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pie auf, worauf sie denen, welche weder den Kopf noch die Arme bewegen konnten, in Löffeln Fleischbrühe, Wein oder Limonade in den Mund goßen. Die Wagen, welche ohne Unterlaß Lebensmittel, Fourage, Munition und jede Art von Vorräthen von Frankreich oder dem Piemonte nach dem französischen Lager führten, kehrten nie leer zurück, sondern nahmen Kranke bis nach Brescia mit. In allen Ortschaften, welche die Transporte zu passiren hatten, ließen die Ortsbehörden Getränke, Brod und Fleisch bereit halten. In Montechiaro wurden die drei Spitäler dieses Ortes von den Bauersfrauen bedient, welche mit ebenso viel Intelligenz, als Güte die dort untergebrachten Verwundeten pflegten. In Guidizzolo hatte man deren etwa Tausend in recht angemessener Weise, wenn auch nur vorübergehend in einem ausgedehnten Schlosse untergebracht; in Volta diente ein altes Kloster als Kaserne, in welcher hunderte von Oestreichern untergebracht waren. In Cavriana wurden in der Hauptkirche dieses elenden Nestes vollständig verstümmelte Oestreicher verpflegt, welche vorher während acht und vierzig Stunden unter den Gallerien eines häßlichen Wachthauses ausgestreckt gelegen hatten; in dem Lazarethe des großen Hauptquartiers nahm man Operationen vor mit Anwendung des Chloroform, der bei den östreichischen Verwundeten fast eine augenblickliche Unempfindlichkeit bewirkte, indessen bei den Franzosen nervöse Zuckungen und eine fieberische Aufregung die Folge war. »Die Bewohner von Cavriana waren durchaus von Lebensmitteln entblößt und die Soldaten der Garde ernährten sie in der That vollständig, indem sie ihre Rationen und ihren Kaffee mit ihnen theilten; die Felder waren zerstört wor

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*) Dieser Corporal war in Magenta verwundet worden, und gab sich, nachdem er wieder hergestellt zu seinem Bataillon zurückgekehrt war, viele Mühe in Castiglione, um den Krankenwärtern beizustehen; ich nahm sein Anerbieten an, mich auf diesem Ausfluge, wo seine Eigenschaft als gradirter Militär mir als Geleitschein dienen konnte, zu begleiten. An dem selben Tag, am 27. Juni, wurden zwei Engländer, welche sich bis zu den französischen Vorposten vorwagen wollten, von den Soldaten als deutsche Spione arretirt und auf nicht sehr angenehme Weise nach dem Lager geschleppt, wo sie glücklicherweise den Marschall, der das Armeecorps kommandirte, trafen, welcher sie dann auch aus ihrer unangenehmen Lage befreite; nichts desto weniger waren jedoch unsere Jusulaner von dem ihnen zugestoßenen Abenteuer sehr erbaut.

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