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Gegen die Häupter der Whige, die auf Yorks Ausschließung beharrten und theils an Wiederherstellung der Republik, theils an eine Uebertragung der Arone an Aarls unebenbürtigen Sohn Monmouth oder einen andern

protestantischen Verwandten des Königshauses dachten, richtete nun der Hof 1683. seinen ganzen Zorn. Shaftesbury entging der Gefahr durch seine Flucht nach

Holland, wo er bald starb, aber seine Freunde erlagen den Streichen ihrer Gegner. Der Hof benugte eine von einigen nichtswürdigen Menschen angelegte Verschwörung gegen das Leben des Königs und seines Bruders, um jene Männer, die mit diesen Verbrechern nichts gemein hatten, zu verderben. Port Russel und Algernon Sidney, von einem ihrer Meinungsgenossen verrathen und von Tory-Richtern des Hochverraths schuldig befunden, bluteten auf dem Schaffot. Monmouth floh nach Holland. Die Nation, der Conspirationen müde und den Republikanern abhold, verhielt sich seitdem ruhig, so

daß der Herzog von York seine Aemter wieder antreten und Karl bis an 1885. seinen Tod unumschränkter als je regieren konnte.

1686-88

gacob . §. 623. Jacob II. Wenige Wochen nach Jacobs II. Thronbesteigung

landete der Herzog von Monmouth, ein schöner, reicher und vom Volke geliebter Edelmann, mit einer Schaar englischer Flüchtigen in Britannien, um seinem Dheim die Strone zu entreißen. Viele Unzufriedene sammelten sich unter seine Fahne. Allein die Unbesonnenheit und Feigheit des Führers, die Unfähigkeit seiner Rathgeber und die Spaltung unter seinem Anhange, als er durch die Annahme des Königstitels die Republikaner von sich entfernte, vereitelte das Vorhaben. Monmouth starb eines schmerzlichen Todes auf dem Schaffot. Aber Jacobs Grausamkeit gegen alle Theilnehmer und Billiger des Aufstandes, von denen 330 hingerichtet und über 800 nach Westindien deportirt und zu Sclavendiensten gezwungen wurden, tilgte den legten Funken von Anhänglichkeit aus dem Herzen des Volks. Der Name des Oberrichters Jeffreys, der mit dem Richtbeil und mit einer Henkerschaar die Grafschaften durchzog, ist mit blutigen Zügen in die Fahrbücher der englischen Geschichte gezeichnet. Und als nun dieser Jeffreys Lord-Ranzler wurde, als in der Verwaltung und im Heere die Zahl der katholischen Vorgesegten auf eine beunruhigende Weise zunahm, als die Umgehung der T est acte durch Ausdehnung des Königlichen Dispensationsrechts und die beabsichtigte Einführung eines Toleranzedicts die allmähliche Nückführung das Rathos licismus vorzubereiten schien und alle Schritte andeuteten, daß Jacob eine Umgestaltung der kirchlichen und bürgerlichen Verfassung Englands zu bewirken suche, da gerieth die Nation in die größte Aufregung.

Jacob II. war ein zu eifriger Convertit, als daß er fich wie Karl II. mit einer bloßen Duldung seines Glaubens begnügt hätte. Mit dem Eifer eines Missionars und dem Troße eines Fanatifers suchte er dem Katholicismus zur Herrschaft zu verhelfen. Er dicte einen Gesandten an den Bapft und nahm einen päpstlichen Nuntius an; er stellte im Schlosse die Messe wieder her und gestattete" ben katholischen Cultus in Privat:

fapellen; er gewährte den Jesuiten und andern Ordensbrüdern sichern Aufenthalt im Reiche, beförberte Befebrungen durch Anstellungen und andere Vortheile und sicherte ben übers getretenen Geistlichen den Fortgenuß ihrer Pfründen. Die Aussicht auf irdische Vortheile, auf Aemter und Ehrenstellen verfehlte ihre Wirkung nicht bei den Schwachen, die Verfübrung war zu lodend und das Beispiel von Oben gab Manchem Scheingriinde zur Bes idrichtigung seines mahnenden Gewissens. Der Befehl, Ade, die unter der vorhergehenden Regierung wegen Berweigerung des Eides der Treue und des Supremats in Baft gebracht worden, in Freibeit zu seben, gab etliche Tausend Nonconformisten, darunter aud protestantische Dissenters, der menschlichen Gesellschaft zurück. Damit aber nicht die Meinung Geltung fände, als ob des Königs Herz auch mit diesen Mitleid fühle, ließ er bald darauf das Buch des Huguenotten - Geistliden Claude über die Verfolgungen der Breteftanten in Frankreich durch Henkershand öffentlich verbrennen und sprach somit seine Billigung der von Ludwig XIV. angewendeten Maßregeln aus. – Doch konnte Jacob nicht auf Erfolg rechnen, so lange die Teftacte noch in Kraft war. Um daher deren Abíhaffung vorzubereiten, wurde der Grundiak geltend gemacht, „8 stehe in der Macht des souveränen Königs von England, in gewissen Fällen von den Reichsgeseßen zu dispensiren.“ Dies hatte zur Folge, daß in der Armee die höchsten Befehlshaberstellen &atbolifen und Convertiten übertragen wurden, und als dies unter der Geistlichkeit Murren erzeugte und die beständige Mahnung von den Kanzeln berab, „fest an dem protestantijden Glauben zu halten und sich nicht von den Irrthümern des Papstthums umgarnen zu lasjen", das Bolt in Aufregung brachte, wurde der Bischof von London, eine kräftige Säule der Opposition, seines Amtes beraubt. – Mit dem der ganzen Familie Stuart eigentbümlichen Starrsinn fuhr Jacob II. fort, durc Proclamationen in Schottland und England seinen Glaubensgenossen die Rechte zu ertheilen, die ihnen die Landesgeseße versagten. Aber die presbyterianischen, dem religiösen Fanatismu8 so zugänglichen Schotten, die turz zuvor durch die Ermordung des für die Einführung des Episcopats so eifrig titlenden Erzbiscofs Sharp von Edinburg ihren Haß gegen die kirchlichen Neuerungen der Stuarts zu erkennen gegeben, widerseşten sich der Ausübung des streitigen Königge redte und erklärten, „Toleranzgewährung liege nicht in dem Bereiche der weltlichen Obrigkeit und sei unvereinbar mit Gottes Geboten; ihr Zweď sei, Tyrannei aufzurichten und die berzen der Protestanten dem Papismus zu öffnen und somit Ketzerei, Gotteslifierung und Abgötterei zu gestatten". Eine ähnliche Aufregung bewirkte in England tie fönigliche Verfügung, daß alle Strafgesetze wegen Uebertretung kirchlicher Bestimmungen außer Birtung geseßt und die Abnahme irgend eines Religionseides als Bedingung des Zutritts zu einem Amte verboten sei, zumal da die offenkundigsten Wahlumtriebe und Sablbeberridung bei der Bildung eines neuen Parlaments die Nation überzeugten, daß tre Aufhebung der Testacte und die Einführung einer allgemeinen Toleranz den Umsturz ter Staatsfirde auf legalem Wege bewirken solle. Als daber der Geistlichkeit die Weisung ertbeilt wurde, die Berordnung in der Kirche zur Zeit der gewöhnlichen Gottesdienste zu berlesen, weigerten sich fieben Bischöfe, dem Befehl nachzukommen. Wüthend über diese Bermessenheit, ließ Jacob die Prälaten anklagen und in den Tower bringen. Auf dem Zuge dabin wurden sie von dem Volte wie Heilige verehrt und knieend ibr Segen erfleht. Die Freispredung der Angeklagten wurde wie ein Siegesfest mit Freudenfeuer und Jubel. gejdrei gefeiert, was den König von der nahen Gefahr hätte überzeugen müssen, wenn et nibt verblendet die Augen vor dem gähnenden Abgrund absichtlich verschlossen hätte.

§. 624. Die Revolution von 1688. Am höchsten stieg der Unwille des englischen Bolts, als Jacob zu einer Zeit, wo, auf Anregung Wilhelms von Oranien, der Kaiser, Holland, Brandenburg, mehrere Glieder 1686. des deutschen Reichs, Spanien und Schweden den Augsburger Bund gegen Frankreichs Uebermacht schlossen, mit Ludwig XIV. in Ver

bindung trat und die schon seit Jahren in holländischem Solde stehenden enga lischen Truppen zurücrief. Nur 36 Officiere und wenige Gemeine folgten der Mahnung; die übrigen verblieben bei dem Dranier, dem als Gemahl der ältesten Tochter Jacobs Ansprüche auf Englands Thron zustanden und der durch seine Erklärung gegen die Aufhebung der Test acte seine Mißbilligung über seines Schwiegervaters Maßregeln und Bestrebungen öffentlich ausgesprochen hatte. Da schlug die Nachricht, dein König sei ein Brinz von Wales geboren, die Hoffnungen der Engländer auf baldige Erlösung vom

Joche des Papstthums nieder und erzeugte den Gedanken, sich durch Selbsthülfe und unter dem Beistande Wilhelms von Oranien davon zu befreien. Die Echtheit des Prinzen wurde in Zweifel gezogen; Schaaren mißvergnügter Briten strömten nach dem Haag; die Partei der Whigs, angesehene, ehrenwerthe Männer an ihrer Spiße, traten mit dem Dranier in Verbindung und verhießen ihm im Falle einer Landung die Hülfe der protestantischen Nation. In unbegreiflicher Verblendung sah Jacob den Rüstungen der Generalstaaten zu, die nun ihrem Erbstatthalter durch großartige Unterstütung die Rettung ihres Landes vergalten. Selbst die Vorstellungen Ludwigs XIV, waren nicht

vermögend, dem König die Augen zu öffnen. Erst als Wilhelm mit hollänRopbr. discher Kriegsmacht an Englands Müste landete, als die englischen Farben mit

dem Wahlspruch: „die protestantische Religion und die Freiheit von England“ am Hauptmaste seines Schiffes seine Absichten kund gaben und ein von dem Geschichtschreiber Burnet verfaßtes und in zahlloser Menge über das Land verbreitetes Manifest eine allgemeine Bewegung hervorrief, da gewahrte Jacob den Vulkan, auf dem sein Thron stand. Umsonst nahm er alle vers fassungswidrigen Maßregeln zurück, das Vertrauen des Volkes war verscherzt. Jacob II. wurde jegt zu seinem Schaden gewahr, wie gefährlich es sei, dem Grundjage Raum zu geben, daß man Geseze und Eidschwüre durch sophistische Deutung umgehen könne. Denn wie er seinen Krönungseid und die Testacte unbeachtet bei Seite geschoben, so hielt sich auch die Nation nicht länger an den Grundsat von passiven Gehorsam und von der Gesegwidrigkeit eines bewaffneten Widerstandes gebunden. Der Boden, auf dem er stand, war durch Verrath, Heuchelei und Meineid, womit die Stuarts die Nation vertraut gemacht, wankend geworden. Als der später zum Herzog von Marlborough erhobene Lord Churchill mit seinen Truppen zu Wilhelm übers

ging, als sogar Jacobs Lieblingstochter Anna und ihr dänischer Gemahl 1688Georg halb freiwillig, halb gezwungen auf die nationale Seite traten und

die Stimmung der Armee und der Seemannschaft den König seinen Fall ahnen ließ, da schicte er seine Gattin mit dem Prinzen nach Frankreich, warf das Reichssiegel in die Themse und floh dann in Verzweiflung aus dem Lande seiner Väter, um dessen schönen Thron er sich und seine katholischen Nachkommen gebracht.

Jacob lebte fortan in St. Germain von einem Gnadengehalt Ludwigs XIV., naďdem fein Versuch, durch die irischen Insurgenten wieder auf den Thron zu gelangen, gesbeitert

war. Das Bolt ließ seine Wuth an den Katholiken aus und versconte nicht einmal die fremden Botschafter,

§. 625. Wilhelm und Maria. Nach Jacobs II. Flucht erklärten die Vertreter des englischen Volkes (die National-Convention) den Thron für verlassen und kamen nach langer Berathung darin überein, daß die katholije linie der Stuart8 von der Regierung ausgeschlossen und diese dem Königspaar Wilhelm und Maria übertragen werden sollte. Aber belehrt durch die Vergangenheit, sicherten sie durch die „Bill der Rechte“ 1889. (bill of rights) die alten Sagungen und Rechte der Nation gegen fünftige Sewaltstreiche, ohne der Würde der Krone zu nahe zu treten. Das königliche Dispensationsrecht wurde abgeschafft und die Verantwortlichkeit der Minister für alle Regierungsmaßregeln festgesett; aber das strenge Festhalten an der Test acte und den kirchlichen Gleichförmigkeitsgelegen bewies, daß die Tugend der Duldung auf religiösem Gebiete noch nicht zu dem Bewußts sein des Engländers gekommen. Weigerten doch viele Geistliche ben Huldis gungseid, weil sie von dem calvinististen Nönig, der die strengen Gefeße gegen die Dissenters milderte, für die Herrschaft ihres hierarchischen Systems Gefahr fürchteten! Desto bereitwilliger erfannten die Schotten, die unter den beiden leßten Stuarts schwere Drangsale und religiöse Verfolgung zu erdulden gehabt, die neue Ordnung der Dinge an, besonders als Wilhelm in die Abschaffung des verhaften Episcopats und die Wiederherstellung der presbyterianiiden Synodalverfassung willigte. Die von Frankreich unterstügten und von Jacob II, selbst in den Kampf geführten Irländer aber wurden erst durch die blutige Schlacht an der Boyne, wo der alte, als Huguenotte aus Frank- "1690. reich flüchtige Marschall Scomberg den Heldentod starb, zur Anerkennung Wilhelms und Maria's gezwungen. Auf beiden Seiten kämpften Franzosen; bei den Iren die Truppen des katholischen Könige, bei Wilhelm die ausgewanderten Huguenotten.

Cromwells harte Maßregeln wurden von Neuem gegen dies unglüdliche Land angewendet. Die irisden Jacobiten verloren ihre Güter und wanderten zu Tausenden aus. Viele traten in französische Kriegsdienste. Die Insel ging als erobertes Feintesland aller Reqyte verlustig. - Unter Wilhelm wurde der leşte Grundstein zu Englands Freiheit und Größe gelegt. Der Staatshaushalt ward von dem Privathaushalt (Civilliste) des Königs geschieden, die Breßfreiheit schlug feste Wurzeln; die Seemacht hob sich, die Londoner Bank trat ins Leben, die ostindische Compagnie wurde erweitert; Gewerbfleiß, Handel und Colonialwe= jen stiegen zu hoher Blüthe. Wilhelms Herrschernatur wurde mehr bewundert als geliebt; fein ernstes, faltes Wesen, seine Vorliebe für Holland, seine Verschlossenheit entfremdeten ihm die Verzen der Briten. Desto größere Anerkennung und Liebe fand er bei den Holländern.

Als der Tod den fränklichen Fürsten kinderlos hinwegnahm, folgte ihin 1702. Jacobs II. jüngere Tochter Anna (geb. 1664), unter welcher die vollständige Anna Bereinigung Schottlands und Englands zu Stande kam, so daß von 1707. Dein an schottische Repräsentanten im englischen Parlament stimmten. Auch

702-14

1717.

sie überlebte ihren Gemahl und alle ihre Kinder, worauf die englische Krone an den Kurfürsten Georg von Hannover, den Enkel der unglücklichen Pfalzgräfin und Böhmenkönigin Elisabeth (S. 565), kam. Gern hätte Anna ihrem von Frankreich als König von Großbritannien anerkannten Halb - Bruder, dem Brätendenten Jacob III., die Krone zugewandt, aber die Abneigung der Nation gegen die katholische Linie der Stuarts vereitelte ihr Vorhaben.

Jacob II, war 1701 in St. Germain gestorben; der Versuch seines Sohnes, den die Anhänger der Stuarts als König Jacob III. ehrten, durch eine Landung in Schottland bem hannöverschen Hause die Krone wieder zu entreißen, schlug fehl, eben so auch das noch umfassendere Unternehmen des „Brätendenten“ Karl Eduard, des Sohnes von Jacob III. (§. 639). Beide lebten nach dem Scheitern ihrer Pläne in Italien; jener, ein unsdlüssiger, thatloser und wegen seines regellosen Lebens wenig geachteter Edelmann, ftarb als Chevalier von St. George im 3. 1766, dieser (vermählt mit der Gräfin von Stols berg, der bekannten Freundin des Dichters Alfieri) als finderloser Herzog von Albany 1788; sein jüngerer Bruder, der Cardinal von York († 1807), war der legte vom Mannsstamm der Stuart8.

1747.

1686.

1685.

6. Ludwigs XIV. dritter (Drleansscher) Krieg, 1689–1697.

§. 626. Das Augsburger Bündniß (S. 624) überzeugte Ludwig XIV., daß die europäischen Völker der französischen Zwingherrschaft müde seien; und da zugleich das österreichische Waffenglück seinen Verbündeten, den Großsultan, sehr ins Gedränge brachte, so beschloß er aufs Neue Krieg, um seinen Feinden zuvorzukommen und die deutsche Militärmacht vom Osten an den Rhein zu ziehen. Will man noch persönliche Gründe annehmen, so wird man dieselben weniger in der bekannten Erzählung suchen dürfen, louvois habe seinen über das unsymmetrische Fenster am neuen Lustschloß Trianon zür, nenden Gebieter durch Kriegshändel beschäftigen wollen, als in dem Ehrgeiz Ludwigs, zu beweisen, daß seine Unternehmung gegen die Protestanten ihn nicht geschwächt habe, daß er noch immer der kriegsbereiteste Fürst von Europa sei.

1) A18 Kurfürst Karl, der Sohn farl fudwig 8 (§. 583) von der fimmernschen Linie, ohne männliche Erben ftarb, fiel die Pfalz nach den Geseßen des Reichs und des turfürstlichen Hauses wie nach dem Teftament des Verblichenen an die katholische Seitenlinie Pfalz - Neuburg. Aber Ludwig XIV. sprach für die an seinen Bruder, den Herzog von Orleans, vermählte geistreiche, charakterfeste und offenberzige Sowester des verstorbenen Kurfürsten, Elisabeth a Charlotte, nicht nur die ganze bewegliche Hinterlas. senschaft an, sondern begehrte auch die Pfalz-Simmernschen lande und dehnte ends lich seine Forderungen ilber alle Territorien aus, von denen der Kurfürst Philipp Wilhelm

nicht nachweise, daß sie nur Mannlehen seien. 3. Juni 2) Bei dem Tode des Kurfürsten Maximilian Heinrich von Köln wünschte Ludwig den

französisd gesinnten Wilhelm von Fürstenberg, Bischof vou Straßburg und Coadjutor von Köln, zu dessen Nachfolger. Durch Bestedung brachte er die Mehrzahl der Domherren dahin, daß sie, einer ernsten Abmahnung des Kaisers zum Trog, dem französischen Sölbling ihre Stimmen gaben; aber der Bapst war der Wahl entgegen und bestätigte den von der Minderzahl gewählten und von dem Kaiser „mit Rüdsidt auf die Wohlfahrt des Reichs" begüns stigten jungen Kandidaten Joseph Clemens aus dem bayerischen Fürstenbause. Ludwig batte fich gerade damals mit dem römischen Hofe über das Recht der Quartierfreiheiten der französischen Gesandten entzweit.

1688.

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