Volksüberlieferungen aus dem fürstenthum Waldeck: Märchen, sagen, volksreime, räthsel, sprichwörter, aberglauben, sitten und gebräuche nebst einem idiotikon

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A. Speyer, 1860 - 518 Seiten
 

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Seite 182 - Die volkssage will aber mit keuscher hand gelesen und gebrochen sein. wer sie hart angreift, dem wird sie die blätter krümmen und ihren eigensten duft vorenthalten, in ihr steckt ein solcher fund reicher entfaltung und blüte, dafs er auch unvollständig mitgetheilt in seinem natürlichen schmuck genugthut, aber durch fremden zusatz gestört und beeinträchtigt wäre.
Seite 44 - Meine Mutter hat mich todt geschlagen, Meine Schwester in den Berg getragen, Mein Vater hat mich gegessen : Bin doch noch da!
Seite 5 - Was so mannigfach und immer wieder von neuem erfreut, bewegt und belehrt hat, das trägt seine Notwendigkeit in sich, und ist gewiß aus jener ewigen Quelle gekommen, die alles Leben betaut, und wenn auch nur ein einziger Tropfen, den ein kleines zusammenhaltendes Blatt gefaßt, doch in dem ersten Morgenrot schimmernd.
Seite 3 - ... diesen merkwürdigen Ueberlieferungen aller Ernst und alle Genauigkeit des Forschens •und Untersuchens zugewendet werde, die wir der Sprache und den Liedern des Volks endlich überhaupt wieder angedeihen lassen. Sie mögen fortfahren, wie sie es lange Zeit hindurch unvermerkt im Stillen gethan haben, zu erheitern und zu unterhalten, allein sie dürfen jetzt zugleich wissenschaftlichen Werth in Anspruch nehmen, der ihnen viel weitere und allfemeinere Anerkennung sichert. Sie sind , wie sich...
Seite 209 - Burg durch eine Pforte in ein Gewölbe. Hier lagen Haufen von Gold und Silber, und reich, überreich war der glückliche Schäfer, denn die Jungfrau gab ihm zu verstehen, daß alle diese Reichthümer sein wären. Beladen mit Schätzen wollte er zurückkehren, als sie ihn warnte, das Beste nicht zu vergessen.
Seite 276 - Eine entschiedene Mundart haben wir gerne beibehalten. Hätte es überall geschehen können, so würde die Erzählung ohne Zweifel gewonnen haben. Es ist hier ein Fall, wo die erlangte Bildung, Feinheit und Kunst der Sprache...
Seite 3 - ... abgeschmackt, man weiß sie und liebt sie, weil man sie eben so empfangen hat, und freut sich daran ohne einen Grund dafür: so herrlich ist die Sitte, ja auch das hat diese Poesie mit allem unvergänglichen gemein, daß man ihr selbst gegen einen andern Willen geneigt sein muß.
Seite 154 - Ich kam vor kurzer Zeit In einen schönen Garten, Darin erblickte ich Viel Blumen mancher Arten; Und unter ihnen sah Ich eine Rose blühn, Nichts mehr verlangte ich, Als sie zu mir zu ziehn.
Seite 168 - Jahr wieder sterben. Der König, der an solche Dinge nicht glaubte, war froh und ritt nach Hause. Nach einiger Zeit bekam die Königin wirklich eine Tochter. Als diese aber 12 Jahre alt war, starb sie, wie das Männchen gesagt hatte. Vor dem Tode aber hatte die Tochter ihren Vater gebeten, er möge ihr ein Todtenkleid von schwarzem Sammet geben und sie von einem Soldaten bewachen lassen. Als die Prinzessin nun gestorben war, wurde der Sarg in die Kirche gestellt und ein Soldat als Wache beigegeben....
Seite 151 - Was fehlet dir, mein Herz, daß du so in mir schlagest? Wie kommt es, daß du dich so heftig in mir regest? Warum erhebst du dich mit solcher Übermacht? Warum entziehst du mir den süßen Schlaf bei Nacht?

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