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nigung der drei Bünde mit einander von 1524 trag zur christlichen Apologetik, indem sich rückwärts bis zum Jahre 1450 vorhanden war, Haller mit denselben an die ähnlichen Zeugnisse und wir können der Beweisführung nur beistim aus nicht theolog. Kreisen wie die eines Kopermen. So wäre denn ein sehr wichtiges Stück nikus, Euler und Newton anreiht. Die apoloSchweizergeschichte, über das sich noch jüngst die getische Verwerthung des Lebens und dieser classische Geschichte der Eidgenossenschaft von Briefe Haller's war denn auch der Zweck, den L. Vulliemin sehr unklar und unsicher ausdrückte, der evangelisch-kirchliche Verein bei Herausgabe vollkommen bereinigt.

C. D. dieser Festschrift zu Haller's Gedächtnissim

Auge hatte.
Nach dreissig Jahren. Die letzten Tage des

Sonderbundes. Gedenkblatt für die Dubs, Dr. J. Das öffentliche Recht der
schweiz. Jugend. - Aus den Erlebn. u. schweizerisch. Eidgenossenschaft. Gr. 80,
Zusammenstell. eines Fünfzigjährigen. - Zürich, Orell Füssli & Cie.
Aarau, Sauerländer. 1877. 107 S.

Dieses Werk ist ein Volksbuch im besten Sinn Wohl lebt unter dem ältern Geschlechte noch des Wortes, indem es sich die schöne Aufgabe frisch die Erinnerung an die verhängnissvolle Be stellt, die Bürger unseres Landes mit den öffentrufung der Jesuiten nach Luzern, an die darauflichen Einrichtungen und dem öffentlichen Recht folgenden unseligen Freischaarenkämpfe und an möglichst vertraut zu machen, durch politische die glückliche Auflösung des Sonderbunds der Erziehung des Volkes die äussere Aktion desselsieben Kantone. Wohl besitzen wir zwar eine ben zu einer selbstbewussteren zu gestalten. namhafte Anzahl trefflicher Bücher, welche diese denkwürdigen Ereignisse jener Zeit, je nach der politischen Gesinnung ihrer Verfasser, schildern; Egli

, Dr. J. !:Taschenbuch schweizerischer am ausführlichsten und in den markigsten Zügen

Geographie, Volkswirthschaft u. Kulturthat dies P. Feddersen in seiner Geschichte geschichte. 8°, 126 S. Zürich, Schulthess. der schweizerischen Regeneration“. Die jüngern Ein statistisches und tabellarisches Werk zur Generationen aber kennen die Geschichte jener leichtern Orientirung im täglichen Handel und Zeit fast nur vom Hörensagen und so ist ihnen Verkehr. Es ist eine reiche Fülle von Stoff auf die Vergangenheit wie das Buch mit den sieben 77 Tafeln in erstaunlicher Kürze zusammengeSiegeln verschlossen, da selten jüngere Leute sich stellt und in den einzelnen Theilen mit grosser an ein ernsteres Studium der vaterländischen Ge- | Genauigkeit und Sorgfalt bearbeitet. Der Inhalt schichte wagen. Der Verfasser des vorliegenden des Büchleins wird übrigens rasch an BrauchbarSchriftchens hat zu Nutz und Frommen der schwei keit einbüssen und von Zeit zu Zeit einer allzerischen Jugend aus amtlichen Akten und un seitigen Revision bedürfen, weil die meisten Abparteiischen Schriften die letzten Tage des Son schnitte Gebiete behandeln, die im steten Wechsel derbundes“ beschrieben; er trägt sich mit der begriffen sind. Hoffnung, unser jüngeres Geschlecht werde seine Blätter mit Interesse lesen und sich dadurch zum

Walter, A. Eine deutsche Antwort aus der weitern Studium der vaterländischen Geschichte angeregt fühlen. Wir theilen seinen Wunsch und

Schweiz. 8°, 102 S. Winterthur, Westfügen noch bei, dass das gut geschriebene Büch

fehling. lein auch von den noch lebenden Militärs, die Diese Antwort gilt dem Pamphlet Th. Ziegler's, den Sonderbundsfeldzug mitgemacht haben, ge der in gehässigster Weise von Deutschland aus lesen zu werden verdient.

M. die Verhältnisse der Schweiz nach allen Rich

tungen hin begeifert hatte. Unser Verfasser, selbst

ein Deutscher, möchte in vorliegender Schrift den Albrecht von Haller's Briefe über die wichtig- Beleidigten Genugthuung geben, indem er die sten Wahrheiten der Offenbarung nebst

Unwahrheiten und Entstellungen seines Gegners Haller's Lebensbild. Herausg. von 0. v.

durch aktenmässige Belege bekämpft. Greyerz. 8°, 112 S. Bern, R. F. HallerGoldschach.

Les gisements bitumineux du Canton de Genève. Einen grossen Theil dieser Schrift füllt die

Notice indiquant: Leur formation géotrefflich geschriebene und mit einem Porträt be

logique, leurs propriétés, physiques et gleitete Biographie Haller's aus. Die beigefügten 14 Briefe desselben sind in doppelter Beziehung

chimiques, comparées à celles des gisevon hohem Werthe. Einmal sind sie das schönste

&c.

ments connus, leur exploitation, Zeugniss für den tief sittlichen und religiösen

Neuchâtel, Sandoz. 1877. Gr. 4°, 66 p. Ernst in Haller's Charakter und für die schöne

avec 1 carte. Harmonie, zu der er Wissen und Glauben in sich Die Schrift gibt Aufklärung über die bitumenselbst verband. Dann aber, wenn diese Briefe reichen Molassesandsteine von Boisy, Cologny, zeigen, dass bei einem solchen hervorragenden Chambésy, vom Nant d'Avanchet bei Vernier, Geiste die exakten Wissenschaften den positiv | Archamp, &c. christlichen Glauben nicht zu erschüttern ver Im Vorworte besprechen die an der Spitze des mögen, haben wir für letztere eine kräftige Stütze Unternehmens stehenden Herren Victor Manuel, an denselben und bilden sie einen schönen Bei Anton Rey, beide früher Concessionaire der Ag

phalt-Minen von Val-de-Travers und Herr Ingenieur Georges Perusset, den Werth der bitumenhaltigen Schichten zum Zwecke der Ausbeute. Es sind deren zwei ; der Molassesand soll sich zur Gewinnung von Petroleum und Goudron (mit Einschluss von Leuchtgas) durch Destillation eignen. Das Merkelkalklager soll einen dem Roman gleichwerthigen Cement liefern.

Unter den bituminösen Sandsteinen von Choully, &c. gibt Herr Alex. Rochat-Maury eine geschichtliche Darstellung der bisherigen Versuche, Ausbeute und Gutachten, nebst Vergleichungen und Zusammenstellungen, so weit es den Goudron und das Steinöl betrifft.

Ein Bericht von Bürtin, Berg-Ingenieur von Taninges (Haute-Savoie) enthält die Analyse über mehrere Proben, die er bei Dardagny erhoben hatte. Andere Berichte von Grüner, Prof. de Marignac und von L. L'Ilote bestätigen den günstigen Petroleumgehalt.

Herr Ingenieur Renaud gibt einen einlässlichen geologischen Bericht über die Terrains nebst einer erläuternden Profilzeichnung über die Lagerungsfolge der Gesteine bei Pyrimont (Seyssel) und bespricht noch andere bitumenreiche Lagerstätten.

Noch eine Reihe Zeugnisse über den Goudronund Petrolgehalt und über die in der Nähe vorkommenden Cementkalklager, die alle zu den schönsten Hoffnungen berechtigen, sind dem Hefte cinverleibt.

Zur Orientierung liegt eine in grossem Maassstabe angefertigte Karte der Umgebung von Genf bei, in welcher die Grenzen der bituminösen Gesteine angegeben sind.

M.

Zeitschriften - Périodiques. Archives des sciences physiques et naturelles. No 245, 15 Mai 1878. Genève et Bâle, Georg.

Contenu du Nro. du 15 Mai: Micheli, Marc. Revue des principales publications de physiologie végétale en 1877 (suite). de Candolle, Alph. Feuillaison, défeuillaison, effeuillaison Fatio, Dr. v. Etat de la question phylloxèrique en Europe en 1877, avec 7 cartes -- Gautier, Alfr. Notice nécrologique

sur le père Secchi. Bulletin scientifique. Bibliothèque universelle et Revue suisse. N° 245. Mai 1878.

('ontenu: E. Naville, Monothéisme chrétien. - L. Favre, Amour par télégraphe – Arvede Barine, L'Afrique. – A. Lelenr, Les prisons d'un jeune peintre Cl. Stephens, I'n vrai poète. Chroniques. -- Bulletin littéraire et bibliographique. N° 246. Juin 1878.

Contenu : Galiffe, Tell et Gessler - Jul. Annerelle, Je meurs ou je m'attache Marc-Monnier, Ch Foirnel

Arvede Barine, L'Afrique (suite): A. Leleur, Les prisons d'un jeune peintre (fin). Chroniques

Bullefin littéraire et bibliographique. Helvetia, von Rob. Weber. Heft VIII.

Inhalt: Lenz, Hymne an den Frühling. - Felder, Reich und Arm, -- Dössekel, Meinem Hallwyler Thal. Weber, Ein Veteran des Kaiserreichs. Blicke in's Uni

Das Urtheilen über Musik. - Victor Hugo's nenes Buch „Le Pape“.- Nicol, Die „Bibliographie der

Schweiz". Auerbach, Sprüche. Miscellen. Revue suisse des Beaux-arts, &c.

Nro. 4: Le Centenaire de Rousseau par Grand - Car. teret. - Hist. des enseignes d'hôtelleries, &c., par Bla. vignac. Livres nouveaux. Chroniques des lettres et des arts. Nécrologie: Louis Sordei. Revue des

périodiques Schweizer. Zeitschrift für Gemeinnützigkeit. 1878.

Il lleft: Das Genossenschaftswesen in seiner Anwendung in der Landwirthschaft etc. - Noch ein Jubiläum (Ginter Gemeinnützige Gesellschaft). Mittheilungen des Archivs der schweizer. permanenten Schulausstellung in Zürich

Die Programm - Sammlung schweizer. Lehranstalten im Archiv der schweizer permanenten Schulausstellung. Lesefrüchte (aus Pesta

lozzi's Fabeln). Zeitschrift für schweizer. Statistik. 1877. 4. Quartalheft.

Inhalt: Etwas mehr Licht über die Impf-Frage ete, von Dr. Th. Luts. -- Beitrag zur Kenntniss der Vogt. schen Impf Statistik, von R. Escher. – Die erste schweiz Mortalitats Statistik, von H. Stüssi. Exportation suisse aux Etats-Unis de l'Amérique du Nord en 1877, &e. Das bernische Referendum und die Gemeindepolitik, von A. Chutclunut. Miscellen.

versum

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(CALVIN.) Le Catéchisme français de Calvin,

publié en 1537, réimprimé pour la première fois d'après un exemplaire nouvellement retrouvé et suivi de la plus ancienne Confession de fois de l'Eglise de Genève, avec deux notices par Albert Rilliet et Théophile Dufour. In-16, 434 p. imprimé en caractères du seizième siècle, sur beau papier de Hollande, avec deux fac-simile. Genève, Georg. Fr. 12

Contenu du volume: 1. Albert Rilliet, Notice sur le premier séjour de Calvin à Genève, pour servir d'introduction historique au Catéchisme et à la Confession de foi de 1537. 2. Théophile Dufour, Notice bibligraphique sur le Catéchisme et la Confession de foi de Calvin (1537) et sur les autres livres imprimés à Genève et à Neuchâtel dans les premiers temps de la Réforme (1533—1540). 3. Texte du premier Catéchisme français de Calvin (1537). 4. Texte de la Confession de foi de l'Eglise de Genève (1537). 5. Préambule de la version latine (1538) du Catéchisme et de la Confession de foi, traduit en français.

Edition tiré à 400 exemplaires, le prix des derpiers exemplaires sera augmenté.

ERASMIAN A. Von Dr. J. B. Kan, Rector des Erasmianums

zu Rotterdam,

Aus dem Holländischen übersetzt von L. S.

(Schluss.)

IN. Dominicus Baudius, auch Professor in Leiden, wusste jedoch mehr als in der von Merula herausgegebenen Biographie steht.

Er treibt seinen Collegen an, das Schriftstück bekannt zu machen, giebt Betrachtungen zum Besten über das Sprichwort: Jeder ist seines Glückes Schmied, da man seine Eltern nicht auswählen, sondern nur

annehmen kann. Da fehlte nichts an beiden Jahren sehr wenig Fortschritte in den unanEltern unseres Erasmus : denn sie_(die genehmen Fächern (litteris illis inamænis) Mutter) war im übrigen eine brave Frau, machte, für die es nicht geboren war. Der an deren Namen nur diese eine Schande junge Erasmus wird in seinem neunten Jahr klebte. Er (der Vater) stammte aus einer durch seinen Vater nach Deventer geschickt guten Familie von Gouda und war für die man sieht, sein Vater befasste sich stets Zeit noch ganz gebildet. Baudius weiss mit seiner Erziehung -, dahin folgt ihm auch, dass er für geistreich und witzig galt seine Mutter, „die Hüterin und Versorgerin und darum den Beinamen Eutrapelus be- seiner zarten "Jugend" (custos et curatrix kam, was in einer Randbemerkung durch teneræ ætatis). Bei welcher Grossmutter Praet übersetzt wird. Darum lebte er gewiss wurde er dann wohl erzogen? Hieraus später zu Rom als junger Herr iuveniliter) würde man schliessen, bei der von mütter

Eine derartige Vorstellung war natürlich licher Seite; aus dem vorhergehenden, bei unbrauchbar für den Zweck, den der Com- der Mutter seines Vaters. pilator unsrer Autobiographie vor Augen Die Schule zu Deventer taugte nicht viel,") hatte, und auch Boxhorn") folgt einer an- aber endlich (tandem) wird der Knabe durch dern Veberlieferung, da er sagt, dass Gerard einige Mitschüler auf den guten Weg geso genannt wurde wegen der Beredsamkeit bracht. Seine Mutter starb, als ihr Sohn, seiner Predigten. Man sieht es: der Vater 13 Jahr alt, in der 3. Klasse sass, an der eines solchen Sohnes musste auch vortreff- Pest, und er kehrte nach seiner Vaterstadt lich gewesen sein.

zurück; sein Vater wurde beim Empfang Der Leser schenkt mir gewiss gerne dieser traurigen Nachricht krank und starb die Betrachtungen, welche Baudius weiter- bald darnach. hin über die Nothwendigkeit oder Entbehr- Auch diese Berichte stimmen nicht ganz lichkeit von Trauungsfeierlichkeiten zum mit andern überein: das hat bereits Bayle Besten giebt, ebenso sehr als die von ihm schon eingesehen. zu Gunsten illegitimer Kinder angeführten Vorerst ist es bekannt, dass Erasmus, Stellen, - denen wir noch Edmunds Mono- kaum 12 oder 13 Jahr alt, nicht allein als log aus König Lear (1, 2) beifügen können witzig, sondern auch als sehr gelehrt galt.

um zu hören, was er ferner zur Ergän- Um nun von Rudolf Agricola nicht zu sprezung der Autobiographie zu erzählen weiss. chen, der ihm damals voraussagte, dass er „Um Margarethas Schande geheim zu hal- ein grosser Mann werden würde , , und ten, sandte man sie nach Rotterdam, und es ging damals mit dem Unterricht noch der Vater gab dem Knaben – der da ge- nicht so schnell“ – sagt der vormalige Proboren ward seinen Namen, und er hiess fessor von Rotterdam so finden wir bei Gerardus Gerardi auf die bei uns gewohnte Beatus Rhenanus dasselbe von Jan Sintheim Art, die vor alten Zeiten auch bei den gemeldet, einem der besten Vorsteher der Griechen und Römern gebräuchlich war. Brüderschule zu Deventer. Damals war Aber weil der Name in unsrer Sprache der Erasmus sicher noch nicht 14 Jahre alt, Bedeutung nach verwandt zu sein scheint während er im Alter von 9 Jahren eines der mit dem Zeitwort ,begehren“ (desiderare), besten Institute jener Zeit besuchte, an nahm er den Vornamen Desiderius an; dessen Spitze Hegius stand, der Freund des diesem fügte er später das griechische Wort Rudolf Agricola ) von der gleichen Bedeutung hinzu und wollte Erasmus zubenannt werden.“ Die übrigen allgemein bekannten Einzel

2) Sie heisst bar bara. Und darauf folgt der heiten sind in der Autobiographie wieder zu

Ausdruck prælegebatur pater meus, welcher für

Merula noch unverständlich war, jedoch in einer finden.

Randbemerkung der Amsterdamer Ausgabe von Gerard, der aus Trauer Priester wurde, 1643 (J. Jansonius) aus einer Handschrift Boxhorns kehrt in sein Vaterland zurück, entdeckt da erklärt wird. den Betrug, und obschon alle Beziehungen 3) Agricola hatte Joh. Baptista Guarini, den zwischen ihm und der Mutter seines Kindes berühmten Sohn eines berühmten Vaters, zu Ferabgebrochen sind, sorgt er doch für die rara gehört. Dieser, ein Schüler von Chrysoloras, Erziehung seines vierjährigen Söhnleins, das

war der erste Italiener, der öffentlich Untericht er zur Schule schickt, das aber in den ersten

im Griechischen gab, er lehrte an verschiedenen Orten; aber im Jahr 1460 war er bereits gestorben.

Jener (der jüngere Guarinus), der sein Nachfolger !) Tooneel van Holland (1634) S. 267. Bemerkens- wurde, hatte bis zu seinem Tode den Lehrstuhl zu werth ist es, dass dieser Schriftsteller nur die Bio- Ferrara inne: hat also Gerard auch in dieser Stadt graphie des Beatus Rhenanus nennt, nicht die einen grossen Theil von den 4 Jahren verlebt um früher besprochene.

bei ihm griechisch zu lernen?

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Von Deventer abgereist, verbrachte er gegeben und sie könnten leicht vermehrt drei Jahre oder besser er verlor sie auf der werden. Es wird Zeit, dass wir nachsehen, Brüderschule zu Hertogenbosch, wo unter was nun mit den Ueberresten des niederandern Romboldus Unterricht gab.

geworfenen Baues noch zu machen ist. Ich möchte nicht gerne den Handschuh für Die Ueberlieferung wusste, dass der die zwei genannten Schulen aufnehmen;4) Vater unseres Mitbürgers Gerard hiess; aber ich glaube doch, dass sie damals im der eigentliche Name des Desiderius ErasLande der Blinden einäugig und also König mus war ihr unbekannt. Dafür gab es waren. Darum kommt es mir vor, dass allerlei Ursachen, unter andern diese, dass sie all die harten Worte nicht verdienten, er in seiner Blüthezeit nur als Schriftsteller welche die Autobiographie gegen sie und und also auch nur unter seinem Schriftgegen ihre Lehrer vorbringt, sondern dass stellernamen (nom de plume) bekannt war; vielmehr der bittere Hass, der den Erasmus | 2) dass er selbst guten Grund hatte, seinen gegen die Dummheit und das Treiben der wahren Namen nicht zu offenbaren; 3) Mönche beseelte und der von ihm in dem dass die Art seiner Werke, die Sprache, früher erwähnten Briefe an Grunnius nieder- worin sie geschrieben waren, und sein Aufgelegt ist, die Ursache ist, warum der Com- enthalt in der Fremde ihn seinem Volk und pilator seinen Zorn über die beiden Institute dem Volk überhaupt entfremdeten. ausgiesst, welche Erasmus besuchte. Darin In dem gelehrten Kreise des Baudius und findet man nicht allein das ungünstige der Seinigen entstand die damals allgemein Urtheil über Klosterschulen wieder, son- gangbare Erklärung. Sie ist ebenso wahr dern auch den unehrlichen Vormund, der als die von Claudius Civilis, so dass Geert Schulmeister war5), den Freund, der den Geerts: Desiderius Erasmus=Klaas BurgerErasmus umzustimmen trachtete, und ein- hart: Claudius Civilis, und ebenso richtig, zelne Ausdrücke, welche ich in der An- als die gelehrten(?) Ableitungen, wovon ich merkung folgen lasse.)

früher Proben mitgetheilt habe. Aber ich mag nicht länger zergliedern. Wenn ich recht sehe, gibt es sogar zwinEinige Proben von destructiver Kritik sind gende Beweise gegen die Behauptung des

Baudius anzuführen, dass Geerts (begeerte, 4) Vgl. G. H. M. Delprat, de bræderschap von

Begierde) durch den jungen Gelehrten in G. Groote, S. 70 u. 128.

Erasmus sei græcisiert worden. Das Wort 5) Ich meine natürlich Petrus Winkel. Unter 'Epaouós kommt nämlich, so viel mir beden Briefen des Erasmus befindet sich einer an

kannt ist, als gewöhnliches Apellativum zuihn (S. 1885 Le Clerc) ohne Angabe von Ort und

erst bei Suidas vor Bekkers Anecdota Jahr. Man kann daraus nicht entnehmen, dass liegen natürlich ausserhalb unsrer Betrachdas gute Einvernehmen gestört war: wahrscheinlichtungen und sein Wörterbuch wurde zum hat das Wort improbitate am Schluss des Briefes ersten Mal im J. 1499 herausgegeben. Es (das dort aber „unverdrossenen Eifer“ bedeutet) Winkel zu einem Bösewicht gemacht. Auch dieser

muss also gewiss für den jungen Geert Geerts Brief ist zuerst von Merula (s. 161) als von dem

schwer gewesen sein, ein Wort zu wählen, jungen Erasmus stammend herausgegeben worden.

das wohl als Name eines Heiligen bekannt 6) In dem „Leben“ heisst der faule Freund, der

war, aber bei keinem Schriftsteller jener vollends dumm aus Italien zurückgekehrt war,

Zeit in der Bedeutung, begeerte“, (Begierde, Cornelius, in dem Brief an Grunnius Cantelius ; | Lust) vorkam. von jenem heisst es suum agens negotium, von Der Sohn eines Priesters wird überdiess diesem de suo negotio agens ; das Klosterleben nicht leicht den Namen seines Vaters anwird dort societas angelica genannt, hier angelorum contubernium. In der Handschrift kam ferner ein

genommen haben. Dass er der Sohn eines höchst befremdender Ausdruck vor, den man sogar

Priesters war, ist meines Erachtens über durch Muthmassungen zu verbessern trachtete.

allen Zweifel erhaben: das bezeugen Pontus Merula fand: Lactahar interim, donec haberet sa

Heuterus, ) J. C. Scaliger, Patin, 5) der den cram vestem. Er schlug bereits vor Lactabatur Erasmus gegen den Jesuiten Théophile

man erinnert sich an die unglückliche 3. Person. Reynoud in Schutz nahm, und Cornelis Spätere verbesserten lætabatur ; aber bei Vergleich- De Loos. ') Mögen ausserehliche Kinder ung der beiden Schriftstücke findet man in dem Brief an Grunnius das für Uneingeweihte einiger- 7) In dem Verzeichniss der Bastarde unter den massen schwere Wort wieder in : Blanditiis et viri docti steht kurzweg bei Erasmus, e sacerdote indulgentia lactabatur puerilis animus.Erasmus, sagt Rhenanus, kannte bereits als Knabe den 8) Vgl. Bayle. Das Werk von Charles Patin, Terenz so gut wie seine Finger; und von diesem das ich nicht gesehen habe, ist beschrieben unter Lustspieldichter (vgl. Andria 5, 4, 8) ist denn auch 22 des früher erwähnten Essai. dieses Wort entlehnt, das in dem Brief vollkommen 9) In einem Auszug aus seinem Werk De illustr. an seinem Platze ist, aber im Leben nicht. scriptor. huius temporis (vgl. Kist. und Royaards,

natus.

oder Bastarde von hochgebornen oder hoch- | dem würdevollen Desiderius Erasmus Rogestellten Personen nicht selten den Namen terodamus. 13) So heisst der erste Druck ihres Vaters getragen haben, so gehörte des Encomium moriæ (Strassburg 1511) doch, wenn Gerard zur Zeit seiner Ver- Erasmi Roterodami declamatio. bindung mit Margaretha bereits Priester Erasmus oder Herasmus war als Taufwar, ihr Sohn zu den Pfaffenkindern, die name durchaus nicht ungewöhnlich. Man auch vor der Reformation hier zu Lande findet Erasmus Osvaldus Schreccefuchsius, sehr in Missachtung standen, und dann ist Erasmus Sarcerius und andere bei Reusin diesem Umstand ohne Zweifel vorzüglich nerus, Icones (Strassburg 1587) genannt. der Grund zu finden, warum er sich in Wir brauchen jedoch nicht im Ausland reiferen Jahren stets im Ausland aufhielt. allein zu suchen. In einem Landgut nicht Der thörichte Fluch, den so manches Gesetz- weit von Breda steht ein Stein, auf welchem buch jetzt noch auf solche Unglückliche legt, die folgende Inschrift eingemeisselt ist. drückte vor Zeiten viel schwerer, und wie Den blauwen key ben ick genaemt schwer musste er nicht einem Manne wie En voor vier hondert jaer befaemt Erasmus fallen, der so unbarmherzig ver- Doch die mij nu weer op doet staen wundete, und bei welchem andere, gemäss

Dat is Erasmus Falkenhaen. der Art der Menschen, darum begierig nach Der Heilige, nach welchem er seinen einem verwundbaren Fleckchen suchten. Namen erhielt, ist dem Erasmus selbst nicht

Wenn demnach Kinder, ausserehelich unbekannt: in seinem Lob der Narrheit, 14) geboren, ihres Vaters Namen nicht tragen sagt er, es gebe Leute, die da meinen, dass mochten, wohl aber den ihrer Mutter wenn jemand an bestimmten Tagen mit denn die Mutter macht keinen Bastard - 10) bestimmten Wachslichtchen und bestimmten dann wurde Erasmus natürlich auch nach Gebeten sich an Erasmus wende, so werde

er schleunigst reich werden. Rutgers, und er empfing bei der Taufe den Dieser Heilige, so lautet die Legende, Namen Erasmus, oder im Munde des Volkes war unter Diocletian Bischof einer Stadt Herasmus.

im Gebiet des Patriarchen von Antiochien, Seinem Taufnamen fügte er zuerst bloss wo er, ebenso wie zu Sirmium, um des die Bezeichnung Roterodamus bei, stets mit Glaubens willen viel gelitten haben sollte. Weglassung des Namens seiner Mutter, und Später, erzählt man weiter, siedelte er nach später machte er diesen Vornamen zum Formiæ in Campanien über, wo der Tod Beinamen, dadurch dass er einen lateini- ihn ereilte. Im 9. Jahrhundert wurden schen durch ihn 1) gebildeten Personen- seine Gebeine nach Gaeta gebracht, wo sie namen, Desiderius davor stellte. Rotero- jetzt ruhen, obschon viele andre Städte auf damus deutete von dieser Zeit ab einfach die Ehre Anspruch machen. Man findet seinen Geburtsort an. 12)

ihn oft so abgebildet, dass ihm die EinIn den ältesten Gedichten des Erasmus, geweide aus dem Leibe gerissen werden, die unter dem Titel Silva Carminum von und darum gilt er als Patron gegen Kolik, Renier Snoy im J. 1513 zu Gouda heraus- bei Viehseuche und in den schweren Stungegeben wurden, heisst er denn auch ein- den der Frauen. Italiener und Portugiesen fach Herasmus Roterodamus, ein Name, der identificieren ihn mit St. Elmo (man denke auch später noch auf vielen Titeln vor- an das St. Elmsfeuer); sein Tag ist der kommt, um allmählig ganz zu weichen vor 2. Juni, und die voluminösen Acta Sanc

torum bezeugen, dass er in der ganzen Arch. 1845 S. 233) ceterum si avorum traditioni

Welt verehrt wird, demzufolge ihre Erzähin istis partibus fides habenda, parente vicinæ civitatis Goudanæ parocho natus est, prægnantem famu

lung durch Breviarien aus Spanien, Franklam in proximam civitatem ablegante.

reich, Deutschland und Niederland bewiesen 10) Einzelheiten und Beweise u. a. bei S. Van

wird. 15) Leeuwen, Rooms-Hollands-Regt, 1686. 8. 33 f.

11) Unrichtig. Es gibt 5 Heilige dieses Namens ; 13) Eine photolithographische Reproduction dieses er kommt auch als Taufname vor. Basl. Matrikel Werkchens besitzt sowohl die Rotterdamer Stadt1471-73 vier Desiderii aus der Diæcesis Tullensis. bibliothek als das Lesekabinet. Ich erwäbne noch

Anmerkung des Uebersetzers. einen Titel: Guilielmi Hermanni Goudani Sylva 12) Ich habe wohl früher gedacht, dass er das Odarum. Hendecasyllabum Herasmi ad studiosos. befremdende Roterodamus mit Vorbedacht als Zu- Parrh. Guidom. Mercat. 1497. P. Jovius Elogia namen für sich gebildet habe; aber ich darf diese doct. vir. (Antw. 1557) spricht nur von Erasmus Vermuthung selbst nicht als wahrscheinlich an- Roterodamus ex insula Batavorum. geben, seit ich in alten alba academica (Univer- 14) Leidner Ausgabe Bd. 4, S. 443 C. sitätsmatrikeln) neben Roterodamus z. B. auch 15) Vgl. Act. Sanctor. m. Juni, Tom. I, p. 213 Medioburgus gefunden habe.

§. 22. u. Herzog, Realencyclopædie, Art. Erasmus.

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