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1) Louis soll ein Sohn Berlins gewesen sein, welcher einer mit Ausweisung bedrohten fremden liederlichen Person Heimatsrechte in Berlin. dadurch verschaffte, daß er sich mit ihr copuliren ließ. Louis ist daher jeder (gewöhnlich alte, stumpfe oder doch erwerbsunfähige) Mann, welcher eine Person geheirathet hat, die von der Liederlichkeit lebt und ihren Mann auch davon leben läßt, gewöhnlich sich getrennt von ihm hält und ihm ein bestimmtes Monatsgehalt oder Jahresalimente auszahlt. Eine solche Partie heißt eine Louisheirath, Louishochzeit. Vgl. noch die interessante kleine Broschüre von Th. Bade, „Ueber Gelegenheitsmacherei und öffentliches Tanzvergnügen“ (Berlin 1858), S. 65 fg.

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1) Die Porzellanfuhre ist die Fahrt zweier liederlicher Personen in verschlossenem, mit Gardinen verhängtem Wagen, wobei der (häufig besonders mit seinem Wagen dazu eingerichtete) Kutscher (Porzellankutscher, Porzellanfuhrmann) so langsam fahren muß, als ob er zerbrechliches Porzellan führe. Deutiche Kunsthändler schämen sich nicht, neben andern liederlichen französischen Bildern auch colorirte pariser Bogen zu verkaufen, auf denen eine an dem untern Fensterrande der mit Gardinen dicht verhüllten Kutsche sich haltende Weiberhand eine nichtswürdige Andeutung gibt. Und wie wimmeln die Umgebungen großer Städte, auch in Deutschland, von langsam fahrenden Fuhrwerken! – Eine neuere entsprechende Bezeichnung für Porzellanfuhre ist: erste Klasse fahren, erste Fahrt machen, d. i. auf der Eisenbahn in einem Coupé erster Klasse fahren, deren höherer Preis einem liederlichen Paare die erstrebte Einsamkeit im Coupé sichert.

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1) Doch hier wol zunächst vom altnd. Kif, Kuff, Haus, Herberge, Hütte, während Koberer vom jüdischdeutschen 2T, keber und kwure abzuleiten ist. Vgl. Th. II, S. 112, 145, 231.

2) Die stämmige Bauerdirne weist den ihr nicht genehmen Gunstbewerber ad mit den Worten: „Du Lödel bist aufn Henn zu schwar, auf 'n Mensch z' g'ring“. Schmeller, a. a. O.

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