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1) Adelung, II, 392, hat: „Das Galimatias (spr. Galimatiä) plur. ut nom. sing. aus dem französischen galimatias, in den schönen Wissenschaften eine ungeschickte Verbindung widereinander laufender Begriffe und Bilder, welche feinen vernünftigen Verstand gewähren, Unsinn; bei den Engländern Nonsense.“ Noch fürzer fertigt Heinsius, II, 268, das Wort ab: „Galimathias, Wortgewirre. Unsinn.“ Schwenck hat S. 204: „Das, der Galimatias, Unsinn, unsinniges Geschwätz, frz. galimatias (engl. galimaufrey, gallimafry, Mischmasch, gallimatia, galimatias).“ Das Wort Galimatias scheint wirklich erst zu Ende des 17. Jahrhunderts gebildet zu sein, da von Stieler, „Sprachschatz“, das Wort gar nicht fennt. Es fehlt überall die Etymologie. Shakspeare gebraucht gallimaufrey für woman. In der englischen Volkssprache ist gallimaufrey für hodge-podge Gemenge von zusammengefochten Ingredienzen (remnants and scraps of the larder), und ganz in das Französische übergegangen, wo galimatrée ein Gericht von übriggebliebenen Stückchen Fleisch, Fricassée, bedeutet. Eine Beziehung des Gali auf walisc, welsch, scheint kaum angenommen werden zu können, so wenig wie auf Gal, Hall, Schall, Schrei, bei Schmid, „Schwäbisches Idiotikon“, S. 216, welcher dabei FF, Stimme, 533, jauchzen, sowie xaXzi», rufen, anführt. Letzternfalls würde dann eine Ableitung von za ei» und pario (vergebliches, fruchtloses Unternehmen, Leichtsinn, Thorheit, Versehen, Fehler), wenn auch sehr gesucht, denkbar sein. Doch ist der Ausdruck wol immer nur ein, vielleicht mit Spott, slüchtig hingeworfener Gelehrtenausdruck für die unsinnige Zusammensetzung nicht nur der Rede, sondern auch des einzelnen Wortes selbst.

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