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zelne carver Kostenersparnis mehe haben solche

Verhältniß in der Art Statt daß dessen Aenderung das Metal völlig unbrauchbar machte; vielmehr haben solche Aenderungen, besonders der Kostenersparniß wegen, und für verschiedene eiu: zelne Fälle, ihre Vortheile. Daher kommen Unterschiede nicht nur in den einzelnen Werkstätten vor, sondern sogar in ein und ders felben, wo fast immer Schriftzeug von wenigstens zweierlei ver: schiedener Zusammensegung verarbeitet wird.

Daher kommt es, daß Verhältnisse in Zahlen oder be: stimmte sich schwer festlegen lassen, und daß die dießfátligen Angaben in Druckschriften, wo sich deren genug finden, so be: deutend, wie in der Wirklichkeit aud), von einander abweichen. Die äußersten Grenzen dürften indessen seyn: 3 Sheile Blei auf einen Theil Antimon, und 6 Theile Blei auf einen des Antimon. Die erstere Zusammensepung gibt wohl ein sehr gutes, bartes aber etwas strengflüssigeres Metall, die andere ein zu weiches, leicht: flüssiges, und ist zu reiner Arbeit faum mehr brauchbar. Hier sind einige Angaben mit noch näher bezeichneten Verhältnissen :

Α
78 Theile Blei, 83 Theile Blei,
22 Theile Antimon. 17 Theile Antimon.

B.
75 Theile Blei, 85 Theile Blei,

25 Theile Antimon. 15 Theile Antinion.

Die Mischungen mit mehr Antimon waren zu kleinen Schrif: ten und feinen Verzierungen, jene mit mehr Blei für die großen, ferner für Ausschließungen und überhaupt alle Fornibestandtheile ohne Bildfläche bestimmt. Abweichungen nach beiderlei Richtung, in ro ferne sie in die obigen Grenzen zwischen 3 bis 6 Theile Blei gegen einen Theil Antimon fallen und sich ihnen nähern, haben wenig zu bedeuten, und hängen von den Nebenumständen ab; so kann man bei den zartesten Lettern und Verzierungen auch wohl bis zu 2 Blei und 1 Antimon geben. Kleine Un: terschiede sind ohnedieß und schon deßhalb ohne Belaug, weil man die zwei Metalle fast nie, oder doch nur sehr selten rein, sondern mehr oder weniger mit andern verunreinigt erhalt.

Vom absichtlichen Zusage noch mehrerer Metalle, welcher früher gewöhnlicher war, hört man jegt nur wenig. Genannt

zu werden verdienen hier: Eisen, Kupfer, Zinn und Zink. Es ist kein Zweifel, daß diese Zusäße dem Schriftzeug größere Kárte und längere Dauer gegen Abnußung ertheilen. Zink kann wohl am leichtesten dabei entbehrt werden, es vereinigt sich mit Blei nur dann gut, wenn ein kleiner Theil Zinn zugleich angewendet wird, ist aber immer, wegen seiner leichten Orydirbarkeit, bes denklich; Blei 7 Theile, Spießglanz 2, und ein Theil Zinn: Kupfer: Legirung aus 9 Zinn und i Kupfer, geben ein nament: lich durch das Zinn ungewöhnlich hartes Metall, welches in einigen Fällen gute Dienste leistet. Kupfer erhöht ebenfalls, so wie Eisen die Härte, aber weniger als Zinn. Einige Vorschrif: ten zu derlei Zusammenseßungen mögen hier Plaz finden :

80 Theile Blei, 73 Theile Blei, 77 Theile Blei, 12 Cheile Antimon, 15 Theile Untimon, 18 Theile Antimon, 8 Theile Kupfer. 8 Theile Rupfer, 5 Theile Eisen.

4 Theile Zinn. Offenbar hat man sich durch die Erfahrung überzeugt, daß die größere Härte dieser und ähnlicher Legirungen mit der be: deutenden Vermehrung der Kosten für Feuerung und dem lang. sameren Gießen der Typen selbst, nicht im erwünschten Verhält, nisse steht, daher dergleichen, wie gesagt, fast nirgends mehr in Anwendung kommen. Seltene Nußnahmen indessen, von Lettern aus andern Materialien als Blei und Spießglanz, follen am ge's hörigen Orte besprochen werden.

Wichtig bei der wirklichen Zusammenseßung ist die Wahl guter Materialien. Die in neuerer Zeit häufiger gewordene Anwendung des sogenannten Hart: oder U n tim o nb leie 8 statt des regulinischen Untimons ist, unbedingt wenigstens, durchaus nicht zu empfehlen. Diese Zusammensebung, noch dazu iin: gleich in ihren Bestandtheilen, enthält immer mehr oder weniger Eisen, Arsenik und Kupfer, und gibt, auch nach dem Zusak von mehr Untimon, immer unvollkommenes ,schlecht verschmol: zenes letternmetall, dessen geringe Gute der beabsichtigten Kos stenersparniß nicht die Wage hält. Besonders nadhiheilig ist ein merklicher Arsenikgehalt, sowohl wegen Gesundheits-Rücksichten, als auch, weil er die schnelle Orydation der lettern bei länge: rem liegen derselben einleitet und begünstigt. Von dieser den

Schriften höchst schädlichen Erscheinung ist später ausführlicher die Rede.

Das úberhaupt einfache Zusammenschmelzen von Blei und Antimon zu Schriftzeug, verlangt nur dann eine Vorarbeit, wenn, nach alterer Urt, dasselbe absichtlich, nach den obangege: beren oder ähnlichen Verhältnissen, Kupfer oder Eisen enthalten soll. Die beiden lebten, strengflüssigen Metalle werden in diesem Falle vorher mit einer passenden Quantitat des zur Mischung be: stimmten Untimons zusammengeschmolzen. Man bringt nämlich in einem Graphit: Siegel Kupfer in Spánen, oder eiserne in kleine Stücke zertheilte Nägel zur starken Glühbiße, segt dann das Untimon in Stúden zu, und erhält alles einige Zeit im Fluß. Diese Legirung wird nach dem Ausgießen und Zerschlagen fammt dem noch übrigen Untimon im gehörigen Verbáltnisse mit dem nöthigen Antheil Blei zum fertigen Schriftzeug verbunden. Die Legirung aus Eisen und Antimon führt bei den Schriftgie: Bern den Namen: Hårte.

Zur Bereitung des Schriftzeuges selbst, dient ein Kessel von gegossenem Eisen, Schmelz: Pfanne genannt, der drei bis vier Zentner Metall auf einmal zu fassen im Stande, und in einem gewöhnlichen Windofen mit gutem Zug eingemauert ist. In ihm wird zuerst eine Portion des zur ganzen Mischung be: stimmten Bleies, nicht nur geschmolzen, sondern bis zum anfan. genden Nothglühen gebracht, dann das Untimon in nußgroße Stücke zerschlagen zugeseßt, wornach, bei fortgesegter Hiße, dasselbe bald mit dem Blei zusammenschmelzt, und sich mit ihm vereinigt. Man fegt nun das noch übrige Blei zu, und rührt von Zeit zu Zeit die Mischung mit einer eisernen Stange gut durch, um eine gleichförmige Verbindung zu bewirken. Das so gewonnene und im dünnen vollständigen Flusse befindliche Schriftzeug fann jeßt, zum weiteren Verbrauch, in die U u sfchöpf-Pfanne übertragen werden, wozu man einen großen eisernen Löffel mit langem hölzernen Stiel gebraucht. Die besagte Pfanne, ebenfalls aus Gußeisen, kommt in verschiedenen Abänderungen vor, deren man zwei unter die Abbildungen aufgenommen hat. Tafel 409, Figur 17 ist die obere, Figur 16 die Seitenansicht, Figur 18 der Durchschnitt nach der Linie a b oder cd von Figur 17; Figur

19 nach derselben Richtung ein anderer Durchschnitt des einges gossenen Metalls fammt dein punktirten Umriß einer solchen gröBeren Pfanne. Etwas unter dem Rande e e befindet sich im Innern ein mitgegossenes Leistenwerf, welches den ganzen hohlen Raum in zwöif gleidhgroße Fächer, sämmtlich mit schräg gegen einander laufenden Wänden, abtheilt. Eben so viele einzelne Körper, von der Form niedriger abgestugter Pyramiden, bildet dann auch das eingeschöpfte Metall, vorausgeseßt, daß man, was . eben nicht nöthig ist, die ganze Pfanne gefüllt hat. Die Metallstücke hängen dann sämmtlich unter einander, nach Ausweis der Figur 19 zusammen, und zwar dadurch, daß man noch mehr Metall eingießt, als zum Füllen der 26theilungen allein erforderlich wäre. Damit dieß möglich werde, und der ganze Guß nach dem Erstarren des Zeuges und dem Umkehren der Pfanne so lange beisammen und ein Ganzes bleibt, als man es nöthig und bequemi findet, sind die vier Außenwände über die Abthejlungen etwas erhöht. Durch Zerschlagen, wobei ein Brechen der Verbindungsstellen erfolgt, kann man die Masse iu einzelne Stücke von der erstbemerkten Gestalt theilen, welche sehr bequem nach Bedürfniß in die Pfanne des eigentlichen Schriftgießer-Ofens gebracht, daselbst geschmolzen zum wirklichen Letternguiß sich verbrauchen lassen. Die andere Pfanne, Tafel 407, Figur 19 im Grundrisse, Figur 20 von der Seite, Figur 21 im längen-Durchschnitte, unterscheidet sich von der vorigen durch Zugabe eines mitgegossenen, beim Umstürzen und Uufheben sehr bequemen Handgriffes a, durch dic längliche Form der Fächer und den Umstand, daß ihre Wände mit dem Boden nicht in (djarfen Eden, sondern (dwach abgerun: det zusammenstoßen, wodurch das Metal sich nicht so sehr und scharf anlegt, und leichter herausfält. Die in einzelne getrennten Metalförper wiegen nach der Größe der Pfanne 3 bis 5 Pfund; obwohl man bis zu einem gewissen Grade dieses Gewicht dadurd) ändern fann, daß man den Raum über den Abtheilungs-Leisten mehr oder weniger füllt. Statt der Pfannen kann man sich auch der bekannten, bei andern Metall- und Schmelzarbeiten üblichen sehr wohlfeilen Schalen aus Graphit-Masse bedienen, in denen man das durch Abfühlen erstarrte festgewordene Schriftzeug als flachrunde, nach dem Umfange der Schale größere oder fleinere

Kuchen erhält, welche sich freilich nicht so bequem wieder verschmelzen lassen, als die viereckigen gleichförmig dicken Platten der Pfannen.

Das Schriftzeug, so lange es sehr heiß und im Flusse befindlich ist, muß man gegen Wasser und Nässe sebr sorgfältig in Acht nehmen, weil es, im Zugenblicke der Berúbrung damit erplodirt, sprißt, theilweise umher geschleudert wird, und bedeutende Beschädigungen veranlassen fann. Selbst ein Beschlag von Feuchtigkeit, den ein faltes, folches Stück durch Temperatur-Wechs sel erhält, würde, wenn man dasselbe, um es zu schmelzen, in flies ßendes Schriftzeug tauchte oder einlegte, ähnliche üble Wirkungen hervorbringen. Kalte Metallstücke sowohl, als auch die Pfannen selbst, müssen daher jedes Mal, ehe man sie mit dem fließenden Schriftzeug in Berührung bringt, sorgfältig, um sie zu trocknen, bedeutend erwärmt werden.

Das Blei, als ein, besonders im geschmolznen Zustande und in Berührung mit der Luft, sehr leicht orydirbares Metal, zeigt diese Eigenschaft auch in seiner Verbindung mit andern Metallen, und also auch als Schriftzeug. Es entsteht auf ihm fortwährend ein grauer Ueberzug, welcher während des Lettern-Gießend von dem flüssigen Metal zeitweise abgenommen werden muß. Dieser Abfall, so wie andere noch ganz metallische, besonders fleinere Stüdchen, die man nicht wieder in die Gießpfanne zurückbringen fann, alte abgenußte lettern u. f. 10., begreift der Schriftgießer unter der Benennung Kr å g e. Außer dem Dryd 'und den Sdlacken enthält sie noch einen beträchtlichen Theil sowohl metallisches Blei als auch Antimon, und es verlohnt sich daher der Mühe, sie wie: der zu Gute zu machen. Man thut dieß, sobald eine größere Menge beisammen ist, abermals in der Schmelzpfanne, wo die Masse einige Zeit starf, aber nicht bis zum Glühen, erhigt wird. Ein betráchtlicher Theil des noch metallisch gebliebenen Genienges, feigert fid, dabei im geschmolzenen Zustande aus, und findet sich am Boden der Pfanne. Fleißiges Umrühren, und der Zufag einer geringen Menge von Zinn, welche die Leichtflüssigkeit erhöht, trägt mit zur Beschleunigung der Arbeit bei.

Dieses aus der Kráße gewonnene Schriftzeug ist weit besser und härter als das, welchem der Abfall seinen Ursprung verdankt hatte; es enthält nämlich Antimon in weit größerem Ver:

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