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Fällungsvermögen zusammen. Auch Tannin u. die gewöhnliche Gerbsäure verbinden sich mit dem Eiweiss des Plasmas der Zellen. Sie sterben aber nicht so rasch ab. Ebenso verhalten sich Katechugerbsäure und Moringersäure. In 1%- u. 0,1%iger H, SO, sterben Infusorien rasch ab, in 0,01% tritt keine Einw. mehr ein. HCl wirkt noch in 0,001%ig. Lsg. Die Empfindlichkeit der einzelnen Zellen ist verschieden u. richtet sich nach der Reaktionsfähigkeit. Weinsäure ist erst in 0,01%ige Lsg. unwirksam. Vf, untersuchte weiterhin Mineralbasen, so Ca(OH), K(OH), Dinatriumphosphat (wirkt sehr kräftig), Na, COs. Die einzelnen Zellen verhalten sich recht verschieden. – Kaffein in 0,1%ig. Lsg. wirkt zwar nicht giftig, ruft jedoch Zellveränderungen hervor, die jedoch rückgängig gemacht werden können. – Vf, führt auch die Wrkg. des Strychnins auf dessen Bindung mit Eiweiss zurück. Ebenso sollen essigsaures Chinin, salzsaures Nikotin, Morphiumacetat wirken. Bekannt ist die grosse Giftwrkg. der Blausäure. Niedere Organismen sind viel resistenter als höhere. Formaldehyd reagiert noch in grossen Verdünnungen mit dem Plasmaeiweiss, ebenso auch andere Aldehyde, z. B. Paraldehyd, Äthylaldehyd. Hydroxylamin u. Phenylhydrazin wirken gleichfalls giftig. – Untersucht wurden ferner Schwermetallsalze, salpetersaures Quecksilberoxyd, AgNO, CuSO., Zn Cl, AuClo, Bleiacetat, FeSO., NiSO, Cr(NO), MnSO., ZnSO, CdSO, Uransalze, Überosmiumsäure. Kein einziges dieser Salze ist unschädlich, viele sind reaktionsfähig gegen lebendes Plasma. Auch die Halogene äussern noch in grosser Verdünnung Giftwirkung, ebenso H,O, übermangansaure Salze, KClO2. Bezüglich der Einzelheiten sei auf die im Original S. 218–222 wiedergegebene tabellarische Zusammenstellung verwiesen. (PFLÜGERs Arch. 110. 174–226. 8/11. 1905.) ABDERHALDEN.

Th. Bokorny, Übereinstimmendes Verhalten der Metalle der Kupfergruppe (Kupfer, Quecksilber, Silber) gegen Zellen der niederen Pflanzen. Vf, hat früher schon festgestellt, dass Kupfersalze in grossen Verdünnungen noch giftig auf lebende Zellen wirken u. in ihnen aufgenommen werden. Auch Quecksilber u. Silber wirken so. Aus Verdünnungen von 1 : 1000000 reagieren diese Metalle noch auf das Protoplasmaeiweiss. Bleisalze reagieren bei einer Verd. von 1:100000 nur noch wenig. Noch weniger wirksam ist Eisenvitriol. In Eisenchloridlsg. von 1:100000 gingen Spirogyren innerhalb 24 Stunden nicht zugrunde. Auch die anderen Metallsalze wirken viel weniger giftig als die Vertreter der Kupfergruppe. Spirogyren und Cladophoren sterben in AgNO,-Lsg. von 1: 1000000 bei Aufbewahrung der Lsg. im Dunkeln nach 3 Tagen. Mit HCl und H„S färben sich die Zellen schwarz. Diese Rk. gelingt sogar mit Verdünnungen von 1 : 10000000. Auch in Lösungen von 1: 100000000 starben alle Zellen binnen 3 Tagen ab. Auch Sublimat wirkt in enormen Verdünnungen noch schädlich auf Zellen ein. Vergl. auch vorst. Ref. (Chem.-Ztg. 29. 1201–2. 18/11. 1905) ABDERHALDEN.

Andreas Kleemann, Untersuchungen über Malzdiastase. Nach kritischer Würdigung der bisher vorgeschlagenen Verff zur Best. der diastatischen Kraft schildert Vf. ein hierfür geeignetes Verf, das sich an das von ROBERTs zur Best. der Verdauungskraft des Speichels und Pankreassaftes angegebene anlehnt, und das, wie Vf, zeigt, auch bei Ggw. von Gerstendiastase die Menge der Malzdiastase zu bestimmen gestattet. Man versetzt je 10 ccm einer 2% trockene 1. Stärke (nach LINTNER) enthaltende Lsg., die sich in Reagensgläsern aus Jenaer Glas mit Marke bei 15 ccm befinden, mit steigenden Mengen eines Malzauszuges 1: 200, bezw. 1: 500 (bei Darrmalz 2,5–5, bei Grünmalz 1,0–2,5 Tle. Malztrockensubstanz auf 100 Tle. wasserfreie Stärke), füllt auf 15 ccm auf, erwärmt 3 Stdn. auf genau 55°, kühlt rasch ab, giesst je 5 ccm in weisse, 200 ccm W. enthaltende Medizinflaschen und setzt je 5 Tropfen /1o-n. Jodlsg. zu. Aus derjenigen Lsg, die den gleichen rein

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gelben Farbenton (achromatischer Punkt) zeigt wie mit Jodlsg. allein versetztes W., berechnet sich die durch 1 Tl. Malztrockensubstanz verzuckerten Teile wasserfreier l. Stärke, welche Zahl mit F. J. bezeichnet wird. Ausserdem hat Vf, das Fermentationsvermögen nach der Reduktionsmethode (F. M.) bestimmt, indem je 10 ccm derselben Stärkelsg. mit steigenden Mengen Malzauszug 3 Stunden bei 55° behandelt, abgekühlt und nach Zusatz von 20 ccm FEHLINGscher Lsg. 10 Min. im sd. Wasserbade erhitzt werden. Hier berechnet sich aus der Lsg., in deren Filtrat kein Cu mehr nachweisbar ist, wieviel Teile wasserfreier Stärke durch 1 Tl. Malztrockensubstanz so weit verzuckert wird, dass daraus 77,5% Maltose gebildet werden. Bei gutem Grünmals ist das Fermentativvermögen F. J. ziemlich konstant 3,0–3,2 mal grösser als F. M., bei 4 Sorten Darrmalz war F. J. 3,28–5,0 mal grösser als F. M. Man wird also bei Darrmalz Aufklärung über das Verhältnis des Zuckerbildungs- zum Stärkeumwandlungsvermögen erhalten können. Bei Verwendung von Auszügen aus Gerste- u. Malzgemischen zeigte sich, dass der Gerstediastase bei F. M. eine stärkere Mitwrkg. zukommt als bei F. J. Ausserdem ist die Jodmethode einfacher auszuführen. Mit Hilfe der beiden Methoden hat Vf, zu ermitteln gesucht, in welcher Weise die B. der Diastase vom Wassergehalt der Gerste abhängig ist. Neben Quellverss. wurden Keimverss. bei 10, 17,5 u. 23° (es wurde ein besonderer Keimapp. verwendet, in dem bei konstanter Temperatur die eintretende Luft stets vollkommen mit Feuchtigkeit gesättigt war), ferner Verss. ohne Einquellen, aber mit wiederholter Wasserzufuhr während des Keimens und endlich Keimverss. in fliessendem W. ausgeführt. Hierbei hat sich der Hauptsache nach ergeben, dass es für dieselbe Gerstensorte für jede Keimtemperatur einen bestimmten Wassergehalt der Gerste gibt, bei dem die grösste Menge Diastase gebildet wird, dass es auch darauf ankommt, wie die Wassermenge zugeführt und aufgenommen wird, und dass die durch den Atmungsprozess verursachten Substanzverluste um so grösser sind, je grösser die Menge W. ist, die beim Weichen oder sonstwie während des Keimens von der Gerste aufgenommen wird. Der Verlauf der Diastasebildung lässt sich nach den vom Vf, angegebenen Methoden in befriedigender Weise verfolgen. (Landw. Vers.-Stat. 63. 93–134. München. Agrik.-chem. Lab. d. Techn. Hochschule) MACH.

Giacomo Rossi und Sante de Grazia, Histologische und chemische Untersuchungen über die Zersetzung der Pflanzen. Lebendige, in W. getauchte Erbsenpflänzchen wurden, wie Vff. u. CAPRARIS früher (Arch. d. Farmacol. sperim. 3) gezeigt hatten, vom Bac. Comesii völlig mazeriert. Es konnte aber bisher nicht festgestellt werden, ob in nebenher erprobten Kartoffelstücken Bac. Comesii nur die intrazellularen Pektinstoffe oder auch die Zellwände selbst auflöst. Neuere Verss. mit Medicago sativa bewiesen, dass von Bac. Comesii sowohl die Pektinstoffe, als auch die Zellulose angegriffen werden. Es wurden dann Verss. über die durch Einw. einiger Mikroben erfolgenden Veränderungen der Zellwände ausgeführt. Dazu dienten Hanfstengel u. als Organismen Bakt. coli, Bac. Comesii und mesentericus; eine Probe wurde mit einem Tropfen Fl. des im Freien mazerierenden Hanfgutes geimpft, eine andere zur Kontrolle steril gelassen. Die Dampfsterilisation und der nachfolgende Aufenthalt im Thermostaten bedingte einen grösseren Verlust an Trockensubstanz des Hanfes, als bei der freien Röste. Es ist also nicht unbeschränkt geboten, die Vorgänge bei der Mazeration dampfsterilisierten Hanfes mit der natürlichen Röste zu vergleichen. Der Verlust an Trockengewicht hängt von dem einwirkenden Organismus ab und kann bei Anwendung von Reinkulturen eines einzigen Mikroben sogar höher ausfallen, als bei gemischter Einw. verschiedener Bakterien. Bac. Comesii hatte sich als kräftigster Mazerator erwiesen. Nach der Mazeration war der Zellulosegehalt vermehrt; es fand eine „Zelluloseanreicherung“ statt. Die Pektinstoffe nahmen ebenfalls zu, mit Ausnahme der Probe mit Bac. Comisii, der dem natürlich ausröstenden Bakteriengemische am ähnlichsten einwirkte. Bei seiner Ggw. schwanden ca. */s der ursprünglich vorhandenen Pektinstoffe. (Centr.-Bl. f. Bakter. u. Parasitenk. II. Abt. 15. 212–15. 23/9. [Mai] 1905. Portici [Neapel. Landw. bakt. Lab. Kgl. Landw. Hochschule.) PROSKAUER.

Ruggero Schiff-Giorgini, Untersuchungen über die Tuberkelkrankheit des Ölbaumes. Der von ARCANGELI festgestellte Erreger der erwähnten Krankheit, der Bac. oleae, ist vom Vf. näher studiert worden. Er ist aerob und beweglich, besitzt mehrere Geisseln und bildet Sporen, welche zur Verbreitung der Krankheit wesentlich beitragen. – Der Bacillus scheidet massenhaft Amylase aus, welche die Stärke der Pflanze in weiter Umgebung hydrolysiert. Darauf ist wahrscheinlich die Beschädigung der Wirtspflanze zurückzuführen. Ausserdem gewinnt der Saft der lebenden Zellen bis zu einer gewissen Entfernung um die Infektionsstelle kräftige lytische, agglutinierende u. bakterizide Wirksamkeit gegen Bac. oleae. Diese Wrkgg. gehen beim Kochen verloren; es handelt sich also um Antikörperbildung, wie sie schon längst bei Tieren bekannt ist. (Centr.-Bl. f. Bakter. u. Parasitenk. II. Abt. 15. 200 bis 211. 23/9. [Mai 1905. Pisa. Pathol. Inst. Kgl. Univ.) PROSKAUER.

C. Delezenne, Aktivierung des Pankreassaftes durch Calciumsalze. Gleichwie NaF (1–2% ig. Lsg.) die verdauende Wrkg. des Pankreassaftes aufhebt (C. r. de la Société de Biologie 1901. 1164), hindert es auch die Wrkg. der Enterokinase auf den Pankreassaft. Um zu eruieren, ob die hemmende Wrkg. des NaF in einer Bindung der Calciumsalze, die bei der B. der Kinase eine Rolle spielen könnten, besteht, untersuchte Vf, die Wrkg. der Calciumsalze auf den inaktiven Pankreassaft. Bei gewissen Konzentrationen konnte ein aktivierender Einfluss der Ca-Salze nachgewiesen werden. Die Wrkg ist jedoch nicht mit der der Kinase identisch. Möglicherweise wird ein Proferment im Pankreassaft durch das Ca in ein Ferment mit den gleichen Eigenschaften wie die der Kinase des Darmsaftes übergeführt. (C. r. d. l'Acad. des sciences 141. 781–84. [13/11.* 1905.].) RONA.

P. Mazé, Die Mikroben in der Käseindustrie. III. Die Fermente des Kaseins. Die in der Milch sich entwickelnden Bakterien wandeln das Kasein in die lösliche Form um; sie erzeugen die Kasease. Nur die abgebauten Eiweissstoffe der Milch können den Milchbakterien den erforderlicher N als Nahrung bieten. Dieser Abbau ist einmal von der Menge der Kasease, dann aber auch von der Rk. der Milch abhängig. Die B. von Essig- und Milchsäure vernichtet die Kaseasewrkg., das Kasein gerinnt und wird in diesem Zustande nicht mehr von der Kasease gelöst. Bei Ggw. von Mikroben, wie Tyrotrix, Oidium, Mykodermen, die Laktose entweder nicht vergären oder sie völlig bis zur CO, abbauen, wird die B. von Kasease bedeutend gefördert; desselbe gilt für die NH„-Bildner; da das NH, Kasein l., so findet eine kombinierte Wrkg. von NH, und Kasease statt, die eine starke Zers. des Kaseins zur Folge hat. Vf, beleuchtet die Rolle, welche die einzelnen Fermente bei der Käsereifung spielen. (Ann. Inst. Pasteur 19. 481–93. 258. 1905; Sep. vom Vf) PROSKAUER.

R. 0. Herzog, Über den Temperatureinfluss auf die Entwicklungsgeschwindigkeit der Organismen. Bezugnehmend auf die Mitteilung von ABEGG über das im Titel erwähnte Thema (Z. f. Elektrochemie 11. 528; C. 1905. II. 837) weist Vf, auf seine Unterss. über die Biologie der Hefe hin (Ztschr. f. physiol. Ch. 37. 396; C. 1903. I. 1236), in denen er zeigen konnte, dass die VAN T'HoFFsche Regel bezüglich der Temperaturkoeffizienten der chemischen Vorgänge auch für die Askosporenbildung der Hefe gilt: in einem bestimmten engen Intervall entspricht der Temperaturzunahme von 10° etwa eine Verdoppelung bis Verdreifachung der Entwicklungsgeschwindigkeit. An einigen weiteren Beispielen, wie die Askosporenbildung der Hefe nach HANSEN, die Generationsdauer der Hefe (PEDERSEN), Keimung von Pflanzensamen (HABERLANDT, CANDOLLE), Entwicklung von Fischeiern (HERTWIG, PETER) wird der Gültigkeitsbereich dieser Regel demonstriert. Im grossen und ganzen zeigen die angeführten Tabellen deutlich, dass in einem bestimmten Intervall der Entwicklungskurve die Temperaturkoeffizienten pro 10° (Qo), wie bei chemischen Vorgängen in der Nähe von 2–3 liegen, u. zwar meistens gerade für das Kurvenstück, in welchem der Vorgang am günstigsten für den Organismus verläuft. Bei etwas steigender Temperatur fallen die Temperaturkoeffizienten. – Der Sinn der angeführten Regel kann nur der sein, dass in einem bestimmten Temperaturintervall bei den Entwicklungsvorgängen chemische Prozesse eine Hauptrolle haben dürften. – Bei tieferen Temperaturen, die aber noch keineswegs in der Nähe von 0° liegen müssen, sondern bei manchen Pflanzen, Bakterien bei 15–20°, steigen die Werte von Qo stark an. Hier sind also die Geschwindigkeiten viel kleiner als im „normalen“ Bereich der Kurve. (Z. f. Elektrochemie 11. 820–22. 17/11. [26/10.] 1905. Karlsruhe. Chem. Inst. der techn. Hochschule.) RONA.

R. Abegg, Noch ein Beitrag zum Temperatureinfluss auf Lebensprozesse. Vf. zeigt an zwei weiteren Beispielen die Gültigkeit der VAN'T HOFFschen Regel (siehe vorstehendes Referat) bei den vitalen Vorgängen. Das erste betrifft die CO2-Produktion des Frosches (Rana esculenta). (H. SCHULz, PFLÜGERs Arch. 14. 90.) Wie es aus der Tabelle ersichtlich ist, beträgt der Wert des Temperaturkoeffizienten pro 10° innerhalb der „Behaglichkeitsgrenzen“ des Tieres, 14–25°, etwa 2. Bei tieferen und höheren Temperaturen wird er erheblich grösser. – Ferner ergaben Messungen der CO2-Produktion bei Kaninchen bei variierten Körpertemperaturen für Q1o den Wert 1,9. (PFLÜGER, PFLUGERs Arch. 18.355) Bei Überschreiten der „Behaglichkeitsgrenzen“ durch sehr kalte Bäder war der Wert für Q1o nicht mehr n. (Z. f. Elektrochemie 11. 823. 17/11. [7/11.] 1905. Breslau.) RONA.

0. Loewi und T. Ishizaka, Über die Wirkung von Muskarin auf das nicht oder unzureichend gespeiste Froschherz und die Gegenwirkung von Calciumsalz. Die Muskarin vergiftung des in situ belassenen oder isolierten u. künstlich gespeisten Froschherzens bewirkt bekanntlich zunächst Abnahme der Schlagfolge. Die diastolische Ausdehnung des Herzens nimmt zu, die systolische Zusammenziehung wird meist schwächer, und schliesslich tritt Stillstand in Diastole ein. Die Anspruchsfähigkeit des Ventrikels ist dabei kaum herabgesetzt. Die Ursache des Ventrikelstillstandes ist offenbar der Ausfall der natürlichen Reize. Auch der Vorhof kommt zum Stillstand, jedoch aus anderer Ursache. Er verliert die Fähigkeit, sich zu kontrahieren. Bei unzureichender Zirkulation büsst auch der Ventrikel seine Kontraktionsfähigkeit ein. Als Ursache erwies sich das Fehlen von Kalk, denn bei Zufuhr von CaCl, blieb die Kontraktilität erhalten. (Centr.-Bl. f. Physiol. 19.593 bis 595. 18/11. 8/11.] 1905. Wien. Parmak. Inst) ABDERHALDEN.

Eduard v. Zebrowski, Zur Frage der sekretorischen Funktion der Parotis beim Menschen. Die Sekretion der Parotis beim Menschen ist verschieden. Die Eigenschaften der Sekretion sind abhängig von der Gesamtheit der physikalischen und chemischen Eigenschaften, die der Reizstoff im Augenblicke der Berührung mit der Mundschleimhaut besitzt. Die Quantität des Reizstoffes beeinflusst hauptsächlich die Schnelligkeit der Sekretion. Sie ist etwa der Quadratwurzel aus der Quantität des Reizstoffes proportional. Die Intensität der Reizstoffe beeinflusst die

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Quantität und Qualität des Speichels. Der Kauakt ist von grossem Einfluss. Je mehr Asche der Speichel enthält, um so alkalischer ist er. Die digestive Kraft des Speichels ist um so grösser, je grösser sein Gehalt an organischer Substanz ist. (PFLÜGERs Arch. 110. 105–73. 8/11. 1905. Kiew. Medizin Klinik.) ABDERHALDEN.

Max Schreuer, Über die Bedeutung überreichlicher Eiweissnahrung für den Stoffwechsel. Bekanntlich nimmt das Eiweiss der Nahrung eine Sonderstellung ein. Während Fett und Kohlehydrate bei reichlicher Zufuhr keine Steigerung des Stoffwechsels bewirken, indem die Überschüsse einfach als Reserven deponiert werden, folgt über lange Zeit fortgesetzter Ernährung mit grosser Eiweissmenge eine starke Steigerung des Sauerstoffverbrauchs. Vf, prüft die Frage, ob ein Eiweissumsatz mit einer an überschüssigem Eiweiss reicheren Nahrung möglich ist, u. findet, dass dies tatsächlich der Fall ist. Es findet eine Vermehrung des funktionierenden Zellmaterials statt. Diese Anreicherung des Körpers mit aktiver Zellmasse ist jedoch keine dauerhafte; vielmehr zeigt der Körper das deutliche Bestreben, sich auf den alten Status, der vor der Überfütterung mit Eiweiss bestand, wieder einzustellen. (PFLÜGERs Arch. 110. 227–53. 8/11. 1905. Berlin. Tierphysiol. Inst. d. kgl. landw. Hochschule.) ABDERHALDEN.

Angelo de Dominicis, Über die Art der Giftwirkung der Blausäure. Im Verfolg früherer Verss. (cf. C. 1905. II. 265) konnte Vf, nach Zufuhr bedeutender Blausäuremengen (3 ccm einer 5 % ig. Lsg.) per os bei 6,5–11 kg schweren Hunden bei der Obduktion deutlichen Blausäuregeruch im Gehirn, aber nicht im Blute feststellen, während der chemische Nachweis der Blausäure (durch Überführung in Berlinerblau) im Blute stärker ausfiel, als in der gleichen Gewichtsmenge Gehirn. Um zu untersuchen, ob die im Gehirn nachgewiesene Blausäure nur im Blute dieses Organes enthalten ist, wurde ein wss. Auszug vom Gehirn von bestimmtem Hämoglobingehalt, und dieselbe Menge einer verd. Blutlsg. desselben Tieres vom gleichen Hämoglobingehalt chemisch auf Blausäure untersucht, wobei der Gehirnauszug deutliche, die Blutlsg. keine oder nur Spuren von Berlinerblaurk. zeigte. – Vf, nimmt daher eine gewisse chemische Affinität der Blausäure zur nervösen Substanz an. Die Blutveränderungen bei der Vergiftung würden einen Schutz gegen das Gift bilden, indem die grössere chemische Verwandtschaft des Blutes zur Blausäure die Wrkg. der freien Blausäure auf das Centralnervensystem hemmte. (Boll. Chim. Farm. 44. 737–39. November. 1905. Pavia. Univ.-Inst. f. gerichtl. Medizin.)

RONA.

Oskar Schultze, Über die Frage nach dem Einfluss des Lichts auf die Entwicklung und Pigmentierung der Amphibieneier und Amphibienlarven. Auf Grund ausgedehnter Unterss. kommt Vf, zum Schlusse, dass alle Strahlengattungen in gleicher Weise auf die Entw. der Eier von Amphibien und von deren Larven einwirken. Ein besonderes Verhalten des kurzwelligen Lichts wurde nicht beobachtet. Wenn auch in Einzelfällen ein Einfluss der Belichtung auf die Pigmentbildung zweifellos besteht, so ist die Entw. des Pigments doch ein mit der Gesamtentw. des betreffenden Tieres so innig verknüpfter, durch die Vererbung fixierter Vorgang, dass von einer allgemeinen Abhängigkeit von der Belichtung keine Rede sein kann. (Sitzungsber. Kgl. pr. Akad. Wiss. Berlin 1905. 917–28. 9/11. [26/10.* 1905.)

ABDERHALDEN.

A. Heffter, Studien über das Verhalten des Arsens im Organismus. Vf, verfolgte an Menschen und Hunden die Ausscheidung des Arsens im Harn und Kot; seine Ablagerung in den Haaren und der Leber. Die angewandte Methode der Arsenbest. war kurz folgende. Die zerkleinerten Organe werden mit Kaliumchlorat und Salzsäure möglichst zerstört, dann filtriert, das chlorfreie, erwärmte Filtrat an

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