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der in das Rad eingriff. Die Bewegung des legtern wurde durch einen Pferdegőpel bewerkstelligt.

B. Weitere u 8 ar beitung der formen.

Sofern die durch vorbereitende Zertheilung einer Steinmalle entstehenden Stücke theils nicht vollkommen die zur Anwendung verlangte Gestalt haben, theils noch eine geringe Verkleinerung ihrer Dimensionen erfordern, theils endlich sehr raube oder unebene Oberflächen darbieten: sind verschiedene Nacharbeiten zu ihrer weiteren Ausbildung nöthig. Dieser Fal tritt bei Darstellung der allermeisten Gegenstände ein, von einfachen geradflächigen Werf: stúden bis zu den vollendetsten Kunstwerfen des Bildhauers, und läßt sich im Besondern bei allen verzierten, modelirten und hohlen Arbeiten als unumgänglich erkennen, da die angeführten Zerthei: lungsmethoden, mit Ausnahme des Sagens, niemals weder regel: mäßig gekrümmte Begrenzungen, noch verzierte oder sonst fünstlich geformte Oberflächen, noch endlich Höhlungen oder vertiefte Gestalten erzeugen fónnen. Mittelst Sägen ist es zwar allerdings thunlich, ziemlich glatte ebene Flächen, desgleichen einfache Bos gentrümmungen, ja selbst Zylinder und zylindrische Röhren darzu: stellen; allein bei der Langsamkeit, womit dieselben - namentlich in barten Steinen – wirken, unterliegt deren Anwendung selbst für die eben gedachten Zwecke einer so großen Beschränkung, daß man sich ihrer fast nur in den Fällen bedient, wo andere Mittel gånzlich im Stiche lassen, oder noch mehr Zeitaufwand erfordern wür:en.

Alle hier in Betrachtung kommenden Arbeitsmethoden zielen auf die Uusbildung der Gestalt und Größe, oder die Berichtigung der Oberflächen, durch successive ablösung kleiner Theile; wobei nach Beschaffenheit des speziellen Falles (im Besondern der Stein: art) theils eine abfpre ngende (stoßende), theils eine scha: bende, selten eine abreibende Wirkung eintritt, eia eigent: liches Schneiden (wie bei Metalen, Holz und anderen ges schmeidigen Materialien) aber niemals Statt findet, weil die Natur der Steine sich dem entgegen seßt, und sowohl die Abtren, nung zusammenhängender Späne unmöglich macht, als jede meso seráhnliche scharfe Schneide augenblidlich abstumpft.

1) Bebau e 11. Mit diesem Namen bezeichnet man das 26: floßen oder Absprengen größerer oder kleinerer (oft sehr kleiner) Steintheile, welches unter allen Wegen fur Bearbeitung der Steine der einfachste, am allgemeinsten anwendbare und daher am oftesten benußte ist. Die Benennungen: Steinhauerei, Bildhauerei, verdanken diesem Berfahren ihren Ursprung.

Bon Alters her, und noch jeßt in den meisten Fällen, ges schieht das Bebauen der Steine mittels einfacher Werfzeuge durch Handarbeit; nur erst in der jüngsten Zeit hat man angefangen, Steinhau: Maschinen cinzuführen, welche aber im Ganzen noch wenig Verbreitung erlangt haben, und jedenfalls nur zur Herstell lung der einfachsten Formen (vorzugsweise solcher mit ebenen Flat chen) geeignet sind. Es ist demnach zunächil und hauptsächlich von dein Behauen der Steine mit Handwerkzeugen zu handelni Die hierbei in Anwendung kommenden Instrumente sind entwedet ganz von Stahl gemacht, oder aus Eisen Hergestellt und nur ah der wirksamen Stelle mit vorgeschweißtem Stahle angelegt. Ste müssen eine geeignete Härte besigen, welche zwischen den durch anlassen bis zur blauen und zur gelben Farbe entstehenden Härte: graden schwanken fann; je fester und härtér das Steinmaterial, desto größer die erforderliche Härte des Werkzeugs. Ihrer Form nach sind die Steinhauer-Wertzeuge theils solche mit Schneiden (mehr oder weniger zugeschaften Kanten), theils solche mit Spis Ben. Legtere werden vorzugsweise zum Abschlagen dickerer Stein. brocken, Erstere zum Glattbehauen gebraucht. Je reicher (milder) der zu bearbeitende Stein ist, desto längere Schneiden (breitere Instrumente) sind zulässig, weil wegen des geringern Widerstan: des mehr Punkte gleichzeitig angegriffen werden können.

Hinsichtlich der Gebrauchsweise jerfallen sie in hammerförs mige, welche quer an einem (der Regel nach hölzernen) Stiele sibelt, geschwungen und mit schlagender Bewegung gebraucht werden ; und in meißelartige, die ruhig in der Hand gehalten, auf den Stein gestellt, und durch den Schlag eines Hammers oder Schlägels eingetrieben werden. Diese zweite Übtheilung be: greift die verschiedenen Arten der eigentlich so genannten Eisen (Steinhauer: und Bildhauer: Eisen).

a) şammer för mige Instrumente. - Abbildungen

der gebräuchlichften sind auf Tuf. 377, in Fig. 12 bis 18 ents halten.

Fig. 12, der Poufsire Hammer oder schlägel (un: richtig wohl auch Boffir:Schlágel genannt *), ist ein etwas schwerer Hammer mit kurzem hölzernen Stiele und zwei viereckigen flachen Bahnen a b c d. Die vier Långeufanten desselben sind leicht abgerundet, und eben so erscheinen daber die Ecken der Bahnen. Die obere Fläche a b b a ist in der långerrichtung etwas bobl, und jede Bahn tritt von a b nach cd um etwa ein Uchtelzoll gegen den Stiel bin zurück; hierdurch kommt es, daß die obere Kante a b spigwinkelig ist, wie man aus den in der Hauptansicht zu diesem Zwecke gezogenen punftirten Linien ab, bb, bc ersehen kann. Mit jener Kante a b schlägt man start hervorragende Zaden der roben Steinblóce, so wie die Kanten derselben vor Anfang des Bebauens ab; außerdem gebraucht man den Poufsir Schläget zum Eintreiben der verschiedenen unten zu beschreibenden Eisen, indem man mit einer oder der andern seiner Bahnen auf jene Werkzeuge schlägt. — Das abgebildete Eremplar wiegt 3 Pfund; größere kommen 5, 6:, auch zpfündig vor.

Fig. 13, die 3 w e ispiße oder Picke, wird hauptsächlich gebraucht, um die gröbsten Erhöhungen einer rohen Steiufläche !vegzuschlagen, außerdem um Furchen einzubauen, u. f. w. Sie läuft in zwei vierseitig pyramidale Spigen o o aus, welche jedoch nicht fcharf, sonderu dergestalt stumpf sind, daß ihr Ende eine quadratische Ebene von einer halben Linie Länge und Breite (un: gefähr) bildet. Die untere Fläche der Zuspißung erhebt sich von e nach o um ein Uchtelzol, wie durch die punftirte Linie ef be: merflich gemacht wird. Eine größere und auch in der Form ab: weichende Zweispiße ist durch Fig. 18 vorgestellt. – Da eine in der Kichtung rechtwinkelig zur Steinfläche auffallende Spiße wohl einen Eindrnd machen und in der nächsten Umgebung einige we: nige Steintheilchen zermalmen, aber keine Stückcheu absprengen würde; so muß das Werkzeug in schräger Richtung geführt wer: den, wo es die wegzuschlagenden Hervorragungen etwas von der Seite trifft.

*) Das erste Zurichten eines Steinblocks aus dem Roben heißt

Pourfiren.

fig. 14, die Fläche, ist mit zwei zum Stiele parallelen Schneiden h h versehen, und findet Anwendung zum Glatthauen der schon mit mittelft der Zweispiße vorläufig abgeglichenen Ober: flachen von weicheren Steinen. – Zu gleichem Zwecke dient auf harten Steinarten

Fig. 17, eine Art Picke oder Pá of e, deren Schneiden qq die Richtung des Stiels rechtwinkelig freuzen, kürzer und auch weniger dünn zugeschärft find. Um diesem Werkzeuge so wenig Arbeit als möglich übrig zu lassen, pflegt man ihm mit einem Instrumente vorzuarbeiten, welches mit einer Unzahl Spigen versehen ist, und demnach die groben Erhöhungen wegschafft, da: für aber eine Menge kleinerer Unebenheiten zurüdläßt. Solche Werkzeuge sind der Stod hammer und der Krönel, welche zu manchen Anwendungen schon den Stein platt genug machen, so daß in diesem Falle keine weitere Bearbeitung mehr folgt.

Fig. 15, der stod bammer. (Pick y a mm er), ist auf seinen beiden quadratischen, nach Form eines Kugelfegmentis schwach gewölbten Bahnen g & mit vierseitig pyramidalen Erhó: huugen besept, welche durch sich freuzende, dreieckige, eingefeilte Furchen entileben, und nicht scharf, sondern in áhnlicher Weise abgestumpft sind, wie oben in Betreff der Spißen an Fig. 13 ans geführt wurde. Das abgebildete Eremplar enthalt auf jeder Bahn 25 folche Zähne oder Spißen in fünf Reiben. Die Wölbung der Bahnen ist zu schwach, als daß sie getreu in der kleinen Zeichnung hätte ausgedrückt werden können. Beim Gebrauch dieses Werks jeugs fallen die Schläge senfrecht gegen die Arbeitsfläche, uud die Spißen oder Zacken der Bahn bröckeln demnach nur kleine Trümmer ab, zumal sie wegen ihrer Kürze nicht tief eindringen fónnen. Zugleich aber wird eine nachtheilige Lockerung der entste: henden Steinoberfläche herbeigeführt, und eine Menge lose anhängender Theilchen darauf zurück gelassen (todter Sand, nach dem Kunstausdrucke), welche gewöhnlich im Frühling8: Chauwetter als ganz dünne Schichten sich ablösen, sofern der Stein ohne weitere Bearbeitung zu Bauten im Freien angewendet worden ist.

Fig. 16, der Krón el oder Gründel besteht aus einem Stiele i p und 12 biß 16, in einer Dueröffnung desselben mittelst des Keils m n befestigten vierkantigen Stahlstäbchen k ), welche

an beiden Enden pyramidal zugespißt sind. Im diese Spißen auf dem Schleifsteine nachzuschärfen, ninumt man nach Lösung des Keils die Stäbchen heraus. Beim Einfeßen derselben hat man es in seiner Gewalt, der zum Urbeiten dienenden Spißenreihe k k diejenige Richtung in Bezug auf den Stiel (parallel dazu oder geneigt) zu geben, welche nach der Höhe des Steins und der Größe des Arbeiters nöthig ist, damit beim Schlage alle Spißen gleichmäßig auf die Steinfläche aufstoßen. Die durch Nachschleifen allmálich entstehenden Ungleichheiten der Länge áu: ßern sich hiernach sänmitlich auf der Seite 1, welche nicht ges braucht wird; und die hier befindlichen Spißen sind nur vorhans den, damit man die Stäbchen umkehren und auch das zweite Ende in Gebrauch nehmen kann. Der Stiel ist oben vierfantig, an dem in der Hand liegenden untern Theile dagegen rund; und da er der Stärke wegen von Eisen seya muß, so macht man, um zu großes Gewicht zu vermeiden, die runde Hälfte bobl. Die Schläge werden mit dem Krõnel so geführt, daß die von den Stäbchen kl gebildete Fläche etwas schrág (gegen die Steinoberfläche ge: neigt) gerichtet ist, wovon der Grund bereits bei Gelegenheit der Zweispiße angeführt wurde.

b) Eifen. -- In den Artikeln Bildhauerei (Bd. II. S. 176-177) und Meißel (Bd. IX. S. 567—568) ist bei reits Einiges in Betreff dieser Werkzeuge vorgekommen, worüber das nun Folgende die weitere Ausführung zu geben hat. Zu diesem Ende sollen der Beschreibung zwei charakteristisch verschie. dene Sortimente von Steinmeß: und Bildhauer: Eisen zu Grunde gelegt werden, welche die wesentlichen Abweichungen der Formen und Dimensionsverhältnisse deutlich darstellen, ohne jedoch — was eben so überflüssig als stwierig sein würde - alle vorkommen. den geringen Modifikationen zu enthalten. Im Allgemeinen ist zu bemerken, daß ein gewisser Theil von der Länge der Eisen den zum Unlegen der Hand dienenden o tie l bildet, und dem zufolge rund oder achtfantig gestaltet ist, um bequem gefaßt zu werden. Das Ende des Stiels, auf welches geschlagen wird, heißt der Kopf. Vom Stiele gegen die Schneide (oder Spiße) abwärts vermindert sich die Dicke des Instrumentes, indem es durch ein Zusammenlaufen seiner Seitenfládjen mehr oder weniger Ichlank

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