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eine einzige Facette o, welche mit der Fläche p einen Winkel von 30 bis 35 Grad bildet. Die Breite dieser Eisen ist von der Schneide ab bis an den achtfantigen Stiel úberal beinabe gleich : die schmalen Eremplare verbreitern, die breiten verschmälern fich ein wenig nach dem Stiele (wie die Ansichten A ergeben), und fo entsteht bei allen ein zweckmäßiger Uebergang in die den Um, sländen nach erforderliche Stärke des Stieled selbst. Die Dide (1. Unsicht B) nimmt durchgehende vom Stiele gegen die Schneide bin etwas ab: sehr wenig bei den schmalen Eisen (Fig. 15), be: trächtlicher bei den breiten (Fig. 14). Die Dice ist, mit der Breite verglichen, desto größer, je kleiner beide Dimensionen sind; daber ergibt sich bei Fig. 14 die Dicke viel geringer, bei fig. 15 hingegen etwas größer als die Breite an der våmlichen Otelle. Dieser Umstand fommt bei allen weißelartigen Instrumenten (nicht nur jenen der Steinarbeiter) vor, und bat feinen natürlichen Grund darin, daß man den sehr schmalen Werkzeugen ihre gehös rige Steifheit und Festigkeit durch eine Verstärkung in der Dice ertheilen muß. Von den sechs im Sortimente enthaltenen Stüt. fen mißt das breiteste 7 Linien, das schmålste nur í linie an der Schneide. -- Die zweite Art (Fig. 16), zur Arbeit auf den bår: testen Steinen bestimmt, erhält ihre Zuschärfung mittelit zweier Facetten m, n, von welchen die legtere etwas höher hinauf reicht al8 m. Drei Flächen des Klinge sind eben, die vierte (an wel. cher die Facette n liegt) hat eine konver gekrümmte Gestalt, wie besonders die Querdurchschnitte zu erkennen geben; nach dieser Seite hin wird das Werkzeug beim aufseßen auf den Stein ges neigt, so daß die fürzere Facette m dem abzusprengenden Frags mente zugewendet ist. Diese Eisen sind nur 13/4 bis 4'/Linien an der Schneide breit und im Verhältniß hierzu febr dic ; der Winkel von m zu n ist sehr groß, nämlich = 42 bis 48 Grad: lauter Eigenthümlichkeiten, welche dem Zwecke (Gebrauch zu schwe: rer Arbeit) entsprechen. - Die dritte Art (fig. 17, 18) ist un. gefähr den deutschen Schlageisen und Beizeisen zu vergleichen, zwar ebenfalls durch zweiseitiges Anschleifen geschärft, jedoch nicht mittelft Facetten, sondern vermöge zweier schwach bauchiger, uns merklich in die Flächen y, y übergehender Verjüngungoflächen x, x, welche bei ihrem Zusammenlaufen in der Schneide einen

Winkel von 82 bis 28 Grad mit einander einschließen. Das größte dieser Eisen mißt 10 Linien, das kleinster Linie in der Schneidbreite. · Die Hohleifen (Fig. 19), mit welchen Hohlfehlen und andere runde Vertiefungen ausgebauen werden, gleichen im 20. gemeinen den gleichnamigen Werkzeugen der Tischler, sind aber von innen heraus, d. 5. durch eine auf der fonfaven Fläche angeschliffene Facette i flgeschärft. Diese Facetie erzeugt durch ihr Zusammenstoßen mit der äußern (fonveren) Fläche - gegen welche sie unter einen Winkel von 22 bis 26 Grad geneigt ist : eine bogenförmige Schneide, die bei den verschiedenen Erem. plaren einen größern oder kleinern Theil des Kreises ausmacht, nämlich bei den breitesten Hohleisen ungefähr einen Viertelfreis und so stufenweise zunehmend bis zum vollen Halbfreise bei den fchmålsten. Dieses ergibt sich näher aus folgenden Abmessungen der sechs Stücke, welche in dem Sortimente enthalten sind. Un: ter » Breite« hat man hier den Abstand zwischen beiden Endpunk: ten der Schneide, also die Sehne des von dieser gebildeten Kreis : bogens, zu verstehen. Breite ........ 9.5, 7.70 571, 4.2, 3.4, 2,1 lin. Krümmungohalbinesser 7.0, 5.2, 3.8, 2.3, 1.8, 1.05 g Größe des Bogens · 85, 9512, 97, 132, 1414/2, 180 Grad.

. Die flachen Hohleifen (Fig. 20) unterscheiden sich ron den vorhergehenden nur dadurch, daß ihre Krümmung viel flacher und die Facette zur Anschärfung der Schneide von außen ber (auf der fonveren Seite) angeseßt ist. Die vorliegenden sechs Eremplare zeigen folgende Dimensionen: Breite ........ 10.5, 8.0, 5.5, 3.8, 3.5, 1.7 lin. Krümmungshalbmeller 18.9, 19.1, 15.9, 10.8, 10.5, 5.4 » Größe des Bogens · 32, 24, 20, 20, 19, 18 Grad.

Die Spißeisen dieses englischen Sortimentes sind an Oestalt úbereinstimmend mit den gewöhnlichen Grabstich ein der Kupferstecher und Graveure (BD. VII. S. 193), nur von starteren, dem Zwede angemessenen Verhältnissen; übrigens von zweierlei Urt, welche den niedrigen und hohen Grabsticheln nachgebildet sind. Die ersteren (fig. 21) haben eine quadra: tische Querschnittsform, die leßteren (Fig. 82) eine rbome bische. Die in Fig. 22 bemerkbare Krümmung kommt bei den dúnuen Eremplaren der einen wie der andern Art vor, und gea wahrt den Nußen, die Spiße o in die Verlängerung der Achse des Stiels zu bringen, danit der Schlag in der vortheilhaftesten Richtung wirkt und fein Zittern (Prellen) des schwachen Wert: zeuges erzeugt. Alle diese Eisen verjungen sich rom Stiele aus gegen die Spiße hin, doch die dünnen mehr alo die dicken, wie aus der Vergleichung beider Abbildungen hervorgeht. Die an: geschliffene schräge rhombische Fläche n (die Kappe) liegt unter einem Winkel von 38 bis 50 Grad gegen die Kante t (den Bauch) geneigt. Der rhombische Querschnitt von Fig. 22 biez ter Winkel von durchschnittlich 77 und 103 Grad dar; aus einem der spißen Winkel ist, zufolge der Richtung der Kappe n, die Spiße o genommen.

Es ist schon oben der Nothwendigkeit gedacht worden, die Steinhauereisen häufig nachzuschmieden, um ihnen die zu zwecks máßiger Schärfung erforderliche schlanke Gestalt fortwährend zu bewahren oder vielmehr wieder zu ersegen. Bei dieser Zurichtung ist nicht nur viel Arbeit nöthig, sondern e8 tritt auch die Gefahr ein, den Stahl durch das wiederholte Glühen zu verderben. Zur Vermeidung dieser Nachtheile hat mith in Bradford eine Konstruktion der Eisen erfunden, welche die Fig. 23 bis 29 (auf Laf. 378) in Anwendung auf ein Schlageiseu darstellt. Das Wes sentliche derselben besteht darin, dem Werkzeuge die Gestalt einer schmalen aber langen ståhlernen Platte zu geben, welche in ein (die nöthige Steifheit erzeugendes) Heft eingelegt, zum Nach: schleifen herauðgenommen, und in dem Maße, wie sie durch das Schleifen sich verfürzt, weiter aus dem Hefte hervorgeschoben wird. Die Anordnung ist sinnreich und an sich empfehlenswerth, möchte jedoch in der Koftspielig feit der ersten Anschaffung ein Hin: derniß großer Verbreitung finden. Fig. 23 und 24 sind die uns sichten des vollständigen Geräthes von der breiten und von der schmalen Seite; Fig. 25, 26 die inneren Flächen der beiden Haupts theile des eisernen (durch Einseßen gehärteten) Heftes; Fig. 27 jeigt das Eisen selbst (die Stahlplatte, welche geschärft wird). Die beiden Hälften a und b des Heftes nehmen dieses Eisen d zwischen sich, und werden mittelft dreier Vorrichtungen zusammens gehalten, nämlich durch eine Art Schloß oder Verzahnung bei c; durch zwei furze Stifte e,e auf a, welche in die Löcher e',e' auf b eingreifen, und durch eine übergeschobene Hülse F, zu deren Be. festigung der Keil g dient, indem für ihn in der Hülse eine dopo pelte Öffnung, in dem Cheile a des Heftes aber ein Ausschnitt angebracht ist. Auf den Vorsprung i der Hülse fchlägt man mit einem kleinen Hammer, um vor dem Einseßen des Keils die Hülse anzutreiben, oder nach dessen Entfernung sie loszumachen. Wie aus Fig. 25, 26 zu erkennen ist, bilden die zwei Cheile des Heftes, zusammengefekt, eine lange Schraubenmutter, welche durch das dazwischen liegende Eisen d unterbrochen wird. Eine kurze Schraus benfpindel 1 (fig. 29) wird hier hineingeschraubt, drückt auf d, und hält es in seiner Lage vor dem Zurüdweichen gesichert. In dem Maße, wie das Eisen durch Nachschleifen sich verkürzt und folglich de8 Vorschiebens bedarf, schraubt man die Spindel 1 tiefer hinein, welche zu diesem Behufe einen Spalt m zum Einseßen des Sdraubenzieherð besikt. Legterer muß daher so lang und dünn feyn, daß man init ihm in der Höhlung des Heftes gan; hinabreichen fann; der Erfinder benußt den Stiel des Hammers, womit die Siilse fangetrieben wird, als chraubenzieher. Um das Werkzeug jul vervollständigen, wird noch der slåhlerne Kugelknopf h mittelsi feines Gewindes k eingeschraubt; die Durchbohrung desselben dient zum Durchschieben eines Stifres, mit dessen Hülfe man ibu bequem umdreht. Es ist ohne Weiteres verständlich, daß auf h die Hammerschläge beim Gebraud, deß Eisens geführt werden. -

über das Verfahren beim Gebrauch der verschiedenen Eisen zum Behauen der Steine fónnen nur wenige Bemerkungen beige: bracht werden: theils erflärt sich dasselbe von felbst; theils bietet es im Einzelnen zu große Mannichfaltigkeit dar, um ohne Ein: gehen auf viele spezielle Beispiele von Werkstücken genügend er: klärt zu werden; theils endlich bringen Willfür und örtlidie Ge: wohnheit mancherlei Abänderungen in die Arbeitsniethoden. Im Augemeinen gilt Folgendes: Fúr gröbere Steinhauerarbeit (Quader, Gewölbsteine, Treppenstufen, Gesimfe u. dgl.) fommen, bei der Einfachheit aller hier darzustellenden Formen, gewöhnlich

r Spiß:, Scharier: , Schlag: und Beijeisen in Unwendung; r Steinmeß, welcher Verzierungen auf dem Steine ausarbeitet,

und noch mehr der eigentliche Bildhauer, gebraucht nebst diesen auch alle übrigen Arten. Die Gestalt und Größe der auf einen Schlag abgetrennten Steinfragmente wird bestimmt durch form und Größe des Eisens, durch dessen Haltung, endlich durch die Starfe des Schlages. Rechtwinkelig zur Steinfläche aufgelegt, beschränkt das Werkzeug seine Wirkung auf einen kleinen Raum, dringt aber tief ein; je mehr es schief angefeßt wird, desto flachere (dúnnere) aber größere Theile fann es absprengen. Hierauf muß der Arbeiter nach Beschaffenheit der Umstände gehörige Rücklicht nehmen, und seine praktisch: Geschidlichkeit in dieser Beziehung führt ihn dahin, mit dem geringsten Zeitaufwande und ohne up: nöthige Material: Verwislung die vorgeschriebene Gestalt auf das Genaueste auszuarbeiten.

Im wenigstens an einer sehr einfachen Aufgabe die Einzelheiten des Verfahrens zu zeigen, soll das jest folgende die 3u. richtung parallelepipedischer, alfo überall rechtwinkeliger, Wert: stúde (Quader) erkláren. Hierzu ist vorläufig zu bemerken, daß beim Brechen der Steine für jede zu bearbeitende fläche ein ges wisses Maß zugegeben wird. Gewöhnlich beträgt dieses 1 Zoll (den so genannten Arbeit;011), und es fonimt demnach ein Werkstück, welches im fertigen Zustande, auf allen reche Flüchen behauen, 3 Fuß lang, 2 Fuß breit, und · Fuß dicf lenu soll, aus dem Steinbruche mit 38 Zoll länge, 26 Zoll Breite und 14 301 Dicke. Es ergibt sich jedoch von selbst, daß strenge Beobachtung einer Regel in dieser Hinsicht nicht möglich ist. Die Zurichtung aus dem Groben (das Pousfiren, unrichtig Bofsiren ge: nannt) findet fast immer im Steinbruche selbst Statt, und geschieht mittelit des Poussir: Schlágels und der Zweispiße. Nachdem man den rohen Stein fo auf die Erde hingelegt hat, daß dessen obere Fläche horizontal ist, wird zuerst eine der Kantenlinien a b (Fig. 30, Taf. 378) mit Röthel, Bleistift 2c. gezogen. Dann hált ein Arbeiter einen geraden, rechtwinfelig gehobelten, hölzernen Stab (M aßit a b) c d dergestalt vertifal an die Seitenfläche i, daß dessen vor wärts gefehrte Kante den Punft a trifft. Ein zweiter arbeiter fellt gegenüber, in Berührung mit der andern Seitenfläche, einen eben solchen Stab e auf, nur mit dem Un: terschiede, daß die hintere Kante desselben auf den Punft b

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