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Franz Hugershoff, Stativplatte mit schlittenartigen Ausschnitten für Laboratoriumszwecke. Unter der Fussplatte des Stativs sind schlittenartige Vertiefungen angebracht. Dadurch erhält die Platte einen festeren Stand, das Stativ fällt weniger leicht um als das gebräuchliche und kann auch mit verstellbarer Schraubklemme am Tisch befestigt werden. (Chem.-Ztg. 29. 1208. 22/11. 1905. Leipzig.) BLoCH.

Franz Hugershoff, Wechselseitige Antriebsvorrichtung für Rührer. Statt des gewohnten einen Antriebsrades sind bei dieser Vorrichtung zwei gegenüberstehende Antriebsräder angebracht, welche, nach Art eines Quirls bewegt, den Rührer rechts u. links zu treiben vermögen u. so eine sehr innige Mischung zweier Fll. bewirken. Die Antriebsräder tragen Vorsprünge; das Funktionsrad des Rührers wird von einem Vorsprung so lange nach rechts gedreht, bis der Vorsprung des entgegengesetzt angeordneten Antriebsrades die Antriebswelle erfasst und linksherum dreht. (Chem.Ztg. 29. 1208. 22/11. 1905. Leipzig) BLOCH.

Allgemeine und physikalische Chemie.

G. H. Darwin, Die Entwicklung der unorganischen Welt II. (Rede vor der 75. Vers. der British Association zu Johannesburg in Südafrika; vgl. Naturw. Rundsch. 20. 521; C. 1905. II. 1401.) Redner betrachtet nun unter dem Gesichtspunkt der Theorien von der natürlichen Auslese verschiedene Theorien der Entw. der Himmelskörper; er selbst setzt der KANT-LAPLACEschen Nebularhypothese eine solche gegenüber, welche auf den Ursprung der Sonne und Planeten aus dem allmählichen Anlagern von Meteorsteinen hinweist, die den Raum durchwandern. Die Entstehung von Doppelsternen, Planeten und Trabanten erinnert an das Vorstrecken eines Protoplasmafadens aus einer M. lebender Materie. Der Mond hat sich als ein Teil der Erdmaterie von dieser losgelöst. – Die Verdichtung der Materie ist nicht die einzige Quelle, von der die Sonne ihre Wärme beziehen kann. Die Erde enthält radioaktive Materialien, sie stellt aber nur ein Probestück der Materialien des Sonnensystems dar, daher ist es fast sicher, dass die Sonne selbst radioaktiv ist, wärmeerzeugende Materialien enthält. So grosse Fortschritte auch die Beweisung der verschiedenen Theorien bedeuten würden, das Rätsel von Ursprung u. Ziel des Universums wird der Mensch niemals lösen. (Naturw. Rundsch. 20.585 bis 588. 16/11.; 597–601. 23/11. [308.*] 1905) BLOCH.

M. Le Blanc, Kann ein Element sowohl positive wie negative Ionen bilden? Um ein Urteil über die elektromotorische Wirksamkeit eines Elementes zu gewinnen, muss man es als Kathode oder Anode benutzen und die Zersetzungsspannung an ihnen mit der an einer unangreifbaren Elektrode gefundenen vergleichen. Tritt eine Erniedrigung ein, so hat sich das Element kathodisch, bezw. anodisch aufgelöst. Im Falle einer Überspannung ist das Ausbleiben der Gasentwicklung u. die gleichzeitige Auflösung des Elementes als Kriterium anzusehen. Es ergab sich, dass Schwefel und Selen in Kalilauge sich kathodisch auflösen, und zwar ersterer als zweiwertiges Anion S„“ und letzteres als Polyselenion Sex“. Der Zahlenwert von x schwankt; als Maximum wurde 4,4 erhalten. Von einer Tellurkathode in 1-n. KOH sinken blutrote Schlieren zu Boden; gleichzeitig entsteht grauer Tellurstaub, der jedoch in konz. Lauge und in einer Wasserstoffatmosphäre ausbleibt. Offenbar bildet sich ebenso wie beim S und Se ein Anion Tex“ mit x = 2, das sich gemäss der Gleichung: Te,“ = Te“ + Te zers. An der Telluranode tritt ebenfalls Auflösung, jedoch keine Schlierenbildung ein. Die Analyse ergab, dass das Te vierwertig in Lsg. geht; wahrscheinlich lagern sich die vierwertigen Kationen mit OH' zu den Anionen TeO,“ um. Die Eigenschaften des Tellurs, sowohl positive wie negative Ionen zu bilden, ist höchst bemerkenswert u. gibt zu einer Reihe von Ausblicken Anlass, die experimentell weiter verfolgt werden sollen. (Z. f. Elektrochemie 11. 813–18. 17/11. [5/11.] 1905. Karlsruhe. Inst. f. physik. Chemie u. Elektrochem. Techn. Hochschule) SACKUR.

W. P. Dreaper, Der Zustand von Lösungen. Die ARRHENIUssche Theorie der freien Ionen beruht auf willkürlichen Annahmen, ebensowenig kann die LowRYsche Theorie der hydratisierten Ionen befriedigen. Vf, stellt an ihre Stelle die Annahme, dass jedes Atom einen konstanten Betrag an Affinität besitzt. Durch Vereinigung mit dem Lösungsmittel wird ein Teil der Affinität durch dieses gebunden und die Affinität zum anderen Verbindungsbestandteil verringert und event. aufgehoben. Die Leitfähigkeit ist durch eine Aneinanderreihung der Molekeln zu erklären. Die weitere Ausführung dieses Gedankens muss im Original nachgelesen werden. (Chem. News 92. 229–32. 17/11. 1905.) SACKUR.

R. Malmström, Versuch einer Theorie der elektrolytischen Dissociation unter Berücksichtigung der elektrischen Energie. Die Abweichungen der starken Elektrolyte vom Massenwirkungsgesetz haben zur Aufstellung einer grossen Reihe von Theorien und Formeln geführt. Vf, berechnet zunächst aus der VAN DER WAALsschen Gleichung unter der Bedingung, dass die Konstante a für eine Mischung aus drei Stoffen eine quadratische Funktion der Molekelzahlen ist, eine Zustandsgleichung, die unter gewissen Annahmen mit der JAHNschen identisch wird. In dieser Ableitung fehlt jedoch eine Berücksichtigung der elektrischen Energie der Ionen, welche man ihrerseits aus den kinetisch berechneten Ionengrösse und -ladung ableiten kann. Unter der Voraussetzung, dass die Ionen um gewisse Gleichgewichtslagen schwingen, ohne zusammenzustossen, wird eine allgemeine Gleichung der freien Energie eines dissociierten Elektrolyten entwickelt. Aus dieser ergibt sich z. B. für das OSTWALDsche Verdünnungsgesetz die Form (in der üblichen Bezeichnungsweise):

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Z. vermögen nach KOHLRAUSCH unter der Annahme a = – – berechnet. Der erste

Ausdruck der obigen Gleichung musste dann eine lineare Funktion des zweiten sein. Dies ist nicht genau der Fall, doch sind die Abweichungen viel geringer als bei einer entsprechenden Prüfung der JAHNschen Formel. Die Ursache dieser Diskrepanz zwischen Theorie und Erfahrung liegt vielleicht darin, dass die Dielektrizitätskonstante nicht, wie bei der Ableitung der Formel angenommen, konstant ist, sondern sich infolge der Elektrostriktion ändert. Ähnlich sind die Ergebnisse für NaCl, LiCl und LiNO2. Die Gefrierpunktsformel schliesst sich den Erfahrungen schlechter an. Daraus geht hervor, dass die Theorie in ihrer jetzigen Form noch nicht vollständig genügt. (Z. f. Elektrochemie 11. 797–809; Ann. der Physik [4] 18.413–19. 17/11. [18/1.] 1905.) SACKUR.

C. Hensgen, Zur Dissociation der Elektrolyte. Vf, hat früher gefunden (J. f. pr. Chem. 63. 554; C. 1901. II. 451), dass eine durch Auflösung von festem CuSO. hergestellte Lsg. die Stoffe CuO und SOs nicht im einfachen konstanten Molenverhältnis enthält, sondern dass das Verhältnis SO, : CuO stets grösser als 1 ist u. mit der Temperatur und der Zeit variiert. Diese Tatsache macht z. B. die übliche Erklärung des LUDWIG-SoRETschen Phänomens hinfällig. Zum Beweis wurde eine kalt hergestellte homogene Lsg. von CuSO. partiell auf 98° erwärmt und 5 verschiedene Schichten der Lsg. analysiert. (Die Analyse bestand in der Wägung von Cu,S u. BaSO...) Das Molenverhältnis hatte in der kältesten untersten Schicht den Wert 1,004, nahm in der 4. bis 1,012 zu u. sank in der obersten bis 1,009. Gleichzeitig trat überall eine sichtbare Abscheidung von basischen Salzen ein. Diese Abscheidung ist die Ursache einer Verminderung des Volumengewichtes der wärmeren Lsg., aus der früher die Konzentrationsabnahme geschlossen wurde. Andererseits war diese Konzentrationsänderung viel geringer, wenn zu den Verss. eine in der Wärme dargestellte CuSO.-Lsg. benutzt wurde. Die Konzentrationsänderung ist daher nicht eine Wrkg. des mit der Temperatur veränderlichen osmotischen Druckes, sondern der durch die Wärme bedingten chemischen Dissociation des CuSO. Bei allen früheren Arbeiten über die Volumengewichte von Lsgg. wurde auf diese chemische Dissociation keine Rücksicht genommen; mithin entbehren alle auf diese fussenden physikalisch-chemischen Untersuchungen einer experimentellen Grundlage; dies gilt besonders für die Best. von Überführungszahlen etc. Vf, teilt daher ausführliche Best. der D.D. und Konzentrationsverhältnisse von verschieden hergestellten CuSO.-Lsgg. mit. Alle Neutralsalze erleiden diese Dissociation; der Übergang vom festen Salz in die Lsg. erfolgt niemals quantitativ. Auch bei der Entziehung des Lösungsmittels aus einer Lsg. durch Ausfrieren oder Verdampfen tritt eine Änderung des Konzentrationsverhältnisses ein, wodurch eine Korrektur der diesbezüglichen Formeln zu Molekulargewichtsbestst, die diese Änderung nicht berücksichtigen, erforderlich wird. Der experimentelle Beweis wird wiederum an CuSO.-Lsgg. erbracht. Vf, bespricht im einzelnen die Probleme, die infolge der von ihm aufgefundenen Nichtäquivalenz von Base und S. in Lsgg. einer Neubearbeitung unterzogen werden müssen; ihre Anzahl ist so gross, dass von einer Aufzählung im Ref. Abstand genommen werden muss; zu ihnen gehören sämtliche Sätze und Begriffe der neueren physikalischen Chemie u. Elektrochemie. (J. f. pr. Chem. [2] 72. 345–477. 30/10. 1905.) SACKUR.

Harry C. Jones und Augustus P. West, Untersuchung über die Temperaturkoeffizienten der Leitfähigkeit in wässerigen Lösungen und über den Einfluss der Temperatur auf die Dissociation. Nach einem kurzen Überblick über die bisherigen Unterss. über den Einfluss der Temperatur auf Dissociation, Leitfähigkeit und den Temperaturkoeffizienten der Leitfähigkeit berichten Vff über umfassende Unterss., die den Zweck verfolgten, den Einfluss der Temperatur auf die Dissociation innerhalb der gewöhnlichen Temperaturgrenzen, 0–35°, genau zu bestimmen. Die Temperaturkoeffizienten der Leitfähigkeit wurden nach der KoHLRAUSCHschen Formel berechnet u. der Einfluss der Temperatur auf diese Koeffizienten studiert. Die Unterss. erstrecken sich auf 32 anorganische u. organische Verbb. Es wurden untersucht: NH„Cl, NH„Br, NaBr, NaJ, Na,CO, NaC„H„O, KCl, KBr, KJ, KNO, K„SO4, KHSO., K„CO, K„Fe(CN)s, CaCl, CaBr, SrBr, BaCl, MgCl, ZnSO, MnCl, Mn(NO2), CoCl, Co(NO2), NiCl, Ni(NO2), CuCl, Cu(NO2), HCI, HNO, H„SO. u. C„H2O. Die Konzentration der untersuchten Lsgg. erstreckte sich von %- bis */o24-n. Betreffs Einzelheiten in der Ausführung der Verss. sei auf das Original verwiesen.

Die erhaltenen Resultate sind mit einer einzigen Ausnahme gleichartig. Die prozentuale Dissociation u. die prozentualen Temperaturkoeffizienten der Leitfähigkeit verringern sich bei steigender Temperatur. Der Einfluss der Temperatur auf

die Temperaturkoeffizienten, ausgedrückt in Leitfähigkeitseinheiten, ist jedoch bei Salzen u. Säuren verschieden. Bei Salzen steigen die Temperaturkoeffizienten mit steigender Temperatur, während sie sich bei den SS. mit steigender Temperatur verringern. Die Resultate der Vff. stehen im Einklang mit den Befunden von DUToIT u. AsToN (C. r. d. l'Acad. des sciences 125. 540; C. 97. II. 561), RAMsAY u. SHIELDs (J. Chem. Soc. London 63. 1089; C. 93. II. 708), VoNVILLER (Philos. Mag. [6] 7. 655; C. 1904. II. 80), BoUsFIELD u. LowRY (J. Chem. Soc. London 51. 467; C. 1902. II. 1289) und der THoMPsoN-NERNSTschen Hypothese über die Beziehungen zwischen Dissociationsvermögen u. Dielektrizitätskonstante eines Lösungsmittels. (Amer. Chem. J. 34. 357–422. Nov. [Mai] 1905. JoHNs HoPKINs Univ., Chem. Lab.) ALEXANDER.

Erich Marx, Die Geschwindigkeit der Röntgenstrahlen. Vf, weist mittels einer eleganten Methode, deren komplizierte Einzelheiten rein physikalischen Charakters sind, nach, dass die Röntgenstrahlen innerhalb einer Fehlergrenze von 5% die Geschwindigkeit der Lichtstrahlen besitzen. Nach der Methode lässt sich jede Art von Strahlung, die periodisch erzeugbar oder durch periodische Kräfte zerlegbar ist u. polare Eigenschaften eines schwingenden Systems auslöst, untersuchen. (Physikalische Ztschr. 6. 768–78. 9/11. [26/9.*] 1905. Leipzig-Meran.) W. A. RoTH-Berlin.

W. Seitz, Über eine neue Art sehr weicher Röntgenstrahlen. Verschlechtert sich das Vakuum in der Röhre (wird sie „weich“), so sinkt die Kathodenspannung, und die Intensität der Röntgenstrahlen nimmt bis zum Verlöschen ab, vielleicht, weil die Strahlen die Glaswand nicht mehr durchdringen können. Für eine Glaswand liegt die Grenze bei 90000 Volt; ersetzt man sie unter gleichzeitiger Verkleinerung der Röhre durch ein Al-Fenster, so erhält man auf der photographischen Platte noch eine Rk, wenn die Spannung auf 600 Volt abgesunken ist. Die Eigenschaften der Strahlen mit kleiner Spannung sind qualitativ denen der Strahlen mit höherer Spannung gleich. Doch ist das Durchdringungsvermögen der Strahlen so gering, dass ihre Heilkraft sehr klein ist. Die Absorption gehorcht streng dem bekannten Exponentialgesetz; doch darf man daraus nicht auf Homogenität schliessen, da der Absorptionskoeffizient von der Entladungsspannung in weitem Masse unabhängig ist. (Physikalische Ztschr. 6. 756–58. 9/11. [26/9.*] 1905. Würzburg-Meran.)

W. A. ROTH-Berlin.

A. Gockel, Weiteres über die Radioaktivität einiger schweizerischer Mineralquellen. Im Anschluss an frühere Mitteilungen (Chem.-Ztg. 29. 308; C. 1905. I. 1069) berichtet Vf. folgendes: Die Leitfähigkeit der CO, aus den Tarasper Quellen, an Ort und Stelle in den von CURIE und MACHE (Wiener Sitzungsberichte 1904. 113. IIa. 1336) angewandten Masseinheiten gemessen, ist im Maximum 1,4. In 2 Tagen sinkt der Wert auf 0,5, in weiteren 24 Stunden auf 0,25. Das Abklingen der induzierten Radioaktivität ging bedeutend langsamer vor sich als das der von Radium induzierten Aktivität. Quellgas aus Baden (Schweiz) ergab unmittelbar an der Quelle eine Stromstärke von 1,10. Tarasper Quellschlamm, nach einer Woche untersucht, zeigte dreimal stärkere Radioaktivität als der Fangoschlamm. Erhitzen steigerte die Emanation nicht, längeres Erhitzen nahm dem Sinter die Fähigkeit, Emanation abzugeben. Für die Abklingungskonstante der induzierten Radioaktivität ergab sich ein dem für Thorium nahestehender Wert. Der Quellabsatz verlor in 3 Monaten fast vollständig seine Radioaktivität, die also induziert war und wahrscheinlich von der Ggw. von Thoremanation herrührte.

Von CO,- u. Fe-haltigen Quellen kam weiter das W. von Disentis zur Unters, dessen Emanationsmenge nach 2 Tagen mit der Durchlüftungsmethode bestimmt, den Wert 8,8 im l ergab, nach weiteren 8 Tagen den Wert 3, nach 14 Tagen 1,3.

Die im App. induzierte Radioaktivität zeigte die Abfallkurve des Radiums. 11 H„S-haltiges W. von Alvaneu (Graubünden) gab 2,7 Stromstärke. Die aus 1 l W. der Quellen im Simplontunnel (2 Proben von der Brieger, eine von der Iseller Seite) gewonnene Emanation lieferte nach 1 Tage eine Stromstärke von 0,6 (wie das W. von Franzensbad), ohne dass dies aber als Maximalwert angesehen werden muss. Die Radioaktivität der Emanation nahm nur sehr langsam ab, nach 3 Monaten aber war das W. inaktiv. Das W. verschiedener k. Schwefelquellen der Schweiz erwies sich als inaktiv. Auch der Ton aus der Gegend von Freiburg (Schweiz) war unwirksam. Die Luft in den Baderäumen von Ragaz, besonders aber auch von Baden (Aargau) war stark ionisiert. (Chem.-Ztg. 29. 1201. 18/11. 1905. Freiburg. Schweiz) LEIMBACH.

H. Rubens, Das Emissionsspektrum des Auerstrumpfes. Vf, führt die Messung des gesamten Emissionsspektrums mit Spiegelspektrometer u. linearer Thermosäule aus. Untersucht wird ein n-Auerbrenner (DGA. 99,2% Thorium, 0,8% Ceroxyd), der Brenner ohne Strumpf und mit durch Fe,O, entleuchtetem Strumpf. Deren Kombination gibt das Energiespektrum des Strumpfes allein, dessen Temperatur zu 1500–1600° gefunden wird. Das Emissionsvermögen ist im Blau sehr hoch und nimmt nach Rot hin stark ab, um bei sehr langen Wellen wieder zu wachsen. Die Ansicht von NERNST u. BOSE, dass der Auerstrumpf seine hohe Temperatur neben seiner feinen Massenverteilung in erster Linie der geringen Gesamtemission verdankt, wird bestätigt. (Physikalische Ztschr. 6. 790–92. 9/11. [28/9.*]. 1905. Berlin-Meran.)

W. A. ROTH-Berlin.

Mathias Cantor, Das mechanische Äquivalent der Verbrennung und Konstruktion eines rationellen Verbrennungsmotors. Der durch eine chemische Veränderung erzielbare Arbeitsbetrag ist theoretisch aus dem Anfangs- und Endzustand zu berechnen. Dies Maximum des überhaupt erzielbaren Arbeitsbetrages nennt Vf, das mechanische Äquivalent der chemischen Verwandlung. Das Verhältnis der von einem (Verbrennungs-) Motor gelieferten Arbeit zum mechanischen Äquivalent des im Motor sich vollziehenden chemischen Prozesses ist der rationelle Nutzeffekt des Motors. Je kleiner das Anfangsvolumen des zu verbrennenden Gases, desto grösser der Nutzeffekt. Vf, schlägt vor, Petroleum u. dergl. in glühendes, festes Oxyd, z. B. CuO, hineinzupressen und das reduzierte Cu wieder zu oxydieren, wobei der Sauerstoff der Luft auf ein 7000-mal kleineres Volumen gebracht wird, und die Oxydation zur Arbeitsleistung benutzt werden kann. (Physikalische Ztschr. 6. 805 bis 806. 9/11. [209.] 1905. Würzburg) W. A. ROTH-Berlin.

L. Marino und G. Sericano, Physikalisch-chemische Studie über die chemische Natur der Enzyme und ihre Wirksamkeit. Über die chemische Natur der Enzyme ist nichts bekannt. Über die Wrkg des Lichtes auf die Enzyme gehen die Befunde stark auseinander. – Die Vff. arbeiten mit Emulsin und Maltase. Emulsin ist – entgegen früheren Angaben – empfindlich gegen Licht; die Wirksamkeit nimmt bis zu einem Minimum ab, um wieder anzusteigen, usf. mit deutlicher PeriodizitätDie Vff halten es für sehr möglich, dass alle Enzyme ähnliche Erscheinungen zeigen. Die Herst. des Emulsinpräparates wird genau beschrieben. Nach fünfmaliger Fällung, Extraktion etc. enthält das Präparat noch 0,5% Asche (Mg- und wenig Ca-Phosphat). Beide Präparate, Emulsin u. Maltase, waren weiss, in W. l.; die Lsgg. hatten einen Stich ins Rötliche. Tropft man eine konz. Emulsinlsg. in viel W., so entsteht eine Trübung, die bei Zugabe von mehr Emulsin nachlässt u. bei Zugabe von viel W. wieder auftritt. Die Erscheinungen erinnern an Hydrolyse. Das gel. u. das abgesetzte Emulsin hat die gleiche Zus. Oberhalb 30° bleiben die Lsgg. auch bei Zugabe von viel W. klar. Maltase zeigt ein ähnliches Verhalten,

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