Denkschrift aus Anlass des hundertjährigen Bestehens der Tonkünstler-Societät, im Jahre 1862 reorganisirt als "Haydn", Witwen- und Waisen-Versorgungs-Verein der Tonkünstler in Wien

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Selbstverlag des "Haydn", 1871 - 136 Seiten
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Seite 51 - . . .Mir war seine Mimik höchst interessant. Er hauchte dadurch dem zahlreichen Personale der Tonkünstler den Geist ein, in welchem sein Werk komponirt war, und aufgeführt werden mußte. Man las in allen seinen, nichts weniger als Übertriebenen, Bewegungen sehr deutlich, was er bey jeder Stelle gedacht und empfunden haben mochte...
Seite 47 - Den Applaus im Theater habe ich Ihnen geschrieben; nur muß ich noch sagen, das was mich am meisten gefreut und verwundert hat, war das erstaunliche Silentium und mitten im Spiel das Bravoschreien. Ich habe hier die schönsten und nützlichsten Connaissancen von der Welt, bin in den größten Häusern beliebt und angesehen, man erzeigt mir alle mögliche Ehre.
Seite 46 - März 4777 stall. Der Anschlagzettel sagt: , Bisher war es gewöhnlich, jederzeit ein Oratorium von einem berühmten Meister zu geben, da aber die beste Sache, wenn sie allgemein und zu oft wiederholet, dem Liebhaber unangenehm wird , so hat man für diesmal zur Abwechslung eine andere Einrichtung getroffen. Es werden also Montag statt dem Oratorium , um das Vergnügen der Liebhaber der Künste durch ausgesuchte Neuheit zu ergötzen, und von dem bisher Gewöhnlichen abzugehen, Symphonien, Chöre...
Seite 22 - Bester Freund! Ich bin ein Mann von zu vieler Empfindung, als daß ich beständig der Gefahr solte ausgesezet seyn cassiret zu werden: Die freyen Künste, und die so schöne Wissenschaft der Composition dulden keine Handwerks-Fesseln: Frey muß das Gemüth, und die Seele seyn, wenn man denen Wittwen dienen, und sich Verdienste sammlen will.
Seite 47 - Ich mußte wieder neuerdings anfangen, weil des Applaudierens kein Ende war. Was glauben Sie, wenn ich nun, da mich das Publikum einmal kennt, eine Akademie für mich gäbe, was ich nicht da machen würde ?
Seite 22 - Münze zuruckbezahlen wird. Ich aber werde trachten, unerachtet eines so drohenden rauhen Verfahrens, wenn es anderst Zeit und Umstände mir erlauben werden, für die Wittwen verschiedene piecen Neu und unentgeldlich zu verfassen.
Seite 20 - Auswärtiger" (nicht in Wien ansäßig) Hütte Haydn nebst den gewöhnlichen Einzahlungen noch ein Beitragseapital von 300 st. erlegen sollen. Dieses wurde ihm, wie es in dem Bescheid wörtlich heißt, „wegen seiner wirklich geleisteten , hauptsächlich aber vermög seinem Anerbieten (worüber er einen Revers einzulegen) noch sernerhin zu leistenden Dienste nachgesehen. Wobey Soeietät noch versichert, daß die Forderung in Betress seines reversmaßig einzulegenden Anerbietens niemals indiseret...
Seite 6 - massen die Erfahrung vielfältig gelehret, dass junge Mägdlein bejahrte Männer in Hoffnung einer ansehnlichen Erbschaft auf ihre Seite gebracht und dahero dieses Verfahren andern Wittwen und Pupillen zu nicht geringem Nachtheil gereichen würde".
Seite 47 - Das, was mich am meisten gefreut und verwundert hat, war das erstaunliche Silentium und mitten im Spielen das Bravo -Schreyen. Für Wien, wo so viele, und so viele gute Clavierspieler sind, ist das gewiss Ehre genug.
Seite 64 - Ein neues Konzert auf dem Piano-Forte gespielt von dem Meister Herrn Ludwig von Beethoven, und von seiner Erfindung.« In den Sitzuugs-Protokollen der genannten Gesellschaft heisst es: » . . . . wobei den ersten Abend (Sonntags den 29. März 1795) Hr. Betthoven ein Concert auf dem Pianoforte spielte, den 2ten Abend Hr. Matouschek ein Concert auf dem Fagott producirte und Hr. Betthoven auf dem Pianoforte phantasirte.

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