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Daches der O-Strom zu verstärken. – Die doppelte O-Zuführung ist für alle Substanzen (ausser Steinkohlen, Eiweiss und Zuckerarten, die im Doppelofen zu verbrennen sind) verwendbar; es ist ein Misslingen kaum möglich, wenn man dafür sorgt, dass aus dem inneren Rohr höchstens eine ganz kleine Flamme brennt. Bei

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Stoffen, deren schwer flüchtige Dämpfe sich an der oberen Rundung des Einsatzrohres verdichten, dort erwärmt, schmelzend an der inneren Wandung herunterfliessen, ist es geboten, zur Aufsaugung einen Streifen ausgebranntem, porösem Ton unter das Schiffchen zu bringen, um ein plötzliches Vergasen zu vermeiden. Die Regulierung der Vergasung ist bei doppelter O-Zuführung besonders leicht gemacht, sie ist zu bewirken durch Annäherung der Flamme und durch Verstärkung oder Verminderung des inneren O-Stromes. – Die App. sind sämtlich von EMIL DITTMAR & VIERTH, Hamburg zu beziehen. (Ber. Dtsch. chem. Ges. 38. 3729–33. 25/11. [24/10.] 1905. Hamburg. Chem. Staats-Lab.) BLOCH.

E. Goutal, Bestimmung der flüchtigen Bestandteile und des Heizwertes von Kohlen. Vf, hat über die annähernde Best. des Heizwertes von Kohlen aus der Rohanalyse (Immediatanalyse) eine Formel vorgeschlagen, worin nur die Ergebnisse der gewöhnlichen Verss.: H-Best, Aschebest. und Verkokungsprobe, verwendet werden. In dieser Formel: Heizwert = 82 C + a V bedeutet C = Kokskohlenstoff (fixer Kohlenstoff), V = flüchtige Bestandteile u. a einen veränderlichen, von den flüchtigen Bestandteilen V des reinen (wasser- u. aschefreien) Brennstoffs abhängigen Faktor. Die Werte von a in W E für alle Heizstoffe, die in der reinen Substanz unter 40% flüchtige Bestandteile V enthalten, sind in einer Tabelle aufgeführt. – Der Wassergehalt wird mit 2 g gepulverter Kohle durch 1-stdg. Erhitzen auf 115° bestimmt; die flüchtigen Bestandteile werden durch rasches Erhitzen

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von 5 g Kohle in einem bedeckten Tiegel ermittelt; die Aschebest. erfolgt mit 2g Brennstoff im Muffelofen. – Die Berechnungsweise ist an einem Beispiel erläutert. Die Abweichungen der so berechneten Heizwerte von den direkt ermittelten betragen meist weniger als 1%; Fehler über 2% treten nur ausnahmsweise und fast ausschliesslich bei Anthraciten, bei Ligniten u. oxydierten Kohlen auf. (J. f. Gasbel. 48. 1006–7. 11/11. 1905) HÖNIGSBERGER.

H. Neubauer, Ein vereinfachtes Verfahren zur Bestimmung von Phosphorsäure, Kalium, Natrium, Calcium und Magnesium in 8alzsauren Bodenauszügen. Man verdampft ein 25 g Boden entsprechendes Volumen der Lsg. in einer Pt-Schale zur Trockne (bei carbonatarmen Böden sind 0,5 g CaCO, zuzugeben), erhitzt den Rückstand vorsichtig auf dem Pilzbrenner, später stärker, so dass der Boden der Schale fast zum Glühen kommt, aber eine Verflüchtigung von Alkalichloriden nicht zu befürchten ist. Man zerreibt die M. fein, erhitzt noch etwa 1 Stde, bis die organ. Substanz zerstört ist, spült mit W. in einen 125 ccm-Kolben, kocht /, Stde, füllt auf und bestimmt in 100 ccm des Filtrats, das, wenn es ganz farblos u. mindestens schwach alkal. ist, frei von Fe, P„Os u. SiO, ist, K2O, bezw. Na2O nach den vom Vf. angegebenen Verff (Z. f. anal. Ch. 39. 481; 43. 14; C. 1900. II. 990; 1904. I. 539). Den ungel. Rückstand samt Filter kocht man in demselben Masskölbchen mit so viel verd. H„SO., als 5 ccm konz. H„SO. entspricht, /, Stde. (die zur Veraschung benutzte Schale ist vorher event. mit der S. auszuspülen), füllt auf u. bestimmt in 100 ccm des Filtrats die P„O. nach der Molybdänmethode unter Verwendung der ohne Zusatz von NH„NO, bereiteten MoO»-Lsg. Vf, empfiehlt hierfür auch die von v. LoRENz (Landw. Vers.-Stat. 55. 183; C. 1901. I. 644) angegebene direkte Wägung des Mo-Nd.

Zur Ca- und Mg-Best. erhitzt man einen besonderen eben so grossen Teil der Bodenlsg. in der oben angegebenen Weise, nimmt mit etwas W. auf (die Fl. darf nicht sauer reagieren), setzt 2–5 g NH„Cl zu, erhitzt auf dem Wasserbade bis zur Beendigung der NH,-Entw., spült in einen 125 ccm-Kolben, gibt etwas NHs zu, kocht noch einige Zeit, füllt auf und bestimmt in 100 ccm des Filtrats CaO und MgO in üblicher Weise. Der unl. Rückstand kann hier ebenfalls zur Best. der P„Os dienen. Bei grösseren Mengen von Sulfaten, die jedoch in Bodenauszügen sehr selten vorkommen, versagt das Verf, da Fe-Sulfat nicht zerlegt wird, und K„O bei Ggw. von viel P„O, unl. wird. Bei der angegebenen Behandlungsweise werden, wie eine besondere Prüfung ergab, K„O, P„Os, CaO u. MgO glatt und vollständig in Lsg. gebracht. Das anfänglich beobachtete Unlöslichwerden von K„O, wahrscheinlich durch Bindung an SiO, liess sich durch die Zugabe von CaCO, das dem selten alkalifrei zu erhaltenden CaCl, vorzuziehen ist, vermeiden. (Landw. Vers.Stat. 63. 141–49. Bonn. Landw. Vers.-Stat.) MACH.

0. Müller, Über den Nachweis von Typhusbacillen im Trinkwasser mittels chemischer Fällungsmethoden, insbesondere durch Fällung mit Eisenoxychlorid. Nach dem VALLET-SCHÜDERschen Verf. (Z. f. Hyg. 42. 317; C. 1903. I. 730) finden Verluste an Typhuskeimen statt. Das Verf. von FICKER (Hygien. Rdsch. 14. 1; Arch. f, Hyg. 49. 229; C. 1905. I. 41) (Fällung des W. mit Ferrisulfat und Na,CO, Auflösen des abgesetzten oder besser abcentrifugierten Nd. in einer 25%igen Lsg. von neutralem Kaliumtartrat) gibt die gleich günstigen Resultate, wenn es dahin abgeändert wird, dass der Nd. nicht aufgel., sondern auf DRIGALSKI-CoNRDIschen Platten ausgestrichen wird. Zu diesem Zwecke wird der aus 3 l W. durch 10 ccm 0°oiger Na,CO2- und 10% ccm 10%iger Ferrisulfatlsg. erzeugte Nd. nur filtriert. Übersteigt der Keimgehalt des W. aber eine gewisse Grenze, so bringt das Verimpfen grösserer Mengen des eingeengten, filtrierten Nd. keinen Vorteil, da das zu dichte Wachstum auf den Originalplatten die Identifizierung der Typhuskolonien ungemein erschwert. Eisenoxychlorid bewirkt schneller die Fällung, als Ferrisulfat. 5 ccm Lsg. ferri oxychlorati auf 3 l W. genügen; ein Alkalisieren des W. ist nicht erforderlich. Dieses Verf ist besonders da zu empfehlen, wo keine Centrifuge zur Verfügung steht. Mit Alaunlsg. und Na,COs werden nicht so günstige Ergebnisse, wie mit den anderen Verff. erzielt. (Z. f. Hyg. 51. 1–17. Jena. Hyg. Inst.) PRosk.

F. Mach, Die Bestimmung des Titers der für Stickstoffbestimmungen dienenden Lauge. Unter dem Hinweis darauf, dass es sich für den vorliegenden Zweck empfiehlt, das schwefelsaure Ammonium als Titersubstanz mit heranzuziehen, schildert Vf, das seit 5 Jahren an der Versuchsstation Marburg gebräuchliche Verf. zur Titerstellung der Lauge, bei dem die durch schwefelsaures Ammonium, Natriumcarbonat und Kaliumtetroxalat gelieferten Werte zur Berechnung des Titers (Mittel aus 7 bis 8 Bestst.) dienen, sowie die Reindarst. der Titersubstanz und die eingehaltene Arbeitsweise. Das Material, das sich in der genannten Zeit angesammelt hat, ist in Tabellenform wiedergegeben. Das geschilderte Verf, hat sich in der Untersuchungspraxis sehr gut bewährt. (Landw. Vers.-Stat. 63. 71–80. Marburg. Landw. Vers.-Stat.) MACH.

V. H. Veley u. J. J. Manley, Zur Gehaltsbestimmung von konz. Salpetersäure durch das spezifische Gewicht. Vff. teilen, durch die Arbeit von WINTELER (Chem.Ztg. 29. 1009; C. 1905. II. 1384) veranlasst, nochmals mit, in welcher Weise sie die zu ihren D.-Bestst. benutzte HNOs gewinnen. Sie bezweifeln stark, dass WINTELER mit entsprechend reiner S. gearbeitet hat. Vff haben bei wiederholten Bestst. in der Kurve der D. von HNO, stets einen Knickpunkt bei etwa 98% gefunden und ferner beobachtet, dass HNO, von 96–100% merkwürdigerweise einen negativen Temperaturkoeffizienten wie die Metalle besitzt, nicht einen positiven, wie die Elektrolyte. Ähnliche Unregelmässigkeiten zeigten sich bei den Brechungsexponenten, den Kontraktionen und den Ausdehnungskoeffizienten. Vff sind der Ansicht, dass bei etwa 96% eine eutektische Lsg. entsteht, und dass es vielleicht keine einfache Substanz von der Formel HNOs gibt, sondern dass die 100%ig. S. ein Gemisch von HNOs, N„O, und H„O ist. (Chem.-Ztg. 29. 1207–8. 22.11. 1905.)

WOY.

H. Pützer, Über die Gehaltsbestimmung von konz. Salpetersäure durch das spezifische Gewicht. Vf, hat D.-Bestst. von HNO, zwischen 90 u. 100% ausgeführt. Die benutzte S. war von grosser Reinheit, hinterliess aus 150 g bei einer D. 1,5165 keinen wägbaren Rückstand, war wasserhell u. völlig frei von Untersalpetersäure, SOs, Cl u. Jod. Das zur Titerstellung benutzte NaHCO, zeigte Stickstoffoxyde u. Spuren Eisen, von denen es noch völlig befreit wurde. Die vom Vf, erhaltenen Werte laufen den Werten der Tabelle von LUNGE u. REY völlig parallel, liegen aber gleichmässig um 0,44–0,53% höher, was Vf, dadurch erklärt, dass die von ihm benutzte S. vermutlich noch etwas reiner war, als die von LUNGE u. REY benutzte. Die Resultate von WINTELER (s. vorsteh. Ref), die auf einer Geraden liegend erscheinen, sind unhaltbar. Vf, glaubt, dass die von WINTELER benutzte S. in wissenschaftlichem Sinne sehr unrein war. (Chem.-Ztg. 29. 1221–22. 25/11. 1905.)

WOY.

Jacob Meisenheimer u. Friedrich Heim, Zur Bestimmung der Salpeter- und salpetrigen Säure. Die nach der Gleichung:

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verlaufende Rk. findet in der quantitativen Analyse bisher nur als kolorimetrisches Verf, zur Best. der salpetrigen S. im W. Anwendung, wobei man aus der Intensität der durch das abgeschiedene Jod bedingten Blaufärbung einer zugesetzten Stärkelsg. auf die vorhandene Menge HNO, schliesst. – Die gasvolumetrische Bestimmung des bei der gleichen Rk. entwickelten Stickoxyds hat KALMAN (Z. f. anal. Ch. 29. 194) bereits 1890 versucht; sein Verf, dürfte jedoch erst in der nachstehend beschriebenen, sehr erheblich vereinfachten Form allgemeinere Anwendung finden. – Die schwach alkal. Lsg. von 0,1–0,2 g Nitrit befindet sich in einem 50 ccmKölbchen, das mit einem dreifach durchbohrten Stopfen verschlossen ist. Durch eine dieser Öffnungen führt ein Zuleitungsrohr für säure- und luftfreies CO, durch die andere ein zur Spitze ausgezogenes Ableitungsrohr für das NO, das in eine mit 12%ig. NaOH gefüllte Wanne eintaucht. Durch die dritte Bohrung ist ein Trichterrohr geführt, das bis über den Hahn, bezw. die Klemmschraube mit W. gefüllt wird. Beim Beginn des Vers. treibt man die Luft aus dem App. durch CO, aus u. stülpt dann über die Spitze des Gasableitungsrohres ein mit NaOH gefülltes Eudiometer; hierauf lässt man durch das Trichterrohr 10–15 ccm 5%ig. KJ-Lsg. u. dann langsam ebensoviel verd. HCl einfliessen. Die unter Jodabscheidung sofort beginnende NO-Entw. wird durch gelindes Erwärmen unterstützt; schliesslich erhitzt man bis zu beginnendem Sieden und treibt alles NO durch wieder verstärktes Einleiten von CO, in das Messrohr über. – Will man im Rückstande noch die Salpetersäure bestimmen, so bedient man sich der Umsetzung

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d. h. man lässt durch das Trichterrohr nunmehr 10–20 ccm einer stark salzsauren FeCl,-Lsg. einfliessen und fängt das sich von neuem entwickelnde NO in einem zweiten Eudiometer auf. – Das Verf, nimmt für beide Bestst. höchstens 1"/, Stdm. Zeit in Anspruch und gibt sehr genaue Resultate. (Ber. Dtsch. chem. Ges. 38. 3834–37. 25/11. [14/11.] 1905. Berlin. Chem. Lab. d. Landwirtschaftl. Hochschule.) STELZNER. F. Mach, Einige Beobachtungen bei der Bestimmung der citronensäurelöslichen und der Gesamtphosphorsäure in Thomasmehlen. A. Vergleichende Bestst. nach der vom Verbande der landw. Versuchsstationen im Deutschen Reich angenommenen Methode mit SiO2-Abscheidung und nach einem von WAGNRR angegebenen Verf, bei dem die SiO2 durch Behandeln mit ammoniumcitrathaltiger Magnesiamischung in der Wärme abgeschieden wird, haben ergeben, dass in den meisten Fällen befriedigend übereinstimmende Werte erhalten wurden und nur zuweilen nach dem WAGNERschen Verf. mehr citronensäurelösliche P„Os gefunden wurde als nach der Verbandsmethode. Längeres Eindampfen des citronensauren Auszuges mit HCl, das nach der Verbandsmethode bis zu einem nicht mehr nach Salzsäure riechenden Sirup erfolgen soll, hat das Resultat nur unwesentlich beeinflusst. B. Der von SCHENKE (Landw. Vers.-Stat. 62. 3; C. 1905. II. 74) vorgeschlagenen Modifikation der Best. der Gesamt-P„Os in Thomasmehlen hält Vf. entgegen, dass die lösende Wrkg. von 50 ccm Ammoniumcitrat auf MgNH„PO. nicht so gross ist, um die beobachteten Differenzen zu erklären, und dass das durch die H„SO. veränderte Verhältnis von NH, zu Citronensäure allem Anscheine nach auch nicht als Grund für das unvollständige Ausfallen der P„Os angenommen werden kann, da bei Anwendung von 100 ccm Ammoniumcitrat sowohl mit als ohne vorhergehende Neutralisation mit NH, die gleichen Zahlen erhalten wurden. Wahrscheinlich genügen 50 ccm Ammoniumcitrat nicht, um eine stärkere Verunreinigung des Nd. durch Ca- u. Fe-Salze, die in grossen Mengen vorhanden sind, zu verhindern. Die von SCHENKE konstatierte und vom Vf, bestätigte Übereinstimmung der von dem SCHENKEschen Verf, und der von der Molybdänmethode gelieferten Werte liessen sich vielleicht dadurch erklären, dass die Ggw. von viel H„SO4, wie sie hier vorliegt, ein Mitfällen von viel MoO, veranlasst, das auch in den Magnesia-Nd. übergeht, was qualitativ nachgewiesen wurde. Es ist daher noch eine weitere Prüfung der SCHENKEschen Modifikation notwendig, ehe daran gedacht werden kann, sie an Stelle des bisher üblichen Verf zu setzen. (Landw. Vers.-Stat. 63. 81–91. Marburg. Landw. Vers.-Stat.) MACH.

J. Ducommun, Zur Umgehung des Schwefelwasserstoffs. (Vgl. über eine neue Rk. der Arsen-Zinngruppe; Schweiz. Wchschr. f. Pharm. 36. 433; C. 98. II. 1218.) Statt des Schwefelammoniums empfiehlt Vf, jetzt reines Natriumsulfid, mit welchem die Rk. ohne besondere Kautelen vor sich geht. Die rasche Prüfung auf Schwermetalle mittels des Schwefelnatriumformalins gestaltet sich nun so: Man versetzt die angesäuerte Lsg. der Präparate mit 2–5 ccm chemisch reiner Formalinlsg., dann mit einer mässig konz., reinen Na,S-Lsg. Ist ein Metall der Arsen-Zinngruppe vorhanden, so entsteht sofort der entsprechende Sulfidnd. Auf Zusatz von Alkali erfolgt im Filtrat, wenn vorhanden, der Nd. der Eisengruppe. – Das Vortäuschen eines Nd. durch S-Ausscheidung ist hier durch den Formalinzusatz ausgeschlossen. Das Formalin scheint andere Rkk. anorganischer Körper nicht zu stören ausser die Magnesiumreaktion mit Na, HPO., NH„Cl u. NH,; es verhindert jeglichen Nd. aus Mg-Salzen mit diesen Reagenzien, ja ein bestehender Ammoniummagnesiumphosphatniederschlag in NH,-Lsg. wird durch Formalin sogar wieder gel. (Schweiz. Wchschr. f. Pharm. 43. 635. 18/11. 1905) BLOCH.

0. v. Spindler, Zum Borsäurenachweis. Vf, vermisst bei den Verss. von GoskE (C. 1905. II. 1123) die Prüfung, ob u. in welchem Masse die Ggw. anderer Körper in diesem Falle die Rk. beeinflussen kann. Das Verf. von MEzGER (C. 1905. II. 1123) ist theoretisch nicht einwandfrei. Da alle Wurstaschen grosse Mengen NaCl enthalten, so ist es sehr wohl denkbar, dass sich gerade unter den von MEzGER angegebenen Bedingungen Chlormethyl bilden könnte. Solche selbst entfernte Möglichkeiten aber sind jedenfalls grundsätzlich auszuschalten. KREIS hat beobachtet, dass fetthaltige Substanzen bei Ggw. von Borsäure grün brennen, d. h., dass Borsäure sich verflüchtigt, vielleicht in Glycerinverb. Bestätigt sich diese Beobachtung allgemein, so würde das Veraschen derartigen Materials zum Nachweis kleiner Mengen Borsäure überhaupt erst nach der Entfettung zulässig sein. Vf, hält es für sehr überlegenswert, ob die höchsterreichbare Empfindlichkeit der Rk. insbesondere für den Nahrungsmittelchemikernötig oder auch nur wünschenswert ist. Möglicherweise wird man durch einen zu bestimmenden W.Gehalt des Methylalkohols die Empfindlichkeit der Rk. auf einen bestimmten Grad herabzudrücken haben.

Vf. hat im Anschluss an C. 1905. II. 166 zum Nachweis der Borsäure einen App. (Fig. 7) gebaut. Das Glasgefäss A hat das Gaszuleitungsrohr 5 und das -ableitungsrohr 6. Der eingeschliffene Deckel B hat einen Küvettenhahn 1 u. einen Trichter 3. C ist ein Porzellanbrennerrohr. Man bringt in A etwa 50 ccm Methylalkohol von mindestens 98%, D. 0,8000–0,8020, setzt den Deckel und das Porzellanrohr auf und leitet durch 5 Leuchtgas, zündet nach einiger Zeit das

Fig. 7.

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