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1) Wenn auch alle deutschen Universitäten ihr Contingent zur Studentensprache geliefert haben, so darf doch vor allen das jedem Studenten unvergeßliche Jena mit seiner alten Freiheit und immer jugendlichen Frische als Parnaß der Studentensprache gelten. Statt vieler hier nur ein Beispiel aus des alten „ Kristian Frantz Paullini Zeit - kürzende Erbauliche Lust“ (Frankfurt a. M. 1693), S. 179, Nr. 67: „Die Hoheschul Jena hat manches Sprichwort in die Welt gepflanzt, davon ich vor dißmal nur drey (damit alle gute Dinge gut sind) anführen will, und zwar erstlich von den Schul - Füchsen. Es war ein frommgelehrter Mann, der mehr im Gehirn hatte, als ihm eben vorn an der Pfann herausguckte, dabey aber ein blödes Thier, so immer sorgte, der Himmel möchte bersten und ihm auf die Platte fallen. Dieser stieg aus dem Schulstaube zur Würde eines Jenischen Professors. Nun trug dieser schlecht und recht einen Mantel mit Fuchsbälgen gefuttert, damit wanderte er nach dem Katheder. Die Studenten, so dergleichen Habits nicht gewohnt waren, sonst auch des guten Mannes Witz und Verstand nur nach dem äusserlichen Schein abmassen, und ihn also nicht für voll achteten, gaben ihm den Namen eines Schulsuchses. Welches Wort durch gantz Teutschland ausgestreuet, wiewohl der zehende kaum den eigentlichen Ursprung weiß. Ferner von den Zweibeinichten Haasen. Als im Anfang vorbelobter Hohenschul D. Erhard Schimpff, ein wolberedter Mann, auf der Cantzel die Histori ron Elisaeo und seinem Diener Gehas (vgl. 2. Kön. 4, 12), deren jener den Naemann vom Außsatz errettet, dieser aber, hinter des Propheten wissen und befehl, Geld von ihm genommen hatte, dem Volck erklärte, und unter anderm fragte: Solten auch wohl unter uns noch solche Gehasi seyn, die nemlich einen schnöden Provit mehr achten als Gott und ihr Gewissen? Ach ja, sprach er, gar viele! Ich bin ein Gehasi! Du, Er, Wir sind alle schier Gehasi. Welche er etlichmal (sich etwas lang in dieser Materi verweilende) wiederholte. Da waren flugs etliche Bürschlen, die bey allen Sauff-gelacken und Spiel-tafeln von diesem Gehasi schwatzten. Wenn nun einer was ungereimtes oder unbesonnenesthäte, flugs hessen sie ihn Gehasi. Das Gepläuder zog auf die benachbarte Universitäten, endlich lams gar unter den Alleman, so daß der Arme Gehasi den Kopf verlor, und wo einer nur was lächerliches begunte, gleich warffen sie ihm den Rumpf an Hals, und hiessen ihn Hasi. Zuletzt ist biß auf diese Stund in Teutschland ein Haas draus worden. Drittens von den Schaaf-Käsen. Es wird erzählet, eines Schäfers Sohn, ein feiner Mensch, habe unter andern mit verlangt Baccalaureus zu werden. Nun sey der ehrliche Mann, so diese Creaturen dazumal machen muste, ein sonderbarer Liebhaber guter Schaaf-Käse gewesen. Wie das der Candidat merckte, schrieb er seinem Vatter, er möchte ihm doch ein Dutzt guter fetter Schaaf-Kase senden, die wolle er seinem Schöpfer präsentiren. Der Vatter gehorchte dem Sohn, und der gute Professor aß die Kase mit gutem appetit. Als das die Burschen höreten, hoben sie aus Rallerey an, die Baccalaureos Schaaf-Käse zu heissen, und von der Zeit an soll dieser Grad allemälich daselbst verwelckt sein.“ Vgl. weiter darüber die witzige Disrutation: „Theses de Hasione et Hasibili qualitate“, S. 511 der „Facetiae Facetiarum“ (1647), ferner S. 93 der „Nugae venales“ (1720) und daselbst S. 120 die Disputatio Physiologistica de jure et natura Pennalium.

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