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Sobald Kaiser Napoleon bemerkte, daß es bei den östreichischen Truppen an einer zusammengreifenden umfassenden Leitung fehlte, befahl er den Armee-Corps von Baraguey d’Hilliers und Mac Mahon und alsdann ebenfalls der von Marschall Regnaud de St. Jean d'Angely commandirten Kaisergarde, zu gleicher Zeit die Verschanzungen von Solferino und S. Cassiano anzugreifen und das feindliche Centrum zu sprengen, das die Armee-Corps Stadion, ClamGallas und Zobel bildeten, die nur nach und nach zur Vertheidigung dieser so wichtigen Stellung in die Linie rückten. Bei San Martino hält der tapfere und unerschrockene Feldmarschall Benedek mit nur einem Theile der zweiten östreichischen Armee gegen die ganze sardische Armee Stand, welche mit Heroismus unter den Befehlen ihres Königs kämpft, von dessen Gegenwart entflammt. näherte, von welchem eine Division von Piacenza aus heranrückte. Die Generale Forey und Ladmirault hatten mit ihren muthigen Colonnen an diesem denkwürdigen Tage die Schlacht eröffnet; sie bemächtigten sich nach unbeschreiblichen Kämpfen der Hügellinien des niedlichen Mamelons dei Cipressi, gleichwie des Thurmes und des Gottesackers von Solferino, berüchtigt durch die schauderhafte Metzelei, deren sie die Zeugen und der Schauplatz waren; dieser Cypressen-Berg wurde endlich mit Sturm genommen und, auf der Höhe angekommen, ließ Obrist d'Auvergne auf der Spitze des Degens sein Taschentuch als Zeichen des Sieges flattern. Allein diese Erfolge hatten die Alliirten schwere Opfer gekostet. Dem General de Ladmirault wurde die Schulter von einer Kugel zerschmettert; jedoch kaum daß der heldenmüthige Verwundete sich in dem in der Kapelle des kleinen Ortes aufgeschlagenen Feldlazarethe hatte verbinden lassen, nahm er von Neuem trotz seiner schweren Wunde zu Fuß am Kampfe Theil, ermuthigte seine Bataillone, bis eine zweite Kugel ihn im linken Beine traf. Der ruhige und trotz seiner schwierigen Stellung unerschütterliche General Forey wurde in der Hüfte verwundet, sein weißer Caban, den er über der Uniform trug, wurde von Kugeln durchlöchert, seine Adjutanten fielen an seiner Seite; einem derselben, dem 25jährigen Hauptmann von Kervenoel, riß ein Bombenstück das Hirn hinweg. Am Fuße des Cypressen-Mamelon und im Augenblicke, da er seine Schützenlinie vorwärts führte, stürzte General Dieu tödtlich getroffen vom Pferde; auch General Douay wurde unweit seines Bruders, des getödteten Obristen Douay, verwundet.

Der rechte Flügel der alliirten Armee, von den Corps des Generals Niel und des Marschalls Canrobert gebildet, leistet mit unbeugsamer Energie der vom Grafen Wimpfsen befehligten ersten östreichischen Armee Widerstand, deren drei Corps unter Schwarzenberg, Schaafgottsche und Veigl freilich nicht im Stande sind, in ihre Bewegungen eine passende Uebereinstimmung zu bringen.

Marschall Canrobert, der genau den Anordnungen des Kaisers der Franzosen folgte, indem er sich mehr abwartend verhielt, was auch nicht gerade tadelnswerth erscheint, führte nicht gleich vom Morgen an seine noch verfügbaren Kräfte in's Gefecht; allein der größte Theil seines Armee-Corps, die Divisionen Renault und Trochu, sowie die Reiterei des Generals Partouneaur nahmen lebhaften Theil an der Schlacht.

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*) Sobald der Kaiser von Oestreich erfuhr, daß ein La Rochefoucauld zum Gefangenen gemacht wurde und verwundet sei, gab er den Befehl, daß er mit aller Zuvorkommenheit behandelt und gepflegt werden solle.

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