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Bei der Überfülle des Stoffes mußte manches weniger Wichtige ausgeschieden werden. Die zahlreichen Freundschaftsbeziehungen Melanchthons, sein Verhältnis zu Matthesius, Enzinas, Lotichius u. a., die Gefangenschaft Baumgartners und Melanchthons Bemühungen um ihn hatte ich ursprünglich mit dargestellt, ebenso seine Stellung im Streit um die Höllenfahrt Christi und sein Urteil über Thamer. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen, die betreffenden Abschnitte zu streichen, ebenso wie manche anderen kleinen Züge, die dem Gesamtbilde nichts Neues hinzuzufügen vermögen.

Ich bin ohne jede Voreingenommenheit an den Stoff herangetreten. Nur zwei Gesichtspunkte sind für meine Beurteilung maßgebend gewesen. Einmal die Frage nach dem geschichtlichen Fortschritt, dessen gutes Recht mit Nachdruck betont worden ist, und dann die Persönlichkeit. Der an erster Stelle genannte Maßstab ist es auch, der den Urteilen über die religiösen Verhältnisse zu Grunde liegt. Auch wer wie der Verfasser sich zu der aus der Reformation erwachsenen Weltanschauung bekennt, wird doch in der Stellungnahme zu den Fragen des Glaubens vielfach von dem Standpunkte des sechzehnten Jahrhunderts abweichen. Daher geben die in diesem Buche ausgesprochenen Urteile nicht immer die eigene religiöse Überzeugung des Verfassers wieder, sondern sie sind das Ergebnis seines Nachdenkens über das, was ihm im Verlauf der Entwickelung als das Fortschreitende erschienen ist. — Bei einer Biographie ist es jedoch selbstverständlich, daß ebenso wie die Frage nach dem geschichtlichen Fortschritt der aus der Persönlichkeit sich ergebende Maßstab zu seinem Rechte fommt. Er erweist sich als doppelt notwendig bei einem Manne wie Melanchthon. Denn man würde gegen ihn ungerecht sein, wenn man die Charakterschwächen, die natürlich hervorgehoben worden sind, nicht aus der ganzen Anlage seiner Natur zu erklären suchte.

In der Darstellung habe ich vor allem nach Schlichtheit und Einfachheit gestrebt; ich würde mich freuen, wenn es mir auf diese Weise gelungen wäre, dem Leserkreise, für den das Buch bestimmt ist, über die in Betracht kommenden Fragen klaren Aufschluß zu geben. Berlin, am 1. März 1902.

Georg Ellinger.

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Inhaltsverzeichnis.

Seite
III

XI

52

Vorrede . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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. . .

.

Personenregister . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Melanchthon als Reformator und þumanist. S. 1. – Entstehung,

Wesen und Leistungen der Scholastik S. 3. – Auflösung der mittel-

alterlichen Weltanschauung S. 24. – Renaissance und Humanismus.

S. 26. - Eigentümlicher Charakter des deutschen þumanismus S. 31.

- Nampf zwischen Humanismus und Scholastik. S. 35. – Religiös-

sittliche Bestrebungen des gumanismus S. 39. – Erasmus S. 41. -.

Anfänge Luthers S.45. — Notwendigkeit einer Ergänzung Luthers S.50.

Erstes Kapitel: þeimat und Jugend ..........

Üußere Lebensverhältnisse. S. 52. – Großeltern und Eltern

S. 52. – Erziehung S. 54. – Tod des Vaters und Übersiedelung

nach Pforzheim. S. 56. — Verhältnis zu Reuchlin. S. 57. – Heidel-

berg. S. 58. – Tübingen und Einfluß der dortigen Verhältnisse und

Persönlichkeiten S. 61. — Geistiger Werdegang. S. 64. – Blüte

des fumanismus in Heidelberg; Pallas Spangel und Wimpheling.

S. 64. – Bestrebungen der oberrheinischen þumanisten. S. 65. –

Baptista Mantuanus und Polizian. S. 67. – Geistiges Leben in

Tübingen S. 70. - Allseitige Bildung Melanchthons S. 71. -

Erasmus S. 72. -- Terenzausgabe. S. 73. – Rede über die sieben

freien Künste. S. 74. – Plan einer Gesamtausgabe des Aristoteles

S. 76. – Die Dialettit Agricolas. S. 79. - Verhältnis zur Scholastik

S. 80. — Berufung nach Wittenberg. S. 83. - Zusammenfassung S.84.

Zweites Kapitel: Wittenberg .............

Luther und Melanchthon S. 87. — Reise nach Wittenberg. S. 87.

- Die Antrittsrede und ihre Wirkung S. 88. – Verkehr zwischen

Luther und Melanchthon S. 95. – Einwirkung Melanchthons auf

Luther S. 99. – Melanchthong Umstimmung durch Luther S. 104. –

Die Leipziger Disputation. S. 109. – Die Baccalaureatsthesen und
Joh. Ed S. 111. – Luthers reformatorische Hauptschriften und ihre

Vorbereitung S.113. – Rede des Didymus Faventinus. S. 115. — Teil-

nahme der Humanisten S. 117. – Stellung zu Kaiser und Papst S. 118.

- Friedrich d. Weise S. 120. — Verbrennung der Bannbulle S. 121.

– Melanchthons Heirat S. 122. — Freunde S. 122. – Der Wormser

87

Sette

Reichstag. S. 123. — Begründung der evangelischen Glaubens

lehre S. 123. — Plan der Anmerkungen zum Lombarden S. 124, –

Römerbrief S. 125. – Agricolas Dialektit S. 126. – „Theologische

Unterweisung“ S. 127. - Die Grundbegriffe und ihr Inhalt S. 130.

- Luthers Anteil an dem Buche S. 137. – Verhältnis zum Huma-

nismus S. 138. – Darstellungsmittel S. 139. – Gesamturteil S. 141.

Drittes Kapitel: Die Wittenberger Unruhen .......

Allein in Wittenberg S. 143. – Jonas' Berufung S. 144. -

Schrift gegen die Pariser S. 145. — Grundfäßliche Veränderungen
in Wittenberg S. 148. – Karlstadt und Zwilling S. 149. – Melanch-
thons Stellung S. 151. – Friedrich der Weise S. 154. – Gärung
im Kloster und in der Stadt S. 155. — Luthers Besuch in Wittenberg
S. 156. - Capito und Albrecht von Mainz S. 157. - Erneute Be-

wegungen in Wittenberg S. 163. – Die Zwickauer Täufer S. 164.

– Kirchliche und weltliche Neuordnungen S. 166. – Karlstadt und

die Täufer S. 169. – Luthers Rückehr S. 170. – Bibelüber-

seßung S. 172 (160). -- Innere Umstimmung S. 175. - Prä-

destination S. 175. -- Scheidung zwischen Geistigem und Weltlichem

S. 177. - Verhältnis zu den kirchlichen Bräuchen S. 180. – Ab-

neigung gegen Gewaltsamkeit S. 181. – Stellung zu der Wissen-

schaft S. 183. – Verhältnis zu Luther S. 185. -- Camerarius.

S. 187.

Viertes Kapitel: Übergangsjahre ............

Reise in die Heimat S. 191. — Luther und Erasmus S. 195. – Ein-

wirkung des Streites auf Melanchthon S. 199. -- Veränderte An-

schauung vom freien Willen. S. 200. — Der Kampf gegen die Stifts-

herrn S. 203. – Karlstadt S. 203. – Münzer S. 205. – Der

Bauernkrieg S. 207. - Melanchthons Gutachten S. 211. - Die

Täufer S. 213. – Luthers Heirat S. 215.

Fünftes Kapitel: Jm Dienste von Nirche und Staat. (1526–29.)

Die Neuordnung der kirchlichen Verhältnisse in Sachsen

S. 219. - Tod Friedrichs des Weisen S. 219. – Regierungsantritt

Johanns S. 221. – Visitation S. 223. – Visitationsunterricht

S. 225. -- Streit mit Agricola S. 229. — Melanchthons Friedens-

bestrebungen uud ihr Eindruck S. 233. – Der Reichstag zu Speier

und das Marburger Gespräch S. 234. – Backsche Händel S. 235.

- Verschärfung der Gegensäße S. 236. – Reichstag zu Speier.

S. 237. – Politik der Gegner und Melanchthons Stellung S. 238.

- Protestation S. 240. - Zwingli S. 242. – Gegensaß zu Luther

und Abendmahlsstreit S. 243. – Absichten Landgraf Philipps S. 244.

– Melanchthong Stellung im Abendmahlsstreit S. 245. — Brief an

Delolampad S. 249. – Stellung zu Philipps Plänen S. 251. –

Das Marburger Gespräch S. 253. – Schwabacher Artikel S. 257.

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Sechstes Kapitel: Der Aug&burger Reichstag. .......

Politische Verhandlungen S. 259. – Wirkliche und scheinbare
Absichten des Kaisers S. 259. – Melanchthons Hoffnungen und Bes
fürchtungen. S. 261. – Entstehung der Konfession S. 264. – Lands
graf Philipp und die Zwinglianer S. 265. – Einzug des Kaisers und
Bemühungen Melanchthong. S. 267. - Verlesung der Konfession
S. 269. – Melanchthons Gemütastimmung S. 271. – Melanchthon

und Campeggi. S. 272. – Luther S. 274, - Die Konfutation.

S. 275. – Weitere Friedensbestrebungen Melanchthons S. 276. -

Vergleichsversuche S. 277. - Luthers Entscheidung. S. 279. – Ver-
änderte Politik Melanchthons S. 280. – Das Scheitern seiner Pläne
S. 281. – Buzer in Koburg und Nürnberg. S. 281. – Gesamt-

urteil über Melanchthons Verhalten S. 283. – Konfession und

Apologie. S. 288. - Inhalt der Konfession S. 289. - Nachweis

der Zugehörigkeit zur alten Kirche S. 292. - Gesamturteil S. 294.

- Grundgedanken der Apologie S. 295. – Verteidigung der Recht-

fertigung S. 298. – Neuer Kirchenbegriff. S. 299.

Siebentes Kapitel: Bis zu Luthers Tode ........

Fortseßung der Friedensbestrebungen Melanchthons S. 303.

Reichstagsabschied S. 305. – Schmalkaldischer Bund S. 306. -

Nürnberger Religionsfrieden S. 309. – Melanchthons Absichten S. 310.

- Kommentar zum Römerbrief S. 311. - Die Berufung nach

Frankreich und England S. 315. – Die Zurückführung

Ulrichs v. Württemberg S. 315. -- Franz I. S. 317. - Melanchthons

Gutachten S. 319. — Berufung nach Frantreich S. 321. – Heinrich VIII.

S. 325. - Verschiedene Stellung Luthers und Melanchthons zu der

Eheangelegenheit S. 325. – Berufung nach England S. 326. -

Melanchthons späteres Urteil über Heinrich VIII. S. 328. – Die

Wittenberger Ronkordie und der Tag zu Sch in altalden

S. 330. -- Entwidelung von Melanchthons Abendmahlslehre S. 330.

- Zusammenkunft mit Buzer in Kassel S. 333. -- Verhandlungen

in Wittenberg S. 336. – Beratungen für das Konzil S. 337. --

Schmalkaldische Artikel und Melanchthons Stellung zum Papst S. 340.

- Melanchthons Politit in Schmalkalden S. 342. — Luthers Krankheit
S. 344. – Schrift über das Papsttum S. 345. — Innere Wirren

und äußere lodungen S. 347. – Angebliche Lehrabweichungen

Melanchthons S. 317. -- Cordatus S. 348. — Mißtrauen Luthers

und des Kurfürsten S. 348, 351. – Schenk S. 351. – Stimmung

Melanchthons S. 353. — Lemnius S. 354. — Versuche der päpst-

lichen Partet, Melanchthon zu gewinnen S. 355. -- Cricius S. 356.

- Campeggi, Vergerio und Aleander S. 359. — Bracetto S. 360. –

Erzbischof Albrecht und Sadolet S. 362. — Luthers Urteil S. 363. –

Erasmus' Ausgang S. 365. – Der antinomistische Streit S. 368. –

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Ofiander S. 371. – Die Doppelehe des Landgrafen und die

Religionsgespräche S. 372. – Nürnberger Bund und Frankfurter

Anstand S. 372. – Calvin S. 373. - Reformation im Herzogtum

Sachsen und in Brandenburg S. 374. – Gegensaß zwischen Philipp und

Johann Friedrich S. 375. - Stellung der Reformatoren zu Philipps

Doppelehe S. 377. – Melanchthons Krankheit S. 381. - Politische

Folgen der Doppelehe S. 385. – Religionsgespräch zu Worms S. 385.

– Geheimgespräch S. 389. -- Melanchthons Stellung zu den Ver-
gleichsversuchen S. 390. – Das Regensburger Religionsgespräch

S. 393. — Absichten des Kaisers und der katholischen Fürsten S. 394.

- Contarini S. 394. — Politik des Papstes S. 395. – Beginn des

Gesprächs 397. – Formel über die Rechtfertigung und ihre Aufnahme

in Rom und Wittenberg S. 399. – Weiterer Verlauf des Be-

sprächs S. 401. – Sendung an Luther S. 406. – Reichstagø=

abschied S. 408. – Die leßten Jahre an Luthers Seite

S. 410. – Naumburger Bischofswahl und Wurzener Fehde S. 410.

- Herzog Moriß S. 412. – Heinrich von Braunschweig und Erz-

bischof Albrecht S. 415. – Kölner Reformation S. 417. – Abend.

mahlsstreitigkeiten und innere Zerwürfnisie S. 429. – Wittenberger

Reformation S. 438. – Absichten des Kaisers S. 436, 441. –

Luthers Tod S. 443.

Achtes Kapitel: Der Lehrer Deutschlands . ........

Allgemeine Grundlegung S. 453. – Algemeine Grfahrung,

angeborene Ideen und Schlußverfahren S. 454. — Einfluß Ciceros

S. 456. – Geseß S. 459. – Die einzelnen Wissenschaften

S. 462. – Dialektik S. 462. – Rhetorik S. 463. — Physik S. 466.

– Psychologie S. 468. – Ethit S. 471. – Rechtswissenschaft S. 477.

- Geschichte S. 479. – Geographie S. 481. — Naturwissenschaften

S. 482. – Grammatik S. 482. – Philologischer Betrieb S. 484. –

Melanchthons Bildungsideal und seine Verwirklichung

S. 485. – Sorge für die Gründung von Schulen S. 487. -

Lateinschule S. 488. – Wittenberger Universitätsreform S. 490. –

Zusammenhang der Universitätsreform mit der allgemeinen Begründung

der Wissenschaften S. 493. – Der Theologe S. 494. – Neue

Bearbeitung der Grundbegriffe S. 494. – Wesentliche Abweichungen

von der ersten Fassung S. 495. – Gefeßesbegriff und Kräfte des

Menschen S. 498. – Glaube, Kirche und Sakramente S. 501. -

Behandlungsweise S. 502. – Gesamturteil S. 503. – Charakter der

dritten Bearbeitung S. 504. – Synergismus S. 505. – Übersicht

über die späteren theologischen Anschauungen S. 508. – Kirchenbegriff

S. 510. – Gesamturteil S. 514. – Variata S. 515. – .Schrift-

erklärung S. 515. — Römerbrief und Johannesevangelium S. 516. –

Psalmen S. 517. – Postille S. 518. – Zusammenfassung S. 522.

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