Abbildungen der Seite
PDF
EPUB

k. k. Infanterie-Regiments

Nr. 20

FRIEDRICH WILHELM,
Kronprinz des Deutschen Reiches

und

Kronprinz von Preussen.

Ergänzungsbezirk Neu-Sandeerin Galizien.

Nach den Akten der k. k. Archive und des. Regiments

verfasst von:

. Gustav Ritter Amon von Treuenfest,
Garde und Rittmeister der Ersten Arcieren? Leibgarde, Ritter der eisernen Krone 3. Klasse K. D.,
Besitzer des Militär- Verdienstkreuzes K. D., der Kriegs- und Tiroler - Medaille, des Offiziersdienst-
kreuzes 1. Klasse und des Marianer - Kreuzes des deutsoben Ritterordens, Ehrenbürger in Tirol und

Ehrenmitglied des Ferdinaudeums in Innsbruck.

Un ala 1710

WIEN.
Verlag des Regiments. - Druck von Ludwig Ma yer.

.. 1878,

[blocks in formation]

Vorwort

mon

Die Aufzeichnungen des Regiments von der Errichtung bis zur Einführung der Werbbezirke beruhten auf Traditionen und waren so spärlich, dass sie nur die Hauptmomente und selbst diese nicht alle enthielten.

Diese lange Zeit musste der Verfasser in den kaiserlichen Archiven eruiren und diess ist so weit gelungen, dass nun die Geschichte dem Regiment Schritt für Schritt zu allen Aktionen folgt und in diesen seine Verwendung ersichtlich ist. Einzelne Thaten oder eine Beschreibung im Detail, wie diess auf den neueren Schlachtfeldern der Fall, ist nicht mehr möglich, da über die Aktionen nur die Hauptberichte der Feldherren existiren und in diesen nur von dem allgemeinen Verlaufe der Schlacht, selten von einzelnen Truppenkörpern oder Personen die Rede ist, ebenso die Verluste meistens in Summa, beinahe nie Regimenterweise angeführt erscheinen. – Die Friedensjahre jener Zeit sind nur aus den Akten des Hofkriegsrathes zu eruiren und als Beweis, wie wenig geschrieben wurde, möge die Thatsache dienen, dass 1681 ein, anfangs 1700 zwei auch vier und noch zur Zeit Kaiser Karl's VI. nur vier Exhibiten-Protokolle jährlich genügten, während wir jetzt 162 zählen. Drei bis vier Berichte bilden für den Forscher die ganze Ausbeute und diese handeln meistens nur um Geld oder

nur VO

Waffen, wohl zwei höchst wichtige Faktoren, aber doch nicht hinreichend, um daraus die spezielle Geschichte des Regiments zu schreiben.

Diese Zeit kann mithin durchaus nicht den Anspruch auf Vollständigkeit machen, aber ich kann die Geschichte doch mit der Versicherung übergeben, dass sie alles enthält, was auf das Regiment bezüglich in den Archiven vorhanden ist.

Den siebenjährigen Krieg, dann jenen mit den Türken und endlich die französischen Kriege hat Herr Hauptmann Christian Lehmann, den ersteren aus Traditionen, die letzteren als dabei betheiligt, dem Regimente hinterlassen. Ersterer musste nun neu aus den Archiven zusammengestellt werden und auch die letzteren hatten viele Lücken, da Lehmann, vielseitig als Adjutant verwendet, nicht immer mit dem Regiment in den Aktionen war.

Die Zeit von 1830 bis 1861, dabei die Feldzüge 1848, 1849 und 1859 hat Herr Hauptmann Gustav Freiherr de Vicq de Cumptich des Regiments so umfassend verfasst, dass nur wegen Mangel an Raum Manches geändert werden musste, das meiste aber wörtlich aufgenommen erscheint; dieser schönen fleissigen Arbeit war es zu danken, dass der Verfasser in der verhältnissmässig kurzen Zeit eines Jahres das Ganze bewältigen konnte.

Die neueste Zeit ist nach den Originalakten und überhaupt die ganze Geschichte mit Zuhilfenahme unserer Generalstabs- und sonstiger Geschichtswerke bearbeitet.

ITIL

WIEN, 1. Jänner 1878.

Der Verfasser.

1681—1683.

Kaiser Leopold I. hatte neun Tage nach Monteccucoli's entscheidendem Siege bei St. Gotthardt, 1. August 1664, mit den Türken einen zwanzigjährigen Waffenstillstand zu Vasvár abgeschlossen, wodurch die ottomanische Pforte nicht allein die Oberherrlichkeit über Siebenbürgen, sondern auch alle von 1660 bis 1664 gemachten Eroberungen behielt und dem osmanischen Reiche einverleibte, dessen Grenzen dadurch bis auf eine starke Tagreise gegen die Hauptstadt des Kaisers vorgerückt wurden.

Die Ungarn waren hiemit nicht zufrieden, da die Unterpfänder der Sicherheit und Ruhe des Landes, die wichtigsten Grenzplätze in den Händen der Türken geblieben, ihren Einfällen und roher Willkür preisgegeben, zu deren Ausübung die Gelegenheit um so weniger ausbleiben konnte, als nicht einmal klare und feste Grenzbestimmungen existirten.

In der That verging nur kurze Zeit, ehe die türkischen Paschas und Lehensträger Ansprüche an Besitzungen und Ausübung von Herrenrechten auf ungarischem Gebiete erhoben, wodurch Streitigkeiten, Unordnungen und zuletzt ein ununterbrochener verheerender kleiner Krieg auf der Grenze entstanden. Der ungarische Adel befehdete sich unter sich, und die zurückgebliebenen Truppen des Kaisers, insbesonders den Bau der Festung Leopoldstadt an der Waag, hielt man mit den Landesgesetzen nicht vereinbarlich.

Unter diesen betrübenden Zeitumständen verband sich eine Anzahl missvergnügter Edelleute unter der Leitung des ReichsPalatins zu einer Verschwörung, und wandten sich unter Vermittlung des Michael A pafi, Fürsten von Siebenbürgen, insgeheim mit der Bitte an die Pforte, Ungarn gegen Erlegung eines Tributes

« ZurückWeiter »