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den nie schlummernden Gedanken einer Wiederbelebung des zerrissenen Vaterlandes in seiner alten Unabhängigkeit und Freiheit zu nähren. Die Mitglieder mußten fdwören, „alle Kräfte aufzuwenden zur Wiedergeburt ihrer unglüdlichen aber geliebten Mutter und dafür Vermögen und Leben aufzuopfern.“ Umsonst warnte der Kaiser den Reichstag in seinen Eröffnungs- und Sdlufreden vor revolutionären Umtrieben und verbot alle Verbindungen, auch den Freimaurerorden; der wachsende Widerstand gegen das restaurirte Königthum der Bourbonen in Frankreich erfüllte die patriotische Partei in Polen mit großen Hoffnungen, befestigte sie in ihren Gefinnungen und Bestrebungen und stärkte ihre Zahl und ihren Einfluß. Die geheimen Verbindungen der Unzufriedenen vermehrten sich; man füllte die Phantasie der Jugend auf Schulen und Universitäten mit Traumgebilden von der alten Größe und Ferrlichkeit des Reichs; Schriftsteller und Dichter, wie Lelewel, Niemcewicz u. A. weďten nationale Gesinnung; die jüngern Offiziere, verletzt durch die eiserne Strenge des Großfürsten Constantin, des Militärgouverneurs von Warschau, und aufgeregt durch überspannte Parteiführer wie Uminski, Krzy za n o wsli u. A. ldlossen geheime verbrüderungen, die selbst in der russischen Armee ihre Verzweigungen hatten. Die Wahrnehmung dieser feindseligen Stimmung besd)leunigte Alexanders Tod. Er starb am gebrochenen Herzen fern an Europa's Dstgrenze. Die gerichtliche Untersuchung, die nach dem gescheiterten Militäraufstand in Petersburg (S. 798) auch über die Mitglieder der geheimen Verbindungen in Polen verhängt wurde, endete mit der Freisprechung der Angeklagten durch den unter dem Einfluß der Volfestimmung handelnden Senat. Dieser Ausgang machte auf Kaiser Nicolaus einen ungünstigen Eindruck und erfüllte ihn mit Mißtrauen gegen die ganze Nation. Wie in den übrigen Ländern seines unermeßlichen Reiches sudyte er daher auch in Polen den Absolutismus zur Herrschaft zu bringen, das constitutionelle und parlamentarische Leben allmählich zu unterdrüden und die nationalen Eigen= thümlichkeiten und Einrichtungen zu id;wächen und zu vernichten. Sein Bruder Constantin, der als Vicekönig das Land regierte, gestattete sich mancherlei Eingriffe in die Verfassung und in die verbrieften Rechte und erbitterte die reizbare und durch Geheimbünde und Versdwörungen unterwühlte Nation durddie Strenge der polis zeilidhen Ueberwadung und Genjur. Mißvergnügte Edelleute, wie der reide Fürst Adam Czartoryski, der, von der alten Königsfamilie der Jagellonen entsprossen, die russenfeindlide Gesinnung als Erbtheil seines Hauses überkommen und als Aleranders Vertrauter und Jugendfreund sich Hoffnungen auf die Statthalterwürde in Polen gemacht hatte, der in den litthauischen Landschaften einflußreiche und thätige Graf Plater u. A. unterstütten die nationalen Bestrebungen. Aber bei den getheilten Interessen und Zielen der einzelnen Parteiführer und bei der Schwierigkeit der Lage inmitten dreier absoluten Reiche würden sich die Polen kaum zu einem allgemeinen Unternehmen entschlossen und geeinigt haben, hätte nicht die Nadiridht von der Pariser Julirevolution den zündenden Funken in den aufgehäuften Brenn. stoff geworfen und in der erregbaren Nation eine enthusiastisdie Erhebung erwedt, die zum raschen Handeln führte und alle Bedenken und Ueberlegungen niederschlug. Die Nadıricht, daß in Petersburg der Befehl gegeben worden sei, eine Anzahl polnischer Studenten und junger Militärs, die als Häupter oder Glieder geheimer Verbindungen bezeichnet worden, zu verhaften, beschleunigte den Ausbruch der Revolution, indem die Schuldbewußten, denen icmadhvoller Tod oder ewige Haft bevorstand, dem drobenden Verderben zuvorzukommen beschlossen. – Es war am 29. November Abends sechs Uhr, daß 20 bewaffnete Jünglinge der Radettenschule, Theilnehmer einer weitverbreiteten Militärverschwörung, unter der Leitung des Lieutenants Wyjodi u. A. in das Belvedere, den Balast des Vicefönige, brangen, um diesen zu tödten, während andere Verschworene das Volk der Hauptstadt zu den

1830.

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Waffen riefen, andere sich des Arsenals bemächtigten. Nur mit Mühe entging Con= stantin dem ihm zugedachten Schicksale, dagegen fielen mehrere Personen aus seiner Umgebung und einige angesehene Generale als Dpfer der Nationalrache in der dunkeln Schredensnacht; zwei Tage nachher wich der Großfürst dem Sturme und zog mit seinen russischen Soldaten und Beamten aus dem Lande. Damit nicht die unge stüme Revolutionspartei sich der Gewalt bemächtige, nahm nun eine aus den Mitgliedern des Verwaltungsrathes und einigen voltsbeliebten Männern, wie Lubedi, Czartoryski, Niemcewicz und dem General Chlopidi zusammengesetzte provisorische Regierung einstweilen die Leitung der Dinge in die Hand. Da sie aber den langsamen Weg der Unterhandlung einschlugen, statt den neuerwachten Kriegsmuth und die frische Begeisterung der patriotisden Bürger und der feurigen Jugend zum stürmenden Angriff gegen das unvorbereitete und ungerüstete Rußland zu gebrauchen, so nahm von vorn herein die Insurrection eine unglückliche Wendung. Parteiung lähmte die Unternehmungskraft; die Gemäßigten und Besonnenen strebten nadı Abstellang der Mißbräuche, aber mit Beibehaltung der bisherigen Verfassung und Union, während die Volkspartei auf Wiederherstellung des alten Polenreichs mit demokratischen Formen und nationaler Unabhängigkeit lossteuerte. Kein Wunder, daß die meisten Glieder der provisorischen Regierung bald in den Verdacht des Verraths kamen und ihnen andere demokratisch gesinnte Männer, namentlich Professor Lelewel, das Haupt des „patriotischen Clubs“, an die Seite gesetzt wurden. Chlopidi, ein alter General, der die Kriegszüge Kosziusto’s mitgemacht und im französischen Heer mit Auszeichnung gedient, später aber, verstimmt über ungerechte Zurücjeßung, den Dienst verlassen hatte, behielt die Leitung des Heerwesens und wurde auf Veranstaltung der aristokratischen und constitutionellen Partei, die in dem ungestümen Treiben der kriegslustigen Jugend und der republikanischen Clubs nur Unheil erblicten, zum Dictator ernannt. Wie konnte man hoffen, mit dem gezogenen Schwert in der Hand von dem zürnenden Machthaber in Petersburg Gnade oder Zugeständnisse zu ertroßen ? und doch traten Chlopiđi und seine aristo kratischen Rathgeber mit dem Kaiser in Unterhandlung, wiesen den Vorschlag der Patrioten, die unter österreichischer, preußischer und russisder Obmacht stehenden Provinzen des ehemaligen Polenreichs zur Empörung aufzurufen, entschieden ab und fetzten, statt einen Volks- und Nationalkrieg zu organisiren, ihr Vertrauen auf Frantreichs gleißnerische Zusagen und auf diplomatische Unterhandlungen, durch die sie hofften, die polnische Revolution in den Augen der europäischen Mächte als eine legitime darzustellen und sich den Weg der Gnade bei dem Kaiser offen zu halten. Sie vergaßen die alte Lehre, daß, wer das Schwert zum Aufruhr erhebt, die Scheide wegwerfen müsse. Spaltung und Mißtrauen hemmten alle Unternehmungen, indeß Kaiser Nicolaus Anstalten traf, ein Heer von 120,000 Mann mit 400 Kanonen

unter Feldmarschall Diebitiď in Polen einrücken zu lassen. Der in Eile zusammen20. Dec. 30. gerufene Reichstag bestätigte die Dictatur Chlopidi's, stellte ihm aber eine

aus Senatoren und Landboten bestehende Aufsichtscommission zur Seite. Zugleid) wurde ein Manifest verbreitet, worin alle Rechtsverlegungen und Beschwerden aufgezählt waren, welche Polen von Rußland zu erleiden gehabt und zur Redot: fertigung des Aufstandes dienen konnten. Ueberzeugt, daß das polnische Heer in seiner dermaligen Verfassung den Russen nicht widerstehen könne, rieth Chlopidi noch zu Unterhandlungen, als der Kaiser seine feindseligen Absichten schon zu erkennen gegeben, und war nur für einen Vertheidigungskrieg. Deshalb mit dem Aufsichtsrath entzweit und von den Demokraten in Reden und Zeitschriften heftig angegriffen, legte der Dictator seine Würde nieder, ohne sidy jedoch dem Vaterlande in der Noth zu entziehen. Sein Nachfolger als Oberbefehlshaber wurde der reiche, vaterländisch gesinnte Fürst Radzivil, dem, weil er des Krieges unkundig war, General Chlo

wärheten. Die Spriten und die Reidstag eines Bottinereits jedeonardie.com

pidi als freiwilliger Rathgeber zur Seite stand; die Verwaltung leitete ein Collegium von 5 Räthen, unter denen Fürst Adam Czartoryski das meiste Ansehen besaß und auch die Volkspartei in Lelewel ihren Vertreter hatte. Wenige Tage nad her sprach der Reichstag, auf Anregung von Soltyf und Ostrowsky, die Entthronung des Staisers Nicolaus und des Hauses Romanow in Polen 25. Jan. aus. Nad vollendeter Befreiung sollte eine constitutionelle Monarchie auf

1831. neuer Grundlage errichtet werden. So dynitt man einerseits jede Versöhnung ab und unterließ doch anderseits die Erwedung eines Voltskriegs, der allein Polen hätte retten fönnen, indem der Reichstag den Antrag verwarf, den Bauern Grundeigentbum zu ertheilen und die Frohnden in einen ablösbaren Bodenzins zu ver: april. wandeln. Die Hoffnung, daß Frankreich fid; des alten Bundesgenossen annehmen würde, erwies sich als eitel. Ludwig Philipp war mehr auf Befestigung seiner jungen Krone, als auf Erwerbung von Kriegsruhm bedacht. — Im Felde bewährte sich indessen die polnische Tapferkeit aufs Glänzendste. Trotz der Ueberlegenheit der ruffisden Streitfräfte waren die Polen in den meisten Gefechten siegreid) oder bestanden doch mit Ehren. Chlopidi und Strzy ned i fochten mit Heltenmuth, und wenn auch Fürst Radzivil während seines Oberbefehls feine militärische Begabung zeigte und seine Unzulänglichkeit für den Posten, zu dem er berufen war, selbst bekannte, so hat er doch bei Freunden und Gegnern den Ruf persönlichen Muthes hinterlaffen. Vom 17.-19. Februar folgte Gefecht auf Gefecht. Am Tage, mo Skrzyneđi, ein Begünstigter der Czartorysti'schen Familie, bei Dobre den zweimal überleg enen Feind ruhmvoll aufhielt, dlug und zerstreute Dwernidi glüdlich und unerwartet die von Geismar befehligte Truppenabtheilung bei Sto(jed, und bei Wavre widerstanden Szembed und 3 vmirski mit Ehren den cussischen Feldherren Rosen und Pahlen. Umsonst drang Diebitsch bis in die Nähe Der polnischen Hauptstadt vor; die blutige Schlacht bei Grochow, wo das schönste 19. 4; 20. Reiterregiment der Russen großentheils vernichtet wurde, und Geschic und Tapferleit auf beiden Seiten um die Palme rang, vereitelte den beabsichtigten Sturm auf Warsçau und führte einige Zeit nachher seinen Rückzug herbei. Nunmehr trat, da Radzivil freiwillig dem Oberbefehl entfagte und Chlopidi verwundet war, Skrzy = Tedi, der Held von Dobre und Grochow, an die Spiße des Heers. Aber so tapfer I gud im Felde war, jo scadete er doch der polnischen Sache durch Unjdlüssigkeit, Bögern und Unterhandeln, immer im Vertrauen auf die Vermittelung der Mädyte ind die beruhigenden Zusagen der Diplomaten, während Rußland mit Energie han= elte. Statt die Bewohner Litthauens, die einer Erhebung geneigt waren, in den ampf herein zu ziehen und dadurd, den Russen im Rüden einen mächtigen Feind i (daffen, ließ man dort die Bewegungspartei ohne Unterstüßung, wodurd, sich die volutionäre Aufregung in einigen nuglosen Aufständen verflüchtigte; dagegen wollte tr tapfere Dwernidi Volhynien zum Ansdluß bringen, fand aber keine Unterüßung und wurde durch die Uebermacht der Feinde so sehr ins Gedränge gebracht, B er sich nur durch einen fühnen Marsch, der den größten Waffenthaten der neuern riegsgeschichte beizuzählen ist, auf österreichisches Gebiet retten konnte, wo er und ine 6000 tapfern Streiter als Kriegsgefangene zurückgehalten wurden. Endlid) April. waďte Skrzynedi aus seiner Unthätigkeit; er zog im Mai über den Bug, wurde Jer von Diebitsch durch einen fühnen Eilmarsd erreicht und trotz des tapfersten ampfes in der Schlacht von Dstrolenka besiegt. Sie war der Wendepunkt 26. Mai. r polnischen Revolution. Zwietracht, Parteiung, Verrath und die Sirenenstimme r französisden Zwischenträger führten Polen seinem schnellen Untergang entgegen. iebitich starb an der Cholera. Sein Nadfolger wurde der unternehmende Pas fe= 9. Juni. itsch (der von der Eroberung der persisden Stadt Eriwan mit dem umliegenden zbiet (1828) den Beinamen Eriwanski führte). Dieser sette (unterstüzt von

6. u. 7

Preußen, das von dem Erfolg der polnischen Revolution den Abfall seiner öftlichen
Provinzen fürơhtete) über die preußische Weichsel und näherte sich den Mauern ron
Warsdau, wo die größte Rathlosigkeit herrschte. Da erhob sich die Demokratie zu
einer furchtbaren Blutthat. Im Glauben, daß das Mißlingen der Revolution don

Verrath herrühre, drang ein Voltshaufen von Soldaten geführt in das Solok, 61831.3. mordete daselbst mehrere unter Aufsicht gestellte Generale und nahm dann, durch

das Verbrechen fortgerissen, auch an andern als Aristokraten, Kundschafter und Russenfreunde verdächtigen und gehaßten Personen blutige Radhe. Entfeßt floh Czartoryski verkleidet in das Lager, wo Dembinski in Skrzyneđi's Geist den Oberbefehl führte, und bewirkte durch seine Entfernung aus der Stadt des Schređene, daß die Regierungsgewalt in die Hände eines Mannes gerieth, der entweder ein höchst beschränfter Kopf oder ein Verräther war; — Krukowie di, ein General aus der Napoleonischen Zeit von demokratischen Grundsätzen und Skrzynedi's Feind, wurde von dem Reichstage zum Regierung8- Präsidenten mit dictatorischer Gewalt ernannt. Dieser gab, als Baskewitsch sich mit seinem großen Heere der Hauptstadt näherte, durch die widersprechendsten Maßregeln und verkehrtesten Ein: ridytungen seine Muthlosigkeit und Verzweiflung an jedem Erfolge zu erkennen. Tapfer widerstand die polnische Armee den stürmenden Feinden bei Wola, der alten Wahlstätte der Könige, und die Heldenthaten des vierten Regiments im dor:

tigen Stirchhofe wurden seither in Liedern gefeiert; über 11,000 Russen waren bei 1. dem zweitägigen Sturme bereits gefallen; da übergab Krukowiedi Warida u und Sept.

Praga dem russisden Feldmarschall und überlieferte sich, von dem abziehenden Heer als Verräther ausgestoßen, dem siegreichen Feinde als Kriegsgefangenen. Regierung und Reichstag begaben sich mit der Armee nach Modlin. Unter fident= zweit und von den Russen bedroht blieb ihnen kein Ausweg, als sich auf preußis s des Gebiet zu flüchten. Hier wurden die tapfern Streiter, 24,000 Mann start,

entwaffnet und so lange verpflegt, bis, nady gänzlicher Bezwingung Polens, Kaiser 1. Nov. Nicolaus durdh eine Amnestie den Meisten die Rückehr gestattete. Dasselbe Smid:

sal hatte Ramorino, der sid, don vorher mit seinem Heer nach Galizien geflüchtet. Der Gnade des Zürnenden Kaisers mißtrauend, fehrten die polnijden Patrioten zu Tausenden ihrem Vaterlande den Rücken und wanderten nad Frank reid), England, der Schweiz und andern Ländern aus, vorziehend, das Brod det Trübsal auf freiem, wenn auch fremdem Boden zu essen, als der allmählichen Ber: nid)tung der polnisdien Nationalität geduldig zuzusehen. Die Theilnahme der deuts schen Völker, welche die Unglüdliden auf ihrem (dweren Gange aufnahmen und bewirtheten, war eine Linderung ihres Kummers. In Polen, Lithauen, Volhvnica ergingen schwere Strafgerichte über die Sduldigen; Sibiriens Bergwerke und Sonetflächen bevölkerten sich mit Verurtheilten; einige wurden am Leben, eine große Li

zahl an Freiheit, Ehre und Gut geldjädigt. Die Ausgewanderten büßten Vermögen, 14./26.1

Rang und Bürgerrecht ein. Durch das „organisde Statut“ verlor Bolen 1832. seine Verfassung, seinen Reichstag und seinen Reichsrath und wurde als russijde

Provinz mit abgesonderter Verwaltung und Rechtspflege dem großen Mostowitenreidye beigefügt und der strengsten Polizeiaufsicht unterworfen. Die Universitäten in Warsdau und Wilna wurden aufgehoben, die Schäße der Kunst nad Rußland geführt, das polnische Wappen zerbrochen, die Nationalarmee aufgelöst. Seitdem herrschte Paskewitsch der Sieger als faiserlicher Statthalter mit eisernem Scepter in dem gedemüthigten Warschau, bis er zu Anfang des Jahres 1856 als lebensmüdet Greis ins Grab sanf. Abermals hatten die Polen bewiesen, daß sie wohl hods herziger patriotisdier Regungen und tapferer Thaten, keineswegs aber eines einträdtigen Strebens und einer edeln Selbstaufopferung fähig seien. Die alten Erbübel des polnischen Adels, Parteiung, Zwietracht und Verrath, verbunden mit aristokra

evinho England aufenden i szürnenden "Soorher mit felir gestattete. 19 Polens, kui

Februa

tischer Selbstsucht, vereitelten diesmal die Wiederbelebung des nationalen Staats, wie sie früher denselben zu Grunde gerichtet hatten.

7. Neuere und neueste Literatur des Auslandes.

und Sclaffheitin Debiete der freien Fungen ausgeübt wurtige

Chiabrera

inen Multijden Epos, no im Heldenges i fettarca?

Fortis

guerra 1674 1735.

§. 800 b. A. Italien (vgl. SS. 553. 554). Die sdhöpferische Kraft der Italiener ging im 17. und 18. Jahrhundert aŲmählich zu Grabe. Der geistige Drud, der von der Kirche wie von den vielen kleinen Regierungen ausgeübt wurde, hemmte die frühere Regsamkeit auf dem Gebiete der freien Kunst und Literatur und förderte Sinnengenuß und Sclaffheit. Man zehrte von der großen Vergangenheit und ahmte die Werke der Vorfahren nadı. In der Lyrik lehnte man sich an die klangvollen, aber gedankenarmen Sonette und Canzonen Petrarca's oder folgte den griechischen und römischen Odendichtern, und im Heldengedichte war Lud. Ariosto, der Begründer des humoristischen Epps, das unersdöpfliche Vorbild für die ganze Folgezeit. Unter seinen Nachahmern erlangten den größten Ruhm Gabr. Chia: 1552 brera von Savona, der Verfasser von 5 epischen Gedichten (,, das befreite Italien;" 1637. „Florenz ;“ „, Roger“ u. a.), zugleich ein frudytbarer Lieder- und Odendid ter nac antifen Vorbildern (Pindar); und Nic. Fortiguerra von Rom durd sein großes, dem karolingischen Sagenkreise angehörendes romantisch - humoristijdes Heldengedicht „Ricardett" in 30 Gesängen. Dieses leştere Gedidit, das man trotz verschiedener Abweichungen in den historischen Angaben eine Fortsetzung des „rajen= den Roland“ nennen kann, ist reid) an Geist, Witz und Phantasie; doch trägt For: tiguerra die komisden und satirischen Farben stärker auf als Ariost. Selbst die ein-. zige Gattung, die im 17. Jahrhundert mit Glüd behandelt wurde, das eigentliche Tafsont tomisde Ep08, lehnte fidy an Ariost an, mag nun Alessandro Tassoni von 1635. Modena durch seinen „geraubten Eimer“ oder sein Zeitgenosse Franc. Brac- Braccio: ciolini durch seine „Verspottung der Götter“ der erste Begründer derselben 1566 gewesen sein, ein Prioritätsstreit, der einst in Italien mit großer Heftigkeit durchge: 1645. fouten wurde. Der Uebergang von Ariosto’s heiterer Ironie zu Tasjoni's und Bracciolini's tomischem Søerz und Spott war nur ein kleiner Scritt.

Den Stoff zu Tassoni's „Eimerraub" bildet eine wahre Geschichte aus den Parteifämpfen des Mittelalters und der Eimer, den die Modenesen im 13. Jahrhundert von ben Bolognesern erbeuteten, hängt noch jetzt an einer Kette zu Modena. Sämmtliche 12 Gelänge find voll localer Satiren und Anspielungen und die Tendenz des ganzen Gedichtes eine Verspottung der vielen kleinen Kriege, welche die italienischen Städte zum großen Berderben des Ganzen mit einander geführt haben. Klarheit der Gedanken und Bilder, Bräcision des Ausbrucs und Leichtigkeit und Eleganz der Sprache haben dem „Eimerraub" ein klassisdes Ansehen bei den Italienern verlieben. — Bracciolini's ,,scherno degli Dei“ hat feinen tiefern satirischen Hinterhalt; es ist eine niedrig - komische Bers spottung der mythologischen Sagenwelt der Griechen, angeknüpft an die Rache, die Mars und Benus an Bultan nehmen wollen dafür, daß er sie in dem fünstlichen Bette gefangen und dem Gelächter der olympischen Götter preisgegeben hat.

Das komische Heldengedicht blieb lange die Lieblingsgattung der Italiener, doch sind die meisten Erzeugnisse jeßt der Vergessenheit anheimgefallen; jo „das Leben des Mäcen“ von Caporali und das mit florentinisden Sprüchwörtern angefülte tomische Heldengedicht des Malers Lorenzo Lippi die Wiedereroberung von Malmantile" (,, Tischtucheburg“). — Doch blieb auch die lyrisce Poesie fyriície

Poesie. nicht ohne Pflege. Kräftig und eigenthümlid er dyeint sie in dem Grafen Fulvio Testi von Ferrara, der am Hofe des Herzogs von Modena in hohen Ehren lebte, geiti 1593 bis er, wahrscheinlich in Folge einer Hofcabale, als Staatsverbrecher im Kerker en= –1646.

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