Johann Kepler's astronomische Weltansicht

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T.O. Weigel, 1849 - 116 Seiten
 

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Beliebte Passagen

Seite 17 - Tarbanten durch mein Fernrohr zeigen wollte, wollten sie weder dieselben, noch das Fernrohr sehen, sie verschlossen ihre Augen vor dem Lichte der Wahrheit. Diese Gattung Menschen glaubt, in der Natur sei keine Wahrheit zu suchen, sondern nur in Vergleichung der Texte. — Wie würdest du gelacht haben, wenn du gehört hättest, wie der erste unter ihnen in Gegenwart des Herzogs sich bemühte, die neuen Planeten bald mit logischen Argumenten, bald mit magischen Verwünschungen vom Himmel herabzureissen.
Seite 62 - Die Astronomen wussten diesen Kriegsgott nicht zu überwältigen ; aber der vortreffliche Heerführer Tycho hat in zwanzigjährigen Nachtwachen seine Kriegslisten erforscht, und ich umging mit Hilfe des Laufes der Mutter Erde alle seine Krümmungen".
Seite 16 - Du bist beinahe der Einzige, der meinen Angaben vollkommenen Glauben beimisst. Als ich den Professoren am Gymnasium zu Florenz die vier Jupiterstrabanten durch mein Fernrohr zeigen wollte, wollten sie weder dieselben noch das Fernrohr sehen; sie verschlossen ihre Augen vor dem Lichte der Wahrheit. Diese Gattung Menschen glaubt, in der Natur sei keine Wahrheit zu suchen, sondern nur in Vergleichung der Texte.
Seite 30 - ... ^Die Sache ist so neu , daß sie noch in keines Menschen /Sinn gekommen ist und so sinnreich ausgeführt^ daß sie sehr würdig ist, den Gelehrten bekannt zu werden. Wer faßte je den Gedanken , oder erkühnte sich es zu versuchen, die Zahl, die Ordnung und die Größe der himmlischen Sphären/» priori zu beweisen und die Ursache gleichsam aus dem geheimen Rathschlusse Gottes hervorzuziehen?
Seite 5 - Genie vollbrachte er inmitten des wildesten Kriegsgetümmels, verfolgt und seiner Habe beraubt durch die Feinde seiner Religion, angefeindet selbst von seinen Glaubensgenossen, flüchtig und umhergejagt im eigenen Vaterland, gebeugt vom Gram über die Schande, mit welcher ein Hexenprozess seine Mutter brandmarkte.
Seite 4 - Kalender mit ?roFno«tl02; dieß ist etwas besser, als betteln. Als mein Mädchen starb, verließ ich die Tafeln, und wendete mich zur Harmonie des Himmels.
Seite 18 - PLATO> , ja ich möchte behaupten , ein noch höheres dar. Denn obschon die Zeit über sie entschieden hat, dass sie Phantasien und keine Wissenschaft enthalten, so bildet doch die Harmonie des Himmels, welche KEPPLER lehrte, in der Culturgeschichte des menschlichen Geistes die Brücke zur Mechanik des Himmels. KEPPLER'S Ansichten und Arbeiten sind in der Geschichte der Naturwissenschaften das verbindende Mittelglied zwischen der platonischpythagorischen Naturphilosophie und den inductiven Naturwissenschaften.
Seite 17 - Ich finde, dass die Herren Jesuiten die neuen Medicei'schen Planeten endlich angesehen und seit dem 12. Mai fleissig beobachtet haben. Sie geben sich alle Mühe ihren periodischen Lauf zu entdecken, sind aber mit dem kaiserlichen Mathematikus einerlei Meinung, dies sei sehr schwer und fast unmöglich.
Seite 52 - Schifies durch die Längen und Breiten angegeben werden, welche sein Tagebuch für jeden Mittag bestimmt enthält. So wie man den Weg des Schiffes, oder um schärfer zu reden, die Punkte dieses Weges, welche es an jedem Mittage eingenommen hat, nach diesen Angaben auf eine Seekarte zeichnen kann, ebenso kann man auqh den Weg des Planeten an der Himmelskugel, nach seinen beobachteten Geradenaufsteigungen und Abweichungen, auf eine Himmelskarte zeichnen.
Seite 19 - Arbeiten bezeichnet hat, ist in der That nichts Anderes, als der Geist der pythagorischen Philosophie, der in KEPPLER lebte, jener pythagorische Glaube an die mathematische Gesetzmässigkeit der Natur. Dieser war es, der seine Erfindungsgabe in Bewegung setzte und leitete.

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