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Königth um zur Unterdrüđung jeder freien Regung durch Geistesdruck und Furcht. Soredliche Rade wurde an den Theilnehmern der Verschwörung und an allen Verfassungsfreunden geübt. — Dieser Ausgang entschied das Schidjal der piemon= tesisden Constitution. Zwar widerstanden die von Santa Rosa begeisterten Liberalen nicht ohne Ruhm bei Novara den Gegnern; aber ihre Stärke war bald gebrochen. Turin und Alessandria wurden von den Desterreichern besetzt und der April. Absolutismus in seiner strengsten Form und mit allen Gräueln der Reaction wieder hergestellt. — Nicht viel glänzender war der Ausgang der spanischen Cortes. Ermuthigt durch die schnelle Unterdrüdung der constitutionellen Bewegungen in Italien ließen die Monarchen auf dem Congreß von Verona an die Cortes in Madrid October die Aufforderung ergeben, ihre Verfassung abzuändern und dem König größere Ge: walt einzuräumen. Troßig wiesen die demokratischen Stände diese Anmuthung ab. Da rüdte ein französisches Heer unter dem Herzog von Angouleme über die $7505 Pyrenäen. Umsonst riefen die Cortes das Volf unter die Waffen; die constitutionelle Freiheit war für die von Priestern und Mönchen geleitete Masse ein unverstandenes Wort und die neue Ordnung ihren Gewohnheiten und Gefühlen zuwider; der Bolts frieg, die alte ruhmreiche Guerilla, auf welche die Cortes ihr Vertrauen gejeßt, kam nicht zu Stande; der Pöbel und die Camarilla begrüßten die Franzosen als Retter von dem verhaßten Regimente der Freimaurer; umsonst widerstanden einzelne Führer, wie Mina in Barcelona, Quiroga in Leon u. a. D. mit Muth und Tapferkeit dem fremden Kriegsheer; die Soldaten zeigten wenig Kampflust und suchten sich durch Capitulationen zur rechten Zeit sicher zu stellen. Die Franzosen zogen als Sieger in Madrid ein und ernannten, da die Cortes mit dem König sidy nadh dem Süden geflüchtet hatten, eine Regentsdaft. Das feste Cadir war der leßte Zufluchtsort der Verfassungsfreunde; vor diese Stadt rückten nunmehr die Franzosen. Da entsank den Cortesmitgliedern der Muth; statt, wie sie früher groß= 15. Aug. spregerisch geäußert, sich unter den Trümmern dieses Geburtsortes ihrer Verfassung zu begraben, schlossen sie mit den Belagerern einen Vertrag, worin sie in ihre Auflöjung und in die Befreiung des Königs willigten. Durch fremde Bayonette wurde Ferdinand nunmehr wieder in seine Machtfüle eingesegt; die Verfassung mit allen ihren Einrichtungen trat außer Wirksamkeit und die apostolische Partei, die Das absolute Königthum als Losung gewählt, ließ nun alle Wuth- und Radhegeister auf ihre Gegner los. Riego starb durch die Hand des Henkers; seine Meinungs- 7. Nov. genossen fanden theils dasselbe Schidsal, theils entzogen sie sich der Voltewuth durch die Flucht und irrten als brod- und heimathlose Verbannte zu Tausenden in der Fremde umber; die Zurückgebliebenen mußten in moderigen Kerkern das Streben büßen, dem Volfe die Institutionen und Zustände zu rauben, an die es durch einen dreihundertjährigen Despotismus gewöhnt worden. In Spanien wurde mit derselben Wuth für die Erhaltung des Alten gekämpft, wie in Frankreich früher für dessen Vernichtung. In beiden Ländern diente der Pöbel als Werkzeug, hier gelodt durch die Worte ,,Freiheit und Gleichheit“, dort fanatisirt für Religion, Königthum und die Einrichtungen der Väter.

§. 790. Der Verfassung&tampf in Portugal. Der klägliche Ausgang der spanischen Cortesverfassung jeuerte in Portugal die Königin (Ferdinando VII. Sowester) und ihren zweiten Sohn Dom Miguel an, durch einen Gewaltstreich sich der dem Adel, der Priesterschaft und dem Hof verhaften Constitus tion gleidfalls zu entledigen. Ermuthigt durch einen von Dom Miguel geleiteten Aufstand des Militärs und Pöbele zu Gunsten des absoluten Königthums hob der schwache und zaghafte König Johann VI. die Cortesverfassung auf und gestattete Mat u.

Juni. die Verfolgung der Constitutionellen und Freimaurer. Als er aber mit dem Plane umging, das Volt durch Ertheilung eines auf Anerkennung gegenseitiger Rechte ge

1821.

gründeten Staatsgrundgeseßes zu verföhnen, erregte Dom Miguel einen Aufstand 30. April gegen den eigenen Vater; das frevelhafte Unternehmen brachte ihm jedoch statt der

gewünschten Regentschaft eine Verbannung aus Portugal. Zwei Jahre nadher starb 10. mars Johann VI. Sein ältester Sohn Dom Pedro, der im Jahre 1822 von dem bra

silianischen Volfe zum Kaiser ausgerufen, nach der von ihm beschworenen Constitution nicht zugleich König von Portugal sein konnte, übertrug die Regierung über das Mutterland seiner unmündigen Tochter Donna Maria da Gloria und verlich den Portugiesen eine auf freisinnigen Grundsäßen aufgebaute Verfassung (Charte). Unglüdlicherweise vertraute er aber seinem aus der Verbannung zurüdgerufenen Bruder Dom Miguel bis zur Volljährigkeit der Königin die Regentschaft an. Nicht sobald sah sich Miguel im Besite der Macht, als er mit Hülfe seiner Mutter und

der apostolischen Partei die von ihm beschworene Verfassung umstürzte, sidy zum 23. Junt unumdränkten König erklären ließ und mit Verbannung, Kerterstrafe

und Hinrichtung gegen die Freunde und Anhänger der constitutionellen Ordnung wüthete. Allein die Herrsdaft des eid brüchigen Despoten war von furzer Dauer.

Dom Pedro, in Brasilien zur Uebergabe der machtlosen Kaisertrone an seinen un1831.

mündigen Sohn Dom Pedro II. gezwungen, landete, von England und Frankreich unterstüşt, mit einem größtentheils im Auslande geworbenen þeer in Portugal und

trieb seinen tyrannischen Bruder in einem zweijährigen Kriege (1832 - 1834) jo 7, guni sehr in die Enge, daß dieser fidh zulegt genöthigt sah, dem Thron zu entsagen und

sich ins Ausland zu begeben. Hierauf stellte Pedro die Cortesverfassung wieder her. +24. Opt. : 1832. Sein früher Tod, der die Regierung in die schwachen Hände seiner Tochter brachte, war für das durch Factionen zerrissene, von Geldmangel gedrüdte Land unheilvoll.

§. 791. Gel Qidhte der südamerikanisden Freistaaten. Drei Jahrhunderte trugen die unermeßliden Ländermassen Südamerika's und Mexico's das jd were Joch des spanischen Mutterlandes, lo brüdend aud das Abhängigkeitsverhältniß, so schreiend aud die Mißbräuche waren. Denn nur in Europa geborne Spanier, nicht Kreolen, bekleideten die Staatsämter und Kirchen würden, und benugten sie zu ihrer Bereicherung, ohne auf die Hebung und Heranbildung der Bevölkerung im mindesten bedacht zu sein. Der Handel war in enge Fesseln gedlagen, indem die Erzeugnisse der Colonien nur an Spanier abgegeben und nur spanische Waaren (zuerst von Sevila, dann von Cadir aus) in die Colonien eingeführt werden durften, jeder fremde Zwischenhandel aber verboten war. Der Anbau des Tabaks galt als königliches Monopol und befand sich hauptsäglid in den Händen der Spanier; Produkte des Mutterlandes, wie Wein, Del u. by durften in den Colonien nicht gebaut werden, der Anbau des Zuđerrohrs, die Zudt des Seidenwurms, die Bearbeitung der Eisenminen waren verboten; die auf spanischen Schiffen eingeführten Waaren wurden mit hohen Zöden und Abgaben belegt. Dem Gouverneur der Provinz, einem gebornen Spanier, stand das Redt der „Nepartimientos' oder Waarenvertheilung zu, d. h. er sendete jedem Dorfe eine Partie Waaren zur Uebernahme ohne Weiteres zu, und segte dafür einen beliebigen Preis fest, der mit Strenge und Gewalt von der Gesammtheit der Ortseinwohner eingetrieben wurde. Diese Waaren wurden ohne Rücksicht auf das Bedürfniß vertheilt. Bei der dünnen Bevölkerung der großen Länderstreden, bei der gänzliden Unwissenheit der Eingebornen, denen aller Schulunterricht versagt war, und bei der strengen Wachsamkeit der Inquisition fiel es den Spaniern nicht schwer, durch wenige Truppen jede unruhige Bewegung fern zu halten, so daß sowohl der spanische Erbfolgefrieg als die nordamerikanischen Befreiungskämpfe keine Aenderung in den Buständen Südamerika's hervorbraditen, wie sehr auch die mchr und inehr anwadjente kreolische Bevölkerung die Uebelstände fühlte und größere Ansprüche geltend zu machen begann und der Verkehr mit Frankreich während jenes Krieges den Ameri

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fanern die Augen öffnete über die ungeheuern Vortheile, welche die Spanier bisher aus den Colonien durch das Monopolsystem gezogen. Die Versuche des gewandten, in europäische Bildung und Anschauungsweise eingeweihten Kreolen Miranda aus Carracas (geb. 1754) in den neunziger Jahren, mit Hülfe von Engländern und Franzosen die südamerikanischen Landschaften zur Empörung zu bringen, scheiterten an der Unreife des Volkes, an der Zwietracht und Eifersucht der Stämme und Stände und an der Verschiedenheit der Interessen der einzelnen Provinzen. Noch zu Anfang dieses Jahrhunderts bestanden die spanischen Besißungen in Amerika, wenn auch durch Schleidhandel und fremde Einwirkungen wie durch die gesteigerten Mißbräude in der alten Ergebenheit für das Mutterland geschwächt, aus vier Bicetönigreiden (Neugranada, Neuspanien (Merico), Rio de la Plata (Buenos Aires) und Beru) und aus fünf Generalhauptmannschaften (Chile, Venezuela, Guatemala, Havanna und Portorico); aber mit der Verdrängung der Bourbonen dom spanischen Thron löste sich auch das Band, das die Colonien mit dem Mutterlande verknüpft hatte, und bradite die Unabhängigkeitsbestrebungen der Patrioten zur Ausführung.

Die Parteifämpfe der Mutterlandes fanden bald ihren Weg nach den Colonien. In ber beweglichen Weltstadt Buenos Aires suchte Mariano Moreno, ein unternehmender und für Bildung und Aufflärung eingenommener Mann, den herrschenden Zwiespalt unter den regierenden Behörden zur Bildung einer patriotischen Partei zu benuten und das Bolt für Freiheit und Unabhängigkeit zu gewinnen. Aber den Bewohnern der Haupts fladt („Porteños'') erstand bald ein furchtbarer Gegner in den „Saud08", ben wilden Söhnen der Steppe. „Auf den menschenleeren Grassteppen der Bampas nämlich, die sich von der heißen Balmenzone bis hinab zu den patagonischen Eisfeldern erstreďten, trieb fio auf balbgezähmten Pferden ein verwahrloftes Birtengeschlecht umber, beren robes Natur, leben tein sittlicher Zügel milderte, welche unter der Freiheit nichte Andereß verstanden als þaß und Feindschaft gegen jede geselljchaftliche Ordnung und die nur mit Verachtung auf die verweichlichten Städtebewohner herabsahen.“ Aehnliche Abfallsversuche fanden in Mefico durch einige unzufriedene Kreolen statt; der Bicetönig Iturrigarai , ein Günstling Soboy's, wurde, als er sich mit den Neuspaniern entzweite, gefangen nach Europa gesGidt und der Grundsat aufgestellt, „daß nach der Auflösung der spanischen Regierung das Bolt der Quel der Souveränetät geworben sei und eine eigene Regierung zu bilden babe.“ In Chile wirkte Martinez de Rojas, ein einflußreicher Mann aus Mendoza und baupt der Patriotenpartei, im Interesse der Revolution gegen den Statthalter Cars radco; ähnliche Erscheinungen zeigten sich in Venezuela, wo eine lebhafte mit euros päilder Bildung vertraute Bartei unter Simon Bolivar: Einfluß nach Unabhängigkeit von Spanien strebte.

Napoleons Aufforderungen an die Südamerikaner, den neuen König Joseph und die durch ihn begründete Ordnung der Dinge anzuerkennen, fanden in den Colonien dieselbe Aufnahme wie im Mutterlande; die Josephinischen Statthalter wurden verjagt und in den meisten Städten Junten gebildet, die im Namen Ferdinands VII. handelten, aber der Mehrheit nach für die Unabhängigkeit waren und in diesem Sinne wirften. In den meisten Orten wurde der Abfall ohne Blutvergießen und Gewaltsamkeiten durchgeführt; nur in Quito wurden 28 Patrioten von der spanijden Besaßung niedergehauen und ihre Häuser geplündert und in Neuspanien (Merico) erhob sich die eingeborne Bevölkerung unter dem Priester Hidalgo gegen Sranier und Kreolen, Morb und Brand in die Nähe der Hauptstadt tragend, bis auf einem unerwarteten Rüdzug der Führer getödtet und die Empörung grausam niedergeschlagen warb. Mit diesem legtern Vorfall war die Losung zum blutigen, bernichtenden Bürgerkrieg gegeben, so sehr sich auch die folgenden Führer Rayon und Morelos bemühten, die Revolution aus dieser Verwilderung zur Menschlich

1810.

keit zurüđzurufen. Als die Cortes in Cadir für Spanien die neue auf liberalen Grundsätzen beruhende Verfassung entwarfen, verlangten die amerikanischen Abgeordneten, welche sich auf die Einladung der Versammlung zur Berathung eingefunden hatten, Gleichstellung der Redte der Colonien mit dem Mutter: lande, gleiche Vertretung in den Cortes und volle Handelsfreiheit. Diese Forberungen, deren Gewährung das politische Uebergewicht in die Hände der Amerikaner gebracht und dem gewinnreichen Handel von Cadir einen tödtlichen Stoß verseist hätte, fanden keine Erhörung. Nicht zufrieden mit den Zugeständnissen, daß alle

Racen gleiche Rechte haben und die alten Beschränkungen des Landbaues und der 1811. Industrie aufhören sollten, sagten fidy daher die meisten Staaten von der Herr

daft der Cortes los und richteten eigene selbständige Regierungen ein, die, wenn auch nicht überall siegreich, doch lange mit Ehren gegen die spanischen Statthalter und Truppen das Feld behaupteten, und noch größere Erfolge erfchten hätten, wenn nicht die Eifersucht der Städte und die Drtszwietracht hemmend im Wege ge standen wäre. „Die Spanier konnten sicher darauf rechnen, daß aus Gesdywisterneid immer eine rivalisirende Stadt für die Krone sich erklären würde, wenn eine andere Freiheitsbäume pflanzte." — Nad Ferdinand8 Wiedereinseßung wären auch die spanischen Colonien zum Gehorsam zurüdgekehrt, hätte nicht der übelberathene König ihnen die Gewährung ihrer billigen und zeitgemäßen Forderungen versagt und unbedingte Unterwerfung unter seine fönigliche Gnade verlangt, er, der eben durch die gräuelhafte Verfolgung der Cortesfreunde seinen Haß gegen jede Neuerung beurkundet. Statt der königlichen Aufforderung nachzukommen, wiederholten sie ihr Verlangen um Redtsgleichheit mit dem Mutterlande, und als sie abgewiesen wurden, ergriffen sie das Schwert, um sich Unabhängigkeit von Spanien zu erkämpfen. Ein Krieg auf Tod und Leben begann, worin die Südameritaner Tugenden und Kräfte entwidelten, die Niemand bei ihnen erwartete. „Von der Ausdauer im Unglück, von der Selbstverleugnung, der Entbehrungsfähigkeit, der Ertragung unsäglicher Beschwerden, von der Äufopferung von Ruhe und Besiß, von Gt: sundheit und Leben für die väterlidien Penaten, deren sich selbst die in Mord und Raub verhärteten Herzen jener Gauchos und Guassos, Planeros und Randeres fähig erwiesen, hat die Geschichte nur wenig gleiche Beispiele zu erzählen.“ Wie die Köpfe der Hydra erstanden die Heere der Aufständischen nadi jeder Niederlage von Neuem. „Jeßt in Masse versammelt, versuchten sie einen Schlag, nach dessen Mij lingen sie truppweise wieder zerstoben; zusammengeseßt aus kleinen Landbesigern und den Arbeitern der Güter, Zuckermühlen und Minen, die, in offener Luft zu Pferbe zu leben gewohnt, auf den Uebergang von Ueberfluß zu Entbehrung eingeübt waren, hatten sie den Vortheil, keines festen Aufenthalts, keines Kriegsplans und feiner Beredinungen, keiner Verwaltung und geregelten Verpflegung zu bedürfen; beute in tiefem Mangel, entschädigten sie sich morgen durch eine glüdlidze Plünderung; und dieses Räuberleben war ihre Lust, das ihnen die Gelegenheit bot, bald eine Privatrache, bald ein anderes Bedürfniß augenblicklicher Laune zu befriedigen." – Ferdinand schicte den harten General Morillo, der in Herzog Alba's Geist handelte, nad Südamerika ab und mit ihm den Inquisitor Torres mit ausgedehnten Bou: machten; aber schon im Jahr 1819 hatte das Vicekönigreich Rio de la Plata seine Unabhängigkeit und republikanische Verfassung fest begründet und ermutbigte durch sein Glück die übrigen Staaten, wo der Kampf härter war, zur Ausdaucr. Drei Freistaaten: La Plata, Bolivia und Uruguay (Banda oriental mit Montevideo) und der lange Zeit von dem sdılauen Advocaten Dr. Francia mit dictate rischer Gewalt beherrschte und in strenger Abgeschlossenheit gegen alle Fremden ge haltene Iesuitenstaat Paraguay entwidelten sich nach und nach aus dem ehe: maligen spanischen Vicekönigthum.

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1814

ausch erlangtet eine furchtbarer Eierra Firma a lung und Ges

Der Freiheitstampf in Neugranaba und Berū ist an den Kreolen Bolivar von Carracas getnüpft. Dieser, als Feldherr und Staatsmann ausgezeichnete, mit europäilder Bildung vertraute Mann, der sich Washington zum Vorbild gewählt, widmete seine Chattraft und sein Vermögen der Befreiung seiner landsleute und ließ sich nicht durch beren theilweisen Undant von seinem großen Ziel ableiten. Venezuela hatte schon im Jahre 1811 seine Unabhängigkeit ausgesprochen; ein furchtbares Erdbeben, das die pauptstadt Carracas fast gänzlich zerstörte und in Valencia 20,000 Menschen tödtete, wurde 20 chary von der Geistlichkeit als Strafe des Himmels für den Abfall gebeutet und zur Rücführung des Landes unter spanische Herrschaft benußt. Die schonungslose Härte und Blutgier, womit die radhedürftenden Spanier die Republikaner verfolgten, brachte das erstickte Feuer von Neuem zum Ausbruch. Bolivar führte 600 Mann über die Anbe8; Tausende von Unzufriedenen strömten seiner Fahne zu, um den Tod der hingerichteten Patrioten zu räden; von der neugranadinischen Bundesversammlung als „Netter" zum Dictator ernannt, organisirte er einen Krieg „bis zum Messer“, indem er das Schauderdecret von 2 Jan Trujillo unterzeichnete, welches jeden des Royalismus überführten Spanier zum Tode verurtheilte. Ein furchtbarer, wechselvoller, an Beld werden, mühseligen Kämpfen und Entbehrungen reicher Krieg entstand nun zwischen Bolivar, dem der waffenkundige Paez, 25. Nov. ein Farbiger, zur Seite ftand, und Morillo ; wo der Leftere siegte, floß das Blut der 1820. Republikaner in Strömen; um sich zu rächen, ließ Bolivar 800 gefangene Spanier binrichten, „als hätte man im Rausch des Verbrechens fich Muth zur Vertheidigung der Freis beit suden wollen.Die Spanier erlangten eine furchtbare Hülfømacht an den llaneros, die wie die Saudos der Pampas auf den Grassteppen der Tierra Firma als Hirten und Fleisder ein Beduinenleben führten und auf den sonnigen Weiben an Abhärtung und Genügsamteit gewöhnt, als Reiterssaaren mit der Pite, dem Fangseil und dem Steppenbrand den Republikanern großen Schaden, blutige Niederlagen bereiteten. Bolivar sah sich genöthigt, den Oberbefehl niederzulegen und sein Heil in der Flucht nach St. Domingo zu fuchen; über Leichen, Gütereinziehung und Erpressung schritt die Reaction des absoluten Königthums einher. Allein Bolivar kehrte zurüc; seine Erscheinung hob den gesunkenen Muth der Republikaner wieder ; glüdliche Waffenthaten erhöhten sein Ansehen. Venes juela und Neugranada schlossen einen Bund, wählten Bolivar zum Generalcapitän und erklärten auf einem Congreß zu Angostura, daß sich die beiden Republiken zu einem

17. Debr. aus drei Theilen bestehenden Freistaate Columbia vereinigt hätten. – Ein neues Heer Jolte sich in Cadir nach Amerita einschiffen. Dies war dasselbe, welches durch Aufpflanzung der Fahne tes Aufruhrs die Herrschaft der Cortes in Spanien herbeiführte. Auch die Cortesregierung wollte jedoch die Selbständigkeit der Colonien nicht anerkennen und der Krieg begann aufs Neue, aber zum Nachtheile der zwieträchtigen Spanier. Die Republik Columbia erkämpfte ibre Freiheit und wählte Bolivar zum Präsidenten. 1894. Ein Handelsvertrag verband bald den jungen Freistaat mit Nordamerika. Von Columbia aus ersdien Bolivar al8 Retter und Befreier in Peru. Auch dieses land hatte sich unter dem Beistande St. Martins, des verschlagenen und unternehmenden Befreiers bon Chile, und des Engländers Cochrane eine republikanische Verfassung gegeben und St. Martin zum Protector ernannt. Zwietracht schwächte jedoch die Macht der RepubliTaner. St. Martin legte sein Amt nieder und tehrte nach Chile zurüd; die Spanier gewannen wieder die Oberband, die Republit schien verloren. Da fam Bolivar dem gefährdeten Freistaat zu Hilfe. Die uneinigen Spanier wurden geschlagen und zum Abzug genöthigt, der Befreier vom Congreß in Lima zum lebenslänglichen Protector 1825. ernannt. Die Häufung der Macht auf Bolivar Haupt erregte den Neid und die Bes forgniß der Republitaner. Berschworene trachteten ihm mehrfach nach dem Leben; man warf ihm vor, er wolle Bonaparte's Rolle spielen. Gefränkt durch den Undanf und 27. avril die Berkennung und befümmert über den innern Haber der Freistaaten, die sich zuletzt in 18-29.

+ 10. Dec. leos unabhängige Republiken spalteten, legte er sein Amt nieder. Der Tod befreite ihn · 1830.

1819.

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