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170530.

stellung des portugiesischen Thrones war ein Nachtheil für die Freiheit der Natien. Die Cortes, die während der Revolution und der darauf erfolgten Kämpfe und Stürme große Macht erworben, wurden bald dem Fürstenhaus Braganza beschwerlich. Ihre Einberufung unterblieb allmählich und König Johann V. regierte wie ein Herr, „der von Gott und Rechtswegen bann v. Rönig ist.“

§. 607. Die Empörung von Catalonien und Portugal führte den Sturz von Olivarez und die Erhebung Don Luis' de Haro zum Premierminister 1643. þerbei. Aber bald erregte der Steuerdruck und die Aushebung für die Armee auch in Neapel und Sicilien drohende Bewegungen. – Dort schaarte sich das über die Härte und Habsucht der Steuererheber empörte Volk um einen Fischer von Atrani (bei Amalfi), Masaniello (Thomas Aniello), 1647. bemächtigte sich der Hauptstadt und zwang den Vicekönig in der Burg Schug zu suchen. Zwar wurde Masaniello, der einige Tage als Oberhaupt von Neapel das größte Ansehen genoß, bald jedoch in Geistesverwirrung verfiel, von seinen Feinden ermordet; allein der Aufstand war darum nicht unters drüct. Bielmehr bluteten alle Spanier, die in die Hände der Rebellen fielen, als Opfer für Masaniello und Neapel wurde als Republik regiert. Erst als die spanische Regierung den verhaften Vicekönig abrief und die Steuerlast minderte, kehrte allmählich die Ruhe zurüd. Auf Philipp IV. folgte sein unmündiger, an Körper und Geist schwacher Sohn Karl II., für den feine Mutter, eine österreichische Fürstentochter, die Regentschaft führte. Als diese 1700. ihr ganzes Bertrauen einem deutschen Jesuiten Neidhard zuwandte, regte sich der spanische Nationalstolz. Neidhard mußte sich nach Rom begeben, aber nur um einem unwürdigen und unfähigen Buhlen der Königin Mutter Play zu machen. Als endlich der König selbst die Zügel der Herrschaft in die Hand nabm, war die Nation um nichts gebessert. Der spanische Staat Eranfte an tiefwurzelnden unheilbaren Uebeln. Der Geldmangel war aufs höchste gestiegen, die Regierung im Innern wie in den Colonien ohne Kraft und Ansehen und dabei ein eroberungssüchtiger Monarch auf Frankreichs Thron, ber eine Strecke nach der andern von dem spanischen Reiche losriß, bis er zuleßt die Hand nach dem Ganzen ausstreckte. Als Karl II. finderlos verstarb, 1700. erloích der Habsburger Mannsstamm in Spanien, was den verhängnißvollen Erbfolgefrieg herbeiführte.

Rart II 1665—

2. Frankreich unter Richelieu und Mazarin.

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g. 608. Maria von Medici und ludwig XIII. Durch einen furmig Bejdluß des Parlaments von Baris ward Maria von Medici zur Regentin 1610443. während ihres Sohnes, Ludwigs XIII., Minderjährigkeit erklärt. Der Prinz von Condé und der hohe Adel wurden darüber ungehalten, besonders als sie sahen, daß aller Einfluß an Maria's Hofdame und Jugendfreundin Leonore Galigai aus Florenz und ihren zum Marquis d'Ancre und zum Marschall

von Frankreich erhobenen italienischen Gemahl Concini überging. Jene suchten daher eine Aenderung in der Verwaltung zu bewirken, was eine Reihe von Rämpfen und unruhigen Bewegungen zur Folge hatte. Aber ihr Streben war ohne höheres vaterländisches Ziel; ihre Unternehmungen bezweckten nur Befriedigung ihrer Selbstsucht und Leidenschaften und Mehrung ihrer Fürstenmacht auf Kosten der monarchischen Gemalt. Sie zeigten eben so wenig Ges fühl für des Landes Wohl und Wehe als die Günstlinge des Hofes, gegen die sie ankämpften. Durch Geschenke und Jahrgehalte aus dem öffentlichen Schaße erkaufte sich anfangs die schwache Regentin Ruhe und Frieden, was den Herzog von Sully bewog, in einem stolzen Schreiben Abschied zu nehmen vom „Tempel der Göttin Moneta“ und sich in sein Gouvernement Poitou zurückzuziehen; als aber die durch seinen weisen Haushalt gefüllte Staatskasse erschöpft war und der Sturm von Neuem losbrach, suchte sie durch Condé's Verhaftung die übrigen Großen zu schrecken und im Gehorsam zu halten und sich durch innigen Anschluß an Spanien und an den Bapst zu stärken. Umsonst

berief Ludwig XIII. gleich nach seiner Volljährigkeitserklärung zum les 1614. tenmal die Stände des Reich zusammen; Uneinigkeit und vors

herrschende Selbstsucht ließen auch sie zu keinem Resultate kommen, Adel und Geistlichkeit hatten die Oberhand, und da der schwache, talentlose König lich um die Staatsgeschäfte wenig bekümmerte, so dauerte die Willfürherrschaft Maria's und ihrer Günstlinge in derselben Weise fort wie das wilde Treiben der Edelleute und der Steuerdruck der untern Stände. Endlich wurde Ludwig XIII. von Luynes, seinem Gespielen und Gefährten beim Jagen und Vogelstellen, gegen das Regiment der anmaßenden Fremdlinge eingenommen

und durch Vorstellung von Gefahren, die ihm und dem Reiche drohten, so weit 1617. gebracht, daß er seine Einwilligung zu der Ermordung des Marschall d’Ancre

gab. Von drei Lugeln durchbohrt, fiel der stolze Emporkömmling, dessen Reichthümer und Prachtliebe, die er hoffärtig zur Schau trug, den Neid der französischen Edelleute erregt hatten, im Vorhofe des louvre nieder. Das Volf schleppte höhnend seinen leichnam durch die Straßen, hing ihn an den Galgen und trieb Spott mit seiner Asche. Seine Gemahlin wurde trog ihrer würdevollen Haltung und Vertheidigung als Here zum Tode verurtheilt und nach der Enthauptung verbrannt. Ihr Zaubermittel war, wie sie vor den Rich: tern aussprach, die Macht einer starken Seele über eine schwache. Die Königin Mutter ward nach Blois verwiesen und Armand Richelieu, Bischof von Luçon, mußte aus dem Staatsdienst scheiden und beschäftigte sich während seiner unfreiwilligen Muße mit der Abfassung einer „Unterweisung für Ehristen.“ Aber Ludwig XIII. besaß eine unselbständige Natur, die fremder Leis tung nicht entbehren konnte. Darum trat Luynes an d'Ancre's Stelle, stieg zum Herzog und Sonnetable empor und schaltete nach Gutdünken über die Sdjäße, Würden und Aemter des Reichs. Die Nation gewann nichts bei dem Tausch Luynes war eben so habsüchtig und unfähig wie der Italiener, und die Großen, die sich eine ähnliche, selbständige Stellung zu erringen suchten,

wie die deutschen Fürsten, bekämpften den neuen Günstling und seine Brüder und Genossen nicht minder heftig als den frühern. Einige von ihnen, insbesondere der reiche, unternehmende Herzog von Epernon, schlossen sich an die Königin Mutter an, halfen ihr zur Flucht und beabsichtigten, sie mit den Waffen in der Hand nach Paris zurückzuführen. Zwei Höfe und zwei Factionen standen einander drohend gegenüber. Zwar vermittelte Richelieu, der die roya- 1620. listisơe Gesinnung als Erbtheil seiner Familie in sich trug, eine äußere Versöhnung zwischen Mutter und Sohn und erwarb sich dadurch den Cardinalsþut und die Rückkehr zum Staatsdienst, aber Mißtrauen und Haß dauerten fort und die Parteikämpfe der Großen nahmen bald einen ernstern und bedenklichern Gang, als auch die über vielfache Verlegung des Ediktes von Nantes und über die Zurückgabe der Kirchengüter in Bearn an die katholische Geistlichkeit erbitterten Huguenotten zu den Waffen griffen und mehrere Edelleute, besonders Rohan und Soubise, sich an ihre Spige stellten und 1621. durch sie ihre aristokratischen Parteiinteressen zu stärken suchten. Während des Kriegs, der durch innere Uneinigkeit und mangelhafte Rüstungen und Borbereitungen zum Nachtheil der Huguenotten ausschlug, starb Luynes zur Freude der Nation und des Könige, der seiner bereits überdrüssig geworden. „Blößlich war seine Macht aufgestiegen, in einem Momente war sie verdwunden. Ihre Bestandtheile wurden unter Andere getheilt. Niemand gedachte seiner weiter; die Führer seiner Leiche spielten Würfel auf seinem Sarge." — Bald darauf trat Richelieu in den Staatsrath und gab, indem er an la Vieuville's Stelle die oberste Leitung der Geschäfte übernahm, der Regierung einen mächtigen Umschwung.

„Ludwig XIII. bot nicht im Entferntesten den Anblick der stolzen und entschlossenen Bersönlichkeit bar, welche man auf dem Throne sucht Auf ihn war nichts von dem gewinnenden und fortreißenden Naturel seines Vaters, noch von der Prachtliebe seiner Mutter übergegangen. Um ihn her war weder Glanz noch Behagen, seine Vorzimmer waren leer von den Edelleuten des Hofer, die sich sonst um die Könige drängen; seine Tafel war nicht besonders gut besorgt; seine Einladungen bildeten keinen Gegenstand der Eifersucht; in seinem Marstall batte man Mübe ein gutes Gespann zusammenzubringen. Er selbst machte den Eindrud Den Krankhaften und Schwächlichen, und nicht selten tamen seine Krankheiten eben dann zum Ausbrud, wenn er am meisten der Gesundheit bedurft bätte. Als er einst im Parlament ein Editt bekannt machte, das von allen, die er gegeben, den meisten Widerspruch erfahren bat, in seinem Throngericht, warb er vom Fieber ergriffen. Fast ironisch lautet die Scmeis delei, die ihm einer seiner Begleiter darüber sagte: indem er Andere erzittern madhe, zittere et jelbft. Er stotterte, wenn er zu sprechen anfing. Aber er hatte, wenn wir jo sagen dürfen, einige negative Tugenden. Wie aller unüberlegten Freigebigkeit, so war er auch für sich selbst jedem nicht unbedingt nothwendigen Aufwand abhold. Wie geringfügig und arm nahm sich das treine Jagdídloß aus, das er zu Versailles bauen ließ, vergliden mit dem Luremburg; mehr erlaubte er fid nicht. In der Mitte tausendfältiger Verführung, der lagen Moral, bie an dem Hofe gäng und gäbe war, zum Trot, hielt er sich sittlich immer unbefledt: wenn er jemals Woblgefallen an einer Dame gezeigt bat, so ist dies unschuldig geblieben. Das einzige Bergnügen, dem er sid mit Lust hingab, war die Jagd, doch hätte er darüber nie versäumt, der Mesje beizuwohnen oder in dem Ministerrath zu erscheinen; er war frei von Leidenschaften. Nur für das Militärwesen hatte er von Jugend an eine Vorliebe.“ (Ranke.)

§. 609. Richelieu. Dieser große Staatsmann behauptete 18 Jahre lang eine fast dictatorische Gewalt im Reich und am Hofe, obwohl ihn der Rönig nie liebte, die Königin und der Adel fortwährend an seinem Sturze arbeiteten und eine Reihe von Cabalen und Verschwörungen gegen ihn ersonnen wurden. Richelieu's Streben war auf Vergrößerung und Abrundung Frankreich 8 nach Außen und auf Hebung und Kräftigung der I önig & macht nach Innen gerichtet. Um das Erstere zu erreichen, kehrte er zur alten, auf Schwächung Habsburgs gerichteten Politik der französischen Könige zurück, sicherte in dem mantuanischen Erbfolgefrieg (S. 572) Frantreiche Einfluß in Italien, trat mit den Feinden des Kaisers in Deutschland in Verbindung, unterstüßte die Holländer und befriegte Spanien an der nördlichen und südlichen Grenze. Dadurch wurde der Grund zu Frankreichs Uebergewicht über alle europäischen Staaten gelegt. Noch folgenreicher war seine innere, auf Vernichtung aller Schranken und Hemmnisse der königlichen Regierungsgewalt gerichtete Politik. Zu dem Ende bekämpfte er zuerst die Huguenotten, die im südlichen und westlichen Frankreich einen fast unabhängigen Föderativstaat mit eigenen Festungen, einer streitbaren Militärmacht und großen Privilegien bildeten, brach dann die Macht des Adels und des unabhängigen Beamtenstandes und unterließ die Einberufung der Gene: ralstände. Mit wunderbarem Glück führte er seine Pläne aus und siegte über alle seine zahlreichen Gegner und Widersacher.

Durch zwei Kriege, in denen die wichtigsten Huguenottenstädte (Nimes, Mon

tauban, Montpellier, usez, Castres u. a.) erobert und ihrer Festungswerke beraubt vom Sept." 16274" wurden, gelang es dem Cardinal endlidy, trotz der den Feinden von Seiten Eng= T: lande geleisteten Hülfe (S. 592) das Bollwerk der Calvinisten — La Rochelle

einzunehmen. 14 Monate widerstanden die Huguenotten in dieser Stadt dem zu Land und zu Wasser ihnen mehrfach überlegenen töniglichen Heere mit dem größten Heldenmuthe und ergaben sich erst, als Hungersnoth und Krankheit ihre Reihen furchtbar gelichtet hatten. „Ich nehine die Würde eines Anführer8 nur unter der Bedina gung an,“ erklärte der entschlossene heldenmüthige Guiton, „daß ich dem ersten, der von Uebergabe spridit, den Dolch ins Herz bohre; wenn ich je daran denke zu capituliren, jo mag man ihn gegen mich fehren.“ 154 halb verhungerte und verwundete Krieger schlichen noch in den Gassen umher, als die Festung übergeben wurde. Uebrigens zeigte sich Richelieu nach seinem Siege als großen Staatsmann. Er raubte den Huguenotten ihre politische Macht, ihre Festungen und ihre selbständige republi=

kanische Stellung inmitten des monarchischen Staates, aber er gewährte ihnen duro 1629. das Gnadenedikt von Nime 8 Religionsfreiheit und gleiche Rechte mit den

katholischen Unterthanen. – Durch die Entwaffnung der Huguenotten war den un= ruhigen Großen ihr stärkster Rüdhalt genommen; daher der Kampf gegen diese mit mehr Erfolg geführt werden konnte. Durch Hinrichtung, Haft und Verbannung wurden die verwegensten oder unvorsichtigsten weggeräumt, und als die Königin Mutter Maria von Medici, die kunstsinnige Erbauerin des Balastes Luremburg, und ihr zweiter Sohn, der Herzog Gaston von Orleans (der lange als Thronfolger angesehen ward, weil der Dauphin erst wenige Jahre vor des Königs Tod zur Welt fam), durch Verschwörungen und Aufstände den Sturz des verhaßten Cardinals ber=

beizuführen suchten, um ihre Anhänger und Günstlinge an die Spiße der Verwaltung 1631. zu bringen, so mußte die erstere das Reich verlassen und den Rest ihrer Tage zu Köln

Novbr.

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ogs nung zu legen. Sein - De a Brgeizigen Beftren nicht nur die in

1642.

in Dürftigkeit zubringen, der legtere aber wurde mit den Waffen in der Hand überwunden und mußte erleben, daß sein treuester Anhänger, der tapfere Herzog von Montmorenci, der Sprosse eines der glorreichsten Geschlechter Franfreichs, burch cie Band des Scarfrichters in Toulouse starb, als er in Languedoc die Fahne der Empörung erhob. Auch der mädytige Marsdal Marillac, den die Königin Maria zu Kichelieu's Nachfolger außersehen, erlitt dasselbe Schidjal. Orleans selbst entfam nad Brüssel, aber Richelieu benugte die Gelegenheit, um lin die wichtigsten Städte 1642. des Herzogs von Lothringen, mit dessen Schwester sich jener vermählt hatte, französische Bejagung zu legen. Einer der gefährlichsten Anschläge bedrohte den Cardinal nodo kurz vor seinem Tode. Cinq-Mars, ein junger Edelmann aus des Königs Umgebung, bildete, weil der Minister seine ehrgeizigen Bestrebungen nicht begünstigte, gegen denselben eine weitverzweigte Verschwörung, woran nicht nur die Königin Unna, welcher die Versdwornen bei dem als nahe gedachten Tod des Königs die Regentschaft zuwenden wollten, und die Herzöge von Orleans und Bouillon Antheil batten, sondern um die sogar Ludwig selbst wußte. Spanischer Hülfe versichert, glaubten die Verschwornen ihres Ziels nicht verfehlen zu fönnen. Aber Richelieu's Geift beherrschte den König so sehr, daß eine einzige Zusammenkunft mit demselben Die Pläne der Verschwornen vernichtete. Cinq- Mars und sein Vertrauter de Thou, Sohn des Geschichtschreibers (9. 551) wurden in Lyon enthauptet; Bouillon verlor seine Hauptstadt Sedan; der Herzog von Orleans floh nach Savoyen und erlangte nur Vergebung gegen die Entsagung aller Aemter und Würden. Und dies geldah zu einer Zeit, wo Richelieu, an allen Gliedmaßen gelähmt, sich in einer Sänfte von Ort zu Drt bringen lassen mußte. — Auch gegen die Aristokratie der Barlamente und Beamten richtete Richelieu seine Angriffe.

Seitdem die Regierung die Einberufung der Generalstände unterließ, sah sich das Ba. rijer Parlament, das an der Spitze der mächtigen Beamtenwelt stand und dem, einem alten Gebrauche gemäß, alle Gelege und Verordnungen vorgelegt werden mußten, als Ver. treter der Nation an und weigerte sich, Verordnungen, die es für nachtheilig hielt oder die den beftebenden Rechten zu nahe traten, in ihre Gefeßregister einzutragen, was zur Folge hatte, daß die Unterbeamten in den Provinzen dieselben nidt vollzogen. Nur wenn der König selbst ben Sigungen beiwohnte (lit de justice), mußte jede Widerrede verstummen. Da die Bes amtenstellen um bobe Summen gekauft wurden und gegen eine jährliche Abgabe, Paulette, in den Familien erblich blieben, so hatten Alle gleides Interesse, daß die Rechte jedes Einzel. nen sorgfältig geachtet wurden. „Die vornehmsten Familien des höheren Bürgerstandes, welche die Stellen inne hatten, die Tausende von Andern, die mit ihnen zusammenhingen, burden durd jede ihrer socialen Stellung drohende Gefahr auf das engste verbunden.“ Die Parlamente theilten mit dem Königthum den Vorzug der Souveränetät und sprachen die Rechte der Generalstände an: „Der Wille des Fürsten müsse durch die, welche die Gerechtigkeit derwalteu, für gerecht erklärt werden, dann führe das Volt ihn aus!"

Dieser Beamtenmacht trat Richelieu energijd entgegen. Die Parlamente mußten Abbitte thun, wenn ihre Einwendungen ungeeignet oder vermessen schienen; durd Einführung von Intendanten, die bloß vom Minister abbingen, schwächte er die Gewalt der Provinzialbeamten und durch Aufstellung außerordentlider Gerid tohöfe für politische Vergehungen minderte er den Geschäftskreis der Parlamentégerichte. Eben so entschlossen trat er den übertriebenen Ansprüchen der ultramontanen Hierarchie entgegen und rief den Beistand der Sorbonne an gegen San: tereld berüchtigtes Budy, ,,worin dein Papstthum das Recht vindicirt wurde, Könige und Kaiser von der Kirchengemeinschaft auszuschließen und ihre Abseßung auszus fprechen, nicht allein wegen großer Vergehen, sondern auch, wenn sie unfähig seien und die öffentliche Wohljahrt das fordere.“ „So machte Ridelieu aus allen böjen

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