Die gottesdienstlichen Vorträge der Juden historisch entwickelt: ein Beitrag zur Alterthumskunde und biblischen Kritik, zur Literatur- und Religionsgeschichte

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J. Kauffmann, 1892 - 516 Seiten
 

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Seite 62 - Classe umfasst die allgemeine, die letztere die spezielle Hagada; zu jener gehören die gnomologischen Sammlungen und Sittenlehren, Fabeln und Gleichnisse, Erzählungen, Sagen und historischen Ausschmückungen, ferner in theilweiser Beziehung die sogenannte Geheimlehre und manche Anklänge an bestimmte Wissenschaften. Für die spezielle Hagada aber gibt zunächst die Schrift selbst Form und Grundlage. Die Phantasie und der Geist des Autors oder des Redners füllt mit den Anwendungen auf die Gegenwart...
Seite 449 - IG. und noch stärker in den beiden folgenden Jahrhunderten bildete sich der Dialekt der Juden zu einem eigenen sogenannten Jüdisch-Deutschen aus, in welchem hebräische, eigene jüdische und veraltete deutsche Ausdrücke in gleicher Menge vorhanden waren.
Seite vi - Nur in gesetzmässiger, gemeinsamer Anerkennung können •wir Befriedigung, in unwiderruflicher Gleichstellung das Ende unseres Schmerzes finden. In der Freiheit aber, die der Hand die Fessel abnimmt, um sie der Zunge anzulegen, in einer Toleranz, welcher unser Verfall, nicht aber unser Fortschritt behagt, in dem Staatsbürgerthum, das Schutz ohne Ehre, Lasten ohne Aussichten bietet, vermisse ich Liebe und Gerechtigkeit, und in dem Körper des Staatsverbandes können so schädliche Elemente nur...
Seite 1 - Sabbat- und Festfeier, Opfer und heilige Versammlungen, gemeinschaftliche Andachten und Gesetzes-Unterweisungen sollten Trost dem Sünder, dem Schwachen eine Stütze, Allen Belehrung gewähren, und in der Mitte der Nation wie in der Brust des Einzelnen ein heiliges Feuer des Glaubens und der Vaterlandsliebe bewahren.
Seite v - Willkür des Faustrechts und des Mittelalters Unsinn allein in den Judengesetzen eine Wohnstätte behalten? Es ist endlich Zeit, dass den Juden in Europa, insonderheit in Deutschland, Recht und Freiheit statt der Rechte und der Freiheiten gewährt werde : kein kümmerliches erniedrigendes Vorrecht, aber ein vollständiges, erhebendes Bürgerthum.
Seite 35 - Die Chronik arbeitet zwar für bewusste Zwecke, doch aber in einem Geiste steter Unterordnung: die Art, in der sie Begebenheiten und Personen der Vorzeit auffasst und darstellt, bezeugt sowohl die Herrschaft dieses Alterthums, als das Streben, die Begriffe und Interessen der Gegenwart, damit sie von ihnen geheiligt werden, aus Thatsachen und Worten der Vorfahren herauszudeuten. Schon damals wurden Schriften des höhern Alterthums nach den herrschenden Ansichten gedeutet und also in gewissem Sinne...
Seite 448 - Wirkungen zunächst auf Sprache und Institutionen. In den früheren Jahrhunderten hatten die Juden in Deutschland keine andere Sprache als die ihrer christlichen Landsleute geredet, welche durch die zahlreichen Auswanderungen nach Polen, vornehmlich seit dem 14.

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