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Gefangenschaft gerieth. Dies nöthigte den wadern Wurmser, Mantua an den glorreichen Sieger, dessen Name bereits in Aller Munde war, zu übers geben. Bonaparte, des Feindes Tapferkeit ehrend, gewährte dem greisen Feldherrn mit seinem Generalstab und einem Theil der muthvollen Bejagung 2. Febr. freien Abzug. Erschredt über diese raschen Erfolge eilte Bapst Pius VI., durch den nachtheiligen Frieden von Tolentino (worin er auf Avignon 19. Febr. und Benaissin verzichtete, Bologna, Ferrara u. a. D. abtrat, 30 Millionen Livres bezahlte und eine Anzahl werthvoller Gemälde lieferte) das siegreiche Heer von dem Einzug in den Kirchenstaat abzuhalten. Bald nachher übernahm Erzherzog Karl als „Generaliffimus“ die Führung der österreichischen Armee in Italien; aber ohne bessern Erfolg. Auch er mußte sich nach großen Verlusten mit den entmuthigten Truppen zurückziehen, worauf Bonaparte ihn bis nach Klagenfurt verfolgte — in der Absidit, auf Wien loszugeben. Naiser Franz, besorgt über das Schicksal seiner Hauptstadt, ließ sich durch weiblichen Einfluß und durch Thuguts ränkevolle und ehrlose Politik gerade in dem Augenblick zum Abschluß des nachtheiligen Bräliminar - 18. Aprir. friedens von Leoben bestimmen, als die Lage der französischen Armee durch das Ausbleiben der erwarteten Hülfstruppen, durch die unruhigen Bewegungen der kräftigen Tyroler, Steyrer und Kärnthner und durch den neu. erwachten Kriegsmuth in Desterreich selbst bedenklich zu werden anfing. Die in Leoben festgeseßten Grundbedingungen sicherten den Franzosen den Besit von Belgien und der. Lombardei und stellten ihnen die Erfüllung des Lieblingsgedankens ber natürlichen Grenze am Rhein“ in Aussicht, wenn gleich noch zum Schein von der „Integrität des Reichs“ die Rede war. Die bis zum völligen Friedensschluß eingegangene Waffenruhe wußte nunmehr NapoLeon vortrefflich zur Demüthigung des einst so stolzen und mächtigen Venedig zu benußen.

Der morsche Freistaat, dessen oligarchische Verfassung den Forderungen der Zeit Venedig. nicht mehr entspradı, hatte bisher zwischen den kriegführenden Mächten eine NeutraGität beobachtet, die von beiden Seiten wenig geachtet wurde, weil sie nur die Folge der Ohnmacht war. Die Franzosen trugen großes Gelüste nach der reichen Handelsstadt mit ihren Flotten und Vorrathshäusern und hatten bereits mit vielen nach dem Umsturz der bestehenden Verfaffung strebenden Demokraten Verbindungen und In: triguen angeknüpft, als die Unbesonnenheit des Senats einen willkommenen Anlaß zur allmählichen Vernichtung des. republikanischen Freistaats bot. Die im Rücken der französischen Armee entstandene Volksbewegung erfüllte die venetianisdie Regierung mit der Hoffnung, die Feinde würden den Streichen des rüstigen Landvolts erliegen; sie nährte daher die unter den Bewohnern des venetianischen Festlandes berridende Aufregung und rief dadurch einen drohenden Aufstand hervor. Am 17. April fiel das ergrimmte Volf von Verona und der Umgegend über die zurückgebliebenen Franzojen her, ermordete sie und schonte nicht einmal der Kranken und Berwundeten in den Hospitälern. Der feige Senat, in dem thöridyten Glauben befangen, der Augenblick der Rache sei gekommen, nahm im Vertrauen auf Desterreich inë friegerische Haltung an und billigte das Gefdhehene. Da traf plötzlich die Nachicht von dem Abschluß des Friedens von Leoben ein und erzeugte in dem zaghaften Senat die größte Bestürzung.

1797.

Statt dem kriegdrohenden Feinde muthig Widerstand zu leisten und mit Ehren zu fallen, flehten die Rathsherren von Venedig demüthig die Gnade des stolzen Siegers an und willigten, unter Vorbehalt ihrer Pensionen, in die Entlassung der tapfern Truppen (Slavonier) und in die Uebertragung der Staatsgewalt an einen vom Volle neugewählten demokratischen Rath. Dies war das Vorspiel zum gänzlichen Untergang des Freistaats, denn Napoleon hatte die Absicht, Venedig auszuplündern und dann die ausgeleerte Stadt als Entschädigung an Desterreich zu überlassen. Zu dem Ende zogen im Mai die Franzosen in die lagunenstadt ein, führten die Schiffe und die Vorräthe des Zeughauses weg, beraubten die Kirchen, Galerien und Bibliotheken ihrer schönsten Zierden und kostbarsten Schäße und hielten die Stadt so lange besebt, bis die Unterhandlungen mit Desterreich, die durch Thuguts ränkevolle Politik und durch die Hoffnung der verbündeten Mächte auf einen

in Paris zu erwartenden Umschwung der Dinge im royalistischen Sinn sich 17. Det. in die länge zogen, so weit gediehen waren, daß der Friede von Campo

Formio, wodurch Oberitalien als cisalpinische Republik unter Frank: reichs Herrschaft gerieth, und Belgien und die linke Rheinseite der Republik gewonnen wurden, zum Abschluß fam.

Der Friede von Campo Formio und der Rastatter Congreß. In diesem Frieden, worin die fede Staatskunst Napoleons über die alte Diplomatie und die þöfilden Formen des Grafen Cobenzl den vollständigsten Sieg erlangte, wurde das venetianisse Gebiet nebst Istrien und Dalmatien an Desterreich überlassen, wogegen dieses die aus der österreichischen {ombardei, Mantua, Modena, Ferrara, Bologna u. a. erobers

ten Länderstrecken und Städtegebieten gebildete und nach Art der franzöfisden Republik 30. Decbr.

durch ein Directorium und zwei gesebgebenbe Näthe verwaltete cisalpinische Republik anerkannte, in die Abtretung Belgieng an Frankreich willigte und den entsetten Verzog von Modena durch den Breisgau zu entschädigen verhieß. Außerdein versprad Kaiser Franz, seine Truppen aus Mainz, Mannheim, Ehrenbreitstein, Ulm und andern Festun gen zu ziehen, wodurch das deutsce Reich den französischen Angriffen suglos preisgegeben ward. Mainz mußte sofort geräumt und damit das ganze linke Rheinufer, mit Ausnabme der preußischen Gebiete von Cleve, Meurs und Geldern, an Frankreich überlassen werden. Die Schifffahrt auf dem Rhein wurde für frei erklärt und die Maaszölle abge schafft. Die geistlichen Kurfürsten und andere zu Schaden gekommene Fürsten, Brälaten

und Ebelleute sollten auf dem rechten Rheinufer entschädigt und diese, so wie die übrigen, 9. Decbr. Deutsớland betreffenden Punkte, auf dem Congreß von Rastatt regulirt werden. Dieser

Congreß eröffnete Napoleon selbst, aber das langwierige und verwidelte Friedensgesdatt vermochte seinen thatenbürstenden Geist nicht lange zu fesseln. Er übertrug die Leitung einigen Diplomaten und begab sich im December nach Paris, wo er vom Bolfe mit Jube begrüßt und von der Directorial-Regierung, der er durch Talley rand vorgestellt wari, mit Ehren und Auszeichnung empfangen wurde. „Mit dem Frieben vom Campo Formic begann ein neuer Abschnitt der europäischen Geschichte. Die alten völkerrechtlichen Beru bältnisse waren aufgelöst, die Triumphe der revolutionären Propaganda in Holland, am Rhein, in Italien anerkannt, gegen weitere Siege desselben Prinzips, wie sie im Kirchen ftaat und in der Schweiz rasch gefolgt sind, die Dämme weggeräumt. Die Thugutide Politik gab sich diesen neuen Grundsätzen so vollständig hin, daß sie nicht nur die Berat bung des Reiches und die Entschädigung auf Kosten Dritter zuließ, sondern selber begierig an der Vertheilung der großen Beute Theil nahm.“ Eifersüchtig ließ sich Oesterreich von

1797.

dem Reichsfeinde versprechen, Preußen solle feinerlei Gebietserweiterung erhalten. So erleiðterte die innere Zwietracht, bie Rivalität der beiden deutschen Großmächte und die Schwäde der kleinen Staaten den Franzosen den Sieg. „Desterreich war lüstern auf Bayern und voll Hoffnung, diese langersehnte Beute jetzt endlich mit Frankreichs Hülfe zu erlangen; Preußen gleich begierig nach Arrondirungen in Franken und Westfalen und nicht weniger eifrig, diese Beute jeßt endlich mit Frankreichs Hülfe zu gewinnen. Die fleineren Reichsstände erschienen zu Rastatt wohl mit der patriotischen Miene, die Integrität des Reiches zu erhalten, aber auch von ihnen waren schon mehrere in geheimem Einverständniß mit Frankreich, hatten die Abtretung der linken Rheinufers ihres Theils zuges jagt und sich die geistlichen Stifter zusagen lassen. Allenthalben nur betrogene Betrüger, vom Kaiser an bis zu den kleinsten süddeutschen Reichsständen herab!" — Der Congreß von Rastatt war die Leichenfeier des Heil. römischen Reichs deutscher Nation; und es schien, als sollte die ganze Zerrissenheit, Bedanterie und Starrheit desselben noch einmal vollständig zu Tage kommen. Man weiß nicht, soll man mehr über die Frivolität und den Leichtfinn ber Diplomaten erstaunen, oder über die Niederträchtigkeit und Charakterlosigkeit, womit die Gesandten der kleinen Höfe durch Kriegherei und Bestedung des französischen Gejandtidaftapersonals bis zum Kammerbiener und Kutscher berab um F#ankreiche Protection buhlten, oder über die Dreiftigkeit und jacobinische Robbeit der republikanischen Geschäftsführer, welche die entzweiten Großen gegenseitig durch Erregung ihrer Eifersucht in Soad hielten und die Mittleren und Kleinen abwechselnd liebkos'ten oder schreďten und taturd die Hülflose Lage des Neide vollkommen auszubeuten verstanden. – „Wenn es in einer so trüben Geschichte ein Troft sein könnte," sagt Häusjer, „daß alle die Mächte und Stände, die das alte Reich bildeten, gleichmäßig zu dessen Auflösung mitgewirkt haben, so ift uns dieser Trost in vollem Maße zu Theil geworden. Desterreich und Preußen, Bapern, Baden wie Pfalzzweibrüden, die weltliche wie die geistliche Fürstenschaft, sie sind alle in diese Schuld gleich tief verstrict und Keiner hat Ursache, den Andern um seines geringen Patriotismus willen vor der Nachwelt anzuflagen.“

S. 734. Die Directorialregierung im Innern. Die Mitglieder der beiden durch Doppelwahlen gebildeten gesebgebenden Versammlungen des Raths der Alten und des Raths der Fünfhundert waren größtentheils gemäßigte Republifaner; die von den Räthen aus ihrer Mitte gewählten fünf Directoren dagegen waren eifrige Republikaner, theils im Sinne der Girondisten, wie la ReveillèrePepea ur, theils Jacobiner, wie Carnot, Barras, Reubel.

La Reveillère-lepeaur war ein sehr achtungswürdiger Mann, aber ein fanatischer Feind des Kirchenwesens und der Geistlichkeit, weil er eine Naturreligion an die Stelle bee Christenthums setzen wollte und zu dem Zwede die Gesellschaft der Theo-Bhilanthropen (Gott- und Menschen-Freunde) gründete. Auch die Uebrigen, mit Ausnahme des sittenlosen Schlemmers Barras, waren patriotische Männer, die mit größter Anstren. gung und Aufopferung ihr mühsames Amt verwalteten und trotz des Raubsystems, das in allen Ländern von ihnen eingeführt wurde, in dürftigen Verhältnissen lebten; doch waren fie, Carnot ausgenommen, in keiner Hinsicht bedeutend. 'Durdh den Eifer, sich vermittelst einze bunten, aus Scharlad und Sammt bestehenden Amtskleides Ansehen und Würde zu geben, machten sie sich lächerlich.

Die Directorialregierung war übrigens sowohl den heftigen Republikanern (Terroristen) als den Royalisten verhaßt und hatte von beiden Angriffe zu erleiden. Den ersten Versuch eines Umsturzes machten die Republikaner unter der Führung des Gracchus-Babeuf, der, ähnlich jenem römischen Volfstribun, dessen Namen er angenommen, Ausgleichung des Eigenthums und eine neue Gütervertheilung begrü n= ben wollte. 3ym schlossen sich einige der alten Jacobiner, namentlich Drouet und Rossignol, an. Ihr Unternehmen scheiterte an der Wachsamkeit der Regierung;

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Juli 1797.

nach einem Aufsehen erregenden Gerichtsverfahren ließ sidi Babeuf den Dold in die Brust stoßen, die Uebrigen wurden theils hingerichtet, theils verbannt. Babeufs Andenken blieb bei seinen Meinungsgenossen in Ehren und seine Grundsäße liegen noch jeßt den Bestrebungen der Communisten und Socialisten zu Grunde. — Größer war die Gefahr, die der ohnmächtigen Directorialregierung von den Royalisten drohte, welche den Club von Clichy gegründet hatten und unter den gesetzgebenden Räthen und beim Directorium Meinungsgenossen zählten. Als nach Ablauf des ersten Jahres laut der Verfassungsurkunde ein Drittel der Räthe aussdied und durd neue Wahlen ergänzt wurde, gelang es den Royalisten, fast lauter Leute ihrer Farbe in die geseßgebende Versammlung zu bringen. Unter ihnen befand sich Bidhegrü, der schon früher als Oberfeldherr der Rheinarmee mit den Emigranten in Verbin: dung gestanden und jetzt als Präsident des Raths der Fünfhundert die Zurückführung des Königthums zu bewirken suchte. Dies machte die Republikaner im Directorium und in den gesetzgebenden Kammern besorgt. Sie suchten zuerst durd, den heldenmüthigen Hoche die royalistisdie Bewegung niederzuschlagen; als aber die Hitze des Generals und ihre eigene Unentsc»lossenheit den Plan vereitelte, wandten sie sich an Bonaparte. Dieser schickte eine Abtheilung seines Heeres unter dem flugen Bernadotte und dem Haudegen Augerea u nach Paris, angeblich

um die eroberten Fahnen zu überbringen, in der That aber, um den Directoren gegen 4. Sept. "1797.“ die Royalisten zu dienen. Am 18. Fructidor umstellte Augereau mit seinen Truppen

die Tuilerien und bemädytigte sich der royalistisden Deputirten, worauf elf Glieder des Raths der Alten, 42 der Fünfhundert (darunter Pichegrü und Willot) und zwei Directoren (Barthelemy und der mit seinen schwachen Collegen zerfallene und von der Nothwendigkeit einer Aenderung überzeugte Republikaner Carnot) zur Deportation nach dem feudyten Guyana (Cayenne) in Südamerifa verdammt wurden.

Durch ein von dem neuen Director Merlin entworfenes Decret wurden alsdann die royalistischen Wahlen casfirt, die zurücgekehrten Emigranten und einige noch anwes Tende Verwandte des Königshauses in die Fremde getrieben, eine Reihe von Zeitsdriften zu Gunsten des Königthums unterdrüdt und deren Eigenthümer, Redactoren und Mitars beiter zur Deportation verurtheilt. Ein neuer Eid der Treue für die bestehende Berfassung und den religiösen Cultus sollte das neue Jacobinerregiment gegen ähnliche Angriffe sider stellen. Von dem an wurde das Schidsal der Regierungen durch Bayonette entschieden. Moreau, als Mitwisser von Pichegrü’s Plänen angesehen, wurde trop eines ehrlosen

Briefs, worin er die ganze Schuld seiner Freundes aufbedte, vom Dienste entfernt. 20. Sept. Hoche begab sich zur Rheinarmee, wo er bald nachber ein frühes rubmvolles Grab fand.

Carnot entging der ihm zugedachten Deportation durch die Flucht nach Deutschland, und kehrte nach dem 18. Brümaire nad Frankreich zurück.

So start fühlte sich das Directorium durch Bonaparte's Scuß, daß es einige Zeit nachher eine Anzahl royalist is der, oder, wie man sich ausdrückte, anarchiz stif der Wahlen eigenmächtig cafsirte, durch Militärgerichte die Royalisten und deren Freunde blutig verfolgte und durch harte Gefeße die heimgekehrten Ateligen und Emigranten zu (dyreden suchte. Zugleich wurden aber auch gegen die Jacobiner, die ihr Haupt fühner erhoben, Gewaltmaßregeln verhängt. Und dennod feblte der

Directorialregierung Kraft und Ansehen nach Außen und Achtung und Zutrauen Geldnoth. nach Innen. Handel, Gewerbfleiß und A&erbau stocten, dwere Abgaben brüdten

das Volk, und die gänzliche Entwerthung der Assignaten, wovon eine unglaublidhe Masse angefertigt worden, brachte die größte Zerrüttung sowohl in die Staate kaffe als in den Vermögensbestand der Privaten, Vergebens schuf man durch Anweisung auf die Emigranten- und Nationalgüter eine neue Art Papiergeld, die Man date, mit denen man einen Theil der Assignaten einzulösen gedachte, um dann die

1797.

Bonas

Erob.

dria's

übrigen für ungültig zu erklären; die neuen Anweisungen waren bald so werthlos wie die frübern; vergebens suchte man die Staatsgläubiger durch die sogenannten Inscriptionen zu befriedigen und zu neuen Anlehen zu bewegen – der offen= kundige Staatsbanferott raubte der Regierung alles Vertrauen; die Verluste der Rapitalisten waren unermeßlid); das Vermögen war von den Reichen und Bevorzugten zu den untern Ständen gewandert. Zur Bestreitung der Kriegskosten und anderer Ausgaben errichtete die Directorialregierung in den eroberten Ländern ein wahres Raubsystem. Die Niederlande, die Schweiz und vor allem die Fürsten und Städte Italiens wurden von den Directoren und ihren Diplomaten, Heerführern und Com= misjären aufs gewissenloseste ausgeplündert. Gewalt, List und Drohungen famen in Anwendung; die ganze Welt sehnte sich nach Befreiung von dieser drückenden und darakterlosen Regierung; aber der einzige Mann, von dem man Rettung erwarten konnte, war nach der Beendigung seines italienisden Feldzugs ausgezogen, um ein fernes Wunderland aufzusuchen und sein Haupt mit neuen Lorbeeren zu umflechten. Statt nämlid) eine Landung in England zu unternehmen, wie Jedermann aus den parte nach Kriegsanstalten in den Seebäfen geschlossen hatte, (chiffte Napoleon Bonaparte mit Wegypten. einem Theil seines italienischen Heers, mit den ausgezeidynetsten Feldherren und mit 19. Mai

1798. den berühmtesten Künstlern, Gelehrten, Mathematikern (Monge), Naturkundigen

2. Juni. (Bertholet, Comte), Astronomen, Aerzten u. dergl. über Malta, das durch Verrath 12 dem Johanniterorden entrissen ward, nad Aegypten. Große Pläne leiteten ihn aleranbei diesem abenteuerlichen und gefabrvollen Unternehmen. Von Aegypten aus fonnte 1. Juli. Das Mittelmeer beherrscht werden, wo Frantreid, seit dem Frieden von Campo Formio bereits das Protectorat über die ionis dy en Inseln besaß; von Aegypten aus konnte man die morsde Herrschaft der Türken in Kleinasien und Griechenland erschüttern, von Aegypten aus fonnte Frankreich seine Arme nad Ostindien stređen und Englands Macht in seinen Colonien vernidten. Darum erhob sich auch die britische Nation zu einem neuen mächtigen Kampf und brachte die unglaublichsten Geldopfer, um die andern europäischen Mächte zu gleichem Kampf zu bewegen..

§. 735. Das Ausland. So schwach und charakterlos die DirectorialRegierung im Innern war, so übermüthig, raubsüchtig und tyrannisch benahm sie sich dem Auslande gegenüber. „Erst jetzt, wo die Revolution die wilden Parteierschütterungen durchlebt hatte, und in starker militärischer Rüstung dastand, trat jene Gefahr ein, die das alte Europa schon 1791 und 1792 gefürchtet: ihre erobernde Kraft, durch politische Propaganda unterstüßt, wandte fidh nach Außen und begann die feudalen und monarchischen Ordnungen zunächst in den an Frankreich angrenzenden Gebieten von Grund aus zu erschüttern.“ Im Winter 1797 entstanden in Rom und andern Theilen des Kirchen- Rom. staats republikanische Bewegungen, zum Theil aus Unwillen über den von ber päpstlichen Regierung geübten Druck, zum Theil durch französische Einvoirfungen. Bei der Unterdrückung derselben kam der General Düphot um's Leben. Dies gab der französischen Regierung Veranlassung, Berthier mit einem Heer in Rom einrücken zu lassen. Auf dem römischen Forum wurde ein Freiheitsbaum errichtet; dem Papste ward die weltliche Gewalt entzogen 10. Febr. und einer aus Consuln, Senatoren und Tribunen bestehenden, und der franzofijden Verfassung nachgebildeten republikanischen Regierung übertragen. Dann 15. Febr. legten die neuen Befreier (besonders der harte Massena) der Stadt schwere Griegssteuern und Auflagen auf, plünderten Kirchen und Paläste, pflegten

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