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ALLGEMEINE LITERATUR - ZEITUNG

Monat Januar.

Kritische Ausgabe der Tischreden D. M. Luther'S. Dr. Martin Luther's Tischreden oder Colloquia, so er in vielen Jahren gegen gelahrten Leuten, auch fremden Gästen und seinen Tischgesellen geführet, nach den Hauptstücken unserer christlichen Lehre zusammengetragen. Nach Aurifabers erster Ausgabe, mit sorgfältiger Vergleichung sowohl der Stangwald’schen als der Selneccer'schen Redaction herausgegeben und erläutert von Dr. Karl Eduard Förstemann und Dr. Heinrich Ernst Bindseil. gr. 8. I. Abtheilung. VIII. u. 435 S. II. Abth. 460 S. III. Abth. 450 S. IV. Abth. CXX u. 750 S. Leipzig u. Berlin, Gebauer'sche Buchhandl. 1844–1848. n. 8 Thlr.

D iese neue Ausgabe - der Tischreden Luther's macht mit Recht Anspruch auf den Namen einer kritischen, weil darin der zum Grunde gelegte Text der ersten Aurifaber'schen Ausgabe kritisch behandelt, und die Abweichungen der einzelnen Ausgaben von dem hier gegebenen Texte als Varianten angeführt worden, wozu ausserdem noch erläuternde Anmerkungen gesetzt sind. Dass diese 1844 begonnene Ausgabe erst jetzt vollendet erscheint, ist theils durch den unerwartet frühen Tod des Herausgebers der drei ersten Abtheilungen, Hrn. Prof. Dr. K. E. Förstemann, theils durch meh– rere andere Umstände veranlasst, welche den Ref., der die Bearbeitung und Herausgabe der das Ganze beschliessenden vierten Abtheilung übernommen, an der zeitigern Beendigung derselben verhinderten. Da der verstorbene Herausgeber bei keiner von ihm besorgten Abtheilung den Plan, welcher bei dieser Ausgabe befolgt ist, mitgetheilt hat, so musste Ref. denselben erst mittelst einer sorgfältigen Durcharbeitung der drei ersten Abtheilungen sich zusammenstellen, theils um darnach die vierte gleichmässig zu bearbeiten, theils aber auch um denselben dem Publicum ausführlich vorlegen zu können, weil dem Leser erst durch die vollständige Kenntniss dieses

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Planes das ihm in der vorliegenden Ausgabe Dargebotene ganz klar werden kann. Dieser Plan ist auf die Geschichte dieser Tischreden gegründet, und erst dadurch vollkommen verständlich. Ref musste deshalb in seiner Einleitung, die er der vierten Abtheilung vorangestellt hat, mit dieser Geschichte beginnen. Die Einleitung zerfällt deshalb in folgende vier Haupttheile: I. Ursprung, Beschaffenheit und Werth dieser Tischreden im Allgemeinen (S. VII.–XII.). II. Quellen, welche den verschiedenen Ausgaben dieser Tischreden zum Grunde liegen (S. XII.– XX.). III. Verschiedene Ausgaben und Bearbeitungen dieser Tischreden (S. XX.–LVIII.). IV. Plan dieser neuen kritischen Ausgabe der Tischreden (S. LIX. – CXX). Der erste Haupttheil zeigt zunächst, wie diese sogenannten Tischreden entstanden sind. Es sind grösstentheils Gespräche, welche Luther theils bei Tische mit seinen Tischgenossen, theils mit Andern bei andern Gelegenheiten hielt, zum Theil auch Stücke, welche Druckschriften, Briefen u. s. w. entnommen sind (vgl. S. LXV. f.). Der Name Tischreden kommt deshalb nur dem grössern Theile derselben im eigentlichen Sinne, und auch der umfassendere Colloquia nicht jedem Stücke derselben wirklich zu. – Diese Gespräche wurden von Einigen ohne Luther's Wissen und Willen aus dem Gedächtniss aufgezeichnet, und stehen deshalb mit seinen eigenen Schriften nicht auf gleicher Stufe; denn obgleich sich gegen die redliche Absicht der Aufzeichner, nur wirklich Gehörtes niederzuschreiben, nicht der geringste Zweifel mit Grund erheben lässt, so kann doch Niemand ihre durchweg

richtige Auffassung des Gehörten und die volle

Treue ihres Gedächtnisses verbürgen, wobei aus

serdem noch mögliche Veränderungen der ursprüng

lichen Sammlungen durch deren Herausgeber in

Anschlag kommen. Wir halten daher diese Tisch

reden zwar im Ganzen für ächt Lutherisch, nicht

aber jede Einzelnheit derselben. – Dass sie un

geachtet Luthers dringender Bitte, nichts von ihm selbst Geschriebenes oder aus seinen Reden von. Andern. Aufgezeichnetes ohne sein Wissen“ und Willen bei seinem Leben oder nach seinem Tode zu veröffentlichen (s. dessen S. IX. – XI. mitgetheilte lat. Vorrede), dennoch dem Drucke übergeben wurden, geschah nur deshalb, weil man glaubte, Alles, was irgend von dem hoch gefeierten Manne in Schrift oder Rede ausgegangen war, der Nachwelt als ein heiliges Vermächtniss treulich überliefern zu müssen. Aus diesem Beweggrunde ist uns der in diesen Tischreden enthaltene reiche Schatz von Belehrung und interessanten Zügen aus seinem Leben, besonders seinem häuslichen, aufbewahrt, obgleich wir mit Andern wünschen, dass manches darin Enthaltene lieber nicht veröffentlicht seyn möchte, theils seiner Unwichtigkeit, theils auch seiner Anstössigkeit wegen, die es wenigstens für den hat, welcher mit dem Charakter jener Zeit minder vertraut ist, und an Aeusserungen, die damals keinen Anstoss erregten, unsern jetzigen Massstab der Schicklichkeit anlegt. Der zweite Haupttheil beschäftigt sich mit den Quellen dieser Tischreden. Nur Einer von den Tischgenossen und Gefährten Luther's, Joh. Aurifaber, hat ihre Veröffentlichung unternommen, alle übrigen haben sich begnügt, dieselben zu sammeln, indem sie entweder nur die Reden, welche sie selbst unmittelbar von ihm vernommen, oder auch solche aufzeichneten, welche ihnen durch die Mittheilung Anderer zugekommen waren. Diese Sammlungen, wenigstens den grösseren Theil derselben, benutzte Aurifaber, mit dem, was er selbst in den Jahren 1545 u. 1546 bis zu Luther's Tode als häufiger Tischgenosse und Begleiter desselben von ihm vernommen, sie vermehrend, und ordnete (worin ihm bereits ein anderer Tischgenosse Luther's, M. Antonius Lauterbach, bei seiner Sammlung vorangegangen, ) ihren sehr verschiedenartigen Inhalt in eine Reihe von Capiteln oder Abschnitten „nach den Hauptstücken unserer christlichen Lehre", wie der Titel sagt, um durch diese Zusammenstellung gleichartiger oder ähnlicher Stücke das Ganze übersichtlicher zu machen. – Ueber Zahl, Umfang und Beschaffenheit jener Sammlungen aber, welche von Aurifaber und seinen zwei Nachfolgern bei ihren Ausgaben benutzt sind, berichten diese Herausgeber weiter nichts als die Namen der Verfasser von einigen. Dieses sind folgende: M. Antonius Lauterbach, M. Veit Dietrich, M. Hieronymus Besold,

M. Johann Schlaginhauffen, M. Johann Mathesius, M. Georg Rörer, M. Johann Stolz, M. Jacob Weber. Ausser diesen, welche Aurifaber in der Vorrede seiner Ausgabe unter seinen Quellen namentlich erwähnt, nennt Mathesius zu Anfang seiner XII. Predigt auch Dr. Hieronymus Weller, M. Caspar Heidenreich, M. Placo und Ferdinand a Maugis, den letzten jedoch nicht ausdrücklich als einen Aufzeichner von Luther's Tischreden, sondern nur mit dem Beisatz: „hat auch viel auslegung vber etliche sprüch in seine Bibel verzeichnet." Zu diesen ist noch aus Stangwald's Vorrede Dr. Joachim Mörlein gefügt. Bei dem Mangel jeder andern Notiz über die Sammlungen selbst, blieb dem Ref. nur übrig, diese namentlich erwähnten Sammler nach ihren Lebensverhältnissen, insbesondere auch ihr Verhältniss zu Luther, so weit es möglich war, in der Kürze zu zeichnen, um wenigstens durch eine solche Charakteristik dem Leser eine Bürgschaft für die Glaubwürdigkeit ihrer Aufzeichnungen zu bieten. Der dritte Haupttheil der Einleitung, welcher die verschiedenen Ausgaben und Bearbeitungen dieser Tischreden beschreibt, zerfällt in folgende Abschnitte: A. Aurifaber'sche Redaction der Tischreden. B. Stangwald'sche Redaction der Tischr. C. Selneccer'sche Redaction der Tischr. D. Walch's Ausgabe der Tischr. E. Die neue Stuttgart-Leipziger Ausg. derselben. F. Lateinische Uebersetzung der Tischr. G. Englische Uebersetzung derselben. Der I. Abschnitt beginnt mit einem kurzen Umrisse des Lebens und der literarischen Thätigkeit Johann Aurifabers, des Ersten, der diese in der oben erwähnten Weise gesammelten und geordneten Tischreden zu veröffentlichen unternahm. Seine erste Ausgabe erschien 1566 in Folio zu Eisleben und führt folgenden Titel: Tischreden oder Colloquia Doct. Mart. Luthers, So er in vielen Jaren, gegen gelarten Leuten, auch frembden Gesten , vnd seinen Tischgesellen gefüret, Nach den Heubtstücken vnserer Christlichen Lere, zusammen getragen. Gedruckt zu Eisleben, bey Vrban Gaubisch. 1566. Auf die genaue Beschreibung dieser ersten Ausgabe folgt die Aufzählung der übrigen Ausgaben dieser Aurifaber'schen Redaction, von denen die zwei nächsten 1567, die eine in Folio, die andere in Octav, zu Frankfurt a. M., zwei andere 1568 und 1569 in Folio ebendaselbst, ausserdem noch zwei 1569 und 1577 in Folio zu Eisleben gedruckt sind. – II. Abschnitt. Im J. 1771 unternahm Andreas Stangwald eine neue Redaction dieser Tischreden, wobei er nicht bloss das Material der Aurifaber'schen sichtete, sondern dasselbe auch in eine ganz andere Ordnung brachte. Diese erschien zuerst zu Frankfurt a. M., und wurde später noch einige Male zu Leipzig gedruckt. Auf diese erste Redaction liess er 1591 eine verbesserte und vermehrte folgen, deren Titel ist: Colloquia, Oder, Christliche, nützliche Tischreden D. M. Lutheri, von den Heuptartickeln Christlicher Lehre, vnd andern Christlichen vnd nützlichen Sachen, welche er in Collationen, am Tisch, vnd sonsten, gegen Gelerten Leuten, gegen seinen getrewen Mitgehülffen, auch gegen seinen Tischgenossen, frembden Gesten, vnd andern bekümmerten vnd angefochtenen Personen geführet. Erstlich, durch M. Jo. Aurifabrum A. 1566. in Druck gegeben, etc. Jetzt vffs newe in richtige Ordnung bracht, nach den geschriebenen Tischreden, vnd nach den Notationibus etlicher Gottseliger Theologen, trewlich corrigirt, mit mehren gedenckwirdigen Tischreden vnd Gesprechen D. Lutheri vermehret, etc. Gedruckt zu Jhena, durch Tobiam Steinman, Im J. 1591. In Folio. Nachdem diese Ausgabe nach Umfang, Inhalt und Anordnung des Materials genau beschrieben, werden andere Auflagen derselben auf

gezählt, deren eine 1603 in Folio zu Jhena bei dem

selben Verleger, zwei andere 1621 und 1700 zu

Leipzig, und eine 1723 zu Dresden und Leipzig

sämmtlich in Folio erschienen sind. – Der III. Abschnitt, welcher Nicolaus Selneccer's Redaction zum Gegenstande hat, beginnt mit einer kurzen Biographie dieses berühmten Gelehrten, der gleichfalls 1577 zu Leipzig eine neue Ausgabe dieser Tischreden unternahm, die 1580 und 1581 ebendaselbst in Folio neu aufgelegt wurde, wovon die letzte folgenden Titel hat: Colloquia Oder Christliche Nützliche Tischreden D. M. Lutheri, so er in vielen Jaren, gegen gelehrten Leuten, vnd frembden Gesten, vnd seinen Tischgenossen nach den Heuptstücken vnserer Christlichen Lehre, gehalten: Erstlich durch H. M. Joh. Aurifabrum sel., fleissig zusammen getragen, vnd in Druck gegeben: Jetzt auffs newe in ein richtige Ordnung gebracht etc. Leipzig 1581. Fol. Diese Ausgabe wird hierauf nach Umfang, Inhalt, Anordnung und nach ihrem Verhältniss zu Stangwald's Redaction genauer beschrieben. (Der Beschluss folgt.)

Schulbücher.

Aufgaben zum Uebersetzen aus dem Deutschen ins Lateinische – – von Dr. J. H. Kämpfu. s.w. (Beschluss vom Nr. 22.)

Das aber müssen wir hervorheben, dass die unter dem Text befindlichen Noten die Erwartungen, welche durch die sich p. IX– XII findenden Klagen und Forderungen erregt werden, völlig täuschen. Was der Vf. als letzten Zweck der lat. Stilübungen setzt, ob Fertigkeit im Lateinischschreiben, ist nicht deutlich zu erkennen, obwohl es seltsam wäre, wenn er, trotz der lauten Stimme von Dresden her, auch hierin, wie in der Wahl seiner Aufgaben, am Alten festhielte und sich als conservativ bewiese, wo es weder Pflicht und Gewissen, noch praktischer Verstand verlangt. Indessen werden diejenigen, die diese Uebungen in letzter Instanz als eine Gymnastik des Geistes, als eine Vertretung der philosoph. Propädeutik betrachten und denselben somit eine feindlichen Angriffen gewiss noch eine Weile Stand haltende Position anweisen, hinreichend befriedigt seyn, wenn sie vernehmen, dass der Vf, als Ziel des Schulunterrichts den „innersten, geistigsten Besitz der Sprache” hinstellt und dass seine Anmerkungen zeigen sollen (p. IX), wie sich der Unterricht nicht auf „blosse einseitig abstracte Auffassung der logischen Seite der Sprache“, worauf „in unserer Zeit überwiegend, ja hie und da ausschliesslich" hingewirkt werde, beschränken, sondern neben dem Verstande auch noch andere Geisteskräfte, nämlich Anschauung und Phantasie, berücksichtigen müsse, da die Sprache eines Volkes vor allem eben „das Product seiner geistigen Anschauung und Phantasie sey” und dieselbe, wenn diese beiden Factoren, wie es auf manchen (ein etwas bescheidenerer oderbehutsamerer Ausdruck als vorher) Schulen mehr als billig der Fall sey, in den Hintergrund träten, dem Schüler trotz alles Fleisses und der aufgewandten vielen Zeit immer „als kaltes, todtes, in wesentlichen Theilen nicht geistig erfasstes, durchdrungenes und verstandenes Material gegenüber steDarum sey denn auch in den Anmerkungen ein

hen bliebe.” „Wie diesem Uebelstande abzuhelfen sey, heisst es a. a. 0., kann ausführlich nicht erörtert werden. Es genüge an dieser Stelle die Bemerkung, dass das sicherste Mittel, denselben zu beseitigen, darin zu finden seyn wird, dass man den Schüler unablässig daran gewöhne, die Sprache immer und in allen ihren Theilen geistig schauend zu betrachten und zu behandeln und mit jedem Worte desselben genau nicht nur denselben Begriff, sondern auch dieselbe Anschauung zu verbinden, welche dasjenige Volk damit verband, in dessen Munde dieselbe ursprünglich lebte.”

eigenthümliches Gewicht darauf gelegt worden, „ die Schüler dazu anzuleiten, die eigentliche Bedeutung der Wörter, insbesondere auch durch Einführung in die Erkenntniss der Gesetze der Wortbildung – eines der sichersten, noch viel zu wenig gewürdigten und benutzten Mittel zur Erreichung des bezeichneten Zieles – schauend verstehen und

finden zn lernen". Nur Schade, dass die schönen hochtrabenden, nur gegen Ende hin sich schon verdünnenden Worte zu lauter Seifenblasen werden, die eine nach der andern zerplatzen und in der eignen Zuthat des Vf's nichts als ein trauriges Gemisch von Oberflächlichkeit und – denn das Buch ist für obere Classen berechnet – Trivialität zurücklassen. Denn wenn man Freund's oder ein anderes leidliches Lexicon, das die Ableitung und Grundbedeutung der Worte angiebt, eine Wortbildungslehre in irgend einer guten Grammatik, Krebs Antibarbarus, Döderlein's Synonymik, auch ein Lehrbuch der röm. Alterthümer nimmt, daraus auf Veranlassung der vorkommenden Worte das nöthig Scheinende öfters in grosser Breite nur mit einigen unwesentlichen Aenderungen entlehnt *), dazu mehrere Male angiebt, und das in Fällen, wo es kaum noch für mittlere Classen – p. 24, A.8. fühlt der Vf. selbst, dass es für Anfänger sey – zu geschehen braucht, dass man abl. absol. setzen (p. 9, p. 24, p. 103), oder einen im Deutschen mit aber beginnenden oder durch die Copula coordinirten Satz zum Nachsatz des vorhergehenden machen (p. 63, 81, 88, 152), oder einen Nebensatz mit dem Hauptsatz in einen zusammenziehen solle, wie z. B. in dem Satze: er war der erste, der dies that (p. 34, p. 99), ausserdem einige wohlfeile Fragen aufwirft, z. B. wie sich die Anschauung der Lateiner von

der deutschen bei erigere, eintreiben (p. 175), bei e r currere einfallen in ein Land und excurrere selbst von incurrere unterscheide (p. 38), wozu nur nicht unbeantwortet gefügt werden durfte: Warum pro rostris dicere (p. 79), endlich, mit sorgfältiger Vermeidung aller bedeutenderen*) und von tieferer Sprachkenntniss zeugenden Belehrung, grammatische Bemerkungen der Art macht, dass man zu sagen habe Q. et L. Metelli, dass aedes im Sing. Tempel, im Plur. Haus bedeute (p. 79), dass multus mit einem andern Adj. durch et verbunden werde (p. 86 in 4 Zeilen, und mit Vergleichung des griech. Gebrauchs), oder in 16 Zeilen und doch nicht genügend über den Plural von abstracten Begriffen und Gattungs- oder Stoffnamen (p. 25), in 7 Zeilen über ut quisque ita mit dem Superlativ (p. 100), in 18 Zeilen über den Gebrauch von inquam und ajo (p. 113) sich verbreitet, oder in 20 Zeilen über quatenus (p. 174), in 16 Zeilen über quoad (p. 220), in 28 Zeilen und doch ungenügend über vel (p. 69), oder in 20 Zeilen über die Uebersetzung von sowohl – als auch (theils – theils) (p. 139) spricht und selbst in dieser Region es mit einer Unrichtigkeit oder Unklarheit nicht so genau nimmt, wie denn z. B. p. 135 auch tum – tum fälschlich als dem deutschen sowohl – als auch (theils – theils) entsprechend angeführt ist und das p. 2 über ne quidem und nec, das p. 23 über das Relativum statt des Demonstrativ. im Anfang der Sätze, das p. 32 über hic, is, ille = dieser, das p. 40 über ille, er, der, Gesagte am besten weggeblieben wäre – so ist die ganze Arbeit fertig. Parturiunt montes. Voigt.

+) So ist z. B. p. 54 bei profligare über fligere, dessen Bedeutung und Composita gesprochen; p. 81 über Ableitung von offendere und seine Bedeutung; p. 87, 89, 102, 124 über die Ableitung oder Zusammensetzung von ingenuus, selibra, ingenium, castigare u. dgl. mehr; p. 6 ist weitläufig die Bedeutung der Adj. auf ilis, bilis (wegen mobilis), p. 9 die der Subst. auf men, mentum (wegen documentum), p. 11 die der Adj. auf – stus (wegen robustus), p. 83 die der Subst. auf –tor etc. (wegen eapugnator), p. 87 die der Verba inchoat. , p. 140 die der von Adj. gebildeten Verba auf are (wegen probare) erörtert; p. 5, 35,77 veranlasst das Vorkommen der Worte Caeritum tabulae, tribunus, nomienclator, equum adimere unnöthige sachliche Erörterungen, wie die zuletzt genannte Formel über die censor. Strafen und die Ausdrücke nota und notare, tribunus über Zahl und Verwendung der tribuni bei den einzelnen Legionen; an andern Stellen endlich bieten Synonyma, wie mulier, femina , wobei auf den kleinen Döderlein zu verweisen war, ausserdem bonae litterae etc., exempli causa, Classiker, Uebersetzung u. dgl. loci communes, reichen communistischen Stoff. - - - **) Dazu kann man kaum rechnen die Hinweisung auf das Streben nach grösserer Gliederung durch et – et u. s. w., stätt des einfachen et u. s. w. (p. 58), oder nach Verknüpfung der Sätze ihrem logischen Verhältnisse nach durch die entsprechenden Conjunctionen, wo im Deutschen die Verbindung fehlt (p. 194, 197, 246), nebst der Angabe, dass dann durch

einen ganzen Satz zu geben (p. 157), und die beiden Sätze: um was man andere beneidet, ist ihr Glück, in einen zusammenziehen soll, p. 194.

Gebauer s c h e Buch druckerei.

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IV. Abschnitt. Joh. Georg Walch's Ausgabe der Tischreden bildet nicht, wie die bisher verzeichneten, ein besonderes Werk, sondern einen Theil seiner Ausgabe von Luther's sämmtlichen Schriften, mit folgendem Titel: D. M. Luthers sowol in Deutscher als Lateinischer Sprache verfertigte und aus der letzteren in die erstere übersetzte Sämmtliche Schriften. Zwey und zwanzigster Theil, welcher die Colloquia oder Tischreden, so von Joh. Aurifaber mit Fleiss zusammen getragen, und nach den Hauptstücken der Christlichen Lehre und Glaubens ver– fasset worden, enthält; herausgegeben von Joh. Georg Walch. Halle, Joh. Just. Gebauer 1743. In Quart. Diese, an Aurifaber's Edition von 1568 sich anschliessende Ausgabe wird gleichfalls näher beschrieben. – V. Abschnitt. Die einzige vollständige Ausgabe der Tischreden, welche zwischen der Walch'schen und der hier anzuzeigenden neuen erschienen ist, führt den Titel: Dr. Martin Luther's sinnreiche Tischreden. Nach den Hauptstücken christlicher Lehre verfasst. Neue wohlfeile Ausgabe. 2 Bände. Stuttgart u. Leipzig, Verlag von L. F. Rieger u. Comp. 1836. In gr. Octav. Diese ebenfalls genauer beschriebene Ausgabe ist als ein Abdruck der Walch'schen zu betrachten. – Bei allen diesen Ausgaben ist aus deren Vorreden Alles mitgetheilt, welches zur Darlegung der dabei von den Herausgebern befolgten Grundsätze erforderlich war. - VI. Abschnitt. Bei der lateinischen Uebersetzung der Tischreden wird zunächst das lateinische Maotscript, welches die öffentliche Bibliothek des hiesigen Waisenhauses besitzt, und dessen Titel lau"t: Colloquia, meditaciones, consolationes, iudicia, °ntenciae, narationes, responsa, facetiae, Domini

der zweite 1571

Doctoris Martini Lutheri, piae et sanctae memoriae, in mensa prandii et caenae et peregrinationibus observata, et fideliter transscripta anno 1560. in Folio, nach Umfang und Inhalt genauer beschrieben, und zur Darlegung seiner aus Lateinischem und Deutschem gemischten Sprache ein Probestück daraus mitgetheilt; sodann die von Heinr. Petr. Rebenstock besorgte lateinische Ausgabe, deren Titel mit dem jenes Manuscriptes wörtlich übereinstimmt, beschrieben. Sie ist zu Frankfurt a. M. in zwei Octavbänden erschienen, deren erster die Jahreszahl 1558 (?), führt. Auf dem Titel wird sie als eine nicht aus Aurifaber's, sondern einer andern Sammlung hervorgegangene bezeichnet. Ihre Sprache ist nicht, wie die jener Handschrift, aus Lat. und Deutschem gemischt, sondern ganz lateinisch, da Rebenstock alle deutsche Worte, welche in der ihm vorliegenden lat. Handschrift enthalten waren, dabei in lateinische übertragen hat. – VII. Abschnitt. Die englische Uebersetzung, vom Capitän Heinr. Bell nach Aurifaber's Ausgabe angefertigt, ist 1652 zu London erschienen, und hat folgenden Titel: M. Luther's Colloquia Mensalia, or divine Discourses at his Table etc. Collected first together by Dr. Antonius Lauterbach, and afterward disposed into certain common places by John Aurisaber, Dr. in Divinity. Translated out the High Germane into the English Tongue, by Captain Henry Bell. London 1652. Fol. – In der diesen Haupttheil beschliessenden Anmerkung werden zwei Sammlungen von Luther's Reden u. s. w., deren eine von Nicol. Ericeus zu Frankfurt a. M. 1566 in Octav, die andere von Phil. Saltzmann zu Jena 1664 in Folio herausgegeben ist, bloss deshalb angeführt, um dabei vor einer Verwechselung derselben mit Luther's Tischreden zu warnen, da sie von diesen wesentlich verschieden sind. Der vierte Haupttheil der Einleitung legt den Plan dieser neuen kritischen Ausgabe der Tischreden ausführlich dar, und ist in vier Abschnitte getheilt: 1. Ueber die Einrichtung dieser Ausgabe im Allgemeinen. z

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