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Mat 1781.

Calonne

1787.

- Sparsamkeit und Beiziehung der Provinzialstände — dem Hof und der Aristokra= tie vollende verhaßt und die Veröffentlichung des finanziellen Zustandes (compte rendu) bei Gelegenheit einer Anleihe erregte solchen Unwillen gegen diese der öffentlichen Meinung dargebrachte Huldigung, daß er seine Entlassung derlangen mußte. Sein Abgang befreite den Hof von langweiliger Sparsamkeit, mehrte aber die Unordnung im Staatshaushalt. Die Ausgaben überstiegen jedes Jahr die Einnahmen um viele Millionen; Anleihen konnten bei dem schwachen Aredit und der schon sehr hohen Staatsíduld nur unter unvortheilhaften Bedingungen erlangt werden und brachten blos eine kurze Erleichterung, ohne das Uebel zu heben. Der amerikanische Krieg verídlang die Einfünfte von drei Jahren und schuf dem Thron außer der finanziellen Verlegenheit mächtige unbekannte Feinde durch Erweđung des Bür

gerstolzes, des Republikanersinns und des Freiheitsgefühls bei Hoben und Geringen. 1783. In dieser kritischen Zeit übernahm der leichtsinnige, verschwenderische Calonne die

bedenkliche Finanzverwaltung. Er wich von Neder: Sparsystem ab, kam ben Wünschen der Königin und den Bedürfnissen der Prinzen und Hofleute willig entgegen und täuschte eine Zeit lang die Welt durch verheißene Finanzreformen, die aller Noth ein Ende machen sollten. Die-glänzendsten Feste wurden in Versailles gefeiert und Calonne's Talente hoch gepriesen. Bald waren jedoch auch seine Mittel erschöpft und

die aus Adel und Klerus, hohen Staatsbeamten, Parlamentsräthen und einigen 22. Febr. Städteabgeordneten bestehende Notablen - Versammlung, zu deren Einberu=

fung man sich seit Begründung der absoluten Königsnacht hie und da in sowierigen Fällen entschloß, sollte Rath schaffen. Aber statt der erwarteten Hülfe fand Calonne in ihr die heftigsten Feinde. Sein Vorschlag einer allgemeinen, auch den Adel und Klerus umfassenden Besteuerung wurde von diesen Privilegirten standhaft verworfen und der Sturm über das bei der Gelegenheit zu Tage gekommene Deficit ward so heftig, daß Calonne seiner Stelle entsagte und sich nach london begab, um der ihm drohenden Anklage zu entgehen. Sein eifrigster Gegner bei der Notablenversanm= lung, lomenie de Brienne, Erzbischof von Toulouse, wurde sein Nachfolger.

$. 708. d) Hader mit dem Parlamente. Brienne hatte einen idweren Stand. Als er zwei neue Steueredicte bei dem Parlamente einzeichnen lassen wollte,

stieß er auf so hartnädigen Widerstand, daß der König zuerst zu dem gewohnten Auguft Zwangsmittel einer Thronfigung (lit de justice) schritt und als selbst dies nichts

fruchtete, die fühnsten Räthe nach Troyes verwies. An diesen Streitigkeiten nahm das durch die Notablenversammlung mit dem Zustande der Staatsfasse bekannt ge= wordene, für Freiheit und Menschenrechte schwärmende französisdhe Volt den eifrigsten Antheil. Es umstellte lärmend das Sißungshaus, begrüßte mit Jubel die Redner der Dpposition und mit Scheltworten die Regierungspartei; idon jeßt fonnte die Justiz nicht mehr gehandhabt werden. Im Parlament wie auf den Straßen wurde der Ruf nach Generalständen laut. Umsonst schloß der Minister mit den ältern

bedächtigen Gliedern des nach Troyes verwiesenen Parlaments eine Uebereinkunft, 1787.

wornad; die Steueredicte zurüdgenommen, dagegen aber eine Anleihe von 440 Millionen bewilligt werden solte; kaum wurde in einer königliden Sigung auf Bestätigung des Anlehns angetragen, als mehrere Mitglieder (vor allen der Herzog von Orleans) gegen die Maßregel protestirten und nach des Königs Entfernung sich in so heftigen Reden ergingen, daß der Hof zu neuen Verhaftungen zu schreiten beschloß, dadurch aber nur die Erbitterung und den Widerstand mehrte. In einer

von dem Parlamentsrath Duval d'Epréménil entworfenen und von allen seinen 1788.

Kollegen angenommenen Erklärung wurde die feit Richelieu herrsơende Ansicht, daß dem Monardhen die geseßgebende und aus übende Gewalt inwohne, eridüt: tert und sowohl das Steuerbewilligungsrecht der Stände als die Ungesetzlichkeit der Haftbriefe und die Gültigkeit der Rechte und Privilegien der Magistrate und Provin=

Nov.

Mai

jen so klar und energisch dargethan, daß der König und die Minister , ergrimmt über die Vermessenheit und beunruhigt über den neuen Geist, von dem der ganze Gerichtshof erfült zu sein scien, mit den Parlamenten eine ähnliche Umwandlung wie unter fudwig XV. vorzunehmen beschlossen. Zu dem Ende wurden die fühnsten Räthe verhaftet, die übrigen durch aufgestellte Truppen und eine Thronsigung zur Annahme der neuen Organisation (in cours plenières) gezwungen. Allein sowohl die fühne Protestation der Räthe gegen die erzwungene Zustimmung als die Unzufriedenheit des Bolts, das seine Gesinnung durch Aufstände und wilde Ercesse in der Provence, Languedoc, Dauphiné, und besonders in Bretagne, und durch Verbrennung des Minifters im Bilde fund gab, hätte eine einsichtsvolle Regierung überzeugen müssen, daß die Zeit der Machtherrschaft und Autokratie vorüber sei.

Nad der neuen Organisation sollte statt des Pariser Parlaments eine aus dem hoc ben Adel und einigen Hofleuten gebildete cour plenière die Eintragung der Gefeße und Steuererlasse vornehmen; die Parlamente der Provinzen wurden in ihrem richterlichen Geidāststreise vertürzt, indem fast alle birgerlichen Streitigkeiten und alle peinlichen Saben, bei denen weder Geistliche noch Edelleute betheiligt wären, mittlern Gerict 8böfen (Oberämtern) zur Erkenntniß anheimgegeben wurden. §. 709. e) Einberufung der Reichsstände. Der stets zunehmende

August Sturm gegen den Minister nöthigte endlich den Hof in Brienne’s Entlassung zu 1788. willigen, zu einer Zeit, wo die Geldnoth so groß geworden, daß alle Baarzahlungen eingestellt werden mußten und ein Staatsbankbruch unvermeidlich schien. Nun erfolgte die Uebertragung des Finanzministeriums an den volksbeliebten Neder, woraus Neder

1788-89. man joloß, daß der König gesonnen sei, der mehrfach verheißenen und von allen Seiten mit Ungestüm geforderten Einberufung der Stände nunmehr Folge zu geben. Kaum hatte daher Neder durch Freilassung der gefangenen Räthe und burd 3 urüdnahme der Edicte gegen die Parlamente die Aufregung beruhigt und der Regierung wie • Zutrauen verschafft, als er die zu dem wichtigen und folgenreichen Ereigniß nöthigen Anordnungen traf. Nun zeigte sich bald, daß die Parlamente nur insofern de:: Geiste des Fortschritts huldigten, als dieser ihre Standesinteressen nicht gefährdet ; denn sowohl sie als die von Neder abermals befragten Notablen waren der Meinung, die neue Versammlung sollte sich in der Novbr.

1788. Zahl der Abgeordneten und in dem Geschäftsgange nach den Ständen des Jahres 1614 richten, indeß Neder dem Bürgerstande (tiers état) die doppelte Anzahl zugestanden und nach Köpfen, nicht nach Ständen abgestimmt haben wollte, eine Ansiot, der die talentvollsten Wortführer der Nation in einer Menge von Flugsdriften beitraten. Unter diesen hat keine größern Eindrud gemacht als die Schrift von Abbé Sie ye 8 ,,Was ist der dritte Stand ?" Graf und Geistlider zugleidy, sprac Decbr. er doch sowohl gegen den Adel wie gegen den Klerus und stellte den Hauptsatz der Revolution auf, daß der dritte Stand die Nation selbst sei, die Nation in ihrer wahren Souveränetät und Machtvollkommenheit.“ Der französische Staat gleiche in seiner jegigen Beschaffenheit einer auf die Spitze gestellten Pyramide; man müsse ihm die naturgemäße Stellung zurüdgeben, indem man ihn auf seine Basis, das Bolt, stüße. Neders Meinung siegte. Eine königliche Verfügung bestimmte die Zahl der adeligen und geistlichen Mitglieder auf je 300, die der bürgerlidhen auf 600 und jepte den 1. Mai des folgenden Jahre als Zeitpunkt der Eröffnung fest. Zu spät bereute das von der Ungunst des Volts betroffene Parlament seinen Widerstand und suchte durch Nad giebigkeit gegen die öffentliche Meinung seine frühere Stellung wieder zu gewinnen – die Volksgunst war verscherzt und der Glanz, in dem bald die neue Versammlung strahlte, verdunkelte das Parlament so sehr, daß dessen spätere Auflösung fast unbemerkt vorüberging. Neder war der Held des Ta=

1788.

ges, aber er war nicht der Lenker des Staatsschiffs, sondern „trieb nur mit dem
Winde." Ohne Plan und Vorbereitung trat der kurzsichtige Vertreter der Regies
rung den ron den kühnsten und mannichfachsten Ansichten erfüllten Volksvertretern
entgegen.
• Durch eine mangelhafte und nach den Provinzen verschiedene Wahlart wurde der
Grundbesig ungenügend vertreten und durch die von den alten Generalständen beibebaltene
Einrichtung, daß die Wählercorporationen ihren Abgeordneten Instruktionen und Wüuide
schriftlich (in Cahiers) mitgaben, kamen viele übereilte Reformvorschläge in die Kammer.
Vernichtung des absoluten Königthum8, Aufhebung der Feudalverhältnisie
nnd Minderung der Macht und des Reichthums der Hierardie standen in erster Reibe.
„In ganz Frankreich war nur der eine Gedanke, daß von hier an ein neues Zeitalter für
das Volt und das Reich beginne, und, trete in den Weg wer da wolle, fich vollenden müsse."

1789.

II. Die conftituirende Versammlung (5. Mai 1789 bis

30. Sept. 1791). §. 710. Die Nationalversammlung. Anfang8 Mai versammelten sich die Abgeordneten der drei Stände, darunter die talentvollsten und ges bildetsten Männer Frankreichs, in Versailles. Schon in der Tracht (der Adel trug schwarze mit Gold und Spigen besegte Sammetmäntel mit Federhüten, der Bürgerstand einfache schwarze Mäntel, Hüte ohne Anöpfe und Federn) mehr aber noch bei der Audienz fühlte sich der dritte Stand zurückgesegt und

verlegt. Desto mehr Geltung verschaffte er sich gleich nach der feierlichen Er5. Mat öffnung. Bereits in den ersten Sißungen gerieth er mit den beiden oberen

Ständen und der Regierung über die Brüfung der Vollmachten in Streit, indem die leßtern eine nach Ständen gesonderte Untersuchung verlangten, der Bürgerstand dagegen auf einer gemeinschaftlichen bestand. Da dieses auch gemeinschaftliche Berathung und Abstimmung nach Möpfen zur Folge hatte, wodurch der Adel und die Geistlichkeit, von denen viele den Ansichten des dritten Standes huldigten und etliche ausgeblieben waren, in Nachtheil kommen mußten, so wurde dieser Streit mehrere Wochen lang hartnädig fortgeseßt, bis er durch einen fühnen und erfolgreichen Schritt zum Vortheile des Bürgerstandes entschieden ward. Dieser nämlich, der den edlen, von wahrem Enthusiasmus und Freiheitssinn durchdrungenen Abgeordneten von Paris,

den Astronomen Bailly, zum Präsidenten gewählt hatte, aber von den über17. Juni. legenen Talenten eines Sieyes und Mirabeau geleitet wurde, erklärte

sich zur Nationalversammlung, und lud die andern Stände zum Beitritt ein, worauf ein Theil der niedern Geistlichkeit sich dem ihr verwandten Bürgerstande anschloß, während die andern in ihrem Widerstande verharrten. Die Beschlüsse, welche die Nationalversammlung nach diesem wichtigen Schritt faßte, sich nicht eher zu trennen, bis sie der Nation ihre alten Rechte wiedergegeben, und indessen dafür zu sorgen, daß die bestehenden Abgaben, so ungefeßmäßig sie guch seien, fort erhoben und die Zinsen der Staatsjould entrichtet

eripien, wurde ibnen tunnis geseßt worden, mit 2: Der erst ganz späte

werden sollten, solange die Stände nicht aus irgendeinem Grunde aufgelöst würden, waren flug berechnet, um den Hof zu schređen und die Nation, besonders die Staatsgläubiger, für das Fortbestehen der Versammlung zu interessiren.

§. 711. Die königliche Situng (23. Juni). Diese Vorgänge beunruhigten den Hof und gaben ihm den Gedanken ein, der Nation selbst eine neue Verfassung zu verleihen und dadurch die Reichsstände entbehrlich zu machen. Zu diesem Zweck wurde auf den 23. Juni eine königliche Sigung anberaumt und unterdessen, um die dazu nöthigen Vorkehrungen zu treffen, der Bersammlungsjaal geschlossen. Als nun Bailly, der erst ganz spät von dem Vorhaben in Kenntniß gesegt worden, mit sämmtlichen Abgeordneten erschien, wurde ihnen der Eintritt versagt, worauf sie sich unter dem Geleite einer unermeßlichen Menschenmenge in den leeren Saal De8 Ballhauses 20. Juni. begaben und dort die Hände zum feierlichen Eide erhoben, daß sie sich nicht trennen wollten, bis sie dem Reiche eine neue Verfassung gegeben. Bei der nächsten in der Ludwigskirche abgehaltenen Versammlung jūloß sich die größere Hälfte der Geistlichkeit, mehrere Erzbischöfe an der Spige, dem Bürgerstande an. Am 23. Juni fand die königliche Sigung statt. Die mit Mißbilligungen, Vorwürfen und Drohungen gefüllte Declaration des Königs erregte um so mehr Verdruß, als die Abwesenheit Neders, von bem ber erste Entwurf herrührte, zu beweisen schien,- daß er die später damit vorgenommenen Aenderungen nicht billigte, weshalb auch die entworfene Staatsreform sehr kalt aufgenommen wurde. Namentlich fand der Punkt, daß Niemand in seinem Eigenthum gefränkt werden sollte, Anstoß, weil die bevorzugten Stände gerade alle die Rechte als Eigenthum ansprachen, die der dritte Stand abgeschafft wünschte. Nach geendigter Sigung hieß der König die Bersammlung auseinandergehen. Der Adel und die Geistlichkeit gehorchten; aber der Bürgerstand blieb unbeweglich sitzen; und als der Ceremonienmeister zum Gehorsam aufforderte, rief Mirabeau, nachdem er die Versammlung an ihren Eid erinnert und zum Widerstande ermahnt : „Sagen Sie 3hrem Herrn (maître), daß wir hier sind kraft der Macht de 8 Bolts und daß man uns nur durch die Gewalt der Bayonette wegtreiben wird.“ Der gutmüthige König wagte es nicht, dem entschlossenen Widerstand mit Gewalt zu begegnen. Die Versammlung erklärte sich für unverleglich, und bald schloß sich wiederum ein Theil des höhern Klerus (barunter Talleyrand- Perigord, Bischof von Autun, und Henri Gregoire, nadmals Bischof von Blois) und des Adele (den lasterhaften, reichen und ehrsüchtigen Herzog von Orleans an der Spige) dem Bürgerstande an, so 27. aunt daß nunmehr Ludwig selbst zu einer vollständigen Vereinigung rieth.

g. 712. Erstürmung der Bastille (14. Juli). Dieser Sieg des dritten Standes, und noch mehr die unruhigen Bewegungen der Hauptstadt, schrecten die aristokratische Hofpartei und führten sie auf den Gedanken, sich durch einen Machtstreich der drohenden Gefahr zu entledigen. Da man den

1789.

von der Bewegung fortgerissenen und mit der Bürgerschaft sympathisirenden Garden nicht traute, so wurde der König beredet, einige Regimenter deutscher und schweizer Truppen nach Versailles zu berufen. Vergebens suchte die Nationalversammlung das Vorhaben, von dem ihr nichts Gutes ahnte, durch Vorstellungen zu hintertreiben; der Hof beharrte bei der Maßregel. Die Besorgnisse der Stände theilten sich schnell der Bürgerschaft von Paris mit.

Hier hatten sich die Wähler nach der Wahl ihrer Abgeordneten zu einem Verein gebildet, um als Vermittelung zwischen der Stadtgemeinde und der Nationalver= sammlung zu dienen, ein Beispiel, das bald in den Provinzen Nachahmung gefunden. Dieser demokratisdie Wählerverein wurde durch Aufwiegler, durch Zeitungen und Flugsdyriften, die legionenweise auftauchten, durch Reden in Kaffeehäusern und Weinschenken in fteter Aufregung und im Haß gegen die höhern Stände erhalten, und suchte seine Gesinnung auch den untern Volksblaffen mitzutheilen. So kam es, daß sich die lebhafte, volfreiche Stadt in einer beständigen Aufregung und Gährung befand, und daß im Palais royal (der Wohnung des Herzoge von Orleans) an öffentlichen Pläßen, in Wirthshäusern, Schaaren müssiger und verwegener Menschen den aufreizenden Reden des jungen hochbegabten und für Freiheit dwärmenden Advokaten Camille Des moulins und anderer Demagogen über Volksfreiheit, Menschenrechte und Gleichheit aller Stände begierig zuhörten. In diesen Tagen der Aufregung wurde der Grund zu der bewaffneten Bürgermadt gelegt, die unter dem Namen Nationalgarde an den stürmischen Ereignissen der nächsten Zutunft einen so wesentlichen Antheil hatte. Den Kern bildete ein abgefallenes Garderegi= ment. Dadurch gerieth die Hauptstadt ganz in die Gewalt des Wählervereins, der nach dem Bastillesturm, in welchem Fleiselles Prépôt des Marchands, das bisberige Oberhaupt der mittelalterlichen Stadtverfassung, seinen Tod fand, eine neue demokratische Municipalität (Gemeinderath und Magistratsbehörden) einjeßte. Bailly zum Maire (Bürgermeister) von Paris machte und durch die Vorsteher der 60 Districte (Sectionen), in welche damals die Hauptstadt getheilt war, fortwährend das untere Volk und den sdredlichen Pöbel der Vorstädte bearbeiten tonnte.

Die Runde von der Zusammenziehung der Truppen, die von den geheis men Aufwieglern Mirabeau'8 und Orleans als offenbarer Beweis eines

beabsichtigten Machtstreiche dargestellt wurde, hatte bereits das Volt in große 12. Gutt. Aufregung verseßt, als die Nachricht nach Paris fam, Neder sei plöglich

entlassen und des Landes verwiesen worden und ein Günstling der Königin und des verhaßten Grafen von Artois (Foulon sei an seine Stelle getreten. Dies galt für den ersten Schritt des Gewaltstreichs und gab das Signal zu einer allgemeinen Erhebung. Schaaren roben Gesindels zogen lärmend duro die Straßen, mit der neuerfundenen National - Rokarde geschmüdt; die Sturmglocken wurden geläutet, die Werkstätten der Waffenschmiede geplündert, Tumult und Verwirrung herrschte überall. Am 14. Juli, als das Volf aus

dem Invalidenhaus 30,000 Flinten und etliche Kanonen weggenommen, ers 14. Juli. folgte die Erstürmung der Bastille. Die Zerstörung dieser, am Eingang

in die Antoniusvorstadt gelegenen Burg foute nicht nur die Stadt gegen einen möglichen Angriff sicher stellen, sondern auch das Ende der Zwingherrsdaft und der Haftbriefe und den Sieg der neuen Zeit über die mittelalterlichen

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