Johann Friedrich Herbart's sämmtliche werke: -9. bd. Schriften zur praktischen philosophie. 2 v

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Beliebte Passagen

Seite 349 - Eine jede böse Handlung muß, wenn man den Vernunftursprung derselben sucht, so betrachtet wer|den, als ob der Mensch unmittelbar aus dem Stande der Unschuld in sie geraten wäre.
Seite 27 - Die vollendete Vorstellung des gleichen Verhältnisses führt, wie der Grund seine Folgen, das gleiche Urteil mit sich; und zwar wie zu jeder Zeit, so auch unter allen begleitenden Umständen und in allen Verbindungen und Verflechtungen, welche das Besondere verschiedener Fälle für eine scheinbar allgemeine Regel herbeibringen.
Seite 272 - Atque hoc loco primum reiicienda est eorum opinio, qui ubique et sine exceptione summam potestatem esse volunt populi, ita ut ei reges, quoties imperio suo male utuntuf, et coercere et punire liceat: quae sententia quot malis causam dederit, et dare etiamnum possit, penitus animis recepta, nemo sapiens non videt***.
Seite 249 - Per virtutem et potentiam idem intelligo, hoc est (per prop. 7 P. 3) virtus, quatenus ad hominem refertur, est ipsa hominis essentia seu natura, quatenus potestatem habet quaedam efficiendi, quae per solas ipsius naturae leges possunt intelligi.
Seite 189 - Um das zu wollen, wozu die Vernunft allein dem sinnlichaffizierten vernünftigen Wesen das Sollen vorschreibt, dazu gehört freilich ein Vermögen der Vernunft, ein Gefühl der Lust oder des Wohlgefallens an der Erfüllung der Pflicht einzuflößen, mithin eine Kausalität derselben, die Sinnlichkeit ihren Prinzipien gemäß zu bestimmen.
Seite 357 - Vernunftinstinkt in eine äußerlich zwingende Autorität verwandelt ist: das Zeitalter positiver Lehr- und Lebenssysteme, die nirgends zurückgehen bis auf die letzten Gründe, und deswegen nicht zu überzeugen vermögen, dagegen aber zu zwingen begehren, und blinden Glauben und unbedingten Gehorsam fordern: der Stand der anhebenden Sünde.
Seite 210 - Man kann das Bewußtsein dieses Grundgesetzes ein Faktum der Vernunft nennen, weil man es nicht aus vorhergehenden Datis der Vernunft, z. B. dem Bewußtsein der Freiheit (denn dieses ist uns nicht vorher gegeben), herausvernünfteln kann, sondern weil es sich für sich selbst uns aufdringt als synthetischer Satz a priori...
Seite 254 - Woher haben wir aber den Begriff von Gott, als dem höchsten Gut? Lediglich aus der Idee, die die Vernunft a priori von sittlicher Vollkommenheit...
Seite 191 - Werkzeug desselben, schlechthin nicht Zweck. Durch das Sittengesetz getrieben, vergesse ich mich selbst im Handeln; ich bin nur Werkzeug in seiner Hand. Wer auf das Ziel sieht, sieht sich nicht, aber das Ziel liegt außer mir. Wie bei jeder Anschauung, so verliert sich auch hier das Subjekt und verschwindet in dem Angeschauten, in einem angeschauten Endzweck"127.
Seite 353 - Revolution betrachtet werden; für die Beurteilung der Menschen aber, die sich und die Stärke ihrer Maximen nur nach der Oberhand, die sie über Sinnlichkeit in der Zeit gewinnen, schätzen können, ist sie nur als ein immer fortdauerndes Streben zum Bessern, mithin als allmähliche Reform des Hanges zum Bösen, als verkehrter Denkungsart, anzusehen.

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