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ausgefteüt hatte, das in diesen geistlichen Gebieten die protestantischen Unterthanen von den katholijden Landesherren in ihrer Religion nicht beläftigt werden sollten 54).

Der Augéburger Religionéfriede, der am 25. September 1505 zu Stanbe getommen ist, hat also ned nicht alle streitigen Fragen endgültig entsdieben, aber trotz der Differenzen und trotz der recht wesentlichen Differenzen hat man, die zwingende Rothwendigkeit eines Friedens

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20.

Auch wer das politisch« System Karl's V. nicht als ein Heil für die deutsche Nation ansieht, wird ein tieferes menschliches Mitgefühl haben können mit dem alten Kaiser, der von der Höhe des Glückes in jener Mainacht des Jahres 1552 herabgestürzt ist.

Hatte doch dieser Kaiser mit seiner großartigen und kühnen Politik für einen Moment seinen Willen in allen europäischen Dingen zur Herrschaft gebracht, hatte er doch nach den Erfolgen der letzten Jahre dem Glauben sich hingegeben, als werde er den allgemeinen Zustand der Christenheit auf bleibende Dauer feststellen tonnen. Und jetzt waren ihm alle diefe Ideen europäischer Herrschaft wie ein Traumbild zerflossen; jetzt waren die Kräfte der kaiserlichen Politik im innersten Leben getroffen und gelähmt. Aber nicht leicht und freiwillig hat Karl feine Ansprüche aufgegeben, unermüdlich hat er mit den Verhältnissen noch eine Weile gerungen und rastlos gearbeitet, von einer oder der anderen Seite'die Verluste wieder einzubringen, sich neue Positionen zu schaffen, von denen aus. er wieder an Deutschland seine Hebel ansetzen konnte. Und doch ist allesRingcn und Mühen vergeblich geblieben: wie schon im Juli 1552 derKaiser erkannte, daß sein Widerstreben gegen die neue Ordnung in Deutschland ihn für den Augenblick nicht fördern könne, und wie er damals schon dem Bruder die deutsche Regierung auf seine eigene Verantwortung überlassen mußte, sich selbst nur geheime Einwendungen vorbehaltend, so haben auch alle die fehlschlagenden Entwürfe der nächsten Jahre in dem Kaiser endlich den Entschluß zur Reife gebracht, auf Deutschland ganz zu verzichten. Die Strömung zum Frieden in der deutschenTNation ist zu stark gewesen, als daß der Kaiser sie zurückzudämmen die Mittel gehabt hätte: die einzelnen Versuche, von diesem oder

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jenem Punkte aus sich wieder der Macht über die Nation zu bemeistern, sie alle sind an dem Friedenssinne der vorwaltenden Mächte im Reiche gescheitert.

Und auch die allgemeine Lage der kaiserlichen Politik hatte Karl keine Aussicht verschafft, seine Stellung in Deutschland wesentlich zu bessern. Seitdem König Heinrich mit den deutschen Protestanten, mit allen antitaiserlichen Elementen Europa's verbündet, den neuen Krieg gegen den Kaiser erhoben, hatte den Kaiser ein Unglücksschlag nach dem andern getroffen. Karl hätte sein Ansehen Wohl durch einen persönlichen Sieg über die Franzosen wieder hergestellt; aber die Niederlage, die seine Operationen vor Metz erfuhren, nahm ihm den letzten Rest militai rischen Rufes, der ihm nach der Flucht von Innsbruck noch geblieben '). Und der wechselvolle Felvzug, der in den nächsten Jahren in den Niederlanden sich entspann, hatte zwar Sonnenblicke des Glückes, aber eine maßgebende und für die allgemeinen Verhältnisse austragende Entscheidung ward nicht gewonnen.

Und weit gefährlicher noch gestalteten sich die Dinge auf italienischer Seite. Es ist ein betrübendes und niederdrückendes Schauspiel, in diesen Jahren die kaiserliche Partei auf italienischem Boden zu beobachten. Unlustig und widerwillig kämpften die kaiserlichen Generale, opeiirten die kaiserlichen Politiker. Während auch hier das Glück der Waffen heute dem Kaiser und morgen den, Franzosen kleine Vortheile brachte, gerieth nach und nach im Großen und Ganzen die kaiserliche Seite in Nach theil. Es gelang den Anstrengungen der militairischen und geistlichen Diplomaten durchaus nicht, eine günstige Acnderung in Rom oder im Felde hervorzurufen. Der Papst war durch die Franzosen eingeschüchtert; furchtsam und schreckbar suchte er jede Beziehung mit den Kaiserlichen zu vermeiden, die nach der anderen Seite ihn hätte tompromittircn können; seine Politik einer Friedensvermittelnng unter den Mächten galt bei den entschlosseneren Vertretern des Kaisers als höchst verdächtig und zweideutig"). Man bestürmte den Kaiser mit Vorstellungen, der

Lage Italiens größere Aufmerksamkeit, höhere Beachtung zu schenken;

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<) Der Vcnctianer Badoero erörtert 155X, daß ilarl's Reputation vornan, lich durch fcinc Flucht von Innsbruck und seinen Nichtcrfolg vor Mc>> erschüttert sei. (Älberi I. Vd. 3, 230.)

ü) Besonder« Manriquc's Berichte zeigen den Papst als smchlsam und schüchtern und wetterwendisch' in seiner derben Weise sagt er einmal, den Papst müsse mau mit ,,Kuchen n»d Stoelprüsseln" behandeln, ,.,!<>I >,l>» y l!e! i>»!<> >>«> <!> Il.'lvor."

aber der Kaiser ließ sich nicht beeinflussen: wie gelähmt und wie gleich» gültig erscheint sein Verhalten gegen Italien; und je länger dieser Zustand dauerte, desto bedrohlicheren Charakter gewann er für die Zukunft der spanischen Herrschaft auf italienischem Boden.

Es ist in allen diesen Beziehungen, als ob der Sturz aus der Höhe des Sieges in drohende und beängstigende Gefahren die ganze Seele des Kaisers und seine Politik mit Apathie erfüllt habe: fo trostlos haben sich die Dinge im Frühjahre 1553 gestaltet.

Die Krankheiten und Leiden, die ihn von Jugend auf verfolgt hatten, übersielen ihn um diese Zeit mit erneuerten, heftigeren, nachhaltigeren Schlägen und erschütterten die Reste seiner Lebenskraft: Gicht und Asthma und Hämorrhoidalbeschwerden und, wie man sagte, noch andere Uebel') machten sich in unmittelbarer Folge, oft auch in unbarmherziger Gleichzeitigkeit fühlbar: alle Zeichen deuteten auf ein baldiges Ende hin. Von diesen körperlichen Leiden bestürmt, von dem Mißlingen seiner politischen Gedanken tief erschüttert, ließ Karl mehr und mehr die melancholische Stimmung, den angeborenen Hang zur Schwermuth, eine Erbschaft seiner Mutter, über seinen Geist Herr werden. Wer hätte da in dem an Geist und Körper gebrochenen Manne den glorreichsten Sieger seiner Zeit erkannt?

Der Kaiser hatte von früh an sich den Sohn zum Nachfolger erzogen und ausgebildet; er selbst hatte ihn in der praktischen Politik unterwiesen und mit den Tendenzen der kaiserlichen Stellung erfüllt. Da konnte der Gedanke nahe liegen, noch bei Lebzeiten den Prinzen Philipp, den Nachfolger, gleichsam als Mitregenten aufzunehmen: wenn Karls eigene Kräfte erschöpft und aufgerieben waren, durfte er wünschen, die Bürde der laufenden Geschäfte selbst auf die Schultern des Sohnes zu übertragen. Ich glaube, auf gelegentliche Aeußerungen, die Karl schon in früheren Jahren gethan hat, als wolle er fein Leben im Kloster beschließen, auf diese vorübergehenden Stimmungen melancholischen Weltschmerzes werden wir nicht gar zu viel Gewicht legen dürfen, es wird wenig ausmachen, festzustellen, bei welchem Ereignisse zum ersten Male eine solche Idee laut geworden ist'). Aber unter dem Drange des per

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4) Gachard 36. ff, Niguet Lnarle^tzuint, 8on »bäirntion ete. Mau kommt bei diesen Erörterungen zu dem Refultatc, das; entweder 1535 oder 1542

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selben Zeit die Niederlande dem Sohne zu übergeben: Philipp sollte

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por 2 Jahren dies, davantitzen die laufcuni 1533, de Gahr 1554. noon n

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