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Stegnanter dem Könige introuvable) beitänden' wieder herzuit

r (chambrecen ehemaligen Beindlichen Gefiniamus, im süd

1816.

1815.

und stets nach Kräften aufrecht erhaltenes Staatsgrundgeseß nur mit großer Mühe gegen den Eifer der ungemäßigten Royalisten-Partei (Ultras, von ihren

Gegnern als „, weiße Jacobiner“ bezeichnet) zu schüßen vermodste und daß sogar Septbr. Alexander dem König rieth, durch Auflösung der sogenannten unauffindbaren

Rammer (chambre introuvable) dem ungestümen Streben der Royalisten, das alte Frankreich mit allen ehemaligen Zuständen wieder herzustellen, zu steuern. In die Stelle der freigeistigen und kirchenfeindlichen Gesinnung trat eine fanatisd = reli

giöse Gläubigkeit, die, verbunden mit glühendem Royalismus, im südlichen Frankreich Septbr. Gräuelscenen hervorrief, welche die blutigsten Auftritte der Revolutionszeit überboten.

In Marseille, Toulon, Nimes, Avignon, Toulouse und andern Städten fielen rasende und fanatisirte Pöbelschaaren über die als Protestanten, Napoleonisten oder Republifaner bekannten Einwohner her und mordeten sie zu Hunderten auf grausenhafte Weise. In Avignon erschossen sie den Marschal Brune im Gasthause und warfen seine Leiche in die Rhone; in Toulouse fiel General Ramel als ein Dpfer der Volkswuth, indem er den Unfug der Royalisten zu dämpfen suchte. „Der Terrorismu8 ward jetzt die Waffe der Königlichen; die Protestanten mußten sich flüchten und verbergen und ihre Kirchen wurden geschlossen; Mord, Plünderung, Brand waren an der Tagesordnung; das Land war unter der Widfür der Banditenbäupter, die ihr Handwerk ungehindert unter den Augen der Präfecten und wohl selbst in ihrem Auftrag übten.“ Die Geistlichkeit erlangte großen Einfluß, besonders durch den Squß des Grafen von Artois und der Herzogin von Angouleme, der Häupter der Reactionspartei (,, Pavillon Marsan"). „Thron und Altar!“ ward von dem an die Losung der royalistischen Eiferer, welche die Rechte und Vortheile der Krone besser zu verstehen behaupteten als der König, und diesen nöthigten, mit Widerstreben

auf dem Wege der Reaction, den sie ihm vorschrieben, fortzuschreiten. Die Wahl des 13. Febr. ehemaligen Conventsgliede und , Königsmörderg“ Gregoire in die Deputirten

fammer, mehr aber noch die Ermordung des Herzog 8 von Berry, desjenigen königlichen Neffen, auf dem bei der Kinderlosigkeit Ludwig& XVIII. und seines ältesten Brudersohns (Angouleme) die ganze Hoffnung der Bourbonen ruhte, durch Louvel, einen von fanatischem Haß gegen die Königsfamilie erfüllten politischen Sdwärmer,

förderten das Streben der Reactionsmänner. Der König, mit Vorwürfen überhäuft, Mårjah sich genöthigt, das gemäßigte Ministerium Decazes, dem er sein besonderes 1820

Vertrauen zugewendet, zu entlassen und in eine Beschränkung der persönlichen
Freiheit (durd, die den Ministern eingeräumte Befugniß zu außerordentlichen Ver-

haftungen), der Preßfreiheit und der Wahlberechtigung zu willigen. Unter 1823. dem Ministerium Villele wurde der royalistische Eifer auf die Spiße getrieben.

Die Kammer stieß den liberalen Deputirten Manuel, in dessen Rede gegen die spaa nische Invasion die Versanımlung einige Aeußerungen zu finden glaubte, die wie eine Vertheidigung des Königsmords lauteten, aus ihrer Mitte, und die von Angouleme geführte Armee überstieg die Pyrenäen, um in Spanien das unbeschränkte Königthum herzustellen. In Verschwörungen, Mordansdlägen und Aufstandsversuchen gab fidy die aufgeregte Volksstimmung kund.

$. 784. Karl X. Am 16. Septbr. 1824 schloß Ludwig XVIII. sein vielgeprüftes, wechselvolles Leben. Harte Erfahrungen hatten ihn Milde und Mäßigung gelehrt; die ungestüme Heftigkeit der übrigen Glieder der Königsfamilie fülte das Berz des Sterbenden mit düstern Ahnungen der Zukunft. Sein Bruder, der Graf

von Artois, wurde, als Karl X., König von Frankreich. Durch seine feierliche 29. Mat Krönung und Salbung in Rheims schien er anzubeuten, daß er im Sinne der alten

,, alerchristlidysten“ Monarden zu regieren gedenke. Darum wendete er dem Ube und der Geistlichkeit sein Herz zu. Da zu fürchten stand, daß die so sehr gewünschte Rüderstattung der Emigrantengüter, die eine gänzliche Uingestaltung des bestehenden

1820.

1825.

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Zustandes zur Folge gehabt hätte, eine neue Staatsumwälzung herbeiführen möcyte, so gab der König und die Reactionspartei diesen Plan endlich auf, bewirkte aber von der Rammer, daß den durch die Emigration zu Verlust gekommenen Royalisten eine Enschädigungssumme von 1000 Millionen Franken bewilligt wurde. Madyte jhon dieses Geset bei der Nation einen schlimmen Eindruck, so erzeugten die durch jesuitische Einflüsse bewirkten Beschlüsse wider Entweihung firdylicher Gegenstände (Sacrilegsgeset) und zur Einführung idwesterlider Vereine als Vorboten der Herstellung klösterlider Orden allgemeinen Unwillen in den Reihen der Liberalen. - Zur Begünstigung der Priesters daft führte den Rönig theils die andächtige, religiöse Richtung, die sein Geist unter dem Einfluß der streng firchlichen Herzogin von Angouleme genommen, theils die Ansicht, die firdıliche Wiedergeburt Frankreich würde einen starken Damm gegen die Revolutionsideen bilden. Diese kirchliche Wiedergeburt hoffte Karl X. dadurch zu begründen, daß er der Geistlichkeit ihre vormalige einflußreiche Stellung zurückgab, reiche Prälaturen gründete, das Ordenswesen begünstigte und die kirchliche Wertheiligkeit mit dem ganzen neurömischen, burd die romantis de Dichtung beförderten Aberglauben wieder einführte. Die Sesuiten kehrten zurüd, wenn gleich nicht öffentlich; sie gründeten Vereine für fromme Verrichtungen (Congregationen) und suchten den Jugendunterricht in ihre Gewalt zu bringen. Dadurch verstärkte der König die liberale Opposition, indem alle Männer von philosophifdyer Bildung und die bedeutendsten literarischen Kräfte sich von einer Regierung, die sidy zur Schüßerin des Obscurantismus aufgeworfen, mit Unmuth abwandten. Während der verblendete Monarch glaubte, durch unzeitgemäße Missionsund Bußzüge oder durch Zwangsgesebe und Besdıränkungen den Geist des Volks in die alten Fesseln dlagen zu fönnen, lauschte die strebsame Jugend den freisinnigen Borten und Lehren der aufgeklärten Professoren an der Pariser Üniversität (Guizot, Billemain, Royer-Collard u. A.) oder den kühnen und freien Reden der Oppositionspresse (Globe, National, Constitutionel u. a.) und ergößte sich an den Freiheitsliedern Berangers und an den Satiren des Hellenisten Paul Louis Courier, und der Bürger las die verbreiteten, durch billige Ausgaben leicht zur gänglichen Sdriften Voltaire's und der Encyclopädisten, oder die zahlreidyen Ge

idtswerte und Denkwürdigkeiten über die große Zeit der Revolution und die Napoleonis de Ruhmesherrsd)aft (Thiers, Mignet u. A.).

§. 785. Die Julirevolution. Karl X. schritt, ohne die veränderte Gesinnung der Nation zu beachten, auf der betretenen Bahn der Reaction , fort. Das liberale Ministerium Martignac (seit 4. Januar 1828) mußte einem ultraroyalistischen unter Bolignacs Vorsit weichen, und als die 8. Aug. Kammer in der Eröffnungsadresse ihr Mißfallen über die dem Volksgeiste feindselige Politit der Regierung zu erkennen gab, erfolgte deren Auflösung und eine neue Wahl. Umsonst! Die Männer der Opposition erschienen in berstärkter Zahl und bestätigten somit das Mißtrauen des Volks in das neue Ministerium. Karl X. ließ sich nicht belehren. Er hoffte vergebens, 16. Mat der Kriegsruhm, womit die französischen Truppen sich zu derselben Zeit in Afrika bedeckten (wo sie zur Rache über die Beschimpfungen, die der seeräuberische Dey von Algier den Schiffen und dem Consul Frankreichs zugefügt, dessen þauptstadt eroberten und die französische Fahne auf den Zinnen der alten 5. qut Räuberstadt aufpflanzten), würde in der Nation eine günstigere Stimmung erzeugen – die Wahl des Feldherrn raubte dem Unternehmen in den Augen des Volkes den Glanz; war denn nicht Bourmont, der Verräther von Beber, Derdichte. II. 9. Aufl.

33

1829

1830.

Waterloo, Kriegsminister und Heerführer ? Raum brachte der Moniteur die 26. Juft. berühmten drei Drdonnanzen, wonach die Breßfreiheit suspendirt, die neue

Rammer aufgelöst und die Wahlordnung zur nächsten willkürlich abgeändert 28. Zuri war, so brach die Julirevolution aus, durch welche sich das Volt nach einem

dreitägigen heldenmüthigen Kampfe Befreiung von der Herrschaft des bours bonischen Königshauses und der Priesterschaft erstritt. Die in Paris anwesenden Deputirten errichteten am 29. Juli während des tapfersten Straßen: kampfes eine provisorische Regierung, an welcher Lafitte, Casimir Périer, Odilon Barrot u. 4. Theil nahmen, bis die constitutionelle Partei über die republikanische siegte und der Herzog Ludwig Philipp von Drleans (hauptsächlich durch die Unterstüßung des reichen, großmüthigen und vaterländisch gesinnten Banquiers Lafitte und des glorreichen, abers mals zum Anführer der neugeschaffenen Nationalgarde erhobenen Generals Lafayette) zum Statthalter (Reichsverweser) ernannt wurde. Zu spăt erbot sich Karl X. zur Zurücknahme der verbaßten Drdonnanzen und zur Einberufung eines populären Ministeriums; er mußte mit seiner Familie zum drittenmal in die Freinde wandern, indeß sein kluger Verwandter Louis Philipp, nachdem er das in der Eile revidirte, mit einigen freisinnigen Zusäßen vermehrte und einiger beschränkenden Artikel entkleidete Staatsgrunogeset (Charte) beschworen, als Rönig der Franzosen den Thron bestieg, gegen den so manche Schläge geführt worden. Die Wiederherstellung der Nationalfarben bezeichnete den Anfang des neuen vom Volfe geschaffenen Bürgerkönigthums.

Die im Auslande weilenden Verbannten, wie Soult, Sieyes, Maret (Bassano) u. A. fehrten in die Heimath zurüc, indeß Marmont (Herzog von Ragusa), der De fehlshaber der Pariser Befaßung, ins Eril wandern mußte. Im Jahr 1836 start Karl X. in Gö rz. 2. Die Verfassungskämpfe in der pyrenäischen Halbinsel und in

Italien.

9. Aug. 1890.

$. 786. Abfolutismus und Camarilla in Spanien. In diesen romanischen Ländern, die Jahrhunderte unter der drüdenden Bevormundung der Priesterschaft gestanden, waren die durch die Revolution in die Welt geschleuderten Ideen des neuen Staatswesens nicht in das Volf gedrungen, sie lebten in den Köpfen der Gebildeten und wurden, da es gefährlich war, sich zu ihnen zu befennen, in geheimen Gesellschaften fortgepflanzt. Solche politische Verbindungen nannten fid in Spanien und Portugal Freimaurer, in Stalien Carbonari; Abstellung der Priestermacht, Einführung freier constitutioneller Fornien, Auftlärung des Bolls, Erwedung der Vaterlandsliebe und des Nationalgefühls war ihr Hauptziel. 3or Einfluß madyte sich zuerst in Spanien geltend. Ferdinand VII., ein faljder, arg: wöhnischer Mann und Meister in der Verstellung, die er während seines gezwungenen Aufenthalts in Frankreid) üben gelernt, entledigte sich bei seiner Hüdtebr nad Spa

nien der ihm verhaften Cortes-Verfassung durch einen glüdlid, vollbrachten Gemalt: 10. Mai streich und führte mit dem unbeschränkten Königthum alle Uebelstände der alten Zeit

zurüd. Adel und Klerus, die den König mit ihren Neben umstridten, erlangten

1814.

ihre Vorrechte und ihre Steuerfreiheit wieder; die Ke I öfter wurden hergestellt, die Iesuiten durften einziehen, die Inquisition kehrte zurück und mit ihr die Folter und alle Sdređnisse einer finstern Zeit. Eine furchtbare Verfolgung erging nicht nur über alle Anhänger Frankreid)8 (Afrancesados), über Alle, die unter Joseph ein Amt bekleidet oder ihm irgend wie gedient hatten, sondern auch über die Häupter und Anhänger der Cortes, über die Bandenführer, die für König und Vaterland ihr Herzblut vergossen und nun als wohlverdienten Lohn Theilnahme am Staatswesen und bürgerliche Freiheit ansprachen. Viele der heldenmüthigsten Kämpfer starben unter der Hand des Henkers, Andere wanderten als Verbannte und Flügtlinge ins Ausland; die Zurüdgebliebenen verschlossen ihre Ansichten und ihren Grol in dweigsamer Brust. Eine Hofdienerschaft (Camarilla), bestehend aus selbstsüchtigen Privilegirten, fanatischen Priestern, schmeichelnden Höflingen und räntevollen Weibern, erlangte Ferdinands Vertrauen und trieb ihn zur grausamsten Verfolgung aller Liberalen. Die Empörungen, die dieses Regiment der Widfür und der Rade in den Provinzen hervorrief, vermehrten nur die Wuth der Verfolger und die Zahl der Opfer. Verwaltung und Rechtspflege befanden sich im jaminervollsten Zus stande, die Staatskasse war, troß des Steuerdrucs, gänzlich erschöpft, die südamerikanischen Colonien pflanzten die Fahne der Unabhängigkeit auf; Handel und Wandel stodte, Unmuth und Verstimmung herrschte in allen Gemüthern.

$. 787. Die Herrschaft der Cortes. Da geschab es, daß am Neujahrstage 1820 unter den in Cadir versammelten und zur Einschiffung nach Südamerika bestimmten Regimentern eine Militärverschwörung ausbrach. Die Fahne der Empörung wurde erhoben und die Constitution der Cortes ausgerufen. Der Oberst Riego war die Seele des Unternehmens; die Leitung des Ganzen übernahm der aus der Haft befreite Quiroga. In Kurzem verbreitete sich der Aufstand über alle Theile Spaniens, in verschiedenen Provinzen und Städten wurde die Cortesverfassung verfündet und dem absoluten Königthum der Krieg erklärt; - aber der Aufstand behielt den Charakter einer Verschwörung, deren Gelingen nur der Kraft= losigkeit einer Regierung zu danken war, welcher ein belastetes Gewissen die Entfolosfenheit zum Widerstande raubte; das Volk verstand nicht, um was es sich handelte, und nahm an dem Kampfe wenig Antheil. Der König versuchte umsonst die Bewegung durch Waffengewalt niederzuschlagen und die drohende Forderung um Wiederherstellung der Constitution vom Jahre 1812 durch unbestimmte Versprechungen zum Schweigen zu bringen; – die Aufstände mehrten sich und dem erfdredten König blieb nichts übrig, als in das Verlangen der Insurgenten zu willigen, die Cortes einzuberufen und die constitutionelle Verfassung, die ihn aus einem absoluten König zum Vollstreder der Befehle der Volksrepräsentanten machte, zu be- 7. mars fdwören. Drei Jahre bestand die neue Staatsform, unter heftigen Stürmen und Kämpfen. Der König haßte die ihm gewaltsam abgetroşte Constitution, die Deputirten, an die sich mehrere demokratisde Clubs mit repulifanischen Bestrebungen anlehnten, erfüllten durch die Schläge, die sie wider die Klöster, die privilegirten Stände, die altherkömmlichen Einrichtungen und die nationalen Gewohnheiten und Formen führten, die Camarilla, die Priesters djaft und alle Anhänger des Alten mit tiefem þaß; im Reden und Thun hatten die Cortes, besondere die Partei der „Aufs geregten" (Eraltados), die französisde Nationalversammlung vom Jahre 1789 im Auge. Um Geld zu erhalten, verkauften sie eine Miliarde frommer Stiftungen. Bald erhoben sich von verschiedenen Seiten mächtige Stürme gegen die ihren Sieg mißbrauchenden Liberalen in Madrid. Zuerst errichteten die Anhänger des absoluten Königthums eine eigene Regentschaft und eine Glaubensarmee, um den 1821. König aus den Banden der Constitutionellen zu befreien; das von Priestern und Mönchen aufgereizte Volt griff abermals zu den Waffen; ein blutiger Meinungs

1820.

1821.

kampf zerfleischte die unglückliche Nation. Rachsucht und Barteiwuth exstidten alle menschlichen Gefühle, zerrissen die Bande der Landsmannschaft und brachten Gejeg und Redit in Verachtung.

§. 788. Volksbewegungen in Portugal, Neapel, Sardinien. Die Siege der spanischen Demokraten feuerten ihre Meinungegenossen in Portugal und Italien zur Nadjahmung an. In lissabon und Dporto entstanden Volks: bewegungen, welche die Entfernung des im Namen des abwesenden Königs und im

englisden Interesse herrschenden Lord Beresford, die Bildung von Regierungs26. jan. Sunten und die Einberufung der Stände (Cortes) zur Folge hatten. Eine der

spanischen nachgebildete Verfassung mit Preßfreiheit, Abschaffung der Inquisition, der Feudallasten u. dergl. m. wurde eingeführt und von dem König für Portugal und Brasilien beschworen. — In Neapel wurden die nach Vereinigung Italiens zu einem Gesammtstaat strebenden Sarbonari durch das Beispiel der spanijda

Cortes zum Aufstand ermuthigt. Eine Militärverídwörung in Nola nahm bali 13. Tuti soldsen Fortgang, daß König Ferdinand sich genöthigt sah, in die Einführung 1820. der spanischen Ständeverfassung zu willigen. Triumphirend zogen Wila

helm Pepe und Carascosa, die Häupter der Verschwörung, an der Spiße der aufständischen Truppen und der mit ihnen verbundenen Carbonari in Neapel ein. Selbst Sicilien ward nad einem blutigen Rampfe zur Annahme der fremden Constitution gezwungen. – Aehnliches geschah in Piemont. Sier war Victor Emanuel bemüht, die Erinnerung an die französische Herrschaft durch Rüdführung aller alten Zustände und Lebensformen zu tilgen. Die Jesuiten erhielten den Jugendunterricht, Klerus und Adel traten wieder in Besig ihrer alten Vorredhyte; bürgerliche Freiheit und Volfsaufklärung wurden durch alle Mittel bejdränkt und gehindert. Dies erregte Unzufriedenheit und erzeugte geheime Verbindungen und Versdwörungen. Ein von Militär und Studenten gewagter Aufstand, bei dem mehrere bodygestellte Personen, ja jelbst der muthmaßliche Thronerbe, Rarl Albert von Carignan, betheiligt waren, nahm so rasdyen Fortgang, daß der König dem Thron zu Gunsten seines Bruders entsagte und bis zu dessen Ankunft dem Prinzen von Carignan die Regentschaft übertrug. Dieser bewilligte den Insurgenten, die im Besig der Haupt stabt und der Citadele waren, die verlangte spanis de Constitution. Aber eh? diese, von dem neuen noch in Modena abwesenden König Karl Felix verworfene Verfassung ins Leben trat, hatte sich die Lage der Dinge geändert.

§. 789. Die Intervention der heiligen Allianz. Die Häupter be heiligen Alianz, beunruhigt über den neuen revolutionären Geist, der auá tie

deutsche Jugend ergriffen zu haben schien, faßten auf Metternidhs Vorstellungen Januar.

den Entschluß, diese demokratischen Bewegungen zu unterdrüden. Auf dem Congreß von laybady, bei dem sich der von den Monarchen eingeladene König Ferdinand von Neapel einfand, wurde besdhlossen, die constitutionelle Verfassung in Neapel gewaltsam umzustürzen. Ferdinand billigte das Vorhaben, durd das a wieder in den Besit seiner unbeschränkten Königsmadit kommen sollte. Ein öfter: reidisches Heer rügte ein; vergebens stellten fid Pepe und Carascosa mit beträd lidhen Streitkräften den anrückenden Feinden entgegen; die feigen Soldaten del

Erstern wurden nach einem leichten Gefechte zersprengt. Die Andern zwangen ihre: 24. März. Anführer zu einer schmad;vollen Capitulation. Ohne Mühe besegten die Defter

reider Neapel und Capua und gaben dem König, der alles seit der Umwälzung Vorgefallene für ungültig erklärte, die absolute König & mad t zurüd. Jubelno begrüßte das leichtsinnige und unwissende Volt den Umsturz der constitutionellen Verfassung, dessen Bedeutung es nicht begriff. Von dem an verband sich die Brie: stermacht und das auf Miethsoldaten und Polizeiwejen gestüßte absolute

Mår 1821.

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