Blätter für literarische Unterhaltung

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F.A. Brockhaus, 1874
 

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Seite 164 - Gelinde und schmeichelnd gegen den Anfänger; mit Bewunderung zweifelnd, mit Zweifel bewundernd gegen den Meister; abschreckend und positiv gegen den Stümper; höhnisch gegen den Prahler und so bitter als möglich gegen den Kabalenmacher.
Seite 131 - Kein Mensch will begreifen, daß die höchste und einzige Operation der Natur und Kunst die Gestaltung sei, und in der Gestalt die Spezifikation, damit jedes ein besonderes Bedeutendes werde, sei und bleibe.
Seite 379 - Wenn denn nun gefragt wird: Leben wir jetzt in einem aufgeklärten Zeitalter? so ist die Antwort: Nein, aber wohl in einem Zeitalter der Aufklärung.
Seite 131 - Brentano und andere arbeiten und treibens immerfort ; aber alles geht durchaus ins Form- und Charakterlose. Kein Mensch will begreifen, daß die höchste und einzige Operation der Natur und Kunst die Gestaltung sei...
Seite 133 - Ein feines, schlaues, einschmeichelndes Geschöpfchen", so schildert er sie seinem Freunde Körner117, „nicht ohne Geist, nicht ohne Genie sogar, eine Espece von Dichterin, wovon ich einige niedliche Pröbchen gesehen habe; dabei Kokette und sehr begehrlich obendrein, kurz ein sinnlichspirituelles Wesen, das einem, im Bade besonders, nicht Langeweile machen muß. Zugleich hat sie eine gewisse...
Seite 78 - Nur ein vollständiger Wechsel der Taktik von Seiten der Versöhnung anstrebenden gebildeten Schichten wird im Stande sein, die unter dünner Decke grollende Lava von furchtbaren Ausbrüchen abzuhalten, nämlich die Verbreitung der pessimistischen Doctrin. Diese lehrt die Unterdrückten, daß ihr Leidenslos nur das allgemeine Daseinslos der Menschheit ist, und daß ihr grimmiger Neid auf die scheinbar bevorzugten Hoch...
Seite 131 - Steffens, fragte er äußerlich ruhig, indem er einen geheimen Ingrimm zu verbergen suchte, was sagen Sie dazu? Herr Werner, antwortete ich, hatte vor einigen Tagen die Güte, mir ein Sonett vorzulesen, in welchem er sich darüber beklagte, daß er zu spät, zu alt nach Italien gekommen wäre; ich glaube einzusehen, daß er recht hat. Ich bin zu sehr Naturforscher, um eine solche Umtauschung zu wünschen. Das geheimnisvolle Symbol unserer Religion hat ebensoviel durch einen solchen falschen Vergleich...
Seite 263 - Dichterfürsten meist ganz patriarchalisch zu, besonders wenn Goethe mit seiner Frau und Fräulein Ulrich an stillen Abenden eine Partie «Whist mit dem Strohmann» spielte, wobei ein Gläschen Punsch nicht fehlen durfte.
Seite 131 - Endlich zog doch eines meine Aufmerksamkeit auf sich. Der Inhalt des Sonetts war der köstliche Anblick des vollen Mondes, wie er in dem klaren italienischen Himmel schwamm. Er verglich ihn mit einer Hostie. Dieser schiefe Vergleich empörte mich, und auch auf Goethe machte er einen widerwärtigen Eindruck ; er wandte sich an mich. «Nun, Steffens», fragte er, äußerlich ruhig, indem er einen geheimen Ingrimm zu verbergen suchte, «was sagen Sie dazu?
Seite 392 - Tuch zu seigen war es nicht wohl trinkbar: und dann mußte man immer noch die Nase zuhalten, und dann schlug man sich doch noch, um nur die Jauche zu bekommen.

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