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Königl. Sächs. Hofrath, Bibliothekar Sr. Majestät des Königs Johann von Sachsen,
sowie Sr. Königl. Hoheit des Kronprinzen Albert, Herzogs zu Sachsen, und der Prinzl.
Secundogenitur-Bibliothek zu Dresden, Mitglied des Königl. Philologischen Seminars
und der Griechischen Gesellschaft zu Leipzig, sowie des Königl. Sächsischen Alter-
"hums-Vereines und der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Dresden, auch Mitglied
des Gelehrten-Ausschusses des Germanischen Museums zu Nürnberg, Ehrenmitglied der
“Société archéologique du Grand-Duché de Luxembourg-, Ehrencorrespondent der Kai-
Ärlichen öffentlichen Bibliothek zu St. Petersburg, Ritter des Königl. Bayerischen
St. Michaelsordens, Inhaber der Kaiser. Russischen grossen goldenen Medaille und der
Kaiserl. Königl. Oesterreichischen und Konigl. Preussischen goldenen Medaillen
für Wissenschaft.

Dresden,
G. Schönfeld's Buchhandlung (C. A. Werner).
1862.

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# NEUER ANZEIGER

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Bibliographie und Bibliothekwissenschaft.

Herausgegeben von Dr. J. Petzholdt.

Januar.

Inhalt:

Der Abbé Domenech und sein Buch der Wilden. Neue Beiträge zu Weller's Index Pseudonymorum. Von der Bibliothek Timur's zu Samarkánd. Litteratur und Miscellen. Allgemeine Bibliographie.

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[1. Der Abbé Domenech und sein Buch der Wilden“).

Hr. Abbé Domenech hat, anstatt lieber zu schweigen, sich veranlasst gefunden, den Angriffen, welche gegen sein berüchtigtes „Manuscrit pictographique Américain“ von Belgischer,

* Der sowohl von mir im Anz. J. 1861. Nr. 922, als auch durch Schönfeld's Buchhandlung im Börsenbl. f. d. Deutsch. Buchhandel 1861. Nr. 146. S. 25S7 veröffentlichten vorläufigen Erklärung gemäss, gebe ich hier Dasjenige, was mir in der Domenech'schen Angelegenheit noch zu äussern nothwendig erscheint. Zugleich finde ich für gut, zur bequemeren Uebersicht der dabei in Frage kommenden Litteratur die betreffenden Schriften aus den zerstreuten Notizen im Anzeiger 1861 hier nochmals und im Zusammenhange, mit einem mittlerweile nöthig gewordenen Zusatze, anzuführen: 1) „Manuscrit pictographique Américain précédé d'une Notice sur l'Idéographie des Peaux-Rouges par l'Abbé Em. Domenech. Ouvrage publié sous les auspices de M. le Ministre d'Etat et de la Maison de l'Empereur. Paris, Gide. 1860. gr. 8. VIII, 119 S. Text und 22S lithogr. S. Facsim. Pr. n. 13 Thlr. 10 Ngr.“; 2) „Das Buch der Wilden“ im Lichte französischer Civilisation. Mit Proben aus dem in Paris als „Manuscrit pictographique Américain“ veröffentlichten Schmierbuche eines deutsch-amerikanischen Hinterwäldler-Jungen. Von J. Petzholdt. 3 Auflagen. Dresden, Werner. 1861. gr. 8. 16 S. Text mit VIII S. Facsim. (Die III. Auflage mit einer Titelvignette.) Pr. à n. 10 Ngr“ Hiervon giebt es, ausser einer nächstens in New-York erscheinenden Englischen Uebersetzung, eine Französische unter dem Titel „Le Livre des Sauvages au point de vue de la civilisation française avec des planches explicatives tirées du prétendu Manuserit pictographique Américain Traduction de l'Allemand. Bruxelles, chez tous les libraires. 1S61. S. 15 S. Text mit VIII S. Facsim. Nebst einem verzierten Umschlage. Pr. n. 12 Ngr.“; 3) „La Vérité sur le Livre des Sauvages par l'Abbé Em. Domenech. Paris, Dentu. 1861. gr. 8. 54 S. Text u. 10 lithogr. Taf. Facsim. Pr. n. 1 Thlr.“ – Hierzu erlaube ich mir, um der grösseren Vollständigkeit meiner Notizen willen, ein paar mit der Domenech'schen Publikation allerdings in keinem inneren Zusammenhange, wohl aber in einer äusseren Verbindung stehende litterarische Produkte persiflirender Art hinzuzufügen: 4) „Muropictographische Studien von Domenech II.“ (in den Fliegenden Blättern 1861 Bd. XXXV. Nr. 855–57); 5) „Manuscrit pictographique américain

Deutscher, Englischer und selbst Französischer Seite in seltener Uebereinstimmung gemacht worden sind, in einer besonderen Schrift entgegenzutreten. Diese Schrift hat den Zweck, einestheils den Angriffen gegenüber und trotz derselbcn die Behauptung, das sogenannte Buch der Wilden in der Pariser Arsenalbibliothek sei ein merkwürdiges Denkmal der Pictographie der Amerikanischen Rothhäute, fortdauernd aufrecht zu erhalten, und anderentheils einzelne der Angreifer um der Art und Weise ihres Angriffes willen zurecht zu weisen. Unter den Letzteren spiele ich mit meiner Brochüre nicht gerade die unbedeutendste Rolle. Natürlich ist die mir von Hrn. Abbé Domenech zu Theil gewordene Zurechtweisung keineswegs sehr glimpflicher Art; denn wenn dieser Herr auch Anfangs glauben lässt, dass ihn seine priesterliche Stellung davon abgehalten habe, seine Angreifer mit gleicher Münze zu bezahlen, d. h. seinen Angreifern in einer dem Angriffe entsprechenden Weise zu antworten, so hat er sich gleichwohl, mindestens mir gegenüber, einer Sprache bedient, die hinter der meinigen, welche er zwar sehr anstössig gefunden, dennoch nicht zurückgeblieben ist. Ich will darum mit Hrn. Abbé Domenech nicht weiter rechten; ein Deutsches Sprichwort sagt, „wie man in den Wald hineinruft, so schallt es wieder heraus“, und glimpflich habe ich, wie ich selbst gern zugebe, mit Hrn. Abbé Domenech eben auch nicht gesprochen. Es bleibt allerdings immerhin die Frage offen, wer von uns beiden, ob Hr. Abbé Domenech oder ich, einer verhältnissmässig angemesseneren und anständigeren Sprache sich bedient habe, ich werde aber die Beantwortung dieser Frage Anderen überlassen und, wie gesagt, in eigener Person mit Hrn. Abbé Domenech darum nicht rechten. Dagegen finde ich allen Grund, mit diesem Herrn darüber zu rechten, dass er in seiner Schrift nicht nur den ganzen Standpunkt unseres Streites zu verrücken versucht, sondern auch gegen mich Beschuldigungen ausgesprochen hat, die in die Kategorie der Lüge und gemeinen Verdächtigung gehören. Denn heisst es nicht den Standpunkt verrücken, wenn Hr. Abbé Domenech gleich von vorn herein die Behauptung aufstellt, ich habe mich seines „Manuscrit pictographique Américain“ nur als Vorwand bedient, um alle Galle und Gehässigkeit einer schlecht verhehlten nationalen Missgunst über Frankreich auszuschütten ). Ist es nicht eine Lüge, wenn derselbe Herr meine Brochüre als eine ehrenrührige Schmähprécédé d'une notice sur l'idéographie des Peaux-Rouges par M. l'abbé Charles Miessnik“ (im Humoristisch - satyrischen Volks- Kalender des Kladderadatsch für 1862. Illustrirt von W. Scholz. XIII. Jahrgang. Berlin. Hofmann & Comp. 1862. kl. 8. S. 42–50). 1) Domenech S. 12: „la brochure de Dresde, qui a pour titre „le Livre des Sauvages éclairci par la civilisation française,“ ce n'est qu'un

schrift gegen die Französische Regierung zu bezeichnen sich erdreistet*). Und ist es nicht endlich eine gemeine Verdächtigung, wenn der Hr. Abbé die von mir aufgestellte Vermuthung, der Zeichner des Buches der Wilden möge in den Lehren christlicher, wahrscheinlich katholischer Religion aufgewachsen sein, als eine boshafte Insinuation gegen den Katholicismus beschuldigt*). In der That, nur böser Wille kann, was meine zuletzt erwähnte Vermuthung anlangt, diese ganz unschuldige Aeusserung, die nicht im Entferntesten dem Katholicismus zu nahe tritt, bei dem Publikum als eine Beleidigung und Verhöhnung der katholischen Religion anschwärzen und verdächtigen wollen. Und was die beiden anderen Beschuldigungen betrifft, so gehört eine seltene Dreistigkeit dazu, zu behaupten, dass meine Brochüre, die es in der Einleitung hauptsächlich mit der bekannten, das Nationalgefühl aller gebildeten Völker beleidigenden Aussprache des Hrn. Grafen Walewski und im Uebrigen ausschliesslich mit Hrn. Abbé Domenech zu thun hat, gegen Frankreich überhaupt und die Französische Regierung insbesondere gerichtet sei. Ich würde sicher der Letzte sein, der gegen Frankreich und die Französische Regierung um des Domenech'schen Werkes willen ein Wort verlieren möchte; ich kann die Französische Regierung wohl bedauern, dass sie so übel berathen gewesen ist, um die Hand und Mittel zur Publikation des Domenech'schen Werkes zu bieten, aber zu einem Entgegentreten sehe ich desshalb noch ganz und gar keinen Grund. Oder will man gar etwa behaupten, dass Hr. Graf Walewski und Hr. Abbé Domenech Frankreich und die Französische Regierung repräsentiren, und daraus folgern, dass, weil ich gegen diese beiden Herren gesprochen habe, meine Worte zugleich auch gegen Frankreich und die Französische Regierung gerichtet seien? Eine solche Behauptung und Folgerung wird so ohne Weiteres doch wohl selbst Hr. Abbé Domenech nicht wagen wollen. Woher und wozu dann aber seine obigen Beschuldigungen und Verdächtigungen gegen mich? Es egt sehr nahe zu vermuthen, dass dieselben hauptsächlich aus dem Grunde mit ausgesprochen worden sind, um dadurch die etwaige Missstimmung, welche meine Brochüre in Frankreich überhaupt und bei der Französischen Regierung insbesondere gegen Hrn. Abbé Domenech hervorgerufen haben könnte, von diesem ab- und auf

ignoble pamphlet, surtout contre la France, et mon manuscrit sert à l'auteur de prétexte pour déverser sur notre pays toute labile haineuse d'une jalousie nationale et mal déguisée.“ 2) Domenech S. 12–13: „un injurieux libelle contre notre gouvernement, parce qu'il protége les sciences, les lettres et les arts“. 3) Domenech S. 14: „cette méchante insinuation sur le catholicisme qui a civilisé le monde corrompu, et n'a pas encore corrompn personne.“

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