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1. Maz an Karl. 17, August 1553 163'

2. Karl an Mar. 14. September 1553 164»

3. Mar an Karl. 4. Ottober 1553 , 165»

4. Maz an Karl, 23, Juli 1554 „

X. Zum Augsburgei Neichstag 1555 167»-184»

1. Montesa an Granvclla. 7. Januar 1555 167*

2. Delsino's Bericht v. 2. Juni 1555 168'

3. ». 8. Juni 1555 171»

4. v. 15. Juni 1555 173»

5. ». 22. Juni 1555 174»

6. Instruktion für Lippomano. 3. Juli 1555 176»

7. Delfin« u. Lippomano v. 31. Juli 1555 17?»

8. Lippomano. 3. August 1555 „

9. „ 8. August 1555 178»

10. Notizen 180»

11. Lippomano v. 31. August 1555 „

12. „ 6. September 1555 182»

13. Bulle Pauls IV. 6. September 1555 183»

Trnllberichtigungen.

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«Hnes Staatsmannes, der wahrhaft das dauernde Wohl seines Volkes begründen, erweitern, befestigen will, des wahren Staatsmannes schwierigste Aufgabe ist es, alle Seiten des Volkslebens in richtigem Ebenmaaße zu entwickeln und auszubilden. Und ein lebensvolles und lebenskräftiges Volt strebt nicht allein nach gesundem Gedeihen seiner inneren Zustände, sondern es will auch im großen Zusammenleben der Völker seine Kraft und seine Tüchtigkeit in wirkungsvoller Thätigleit bewähren. Auch das ist daher eine berechtigte Forderung, die eine Nation an ihre Staatsmänner stellen darf, daß sie nicht nur den inneren Organismus des Staatslcbcns richtig beobachten und weise lenken, nein, daß sie auch der Kraft und der Macht der Nation nach Außen Raum schaffen, daß sie ihrer Stimme im Nathe der Völker Bedeutung uud Einfluß sicheren.

Aber nicht jene kolossalen Figuren der Weltgeschichte, deren blendende Größe das Auge der Mitwelt und Nachwelt zu bezaubern pflegt, nicht jene heroischen Eroberer und allgewaltigen Weltbeherrscher, die üblicher Weise mit dem Beiworte der „Großen" beehrt werden, nicht sie sind solche wahrhaft großen Staatsmänner gewesen: sie haben vielleicht die großartigsten und berauschendsten Pläne in ihrem Geiste genährt, sie haben vielleicht mit kühner Begeisterung und weithin treffender Berechnung ihre gewaltigen Entwürfe zu verwirklichen gesucht, sie haben vielleicht durch ihr Streben und Thun der geschichtlichen Entwicklung ihrer Zeit die Bahn angewiesen; —aber für die eigene Nation ist die Erscheinung eines solchen Mannes jedesmal znr Quelle von Unheil und Schaden geworden.

Nicht eine ungemessene Weltherrschaft seines Volkes, wohl aber die gerade dieser bestimmten Nation zusagende Ausdehnung und Herrschaft und das gerade dieser bestimmten Nation gebührende Maaß vclitischen Einflusses nach Außen ist das Ideal, das ein wahrer Staatsmann durch seine Politik seiner Nation zu verschaffen und zu erhalten sucht: er muß erkennen, wo Machtentfaltung nach Außen und wo Beschränkung auf die eigenen Grenzen, wo Eroberung und wo Entsagung am Platze ist; er muß ebenso Mäßigung wie Kraft besitzen, in beiden Fällen seiner Einsicht Folge zu geben; kurz er muß vollständig im Stande sein, innere und äußere Politik seiner Nation in gesunder Harmonie zu erhalten.

Und wie selten ist diese staatsmännische Größe in den Lenkern und Fühlern der Staaten gewesen! und wie wenige der großen Regenten .sind solchem Bilde eines Staatsmannes ähnlich gewesen!

Wenn einmal eine Nation zum Gefühle ihrer Kräfte gelangt ist, und wenn dam: ein begabter und thätigcr Kopf die Leitung dieser Nation in feine Hand gebracht hat, so eilt man so gerne in stürmischem Laufe den Träumen eines ungezügelten Ehrgeizes, den Lockungen einer nicht zu befriedigenden Eroberungslust nach. Selten sind solche Fürsten, die selbst reich begabten Charakters einer aufstrebenden Nation gebieten, durch die Niederlagen ihrer Vorgänger belehrt, zu politischer Mäßigung gemahnt worden.

Trotz allen Unheiles, das die Eroberungspolitik über die Nationen gebracht hat, ist das Streben nach Weltherrschaft in den politischen Führern und den politischen Mächten Europas ein altes unvcrtilgbares Erbübel geblieben.

Als im Mittelalter von allen staatlichen Elementen Europas zuerst die deutsche Nation geordneten Zuständen entgegenzugehen und ihre innere Tüchtigkeit zu fühlen beginnt, da haben Deutschlands Kaiser die Erhebung dieses Volkes an die Spitze der ganzen Christenheit erstrebt; sie haben aus allen Kräften darum gerungen und gekämpft, auf der Grundlage der deutschen Monarchie das Weltreich der ganzen abendländischen Kirche zu erbauen. Aber sie sind völlig gescheitert, diese hochfliegenden Plane unserer Kaiser, und mit ihnen sind die besten Kräfte unserer Nationaleinheit vergeudet.

Als nun im Beginne der Neuen Zeit die Staaten Europas sich in nationale Staatswesen zusammenzuschließen und in sich abzurunden anfangen, da haben sich gleichzeitig aus dem Kreise der romanischen Nationen zwei Staaten, Frankreich und Spanien, erhoben, welche mit der inneren Erstarkung des staatlichen Lebens sich ihrer nationalen Kräfte bewußt geworden und dem natürlichen Drange einer frischen Vollsiraft nachgebend nach Außen hin eine Politik der Eroberung eröffnen. Und wie Beide zunächst die italienische Halbinsel ihrem nationalen Staate einzufügen streben, sind sie in Italien feindlich zusammengestoßen.

Und doch, welch ein Unterschied in dem Kampfe dieser beiden Mächte um den Besitz von Italien!

Spaniens Staat war der Leitung eines ächten Realpolitikers unterstellt, der erreichbare Ziele anstrebend dem nationalen Wohle seines Volles nach allen Seiten wahrhaftige Förderung zu geben sich bemüht hat. Frankreich aber, dessen Könige alle Elemente der Nation mit kühner Energie zusammengefaßt, ist bald in die glänzenderen Bahnen einer allseitigen Eroberungspolitik eingetreten. Während Spaniens katholischer König die Vereinigung verwandter und gleichartiger Elemente zu einem großen romanischen Reiche bereitet, nehmen die französischen Könige jene Universalpolitik auf, die im Mittelalter schon einmal Deutschlands Kräfte ruinirt hatte: auch Frankreich will seine Periode der Weltherrschaft haben!

Da ersteht noch eine dritte politische Größe. In jenen Kampf um, Italien greift eine neue Macht ein, die eben jetzt aus den verschiedensten Elementen sich bildet: die Herren von Habsburg-Burgund, die auch die deutsche Kaiserkrone erlangen, werden die Rivalen der Valois um den Preis jener Weltmonarchie.

Was der Vater von ferne allmälig vorbereitet, das sucht Kaiser Maximilian I. auf allen Seiten zu entfalten: in der Wirklichkeit mit äußerst beschränkter Macht und mit äußerst geringen Mitteln ausgestattet, hat er die höchsten, die ausschweifendsten Pläne einer kaiserlichen Weltmonarchie verfolgt, wie sie nur immer im Mittelalter die kühnste Phantasie sich erdacht hatte. Und wenn er auch in dem Ringkampfe mit den französischen Königen oft nahe daran war, aus seinen Kaiserideen heraus in vollständige Ohnmacht niedergeworfen zu werden, so ist er doch im Reiche der Pläne und Entwürfe nie einen Schritt vor dem Gegner zurückgewichen. Nach allen Demüthigungcn und Enttäuschungen hat er zuletzt wirklich eine Zeit der Erfolge für Habsburg herannahen gesehen.

Wie verwandeln sich oft die Tendenzen der Menschen zu nicht gewollten Erfolgen!

Der Staatsmann, der mit plattischem Blicke ein spanisch-italienisches Reich aufzubauen sich zur Lebensaufgabe gesetzt, der dabei allen Plänen unnützer Eroberungspolitik und allen Ideen einer Universal

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