Mein Europa: Eine Anthologie

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CreateSpace Independent Publishing Platform, 19.02.2016 - 92 Seiten
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Die Anthologie Mein Europa" fasst die schönsten Geschichten zusammen, die im Zuge eines Literaturwettbewerbs des Europa-Haus e.V. in Leipzig entstanden. Die beiden jungen Herausgeberinnen Chrsitin Habermann und Maria Geußer stellten die Frage Was ist dein Europa?" in den Mittelpunkt, die die Leipziger Teilnehmer_innen auf ganz unterschiedliche Art und Weise beantworteten. Ihre Geschichten erzählen von Ländern, schön-traurigen Erinnerungen und politischen Realitäten und zeigen, dass Europa allgegenwärtig ist - vor allem abseits von Brüssel. Lebenserfahrungen und Reiseabenteuer definieren das persönliche Europa mehr als die Politik es tut. So nimmt Simon Bernard die Leser_innen in seinem Beitrag mit auf eine Studienfahrt nach Minsk. Die Handlung scheint die bloße Beschreibung der Zustände und Lebensbedingungen vor Ort zu sein. Es geht um Telefonate, die vom belarussischen Geheimdienst KGB aufgezeichnet werden und um das Wohnheim im Plattenbau, wo sich ein Großteil des Aufenthalts abspielt. Draniki-Kartoffelpuffer, Wodka und Bier aus Plastikbechern in der Trinkhalle spielen genauso eine Rolle wie die staatsgelenkte Berichterstattung. Die in Minks vorherrschende Farbe ist Grau, einziger Farbtupfer sind die Flaggen in den Nationalfarben, auf denen Hammer und Sichel abgebildet sind und trotzdem ist der Titel der Geschichte: Sonnenstadt". Denn es sind kleine Begegnungen, die ein Kennenlernen der Stadt und das wachsen einer Freundschaft ermöglichen und der Geschichte Leichtigkeit und ein positives Gefühl vermitteln.Alina Cyranek wirft Fragen zum Heimatkonzept auf. In Rajch" erzählt sie von ihrer Zerrissenheit zwischen Polen und Deutschland, dem sich fremd und zu Hause Fühlen in weder dem einen noch dem anderen Land. Die Geschichte beginnt mit dem Familienleben im Polen der 80er Jahre: die Mutter tauscht Lebensmittelmarken, der Vater ist in der Solidarnosc-Gewerkschaft. Begeisterung kommt auf, als ein Paket aus dem Westen ankommt, was freudestrahlende Augen eines kleinen Mädchens hervorruft, das die Bravo und später einen Walkman bekommt. Schließlich steht die Ausreise nach Deutschland in die gerade-noch-DDR 1989 an, doch die Familie bekam nur ein Touristenvisum. Alina Cyranek lässt die Leser_innen darüber nachdenken, was das europäisch Sein ausmacht - ist es das Gefühl sich schlussendlich überall und nirgends wirklich zu Hause zu fühlen? Mit ihrer Geschichte lässt sie Heimat grenzübergreifend werden, zu einer inneren Empfindung.In einem der anderen sieben Beiträge folgt man einem Post-Abi-Sinnsuchreisenden, nach Rom ins größte afrikanische Ghetto Europas: Palazzo Salaam oder in ein kleines Dorf in die Westukraine, trinkt Wodka auf die Liebe und gibt sich einen kurzen Moment der schmerzhaften Zerrissenheit der Protagonisten, das Land zu verlassen oder dazubleiben und es wieder mit aufzubauen, hin.Die Texte in diesem Buch wurden von folgenden Autorinnen und Autoren verfasst: Alina Cyranek: Rajch - Anika Krasa: Spaziergang - Anna Steinke: Europa Entführung - Annemarie Reichenbach: Ausblick - Christoph Strotbaum: Europa ist gut für die Seele - Eva Haude: Jung sein - Maren Alderbach: Fremder Kontinent - Oliver Seeber: Amal - Simon Bernard: Sonnenstadt(Rezension: Raya Bolduan)

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