, weisen eine erhebliehe Bandbreite auf und lassen sieh nieht auf die FormeIn "Beverid ge" oder "Bismarck" reduzieren, auch wenn beide in der europaischen Sozial staatsgeschichte zentrale Figuren waren. Der Name des britischen Sozialreformers Beveridge wird in der Regel mit dem Prinzip der umfassenden aber minimalen Grundsieherung fur aile identifiziert, wahrend der Name Bis marck fur das Sozialversieherungsprinzip steht, bei dem die Leistungen auf Grund von durch Beitrage erworbenen Ansprlichen berechnet werden. Letztend lich basieren aile in diesem Sammelband vorgestellten Systeme Sozialer Siehe rung auf einer spezifischen Mischung dieser Prinzipien. Die hieraus entstehenden Formen sozialstaatlieher Gestaltung sind aber nieht nur Ergebnisse aktueller Interessenaushandlungsprozesse. Die aktuellen Aushandlungsprozesse beruhen vielmehr immer auch auf historischen Errungenschaften, auf im kollek tiven Gedachtnis verankerten Selbstverstandlichkeiten und auf allgemein aner kannten Prinzipien. 1m Zuge der EU-Integration haben sich Fragen nach der Gestaltung Sozialer Sicherungssysteme ~ auch angesichts von globalisierten Wirtschaftsprozessen und neoliberalen Politikkonzepten ~ verscharft. Daher richten sich die Blicke zunehmend auf die europaischen "Nachbam", urn zu sehen, wie deren Losungen mit den draus resultierenden Problemlagen aussehen ~ in starker betriebswirt schaftlich gepragter Optik konnte man diesen Prozess auch als "benchmarking" bezeichnen.

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Über den Autor (2001)

Katrin Kraus ist Diplom-Pädagogin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Trier.
Thomas Geisen ist Diplom Sozialarbeiter, Soziologe M.A. und Politikwissenschaftler

Bibliografische Informationen