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Nation durch Unterrichtsanstalten besorgt. Sie ließ fremde Bücher ins Russische überfeßen, und legte selbst Hand an; sie schrieb Kinderbücher und Theaterstücke für ihre Enkel, und schuf eine Akademie nach dem Muster der französischen zur Ausbildung der russischen Sprache. Künste und Wissensdaften fanden in ihr eine freigebige Gönnerin, und religiöse Duldung übte sie in hohem Grade. – Vieles jedoch, was von Voltaire und Andern gepriesen wurde, war nur Schein und hatte nicht mehr Gehalt als die Schöpfungen Potemfing bei Katharina's Reise nad Taurien, 1787. wo künstliche Dörfer, zusammengetriebene Hirten und Heerden und ländlide Feste als Blendwerk gebraucht wurden, um die Raiserin glauben zu machen, das land sei blühend und volfreich. Ihren Sohn Paul hielt sie von allen Staatsgesdäften fern, vernaclässigte seine Erziehung und ließ ihn aufs Sorgfältigste überwachen, damit er nicht die Hand nach der ihm gebührenden Krone ausstreden möge. – Die dauerndften Verdienste erwarb sich Katharina burch Hebung des Handels, wozu die neu eroberten Länder vortrefflich geeignet waren, durch Beförderung innerer Industrie, durd Begünstigung des Kaufmannsstandes, durd Sorge für Schifffahrt und Sees wesen, und durch Abschaffung vieler Monopole. Dod blieb die Hauptsorge der Verbesserung und Ausbildung des Arieg 8 wesens, als der Grundlage des russisden Eroberungsstaates, zugewendet. Was den russischen Hof und Katharina's Privatleben angeht, so konnte an Sittenlosigkeit, lurus, Ueppigkeit und entnervender Wollust Petersburg mit Paris und Versailles verglidhen werden. Wie hier Mätressen das Staatsruder führten und die Staatseinkünfte verpraßten, so dort Günstlinge. Nach Gregor Orloff, dem die Kaiserin zum Lohne für seine Mitwirkung bei der Ermordung ihres Gemahls sich und das Reich überlassen, folgte eine große Reihe anderer Liebhaber, die alle mit Ehren und Reichthümern überschüttet wurden. Die Stelle eines begünstigten Lieblings der Raiserin wurde zuleßt wie ein Hofamt vergeben. Steiner genoß jedodh jo dauernd ihre Gunst und benußte seinen Einfluß ouf seine Gebieterin so sehr zur Befriedigung seines Ehrgeizes, seiner Geldgier und seiner Genußsucht als Potemkin der Taurier. 16 Jahre lang leitete er die † 1791, Angelegenheiten des Staats und die Eroberungspläne, lebte während der Zeit mit einer ans Fabelhafte grenzenden Pracht und trug die Reidthümer, womit ihn seine freigebige Gebieterin, der er abwechselnd schmeichelte und trotte, übersdjüttete, auf die auffallendste Weise zur Sdau. Selbst als sich die Neigung Katharina's Andern zugewendet, blieb der übermüthige Potemkin an der Spitze aller Unternehmungen; ja er führte der Kaiserin selbst Günstlinge zu; sobald aber einer terselben seine Stellung zu Intriguen gegen ihn mißbrauchte, erzwang er dessen Entfernung. Der tüne Unternehmungsgeist des Tauriers, der weder Mensdenleben noch Geld schonte, imponirte der Kaiserin; nur ein Mann von solchen Eigenschaften war nach ihrer Anfit fähig, ihrer Regierung den würdigen Glanz und Ruhm zu verleihen. Die Leiben, die dessen barbarischer Ungestüm und seine maßlose Verschwendung über das Bolt bradyten, dlug sie nicht an. – In ihrem Alter verabscheute Katharina II, die Ideen von Freiheit und Menschenbeglückung, die sie in ihrer Jugend gehegt, als die Borgänge in Frantreich zeigten, weldie Folgen die verkehrte Anwendung und Verwirklidung dieser Ideen nach sich zöge. Alle Pläne wurden sofort aufgegeben, durch deren Ausführung der Absolutismus in seiner Madytvollkommenheit irgendwie hätte bejdränkt oder dem Volte irgend ein Einfluß auf die Gestaltung des Staatslebens hätte gegeben werden können; zugleich wurde die später zum Grundsatz erhobene Absperrung gegen das europäische Leben eingeleitet. Aber wie sehr die Kaiserin zum Krieg wider das revolutionäre Frankreich drängte, sie selbst war nid)t gewillt, die Waffen zu ziehen; ihr Zwed war nur, Preußen, Desterreich und Schweden in einen weitaussehenden Kampf im Westen zu verwideln, um dann desto freiere Hände gegen Polen und die Türkei zu haben.

b) Die erste Theilung Polend und der erste Türkenkrieg. §. 692. Bolen 8 Ohnmacht (vgl. §. 643). Unter dem fraftlosen Regimente August: III. (S. 652) erreichte der anarchische Zustand Polens einen solchen Grad, daß der Fortbestand des Reichs unter der bisherigen Verfassung unmöglich schien. Die Krone war durch die beidh ränkendsten Wahlcapitulationen (pacta conventa) aller Madt entfleidet; die Krongüter waren in den Händen des Adel: (der Starosten), der nur eine geringe Abgabe vom Reinertrag an die Staatskasse entrichtete und aus Eigennnt die Bewirthschaftung nachlässig betrieb; der hohe Adel, der sids die Leitung des Kriegswesens, der Rechtspflege, der Schapkammer und der Polizei angeeignet, nahm vom König weder Befehle an, noch legte er demselben Rechensqaft ab, und betrachtete die Aemter und Richterstellen nur als Mittel zur Vermehrung seiner Einnahme; das abenteuerliche Recht des liberum Veto, das die Landboten (Vertreter des Adels) als Grundlage der gleichen Berechtigung Ader festhielten, und das Recht der bewaffneten Conföderationen machten zeitgemäße Reformen auf friedlichem Wege unmöglich und riefen die leidenschaftlichen Parteikämpfe hervor, durd, welche der polnische Reichstag sprichwörtlich geworden; die Wahlverfassung hatte längst die Nation der Räuflichkeit zugänglich gemadt und den benadjbarten Staaten alle Mängel und Schwächen aufgededt. Der Bauer idmachtete unter dem Drude der Leibeigenschaft in thierischer Stumpfheit und in einer Unwissenheit, welche fast die „legte Spur der Denkkraft“ vertilgte und ihn für alle höheren Güter, für alle Mißgeschide des Vaterlandes unempfänglich madite. Das polnische Reich war ein morscher Bau, der nur durch die Zwietracht und Eifersudt der Nachbarstaaten, nicht aber durch eigene Kraft sich aufrecht erhielt. In kurzsichtiger Verblendung ließ der selbstsüchtige Adel, der zwar an Güterbesit sehr ungleid), aber im Genuß der politischen Rechte und der persönlichen Freiheit ganz gleich war, im siebenjährigen Krieg die günstige Gelegenheit vorübergehen, durch Anjdluß an Preußen sich der drohenden Uebermacht Nußlands zu erwehren; die Republit, deren Kriegswesen ganz heruntergekommen war, beobachtete eine schädliche Neutralität, die sie nicht einmal zu behaupten vermochte; denn russische Heere zogen ohne Umstände durch polnisches Gebiet und Friedrich ließ russische Magazine auf polnischem Grund und Boden zerstören.

Bald nach Abschluß des Hubertsburger Friedens gab der Tod 1763.

August& III. das polnische Reich den alten Wahlstürmen preis. Es bildeten sich zwei Parteien, wovon die eine (die Familie Botođi, den Aronfeldherrn Branici und den jüngern Fürsten Radzivil an der Spige) den alten Zustand erhalten, aber jeden fremden Einfluß bei der Königswahl ausschließen wollte; die andere dagegen (Czartoriski, Poniatowski u. A.) nach einer Reform der Verfassung, wenn auch unter fremdem Beistand, strebte. Rußland und Preu

ßert, erfüllt von der Begierde und Hoffnung, sich auf Kosten des zwieträdtigen April 1764. Nachbarstaats zu vergrößern, schlossen ein Schuß- und Trußbündniß zur Ers

haltung der polnischen Wahlverfassung, zur Beschüßung der rechtlosen Dissis denten und zur Erhebung des feingebildeten, aber jeder Willenskraft und Chas

rakterstärke ermangelnden Stanislaus Poniatowski, eines frühern 4. Sept. Geliebten der russischen Kaiserin, auf den machtlosen Thron Polens. Nato

einem stürmischen, blutigen Wahlkampf wurde Poniatowski unter dem Ges klirre russischer Säbel in der Ebene von Wola zum Könige gewählt und seine Gegner zur Flucht genöthigt; aber die beabsichtigte Reform der Berfassung

1764.

dheiterte am Einspruch des russischen Gesandten Repnin, der sich in Warsdau wie ein Dictator benahm und im Namen seiner Naiserin eine Art Protectorat über Polen übte. Poniatowski, als König eben so schwach und haltungslos, wie als Privatmann und feiner Renner und Beschüßer der Literatur und Künste liebenswürdig, mußte ichon jeßt einwilligen, daß Rußland zur Abrunbung seiner Grenzen eine Strede Landes von Polen losriß.

8. 693. Der Dissidentenstreit. Da geschah es, daß die Diffis denten, wozu nicht nur Protestanten und Socinianer, sondern auch die Bekenner der griechischen Kirche gerechnet wurden, um Rückerstattung der ihnen durch den Frieden von Oliva zugesicherten (§. 587), aber durch den Einfluß der Jesuiten längst entrissenen Religionsfreiheit und Rechtsgleichheit mit den Satholiken bittend einfamen. Ihr nicht nur von Rußland und Breußen, sondern auch von Schweden, Dänemark und England unterstügtes und von dem König gebilligtes Gesuch wurde auf Betreiben des Klerus von dem katholischen Adel auf dem Reichstage verworfen. Da bildes ten die Dissidenten im Verein mit den „Mißvergnügten“ die General - 23. Just Conföderation von Radom, um unter dem Schuße Repning und der von ihm herbeigerufenen russischen Armee ihre Forderungen mit Gewalt durdjuseßen. Der Reichstag, eingeschüchtert durch die Verhaftung des fanatischen Bischofs von Krakau (Soltyk) und die gewaltsame Wegführung der eifrigsten Gegner der Duldung, bewilligte den Dissidenten freie Religionsübung, Zutritt zu allen Aemtern, Stimmrecht in der Nationalversammlung und die im Jahre 1717 inne gehabten Kirchen. Umringt von russischen Truppen uns terzeichneten die landboten unter dem Bildnisse der Kaiserin die in ganz Europa mit Jubel begrüßte Toleranzacte, das Wahrzeichen der Ohnmacht Polens; und damit diese Dhnmacht dauernd bliebe, mußte derselbe Reichstag die Beibehaltung des liberum Veto und aller Uebelstände der alten Verfassung beschließen, so sehr auch der König, seine Dheime (Czartoristi) und andere patriotische Edelleute auf Abstellung des anarchischen Zustandes hinwirften. Ohne die Zustimmung Rußlands, das die polnische Verfassung ges währleistete, sollte in Zukunft kein Reichstagsbeschluß Geltung haben. So wußte Rußland die unvernünftige Intoleranz der Priester und Altgläubigen im Namen religiöser Duldsamkeit heuchlerisch auszubeuten, um die obrigkeitlichen Gewalten immer mehr in den Staub zu ziehen und alles Ungesunde und Berworrene der polnischen Verfassung unter seinen Schuß zu nehmen. Diese Borgänge verlegten das Nationalgefühl und weckten den Religionshaß der katholischen Eiferer. Die podolische Gegenconföderation von Bar (ge- 28. Febr. leitet von Krasinski, Pulawski, Potodi u. A.) hatte zum Ziel: Abschüttelung der russischen Uebermacht und Vernichtung der den Dissidenten verliehenen Rechte. Nun zwang Repnin den Senat zu der Bitte, die Kaiserin möge ihre Deere nicht aus Bolen entfernen. Ein wüthender Kampf erhob sich zwischen ben von Frankreich mit Geld und Offizieren unterstügten Conföderirten und den Russen und ihren polnischen Schüßlingen. Alle Schrecken eines verhees

Octbr. 1768.

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1770.

renden Ariegs lagerten sich über das unglüdliche Land. Bald waren die Con

föderirten aufs Aeußerste gebracht, so daß sie nach Erstürmung ihrer Festungen 1788. Bar und Krakau sich auf türkisches Gebiet flüchten mußten. Die Russen

folgten ihnen und enthielten sich selbst im fremden Lande des Brennens und Plündern nicht; 'sie ermordeten in einem türkischen Fleden an 1000 Männer, Weiber und Kinder und brannten ein mohanimedanisches Bethaus nieder.

Die Nachricht davon wurde von dem französischen Gesandten in Ronstantino. pel in so aufregender Weise verbreitet, daß ein Volksaufstand die Bforte

zwang, den Großvezier abzusetzen und den Krieg an Rußland zu erklären. Die polnischen Conföderirten begrüßten diese Ariegserklärung mit Jubel und benutten die Bestürzung ihrer Gegner zu blutiger Rache an den Dissidenten.

§. 694. Der erste Türkenkrieg. Der mörderische Krieg, der nunmehr zwischen Rußland und der Türkei ausbrach, wurde mit furchtbarer Wuth

und unter entfeßlichen Gräueln an mehreren Orten zugleich geführt. Während 18. Juli w. der tapfere Romanzoff nach zwei blutigen Treffen am Bruth und am Ra

gul (oder Kartal) die Moldau und Waladei eroberte und die grausige 26. Sept. Erstürmung von Bender Europa mit Staunen füüte, wurde Morea, wo

sich die Griechen im Vertrauen auf russische Hülfe gegen die drüdende Herrschaft der Türken erhoben hatten, von diesen mit Feuer und Schwert entseßlich

verwüstet, so daß ganze Strecken mit Trümmern und Leichenhaufen bededt 19:290.it waren. Zugleich wüthete der furchtbarste Seefrieg. Im Hafen von Timeomé,

der Insel Chios gegenüber, wurde die ganze türkische Flotte in Brand gejest, wovon in Smyrna die Erde bebte und das Meer wie von einem Sturm bewegt ward. Der Ruhm der russischen Waffenthaten erscholl in ganz Europa.

Die Naiserin wurde die Große genannt; der Bey von Aegypten fündigte 1771. dem Sultan den Gehorsam auf und trat mit Rußland in Verbindung; aber

die eroberten Länder, zu denen bald auch noch die Halbinsel Krim fam, waren verwüstet und menschenleer; blutgetränkte Steppen, niedergebrannte Ortschaften und jammernde Völker bezeichneten den Weg der russischen Heere. Der schredliche Alexis Drloff, der die Flotte befehligte, wurde, wie sein Bruder Gregor, Katharina'& roher Günstling, mit Ehren und Reichthümern übersgüts tet, aber die Noth des Volks, das außer dem Krieg auch noch durch eine vers heerende Best, die allein in Moskau und der Umgegend 90,000 Mensden hinraffte, heimgesucht ward, wurde von Niemand beachtet.

; g. 695. Polens erste Theilung. Mittlerweile wurde Polen von

den Schaaren der zwieträchtigen, nur auf Raub und Rache sinnenden Con• " föderirten, denen sich Dümouriez und andere französische Offiziere anges 1771. schlossen, durchzogen. Sie erklärten den König für abgesegt und machten ben

Versuch, ihn aus Warschau zu entführen; nur wie durch ein Wunder entging Poniatowski den Händen der Verschwornen. – Die Gräuel gegen die Dillidenten rissen die Russen zu gleicher Leidenschaft fort; die Bauern aus der Ukraine und die Rosacken aus den Morästen des Dnepr nahmen blutige Race an den katholischen Polen für alte an den Befennern der griechischen Kirche

1772.

begangene Frevel; weithin rauchte das Land und Tausende wurden erhängt, ermordet, in die Erde gegraben. Das polnische Reich war zerrissen, seine Ohnmacht lud zum Raube ein. Ländersucht führte Preußen und Desterreich zur ungerechten und falschen Politik. Um Bolen den Russen nicht allein als Beute zu überlassen, beschlossen jene Mächte, an dem Raube Theil zu nehmen. Nach einer mündlichen Besprechung Friedrichs II. mit Joseph II. (da die rechtlich gesinnte Maria Theresia dem Theilungsplane abhold war) und nach einem Besuch des Prinzen Heinrich von Preußen in Petersburg fam zwischen Rußland, Breußen und Desterreich ein Theilungsvertrag zu Stande, 5. aug. in Folge dessen jeder dieser Staaten die an sein Gebiet grenzenden polnischen Ränderstređen an sid riß.

Ein Manifest, worin die drei Mächte die Wiederherstellung und Erhaltung der Nube und Ordnung in Polen, der alten Verfassung und der Freiheit des Voltes als Zwed ihrer gemeinjamen Wirksamkeit darstellten, suchte dann durch Geltendmachung verjährter Rechte und Ansprüche zu beweisen, daß das von Düna, Dnepr und Drudich eingeschlossene Land von 2000 Duadratmeilen und mit mehr als 1/2 Million Einwohnern den Rujien rechtlich zustehe, daß das polnijde Preußen sammt dem Negbistrict und den fruchtbaren Gegenden an der Weichsel (Elbing, Marienburg, Culm u. 1. w.) von etwa 630 Quadratmeilen und mit mehr als 400,000 Mensden den Preußen gehöre, und Osts galizien und lodomirien, etwa 1300 Quadratmeilen reichbevölfertes, mit 300 Städten und Fleden geziertes Land, mit 2', Millionen Bewohnern und den unsdätbaren Salzbergwerten von Wielicta ein Bestandtheil von Desterreich sei, und forderte alle Pos len auf, Zwift und Täuschung bei Seite zu setzen und für jenen Zwed mit thätig zu sein. Mit Thränen nahm Maria Theresia die ihr zugetheilte Beute.

König und Reichstag widersegten sich; der legtere bewies, daß die angeführten Rechte längst durch Verträge und Verzichtleistungen aufgehoben worden und daß ein solches Verfahren Treue und Glauben umstoße, und protes stirte feierlich vor Gott und vor der Welt gegen den Mißbrauch der Uebermacht. Weder Drohungen noch Versprechungen waren vermögend, den Widerstand des Reichstags zu brechen; selbst die Mißhandlung der Widerspenstigen durch russische Einquartierungen blieben ohne Einfluß auf die Landboten, die bei dieser Gelegenheit einen edlen Patriotismus an den Tag legten. Erst die Drohung, daß bei längerem Widerstand ganz Bolen getheilt würde, brachte den von russischen Waffen umringten Reichstag zur Einwilligung in die Landabtretung, zumal da seit dem Frieden von Rudichu Rainardiche, 21. gult den die Bforte nach den schweren Verlusten von Schiumla mit Rußland ? abschließen mußte, auch die Hoffnung auf türkischen Beistand vernichtet war. Der Rest des Bolenreiche behielt seine verderbliche Wahlform, sein liberum Veto und alles Unheil des alten Zustandes; und die Errichtung des ohne Zuthun des Königs vom Adel gewählten und nach Katharina's und ihres Sejandten Weisungen handelnden immer währenden Rath8, der für die Bollziehung der Gefeße und die Besetung aller Staats- und Kirchenämter forgen sollte, entriß dem König den legten Rest von Herrschermacht. Von dem an war der russische Gesandte in Warschau der eigentliche Gebieter der polnischen Republik.

1774.

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