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zu begraben*); allein auf dieser weiten Strecke waren manche Leute in den Gräben, in den Ackerfurchen verborgen oder versteckt in Gebüschen und anderen Terrainunebenheiten und konnten erst später aufgefunden werden und alle diese Leichname, wie die gefallenen Pferde, hatten die Luft mit giftigen Dünsten geschwängert. In der französischen Armee wurde eine gewisse Anzahl x Leute per Compagnie bestimmt, um die Todten zu suchen und zu begraben und gewöhnlich thaten dies die Leute des gleichen Corps für ihre Waffengefährten; sie schrieben sich die Ordnungsnummer der Effekten jedes getödteten Mannes auf und legten dann mit Hülfe der dafür bezahlten lombardischen Bauern den Leichnam mit seinen Kleidern in eine gemeinschaftliche Grube. Unglücklicherweise darf wohl angenommen werden, daß bei der Hast, mit welcher diese Arbeit vollführt wurde, und bei der Sorglosigkeit oder groben Nachläßigkeit mancher dieser Bauern auch hin und wieder ein Lebender mit den Todten begraben wurde. Die Orden, das Geld, Uhren, Briefe und Papiere, welche man bei den Offizieren fand, wurden den Todten abgenommen und später an ihre Familien gesendet; allein bei einer solchen Menge von Leichnamen, wie sie hier begraben wurden, war es wohl nicht immer möglich, diese Aufgabe getreulich zu erfüllen. Ein Sohn, der Liebling seiner Eltern, den eine zärtliche Mutter während einer langen Reihe von Jahren auf

*) Drei Wochen nach dem 24. Juni 1859 fand man noch auf mehreren Punkten des Schlachtfeldes todte Soldaten von beiden Armeen. – Die Behauptung, daß der 25. Juni genügt habe, um alle Verwundeten wegzuführen und aufzunehmen, ist vollständig falsch.

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*) Vor der Schlacht von Marignano (Melegnano) am 8. Juni 1859 wurde ein auf Vorposten stehender sardinischer Soldat von einer Abtheilung Oestreicher überrascht, welche ihm die Augen ausstachen, damit er, wie sie sagten, für ein andermal lerne, hell sehender zu sein; und einem Bersagliere, der sich von seiner Compagnie verlief und einer Handvoll Oesteicher in die Hände fiel, schnitten diese die Finger ab und ließen ihn dann mit den Worten laufen: „Laß dir jetzt eine Pension geben!“ Hoffen wir, daß diese verbürgten Vorfälle die einzigen dieser Art im italienischen Kriege waren.

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*) Die französischen Soldaten hatten das Eigenthum der Landesbewohner auf das Gewissenhafteste geschont, und man konnte nicht genug ihre Disciplin, ihre Höflichkeit, ihre Enthaltsamkeit und ihre gute Aufführung während des ganzen italienischen Krieges loben.

Proklamationen wie diejenigen des Marschalls Regnaud de St. Jean d'Angely oder des Generals Trochu verdienen aufbewahrt zu werden und dienen denen zum Ruhme, welche sie an ihre Soldaten erließen.

„In dem beginnenden Feldzuge,“ sagte General Trochu in seiner Proklamation vom 4. Mai 1859, die von Alessandria datirt war und allen Compagnieen seiner Division unter den Waffen vorgelesen wurde, „müssen wir mit ausdauerndem Eifer auch die härtesten Proben, die bereits für uns begonnen haben, bestehen; wir müssen disciplinirt sein und strenge nach unseren Vorschriften leben, bei deren Vollziehung ihr mich unbeugsam finden werdet, und am Tage der Schlacht wollen wir nicht dulden, daß es noch Tüchtigere als wir giebt. Wir dürfen nicht vergessen, daß diese Landesbewohner unsere Alliirten sind, wir haben ihre Gebräuche, ihr Eigenthum und ihre Person zu achten; wir wollen den Krieg mit Menschlichkeit, im Geiste der Gesittung führen. Auf diese Weise werden unsere Bestrebungen achtungswerth sein, Gott wird sie segnen, und ich, der ich

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