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Fritz Ullmann und Emil Bühler, Über Synthesen von Aminonaphtakridinen. In dem DRP. 130360 von J. R. GEIGY & Co. wird die Darst. von Aminonaphtakridin (Formel I) aus m-Toluylendiamin, 3-Naphtol und Schwefel beschrieben. Nach den Vff. liefert dieses Verf, die beste Ausbeute (19,4% der Theorie), wenn man 4 g salzsaures m-Toluylendiamin, 1,6 g Schwefel und 10 g 8-Naphtol auf 180 bis 190" erhitzt. Dasselbe Aminonaphtakridin stellten die Vff. noch nach folgenden Methoden dar: durch zweistünd. Erhitzen von 9,1 g Dioxydinaphtylsulfid (Formel II.), 4 g salzsaurem m-Toluylendiamin und 5 g 3-Naphtol auf 180–190° (Ausbeute 20%), aus 10 g Anhydroformaldehyd-m-phenylendiamin und 15 g 8-Naphtol (Ausbeute 10,7%), aus 4 g 3-Naphtol, 3g m-Phenylendiamin und 2 g Trioxymethylen (Ausbeute 24,4%) u. aus 10 g Dioxydinaphtylmethan, 3 g 3-Naphtol u. 5 g m-Phenylendiamin (Ausbeute 18,6%).

T CH- - II.

I. CO- 2 COTT

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Das Dioxydinaphtylsulfid (Formel II.) erhält man in einer Ausbeute bis zu 88% durch Eintragen von 24 g PbO in eine 160–170° w. Lsg. von 30 g 8-Naphtol und 6,6 g Schwefel in 100 ccm Nitrobenzol. (Z. f. Farben- u. Textilchemie 4. 521–22. 15.11. 1905. Berlin. Techn. Hochschule.) PRAGER.

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A. Kalähne, Einige Eigenschaften der Strahlung des Chininsulfats. Chininsulfat leuchtet beim Erhitzen auf Temperaturen zwischen 100 und 180° und beim Wiederabkühlen kurze Zeit auf, wobei die umgebende Luft ionisiert wird. Die Ursache ist allein Wasserabgabe, bezw. Aufnahme, nicht die Temperaturänderung. Es ist ein von der Temperatur und der Wasserdampftension der Umgebung abhängiger Dissociationsprozess. Der Dissociationsdruck des Dampfes beträgt bei 20° wenige mm, bei 40° ca. 15 mm, bei 100° noch nicht 750 mm. Die Strahlungsintensität hängt von der Reaktionsgeschwindigkeit ab, die man ihrerseits beliebig ändern kann. Der Ionisationsgrad der Luft ist daher für die Rk. keine charakteristische Grösse, nur die gesamte Entladungsmenge, die aber von der Natur der Umgebung und anderen Daten abhängt. Sie ist in H, grösser als in Luft, in Luft grösser als in CO,; sie ist ferner bei Wasseraufnahme grösser als bei Wasserabgabe. Durchdringende Strahlen werden bei dem Leuchten nicht ausgesandt, ob a-Strahlen oder ultraviolettes Licht, ist noch unentschieden. Im letzteren Fall wäre es Licht von sehr kleiner Wellenlänge. (Physikalische Ztschr. 6. 778–79. 9/11. [26/9.*] 1905. Heidelberg-Meran; Ann. der Physik [4] 18. 450–72.) W. A. ROTH-Berlin.

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Ph. Barbier u. P. Sisley, Über die symmetrischen und asymmetrischen Phenosafranine. (Forts. von Bull. Soc. Chim. Paris [3] 33. 998; C. 1905. II. 1187.) Das asymm. Phenosafranin bildet sich, wie l. c. nachgewiesen ist, durch Oxydation eines äquimolekularen Gemisches von op-Diaminodiphenylamin und Anilin; es entsteht gleichfalls, u. zwar neben dem symm. Isomeren, bei der Oxydation eines Gemisches von 1 Mol. p-Phenylendiamin u. 2 Mol. Anilin. Die Einw. des p-Phenylendiamins auf Anilin in Ggw. eines Oxydationsmittels verläuft nach zweierlei Richtungen. Einmal tritt die Bindung des Diamins und Anilins in der p-Stellung zur Aminogruppe des Anilins ein unter B. eines Indamins, welches bei der Oxydation in Ggw. eines zweiten Anilinmoleküls symm. Phenosafranin liefert:

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Im zweiten Fall tritt die erwähnte Bindung in der o-Stellung zur NH,-Gruppe ein unter B. eines Aminoazinkomplexes, der bei der weiteren Oxydation in den früher beschriebenen blauen Körper übergeht. Durch einfaches Erhitzen wird dieser in das asymm. Phenosafranin umgelagert:

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Diese letztere Rk. ist, wenn in neutraler k. Lsg. gearbeitet wird, verherrschend. Daher ist das kristallinische Phenosafranin des Handels ein Gemisch der beiden Isomeren; man trennt beide durch fraktionierte Kristallisation aus 2%ig. HCl, wobei ein blauvioletter Farbstoff, ein steter Begleiter der Phenosafranine, abfällt. Das Chlorhydrat des asymm. Phenosafranins bildet dunkelgrüne Blättchen, die kaum Metallglanz zeigen, dasjenige des durch Oxydation äquimolekularer Mengen von p-Diaminodiphenylamin u. Anilin gewonnenen symm. Phenosafranins harte, körnige Kristalle mit ausserordentlich starkem Metallglanz. Vff schlagen vor, das symm. Phenosafranin Indophenosafranin, das asymm. Azophenosafranin zu nennen. Beide Chlorhydrate unterscheiden sich durch ihre Zus, Löslichkeit, Leitfähigkeit u. Absorptionskoeffizienten.

Die Chlorhydrate der beiden Safranine enthalten Kristallwasser, welches sie zwischen 120 u. 130° verlieren und im trockenen Zustande aus der Luft sehr rasch wieder aufnehmen. Das Chlorhydrat des Indophenosafranins kristallisiert mit 1,5, dasjenige des Azophenosafranins mit 3 Mol. W. 1 l W. von 24° löst 5,50 g des ersteren, 12,88 g des letzteren Chlorhydrats. Die Löslichkeit der beiden Chlorhydrate in NaCl-Lsgg. ist die folgende:

NaCl-Gehalt pro Liter: . . . . . . 50 25 10 5 g Azophenosafraninchlorhydrat: . . . . 0,078 0,297 0,947 2,087 g Indophenosafraninchlorhydrat: . . . . 0,037 0,070 0.240 0,331 g

Auch in verd. HCl ist das Chlorhydrat des Indophenosafranins schwerer l. als das Isomere; in n. HCl ist ersteres nahezu unl. Die Best. der Leitfähigkeit der wss. Lsgg. der beiden Chlorhydrate ergab, dass bei gleicher Konzentration das Azochlorhydrat weit stärker leitet, als das Indoisomere, und dass der Unterschied mit der Verdünnung wächst, dass ferner die molekulare Leitfähigkeit des Indophenosafranins in den Verdünnungen von 0,625–2,50 g pro Liter so gut wie konstant ist, während diejenige des Azophenosafranins mit der Verdünnung wächst. Die mit Hilfe des Spektrophotometers von GoUY ausgeführten Messungen der Absorptionskoeffizienten liessen erkennen, dass das Indoisomere stärker gefärbt ist, als das Azoisomere.

Die aus den Chlorhydraten durch Natronlauge abgeschiedenen und aus W. umkristallisierten freien Basen unterscheiden sich ebenfalls durch Aussehen und Löslichkeit. Das Indophenosafranin bildet grüne, stark metallisch reflektierende Blättchen, die sich bei 20° in W. zu 2,23%o, in 90%ig. A. zu 9,09%o lösen, während das Azophenosafranin kleine, grüne, weit schwerere Kristalle vorstellt, die in W. zu 0,58%o, in 90%ig. A. zu 18,08%o l. sind. In Bezug auf das Färbevermögen zeigt das symm. Phenosafranin und das aus demselben dargestellte Phenosafraninazo-3-naphtol eine etwas blauere Nuance. Die Diazotierung verläuft beim symm. Phenosafranin rascher und vollständiger, als beim asymm. Isomeren. (Bull. Soc. Chim. Paris [3] 33. 1190–98. 20/11. 1905) DÜSTERBEHN.

Physiologische Chemie.

Th. Bokorny, Nochmals über die Wirkung stark verdünnter Lösungen auf lebende Zellen. Vf, weist auf die Giftigkeit gewisser Schwermetalle (Kupfer-, Quecksilber- u. Silbersalze) in ganz enormen Verdünnungen auf lebende Mikroorganismen hin. Das Plasma dieser Zellen nimmt genannte Metalle noch aus Lsgg. von 1: 100 Millionen heraus. Vf, führt die Erscheinung auf eine Bindung des Metalles mit dem Plasmaeiweiss zurück, wodurch unlösliche, bezw. nicht diffusionsfähige Metalleiweissverbb. entstehen. Die Zelllen sammeln aus den verd. Lsgg. das Metall gewissermassen auf. Auch für Anilinfarben zeigen viele Zellen ein weitgehendes Aufsammlungsvermögen. Nimmt man grosse Mengen der Lsg. von Anilinfarbe und minimale Quantitäten der lebenden Zellen, so wirkt die Farblsg. auch tödlich. Dies zeigte sich deutlich bei Diamantfuchsin, Fuchsin, Methylviolett. Viktoriaviolett wird durch Hefe z. B. aus der Lsg. vollständig bis zu ihrer Entfärbung entfernt. Auch Safranin, Methylenblau wurden von den Zellen an sich gerissen. Farbstofflsgg. von l: 100000; ja sogar von 1 : 1000000 können lebende Zellen mit voller Sicherheit abtöten. Die Frage nach der Giftigkeit der Anilinfarben fällt mit der nach ihrem

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