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1) Das mag wol manchem Polizeimann so gehen. Ich selbst habe einmal einen puer mollis als Stubenfellner und ein andermal eine infanticida als Stubenmädchen wieder getroffen. Die Wirthe kannten freilich die Antecedentien nicht. Ohne Anstand bekommt ja jeder einen Paß „zum auswärts Conditionnen“ und auf den Paß eine Condition als Kellner, da der Wirth nicht besonders nach den Antecedentien forscht, wenn er nur sich selbst gesichert hat.

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1) So ist die Schilderung, welche S. Wagner S. 175 des beachtensrerthen Werks: „ Wien und die Wiener in Bildern aus dem Leben“ (Pesth 1844), von der Verbindung der wiener Kellner entwirft, ebenso zutreffend für Wien, als auch dem Treiben der Kellner in andern Städten entsprechend. Die Kellner, unter sich und in der echten Lerchenfelder- und Wiesenersprache Tieflinge genannt, bilden bei der großen Menge Gasthäuser in und um Wien eine sehr zahlreiche Corporation, die wie die Wirthe unter zwei Mittel, das Wein- und Biermittel vertheilt sind, die aber das Nämliche, was bei den Handwerkern die Jungen, vorstellen. Bei einem dieser Mittel müssen sie eingeschrieben sein und erhalten auch da die nöthige Aufenthaltskarte; ebenso müssen ihre Dienstzeugnisse nebst der Unterschrift des Dienstherrn auch noch mit der des Mittels versehen sein. In der Regel und der Vorschrift nach werden ihnen ebenfalls die Dienste vom Mittel aus, jedoch ohne Zwang, angewiesen. Indeß gibt es auch einzelne Individuen, die sich gegen ein nach den verschiedenen Erträgnissen des verschafften Platzes oft nicht geringes Honorar widerrechtlich damit beschäftigen; sie werden Zubringer oder Kellnerurpler genannt und sind größtentheils alte verdorbene Wirthe. Ist ein Kellner ebne Platz oder, wie die Wiener sagen, vazirend, so soll er täglich bei einem Mittel, das sie vornehmer „Börse“ nennen, erscheinen und sich ein Ansager, dem eigentlichen Sensal und Pedelt ihrer Börse, sehen lassen,

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