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Sechstes Kapitel.
Katherina8 schwierige Lage; -- Umtriebe der Fürstin Daschtow; - Verschwör

rungen; - Einziehung der Mirchengüter ; - Mirowitsd), Versudy Iwan Antono-

witsch zu befreien; - Absegung des Bischof8 von Rostow; - Beschräntung

der Senate; -- Einrichtung des gebeinen Staatsraths; - deutsche Colonien

im Innern Rußlands; - die gesetzgebende Versammlung zu Mostau ...

Selle

Tenföderation zu Targowice; – Einrüden der Nufen in Polen; – ihr Sieg

cbue Kampf;- der Reiđstag zu Grodno und dessen stumme Sigung; – die

fireite Theilung Polens.

katbcrinas weitere Pläne gegen die Türkei; -- Aufstand der Polen; - Mada- '

linšti, Kościuszto; - die Erstürmung von Praga; – legte Theilung und

gänzlider Untergang Polens.

Karberinas Krieg mit Bersien; – die lateinisdie Kirche und die Jesuiten in Ruß= ,

land; – Blan, den Großfürsten von der Thronfolge auszuschließen; - Macht-

losigkeit der Altrussen; – Beamten-Adel . . . . . . . . . . . . . 298

Zehntes Kapitel. '

Der Kaiser Paul; — Besborodto für die Auslieferung der geheimen Papiere

zum Fürsten ernannt; - die neuen Günstlinge, Kutaisow, Araktícheyen,

Kostovtidin.

Kufmärtige Bolitit; – friedlide Absidhten; -- Interesse für den Malteser-Orden;

- Krieg mit Frantreid); – Einfluß der Brüder litta, des Cardinals und des

Mattejers; – der Kaiser Paul Großmeister des Ordens; – seine phantastischen

Pläne.

Die Jesuiten in Rußland und ihre Fortschritte; - littas Versuche, die Autorität

des päpstliden Stuhls in Rußland auszudebnen; - seine Uebereilungen und
saine Kerbannung; -- Unglüd der russischen Waffen in der Schweiz; – Brud
mit Desterreich und mit England; – freundschaftliches Verhältniß des Kaisers
zu Napoleon Buonaparte; -- Plan eines Eroberungszuges nach Indien.

Der Jduit Bater Gruber am Hof; – feste Ansiedelung der Jesuiten in Peters-

burg; – Siestrzencéwicz beseitigt, die Jesuiten Herren der lateinisden Kirche

in Rußland; – Thätigkeit in ganz Rußland; -- der Jesuiten-Orden auf Vers

wendung des Kaisers von Rußland durch päpstliche Bulle wieder hergestellt.

Cude des Kaisers . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 367

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Zweites Kapitel.

Xabwärtige Politik; – Zusammenkunft mit dem König von Preußen; – ent-

stehende Spannung mit Frankreich; - Entschädigungen der deutschen Fürsten;

- Angelegenheiten des Malteser-Ordens; - Vernègues; – Vermittelung

zwijgen Frantreich und England; -- Markows Auftreten in Paris; - Er-
morbung des Herzog von Enghien; - Czartorystis Politit; – Coalition
gegen Frantreich; – Krieg 1805; – Czartoryskis Versuch, einen Krieg mit

Fünftes Kapitel.
Steigende Spannung zwischen Rußland und Frankreich; – Aleranders neue
· polnische Pläne; - sein Briefwechsel mit Adam Georg Czartoryski; – Unters

handlungen mit Preußen; - Sperangkys Sturz.

Begünstigung der Jesuiten und ihre Gründe; - Arieg und Frieden mit der

Türkei; -- die letzten Unterhandlungen mit Napoleon.

Der Feldzug 1812; - der Erfolg; – Alexander8 beginnender Mysticismu8. . 654

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Drittes Buch.

Rußland seit Þeter dem Großen.

Erstes Capitel.

Die ersten Regierungsjahre Peters; – die Potesđịnye; — erste Kriegsflotte auf dem
Don; - Eroberung von Ajow; - Beters erste Reise in die Fremde; – Streliten-
Aufstand; – Beters Reformen; - Berhältnisse der Bauern; Rekrutirungen und

Ropfsteuer.
Der nordische Krieg; – Peter am Pruth; – der Nystädter Friede.

Je mehr wir uns der neuesten Zeit nähern, desto mehr dürfen wir Las Thatsächliche der russischen Geschichte, den Gang der Ereignisse im Allgemeinen als bekannt vorausseßen, namentlich die Beziehungen Rußlands zu den auswärtigen Mächten und seinen Antheil an der internationalen Politik. Wir können demnach leicht darüber hingehen, um bei den Erscheinungen des geschichtlichen russischen Lebens im achtzehnten Jahrhundert zu verweilen, die weniger bekannt oder vorzugsweise geeignet sind, ein Verständniß der damaligen Zustände des Landes zu vermitteln, wie der späteren Geschichte, die sich daraus entwickelt hat.

Als der Zar Beter Alereyewitsch in der am Schluß des zweiten Buchs erzählten Weise an die Spiße des Staats getreten war, konnte es, trok jeiner entschiedenen Neigungen, im Anfange zweifelhaft scheinen, ob eine üngestaltung des Reichs im Sinn europäischer Civilisirung auch nur verjudt werden sollte. Der Familienanhang der Narischfins und Lapuchins, der den jungen Zaren unterstüßt hatte, war alt-russisch gesinnt gleich den Rebellen; Beters Mutter, die Zarin Natalia, und seine Gemahlin Eudoria Capuchin lebten natürlich in denselben Ansichten; für sie wie für ihre Berwandten hatte sich der Streit zwischen der Zarewna Sophia und ihrem Bruder lediglich um ein persönliches Interesse gedreht, und was den Batriarchen Joachim betrifft, der auch auf Peters Seite gestanden hatte, jo

Dernhardi, Rußland. 11. 2.

eiferte er gegen Fremdgläubige nicht minder als gegen den Raskol; noch auf dem Sterbebett, in seinem legten Willen, sprach er das Verlangen aus, daß alle Anhänger der lateinischen Kirche, Lutheraner und Mohamedaner als Feinde Gottes verbrannt und ihre Bethäuser niedergerissen werden möchten. — Es gehörte die Energie eines großartigen Charakters sazu, in diesem widerstrebenden Element durchzudringen.

Zunächst war der Zar Peter in mancher Beziehung ohnmächtig, weil er die europäische Bildung, nach der er strebte, doch nur von Hörensagen kannte und nur eine sehr ungewisse Vorstellung davon hatte; und da seine nächsten Verwandten, der Vater und die jüngeren Brüder der Zarin Natalia, selbstverständlich in hohe Aemter einrückten, wurde zu Anfang der neuen Regierung sogar manches von dem, was der Fürst Wassily Galigyn betrieben hatte, wieder rückgängig gemacht. So dachte niemand daran, die höheren Unterrichts-Anstalten in Thätigkeit zu seßen, deren Anlage Galigyn begonnen hatte; den Fremden wurde der Eintritt in das Reich wieder verwehrt; nur wer auf Befehl des Zaren kam, sollte eingelassen werden, dann aber auch Rußland nicht wieder verlassen dürfen

– und neu erwacht zeigte sich auch die Unduldsamkeit gegen Fremdgläubige.

Zuerst schienen die Reform-Bestrebungen des jungen Zaren ausschließlich auf das Kriegswesen gerichtet. Der Krieg, in den man sich verwickelt fand, und der schlechte Erfolg der ersten Feldzüge hatten zur Genüge dargethan wie nothwendig eine bessere Verfassung der russischen Heere sei. Doch bewegten sich die Neuerungen, die Beter auf diesem Gebiet einführte, zunäcyst innerhalb ziemlich enger Grenzen – und vor allem: sie traten keineswegs so plöglich, gleich einer Zauber-Erscheinung, in das Leben, wie das des größeren Effects wegen häufig geschildert wird, seitdem Voltaire die Geschichte Peters des Großen zum Gegenstand seiner Redekünste gemacht hat. Bekannt ist, daß dieser Fürst seine militärischen Spielgenossen (die Poteschnye) unter Leforts Leitung erst in zwei Compagnien – die Breobrashenskische und die Semenowiche – cintheilte und dann aus diesen die beiden Garderegimenter gleichen Namens bildete. Aber es sind eben nur diese beiden Garderegimenter aus den Poteschnye hervorgegangen, nicht, wie wohl erzählt wird, die gesammte europäisch organisirte Heeresmacht des russischen Reichs. Es darf nicht vergessen werden, daß es in Rußland schon seit der Regierung Alereys eine Anzahl nach deutschem Muster gebildeter und von fremden Offizieren geführter Regimenter gab. Da sie an den Grenzen verwendet waren, mochte Peter, als Anabe an den Anblick der Strelißen gewöhnt, wenig davon gesehen haben – eine ganz neue Erscheinung in Rußland waren sic aber nicht. Sie wurden zunächst nur wenig vermehrt.

Auch der Gedanke, eine russische Flotte zu gründen, der bald leidenschaftlich in dem jungen Fürsten erwachte, war nicht ganz neu. Auch

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