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que V. S, embiara faculdad y autoridad plena à los hordinarios y perlados de la Germania para que puedan dispensar en sus diocesis con los clerigos casados en todos y qualesquier casos que les parecera ser necesarios para la necesidad de sus yglesias alli donde antes fueron casados; que V. S. embiara al nuncio o quien fuere servido faculdades asi sobre los bienes eclesiasticos como sobre el resto de las otras cosas: que todas las dichas faculdades seran amplisimas sin faltarles punto y sin condicion ninguna y irrevocabiles para que por falta dellas aora o en algun tiempo no venga major llaga en la yglesia de Dios: que haciendose en esta manera su Md. tendra el cuydado que deve para que se use de las dichas faculdades con el devido acatamiento de la sede apostolica; etc.

12) Auch dies sei noch im Wortlaut gegeben: que si durante el tiempo de la suspension o vacacion V. S. quisiere hazer alguna buena y conveniente reformacion, su md. holgara dello, con tal pero que sea qual convenga al bien de las yglesias, sin que aya de meter la mano mas adelante ni particularmente, dexando lo demas tocante a la religion de que tanta necesidad ay para tratarlo en el concilio.

13) Am 9. April 1548 meldet Karl an Philipp: Ya sabeis lo que dexamos mandado antes que partiesemos destos reynos cerca de lo que toca a ir a residir cierto tiempo del año en sus iglesias los obispos que estan ocupudos en cosas de nuestro servicio, y porque entendemos que esto se va algo?resfriando mandareis que se guarde y execute lo que en este caso tenemos proveydo, porque assi conviene a servicio de Dios N. S. y descargo de nuestra consciencia ; y allende desto sera bien se de a entender a los otros prelados lo que importa que residen en sus obispados y el contentamiento que yo y vos ternemos en que asi lo hagan. —

14) Raynaldu8 1548 g. 57, aus einem Schreiben Sfondrato's vom 19. Juni.

15) So äußert sich am 12. August Cervino bei Raynaldus §. 65.

Einzelnen wußte man allerdings zu erheben: da meinte man etwa einen Eid von den Reuigen zu fordern, daß sie nach dem Rücktritte zur Kirche nicht aufs Neue in Ketzerei verfallen wollten; da wies man wohl darauf hin, wie wünschenswerth eine öffentliche Zurücknahme ihrer Lehrbehauptungen durch die theologischen Häupter der protestantischen Sekten sein würde; da betonte man es wohl auch mit allem Nachdruck, wie gefährlich für den Bestand der ganzen Kirche das Beispiel verheiratheter Priester werden tönue; aber nicht« destowenigcr war man im Allgemeinen damit einverstanden, daß in diesem Falle die Kirche eine ganz außergewöhnliche Milde beweisen solle: man rieth im Allgemeinen dem Papste zur Annahme der von dem Bischof von Fano eingegangenen Verpflichtung ").

Am 31. August hat wirtlich der Papst und das Kollegium der Kardinäle solche Vollmachten auf die Bischöfe von Fano, von Verona, von Fcrentino ausgestellt"') und damit dem kaiserlichen Willen einen Schritt entgcgengethan. Und da jetzt alle Aussicht auf eine enge Allianz mit König Heinrich von Frankreich in der augenblicklichen Constellation europäischer Verhältnisse geschwunden war, so schien es, als ob Papst Paul III. sich dem kaiserlichen System aufs Neue angeschlossen habe").

Der Eindruck dieser neuen Nachgiebigkeit an den Kaiser war ein allgemein überraschender: die französischen Stimmen in Rom wußten zuerst nicht, sich zu diesem neuen Ereigniß zu stellen. Jener Antrag auf eine Prälatenversammlung in Rom, der man die Kirchenreformation überlassen wollte, verwirrte und bestürzte die Gemüther. Unerwartet wie diese Nachgiebigkeit des Kaisers an die schon öfter geäußerten Absichten des Papstes und der Legaten gekommen war, tonnte sie ebenso wohl seinen durchgreifenden Ernst anzeigen, mit dem er sich der religiösen Frage annehmen wollte, als auch eine Maßregel sein, durch die er sich des Papstes zu vergewissern und in neuer Verbindung ihn zu benutzen gedachte").

Wenn nur der Papst selbst offen sich angeschlossen »nb offen und aufrichtig bei dieser Annäherung an den Kaiser gehandelt hätte!

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ie>) Le Plat. IV. 121 ff,

") Ter Kardinal von Eoria schreibt, ihm habe der Papst geäußert: que tierw Äcort2<lÄ III Mtica con Oancia 7 que est» como tat»!» limpia zmra ^ue L« pueä» pwtar ile imsvo en «II», (vom 25, September 1548).

1») >ln Lei!»? 14, September 1548. Ribier II. 159 ff.

Als er die Bulle vom 31. August vorbereitete, äußerte er einem seiner Vertrauten, er habe den Sinn des Kaisers wohl durchschaut: er sehe es wohl, wie Karl ihn betrügen wolle: mit jenen Zugeständnissen des Laienlelches und der Priesterehe werde Karl in Deutschland Alles ordnen können, und so werde er, der Papst, nachher um Piacenza bei dem allmächtigen Kaiser betteln müssen-, aber, so setzte er hinzu, er werde die Vollmachten schon so einzurichten wissen, daß bei dem Gebrauche derselben sich Gelegenheit ergebe, auch ihm zu diesem seinem persönlichen Wunsche zu verhelfen.").

In der That, wenn man damals meinte, man sei zu der Erledigung dieser Frage gelangt, so täuschte man sich gewaltig. Auch nachdem der Papst hier auf den Willen des Kaisers eingegangen, war er noch weit entfernt davon, den getroffenen Verabredungen aufrichtig praktische Folgen zu geben. In Rom bestanden an manchen Stellen noch immer die Bedenken gegen die Katholizität der Bewilligungen, es bestand noch immer die politische Abneigung gegen des Kaisers Machtstellung, es bestanden noch immer die französischen Einflüsterungen, die den Papst vom Kaiser fern zu halten suchten, es bestand noch immer die so verwickelte und so schwierige Streitfrage über Piacenza, über die allgemeine Lage Italiens: alle diese Punkte, die den Papst so lange vom Kaiser zurückgehalten, sie alle bestanden fort, ein förderliches Einvernehmen von Papst und Kaiser stets hemmend und aufhaltend.

Schon bei der Anweisung an jene Bischöfe über den Gebrauch ihrer Vollmachten hielt e« der Papst für nothwendig, sie zu besonderer Behutsamkeit zu ermahnen, auf daß nicht seine Nachgiebigkeit zu Skandal und Zerstörung, anstatt zu Erbauung und Erneuerung der Kirche führe. Er deutete dabei feinen Wunsch an, daß sie so wenig wie möglich, und vor Allem so vorsichtig wie möglich von der Erlaubniß zur Priesterehe Gebrauch machen sollten 2°). Wie nun diese Nuntien nach Deutschland kamen, bemerkten sie sofort, daß in dem deutschen Volke wenig Teilnahme für ihre Aufgabe vorhanden sei: es erschien bei ihnen auch nicht ein einziger Mensch, der von ihnen eine Anwendung ihrer Vollmachten für sich, der einen päpstlichen Dispens zu seinem kirchlichen Verhalten nachgesucht hätte"). Am kaiserlichen Hofe war die Hoffnung noch stets lebendig, daß man mit diesen Nuntien und mit dem Agenten der Farneses, welcher die Nuntien begleitete, alle Fragen zu beiderseitiger Zufriedenheit erledigen werde. Aber als man zu den Verhandlungen über die Ausführung der Concessionen im Einzelnen kam, stieß man auf bedeutende Schwierigkeiten. Zuerst wollten die Nuntien von der Uebertragung ihrer Befugnisse an deutsche Prälaten nichts wissen, und als Karl hierin, sie zum Nachgeben gezwungen, bestanden sie auf der sofortigen Eröffnung der Reformberathungen in Rom. Aber Karl wollte, daß die Dispensation der deutschen Kirche den Reformconferenzen in Rom vorangehen solle. Und eine recht scharfe Erörterung hatte der Kaiser noch mit dem Bischof von Fano zu bestehen, der jetzt auch alle lutherischen Prediger abgeschafft wissen wollte; der Kaiser aber, dem die nachdrückliche Betonung seiner zum Besten der christlichen Religion geführten Kriege wiederholten Aerger erregt hatte, glaubte nicht' eher Beseitigung alles ketzerischen Treibens in Deutschland zusagen zu können, ehe nicht jene Concessionen de« Interims ihre Heilkraft erprobt hätten").

>»> So erzählt Mendoza 27. August. Döllinger 155 und 15U (Aus S. 155 Zeil« 14 v, u, ist ein Wort ausgefallen; es muß heißen: le (Ho oue V. >I. »u<i»v» poi engaiwUe),

w) Diese Instruction gibt Laemmcr« 394 und 396, Ab« auch hier mit der falschen Jahreszahl 1542,

Wir können uns überhaupt nicht des Eindruckes erwehren, als ob diefe Bischöfe die ihnen vertraulich geäußerten Intentionen ihres Herrn recht geschickt auszuführen wußten: es wurden alle «schritte so eingerichtet, daß sich stets ein neuer Anstoß ergab; und an keiner Stelle zeigten die Dep'utirten Roms Ernst in der Ausführung der übernommenen Aufträge"). Als sich endlich im Sommer der Jahres 1549 die Beziehungen zu dem Papste wieder trübten, als die italienische Frage wieder hart an den offenen Bruch von Kaiser und Papst hinführte, da bewies der Bischof von Fano dem Kaiser, wie sehr man es in der Gewalt habe, des Kaisers Politik in der kirchlichen Frage zu beherrschen. Er kam damals mit einer sehr katholischen, aber dem Kaiser sehr widerwärtigen Interpretation jener Concessionen heraus: er wollte die verheiratheten Priester absolviren, aber nur dann, wenn sie ihre Frauen wegjagen wollten, und er wollte den Laien gerne den Kelch im Abendmahle reichen lassen, aber nur dann, wenn sie ein Belenntniß ablegten, daß das Abendmahl auch unter Einer Gestalt ausreichend sei"). Aller Gewinn, den der Kaiser erzielt zu haben glaubte, wurde dadurch illu sorisch: da« Interim hatte also thatsächlich keine Unterstützung von Seiten des Papstthums gefunden.

«) Aus den Depeschen des Bischöfe« von Ferentino bei Pallavicino XI. 2, tz. 1«.

22) Karl an Menvo;a.2S. Januar 1549. (keg. 503. sol. 2.)

2») Vgl. die Mittheilungen Pallavicino's an der citnten Stelle.

n) Manilac 20. Juni 1549. Ribicr n. 217.

Mouienlieche», Korl V, 14

So hatte der eine Punlt aus jenem Vergleiche von Augsburg sich wieder in Nichts aufgelöst: die Annäherung hatte wieder zur Entfremdung gefühlt; und auch in der anderen Vereinbarung über die Reformconferenzen in Rom lam man nicht zu einem praktifchen Schlüsse, auch hier war neuer Zwist und neue Feindschaft das Ende.

Sobald man praktisch die Bedeutung dieser Concession des Kaisers ins Auge faßte, zeigte sich die doppelte Seite, die sie bieten tonnte: wäre auch der Papst von dem kirchlichen Eifer beseelt gewesen, den er vorgab, und der an dieser Stelle die Spanier beeinflußt hatte, so hätte man förderliche Früchte solcher Reformcommissionen erwarten tonnen; aber die Berufung tribentinischer Theologen nach Rom in die Stadt des Papstes tonnte jetzt nur die Einleitung bedeuten zu der allmäligen Auflösung jenes ConzileS; — und dies gerade war es, was diese Prälaten selbst und die kaiserliche Politik in Bedenken und Zögern verwickelte"). Man sprach es geradezu aus, daß man gerne einzelne Geistliche nach Rom gesendet hätte, aber unter solchen Formen und solchen Verwahrungen, daß sie durchaus nicht als Vertreter ihrer Tridentiner Genossen angesehen werden könnten. Der Papst aber, als er endlich im Sommer 1549 mit diesen Dingen Ernst machte, berief vier Bischöfe aus Tri« dent in zweideutigen, doppelsinnigen Formen: und da lag es nahe, daß sofort das alte Mißtrauen erwachte und zuzunehmen berechtigt schien.

König Heinrich sprach dann, als er merkte wie diese neue Spannung zwischen Kaiser und Papst Platz griff, die Bereitwilligkeit aus, französische Geistliche zu dem heiligen Werke der Reformation zu entsenden''); und darauf gestützt wagte der Papst, durch diese Berufung der kaiserlichen Geistlichkeit auf die Forderung des Kaisers in der Frage von Piacenza' und Parma zu antworten. Und in Rom ging man noch weiter. Den richterlichen Schiedsspruch, den Paul sich über die Rechtsgültigteit der streitenden Conzile vorbehalten, machte er Miene jetzt ergehenzulassen; und lein Mensch zweifelte, daß er für Bologna ausfallen werde. So hat auch der alte Papst noch am Ende seiner Tage mit einem geistlichen

"^ Eine vortreffliche Znsammenstclluna giebt das von diese» Tridentiner« (vielleicht von Vargas» au^gezangene Attcustiict: Nelacion de lo äel ccmciü'o im Anhang VI,

'«) Heinrich Ü> Fcbrnar 1549, Ribier 2, 192,

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