Abbildungen der Seite
PDF
EPUB

ALLGEMEINE LITERATUR-ZEITUNG

Monat Junius.

S0ph0kleS. Sophoclis Tragoediae. Recensuit et explanavit Ed. Wunderus. Vol. II. Sect. II. continens Ajacem. Editio secunda. Gothae MDCCCXLV. Vol. I. Sect. IV. continens Antigonam. Editio tertia multis locis emendata. 8 maj. 320 S. Gothae, Hennings. 1846. 1847. (1 Thlr. 7/2 Sgr.)

De Bearbeitung des Sophokles von Hrn. Wunder gehört zu den werthvollsten Ausgaben griechischer Classiker, welche die bekannte Gothaer Sammlung enthält, und der Herausgeber ist fortwährend bemüht, bei den neuen Auflagen, welche dies weit verbreitete Bedürfniss einer Handausgabe, die in verständiger Auswahl das Wesentlichste für Kritik und Exegese des Dichters darbietet, hervorgerufen hat, seine Arbeit immer mehr zu vervollkommnen. Der Ajax liegt uns jetzt in zweiter, die Antigone schon in dritter Auflage vor: es wäre daher ganz überflüssig, die Einrichtung und Behandlungsweise, die allgemein bekannt und anerkannt sind, näher zu charakterisiren; ebenso wenig würde es angemessen und dem Zwecke dieser Blätter entsprechend seyn, wollte der Rec. etwa alle einzelnen Punkte hervorheben, wo er mit dem Herausgeber nicht einverstanden ist; denn Sophokles bietet auch nach den zahlreichen schätzbaren Leistungen, die ihm in neuerer Zeit zu Theil geworden sind, noch eine Menge schwieriger Probleme für Kritik sowohl als Exegese dar. Gebührt doch Hrn. Wunder selbst das Verdienst, vielfach zuerst auf die grossen Schwierigkeiten, mit denen das richtige Verständmiss des Dichters verknüpft ist, aufmerksam gemacht zu haben. Ich erinnere hier nur an seine Schrift über die Trachinierinnen, welche nicht gehörig gewürdigt worden ist: denn mag man auch im Einzelnen zu ganz abweichenden Resultaten gelangen, (und Hr Wunder selbst ist vielleicht jetzt über Manches selbst anderer Ansicht, ) immer gebührt Hrn. W. das Verdienst, mit grossem Scharfsinn und Gründlichkeit die tiefliegende Verderbniss des Textes aufgedeckt zu haben. Dagegen hält es Rec.

[ocr errors][merged small]

für angemessen, im Folgenden einige Gesichtspunkte, die bei der Kritik des Sophokles vorzugsweise in Betracht kommen, etwas genauer zu erörtern. Dass unter den Handschriften des Sophokles der Laurentianus A den ersten Rang einnimmt, ist von den Herausgebern längst anerkannt worden; aber Wir müssen in dieser Handschrift sehr wohl die erste und zweite Hand unterscheiden. Die zahlreichen Veränderungen, welche wenigstens in den meisten Tragödien (denn einige, namentlich die Trachinierinnen, bieten weniger Beispiele dar) sich finden, sind nur zum geringeren Theil als Verbesserungen zu betrachten, welche der Abschreiber mit seiner Copie vornahm, indem er entweder nochmals sein Original verglich, oder wahrgenommene Irrthümer selbständig berichtigte, sondern sie rühren her aus der Vergleichung mit einer anderen Handschrift: und zwar werden diese Lesarten nicht etwa als Varianten mit einem ygdpétat angeführt, sondern als Verbesserungen des früheren Textes darübergeschrieben. Ob der Abschreiber selbst diese Collation veranstaltete, oder ein Anderer die Abschrift mit Hülfe jener zweiten Handschrift revidirte, ist von keinem grossen Belang: jedoch ist das letztere wahrscheinlich, da Elmslei bei mehreren Aenderungen ausdrücklich bemerkt, sie rührten von dem ursprünglichen Schreiber her. Jedenfalls hat der Cod. La

für uns die Bedeutung von zwei Handschriften. Be

stätigt wird das eben Bemerkte insbesondere noch durch die Vergleichung mit dem Cod. Laur. B. Denn diese Hdschr., wenn gleich dem La nachstehend, zeigt doch die grösste Verwandtschaft mit dem ursprünglichen Texte desselben. So z. B. Trachin. v. 730 hat Lb öouf, ebenso La pr., was dann in ögys verwandelt ward, Electra. v. 783 Lb ányaxcyyv, wie La pr., der Corrector schrieb uat darüber. Ebendas. v. 1449 Lb und La pr. Äuöv te p?täroy, während der Corrector im La #ug te pttärmg änderte. Ajax v. 80 Lb. La. pr. Äg öóuovg, der Corrector év öóuog. und so an zahlreichen andern Stellen. Dies ist nicht unwichtig für solche Stellen, wo sich nicht mit Sicherheit die Lesart der ersten Hand von La ermitteln lässt: nur kann man nicht mit absoluter Gewissheit auf Uebereinstimmung schliessen, da der Lb zwar mit dem La pr. aus gleicher Quelle herstammt, aber Abweichungen gegen von Unsterblichkeit in christlichem Sinne nicht vorkommen können, und dem Bestreben der alten Orthodoxie, überall im A. T. bestimmte Beziehungen auf den persönlichen Messias aufzufinden, wird öfters mit Entschiedenheit entgegengetreten, selbst in Bezug auf Ps. 22 (S. 143) u. Deut. 18, 15 ff. Neben diesen nur beispielsweise angeführten deutlichen Anzeigen einer Richtung, welche von den Fesseln des Dogma's sich frei gemacht hat, finden sich aber freilich auch Aeusserungen, welche auf einen unfreien Standpunkt zurückweisen und mit jenen Ansichten unverträglich sind. Wir rechnen dahin, wenn (S. 117 f.), obgleich die Schlange für Hävernick aufgehört hat der Satan zu seyn, Gen. 3, 15 doch mit der Orthodoxie als Protevangelium festgehalten und die bezügliche ziemlich unklare Er– örterung mit der Bemerkung geschlossen wird: „es ist eine Absurdität, dass der Mensch zuletzt Sieger über das Schlangengeschlecht seyn werde. Dies gilt von allen Thieren; man sieht gar nicht ein, wie der Vf, dazu kam, gerade die Schlange zu nen– nen"; wenn ferner (nach S. 64) in der „Schöpfungssage", die doch in ihren einzelnen Zügen nur die unbefangene volksmässige Darstellung allgemeiner religiöser Grundanschauungen seyn soll, die Tage nicht „Tage im eigentlichen ordinären Sinne" seyn, sondern nur „die regelmässige Succession der Zeit, welche mit der Schöpfung eintrat“, bezeichnen sollen; wenn endlich trotz der freien und tüchtigen Ansicht über die Unsterblichkeitslehre im A. T. und die darauf bezogenen Stellen, Ps. 16 in einer Weise gedeutet wird, wie sie nur aus Rücksicht auf die Benutzung des Psalms Act. 2, 25 ff. entstanden seyn kann. Besonders treten unhistorische Ansichten über Fragen der alttestamentlichen Einleitung oft noch störend hervor. Es sey hier nur daran erinnert, wie der Pentateuch, in dessen verschiedenen Bestandtheilen allein eine lange Entwicklungsreihe des alttestamentlichen Lehrgehaltes vorliegt, stets nur über Bausch und Bogen als ein Ganzes benutzt

nug darbietet. Dagegen sind die Fälle sehr selten,

wo der Lb die Lesart hat, welche erst der Corrector in den La einführte, z. B. Antigon. v. 715 Lb. La sec. öorg ëyzgarj La pr. e tug éy20atei, oder Electra v. 1175 La pr. ycooyc. La sec. Lb yvouyg. Denn man darf nicht etwa ohne Weiteres alle Fälle hierher ziehen, wo aus dem Lb keine Variante erwähnt ist, da überhaupt dieser Codex nicht mit der nöthigen Sorgfalt verglichen ist. Wenn z. B. Electra v. 961 zu 7tägéott 0' ä%ysiv bemerkt ist La pr. 7tügaotuv d'yaiv, und aus dem Lb keine Variante angeführt wird, so folgt aus diesem Stillschweigen noch nicht sofort, dass er mit La Sec. übereinstimmt. Liegen uns nun in der Collation des La die Lesarten von zwei Handschriften vor, so fragt es sich, welche den Vorzug verdient. Es ist gewiss, dass durch die zweite Hand im La eine bedeutende Anzahl Fehler, namentlich in grammatischer und metrischer Hinsicht gehoben sind: die Handschr., nach welcher der Cod. La verbessert ward, war offenbar eine sehr sorgfältig von einem Grammatiker veranstaltete Recension des Dichters; aber so Werth voll auf der einen Seite alle solche Arbeiten waren, so wenig vermochten jene späteren Grammatiker sich von Willkühr frei zu halten: daher verdient denn auch die erste Hand im La die grösste Beachtung, sey es dass sie überhaupt das Richtige darbietet, oder doch zur Grundlage der Verbesserung dient. In den Fällen aber, wo nicht sowohl innere Gründe, sondern die Autorität der Hdschr. den Ausschlag giebt bei der Wahl der Lesart, möchte ich mich in der Regel für die ursprüngliche Lesart der La entscheiden. Hr. W. hat dies auch an vielen Stellen schon gethan, z. B. Antigon. p. 614 hat derselbe 7tgiv ztvg Gagus ztóóa tug 7tgog«Üoy aus La pr. aufgenommen, während La sec. 7tgogaget hat. Hr. W. hätte aber nicht den Scholiasten ausführen sollen, denn dieser hat nicht ztgog– aoy, tgogágy, wie Hr. W. citirt, sondern zagog .... ztgogpégst, was sich also gerade auf die Lesart ztgog«igst bezicht. Ich kann es aber auch nicht billigen, dass Hr. W. sich Lobecks Erklärung anschliesst, wonach 790gaüon soviel sey als tgogpégy, tgogáoy: denn selbst zugegeben, dass éZuvorg, 2ataioa oder x«Gaioat und ähnliches von Lobeck richtig erkannt

[ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small]

wird. Wenn ferner Obadja und Joel als Zeitgenos

sen von Micha und Jesaja und die 14 Capp. des

Sacharja'schen Buchs als ursprünglich zusammengehörig angesehen werden, so mag das in einer absonderlichen kritischen Ansicht seinen Grund haben; dass aber Daniel als ein exilischer Prophet aufgeführt und der zweite Theil des jesajanischen Buches als Werk des vorexilischen Jesaja betrachtet wird, das ist doch wohl nur aus dogmatischer Befangenheit zu erklären.

Gehen wir von diesen Einzelheiten zur Betrachtung der Gesammtanlage der Schrift über, so finden wir auch hier die Spuren des Mangels einer klaren und consequenten Durchführung eines bestimmten Princips. Wo es um Darlegung einer geschichtlichen Entwicklung sich handelt, und darum handelt es sich ja auch nach des Vf's eigner Ansicht bei der biblischen Theologie des A. T., da kommt es auf ein Doppeltes an: einmal auf die bestimmte Erkenntniss des einheitlichen Princips, welches durch die verschiedenen Phasen seiner Entwicklung hindurch zu verfolgen ist, dann auf eine scharfe Unterscheidung und auf klare Charakteristik der Eigenthümlichkeit der verschiedenen Perioden dieser Entwicklung. Wie sehr wir in manchem Einzelnen anderer Ansicht seyn müssen, so bereitwillig erkennen wir an, dass Hävernick in ersterer Beziehung Tüchtiges geleistet hat. Bestimmter, als es bis jetzt in irgend einer biblischen Theologie geschehen ist, hat er (wir denken hierbei nicht gerade an die S- 17 gegebene Definition des ATlichen Princips, die allerdings bestimmter seyn könnte) die Eigenthümlichkeit des religiösen Princips des Israelitismus, gegenüber den übrigen vorchristlichen Religionen, den Ausartungen des spätern Judenthums und neueren

Missverständnissen und Verdrehungen, hervorge

hoben; er hat nachgewiesen, wie „keine Religion des Alterthums den Begriff der Sünde so scharf und eigenthümlich aufgefasst hat, wie die hebräische", weil keine, wie sie, den Gottesbegriff aus den Banden des Natürlichen befreite und darum so erhaben und ernst von der Heiligkeit Gottes und seines Gesetzes dachte, und hat gezeigt, wie auf dem Grunde jener Auffassung innerhalb des Israelitismus jene ihm allein eigenthümliche ethische Energie entstand, welche nicht in müssiger Sehnsucht das verlorene Paradies beklagt, sondern in unablässigem Eifer die eigne Seligkeit zu schaffen sucht und darum, in stätigem Fortschritte zu einer grösseren Bestimmtheit und Klarheit, dem kommenden Heile entgegengeht. – Dagegen hat der Vf, die Darlegung des stufenweisen Fortschrittes in der Entwicklung jenes Princips viel zu sehr vernachlässigt, und dass er ihr im Abschnitte von der Heilslehre, an die geschichtliche Auseinanderfolgeder prophetischen Verkündigungen sich anschliessend, etwas grössere Aufmerksamkeit schenkt, kann diesen allgemeinen Mangel nicht gut machen. Schon bei Bestimmung des Begriffes der Wissenschaft tritt diese Vernachlässigung des historischen Factors hervor. Nach einer verworrenen und von mehr als einem Missverständnisse entstellten einleitenden Erörterung heisst es nämlich S. ? » Die Aufgabe der biblischen Theologie ist also den biblischj Lehrgehalt organisch wissenschaftlich dar?"stellen." Nun könnte man allerdings sagen, dass zumal da die Bedeutung des A. T. nicht blos auf bestimmten Lehren, sondern wesentlich auf Thatsachen beruhe, durch den Begriff eines seinem Objecte entsprechenden wahrhaft wissenschaftlichen Organismus der biblischen Theologie schon die Berücksichtigung der historischen Entwicklung gefordert werde; aber bei dem factisch noch oft vorkommenden Schwanken des Begriffes der biblischen Theologie wäre es doch zweckmässiger gewesen, bestimmter, als es in der angegebenen Definition geschehen ist, den Unterschied zwischen dieser Wissenschaft und dem, was man biblische Dogmatik nennt, hervorzuheben. Allerdings fordert Hävernick gleich nachher (S. 3), dass die biblische Theologie „im gesunden historischen Sinne und Interesse behandelt“ und „die verschiedenen Perioden der Entwicklung unterschieden werden", ja er giebt (S. 15 f.) diese Perioden als „die ATliche Urreligion", „die Stufe des Gesetzes 73 und „die Stufe des Prophetismus" bestimmt an, eine Eintheilung, der wir nur eine Periode des Verfalles, oder der Auflösung, als viertes Glied, noch beifügen möchten; leider aber ist die Darstellung selbst von dem Princip der historischen Eintwicklung nicht beherrscht und nach jenen Perioden nicht gegliedert, ein Mangel, den das vorliegende Werk freilich mit allen bis jetzt erschienenen biblischen Theologieentheilt. Gegen die Haupteintheilung Hävernicles in einen allgemeinen (S. 11–33) und einen besonderen Theil (S. 34–17ö) hätten wir nichts einzuwenden. Jener hat dann die Aufgabe, eben die Eigenthümlichkeit des religiösen Princips des Israelitismus darzustellen, und die Frage über „das A.T. als Erkenntnissquelle des ATlichen Glaubens" wäre daher aus diesem Theile in die Einleitung zu verweisen, dagegen neben der Darstellung der „Stellung und des Verhältnisses der ATlichen Religion zu heidnischen Religionen ” auch die Darstellung des Verhältnisses des Israelitismus, als der vorbereitenden, zum Christenthum, als der Vorlendeten Offenbarung, aufzunehmen gewesen. Der besondere Theil aber muss sich die Aufgabe setzen, die geschichtliche Entwicklung jenes Princips darzustellen. Hier kann daher die von der Dogmatik

erborgte Eintheilung: 1. Lehre von Gott (S. 31– 80), 2. Lehre vom Menschen (S.81–111), 3. Heilslehre (S. 112 – 175) nicht genügen, sondern eine nach geschichtlichen Eintheilungsgründen vorgenommene Gliederung ist hier die einzig sachgemässe.

Wach der oben angegebenen Periodirung war der ge

sammte Stoff zu vertheilen und bei jeder Periode darzustellen, wie in ihr die Vorstellungen von Gott und seinen Gesetzen, von der Gerechtigkeit und der Sünde, von dem Heile und der Strafe u. s. w. sich eigenthümlich bestimmten, ohne dabei den auf der Einheit des sich entwickelnden Princips ruhenden Zusammenhang zwischen den einzelnen Perioden zu vernachlässigen und in die äusserliche Weise zu verfallen, mit welcher z. B. Gramberg die „Religionsideen des A. T." zusammengestellt hat. Dass dann an der Spitze jeder Periode einleitend die

Schriften angegeben werden, welche einem Bearbeiter der biblischen Theologie des A. T. als Quelle für diese Periode gelten, ist bei dem gegenwärti

gen Standpunkte der ATlichen Einleitung noth

wendig.

Ref glaubt sich der Polemik gegen einzelne, insbesondere exegetische Ansichten des verstorbenen Vf's enthalten zu müssen und beschränkt sich darauf, sein Urtheil über die Schrift schliesslich noch dahin zusammenzufassen: Eine in sich vollendete und den Anforderungen der Wissenschaft allseitig entsprechende Darstellung der ATlichen biblischen Theologie geben die Hävernick'schen Vorlesungen nicht, und am wenigsten dürfte bei ihrer sehr individuellen Färbung die Hoffnung des Vorredners in Erfüllung gehen, dass sie als „Leitfaden oder Compendium für Vorlesungen über diese Disciplin" würden dienen können; dagegen liefern sie zur Förderung dieser noch in erster Jugend begriffenen Disciplin viele schätzenswerthe Beiträge und anregende Bemerkungen. Der Dank des theologischen Publicums für diese Förderung würde dem Verfasser, dem Herausgeber und dem Vorredner der Schrift auch dann nicht entgangen seyn, wenn die beiden letzteren ihre Empfehlungen etwas ermässigt hätten; gewiss hätten sie dann auch mehr im Sinne des Verewigten gehandelt, welcher dadurch, dass er seine Arbeiten über die biblische Theologie des A. T. selbst nicht zum Drucke befördert, oder für die Veröffentlichung vorbereitet, den Beweis geliefert hat, dass er selbst über seine Leistungen bescheidener dachte. G. Baur.

Gebauer sche Buch druckerei.

[blocks in formation]

im Ajax v.741: öotug ávögónov q Louv Baotovézteta uj zut' ävOgonov qgove würde ich unbedenklich aus La pr. Lb den Conjunctiv qgov hergestellt haben. – Auch v. 535 Fotovtt poreig e.stuuévy Mö– yov verdient die Lesart des La pr. 2 öyav wohl Aufnahme, da dadurch die Amphibolie, die in Aóyov liegt, vermieden wird. Ebensowenig kann ich beipflichten, wenn man dem La sec. in der Antigone v. 583 folgt: Ouoiov öots tovtiag Oóua Övortvóog öruv Gooooy goo üpaov tögäus troais. Hr. W. bemerkt zu dieser Stelle: „Libri ttovrug ö).óg oóua, nisi quod La sec. ttovriuug pro tovtiag habet." Allein wenn ich Elmslei richtig verstehe, so ist auch äAóg von der zweiten Hand gestrichen, womit auch die Erklärung des Scholiasten stimmt, obwohl das Lemma oóua zovtiag ä.ög bewahrt hat. Es scheinen nämlich auch die Scholien hauptsächlich aus zwei Quellen geflossen zu seyn, die einen aus dem Antigraphon, dessen Copie der Codex La ist, die andern aus dem Codex, nach welchem diese Abschrift revidirt ward. Die Stelle selbst erklärt Hr. W.: similiter atque fluctus, quum vehementibus acutis Thraciis, qui mari incubuerunt, excitatus tenebras marinas percurrerit, evolvitex fundo nigras arenas et turbulentas, ut littora fragoribusresonent“. Hr. W. betrachtet also oöua als Subject, geßog als Object; allein zu dieser Erklärung passt schon das Verbum nutgézsuv nicht, es müsste Ö«Ögäum heissen; dagegen ist es ganz angemessen, wenn wir auch gaßog als Subject nehmen, das Dunkel verbreitet, lagert sich auf der Meerfluth, wie schon

[ocr errors]
[ocr errors]

Halle, in der Expedition der Allg. Lit. Zeitung.

[ocr errors]
[ocr errors][merged small][ocr errors][ocr errors][ocr errors]

eigne Uebersetzung tenebras marinas nicht recht, die übrigens dem Wahren schon näher kommt. Der Dichter schildert mit wenigen Zügen, aber ganz naturgemäss, das grossartige Schauspiel der durch Sturm aufgeregten See: ein heftiger Nordwind hat sich erhoben: dichte, schwarze Wolken verdecken den Himmel und lagern sich gleichsam auf dem empörten Meere: dies ist das gaßog, dies kann aber nicht üpakov genannt werden, sondern nur épa . ov: dies Epitheton ist aber durchaus nicht überflüssig, es ist, wie auch die Stellung zeigt, mit dem Verbum Antógáun enger zu verbinden, so dass man gar nicht einmal nöthig hat, oóua novttäg äAög im Gedanken zu wiederholen. Allein auch die folgenden Worte bedürfen der nachbessernden Hand: Kvivôst 6vooóGev xeauvöv Giva xa övgáveuov, orövp 69éuovou d' ävrettiyeg áxtai, denn der Grund des Meeres, der durch die empörte See aufgeregt wird, kann schwerlich övgávuos heissen, sondern entweder der oróvoç selbst oder die äxri kann mit diesem Epitheton bezeichnet werden: auch liegt in dem Zusatze xa övgávuov hinter Giva überhaupt etwas schleppendes und lässiges. Allein

« ZurückWeiter »