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tation in Brescia erspart haben, die allein nur dadurch nothwendig geworden war, weil dem Verwundeten während des Weges von dem Feldlazarethe seines Regiments bis nach Castiglione auch gar keine ordentliche Pflege gewidmet worden war. Sollte der Anblick dieser jungen Invaliden, welche, nun eines Armes oder eines Beines beraubt, so traurig in ihre Heimath zurückkehren, nicht ein Gefühl der Reue oder des Bedauerns wachrufen, daß man nicht den bedenklichen Folgen der Verwundungen zuvorkam, welche durch schnelle und rechtzeitige Hülfe oft so leicht zu heilen gewesen wären? Und würden diese in den Lazarethen von Castiglione oder in den Spitälern von Brescia verlassenen Sterbenden, von welchen Mehrere sich in ihrer Sprache nicht verständlich machen konnten, ihren letzten Seufzer scheltend und fluchend ausgestoßen haben, wenn Jemand bei ihnen gewesen wäre, um sie anzuhören und zu trösten?*) Hätte nicht trotz dem Eifer, den die lombardischen Städte und die Einwohner von Brescia an den Tag legten, noch ungeheuer Vieles gethan werden können? In keinem Kriege und in keinem Jahrhunderte hatte man so viele schöne Beweise von Barmherzigkeit gesehen; und doch reichten dieselben deßhalb freiwillige Krankenwärter und Krankenwärterinnen haben, welche gewandt, vorbereitet oder eingeweiht sind, um bei einem solchen Hülfswerke thätig sein zu können, und die auch, durch die Anführer der kriegführenden Armeen anerkannt, in ihrer Mission unterstützt und durch jedwede Erleichterung begünstigt werden. Das Personal der militairischen Lazarethe ist immer ungenügend, und wenn man es auch verdoppeln und verdreifachen wollte, so würde es dennoch nicht ausreichen; man muß immer wieder zum Publikum seine Zuflucht nehmen, man ist dazu gezwungen, und man wird immerwährend dazu gezwungen werden; denn nur seine Mitwirkung macht die Erreichung des vorgesteckten Zieles möglich. Es handelt sich deßhalb darum, einen Aufruf, eine Bitte an die Männer aller Länder und jeden Ranges ergehen zu lassen, von den Mächtigen dieser Welt bis zu den ärmsten Arbeitern; denn Alle können auf die eine oder andere Weise und Jeder in seiner Art und nach seinen Kräften bei dieser guten That mitwirken. Ein Aufruf dieser Art würde den Frauen ebenso gut als den Männern gelten, der auf den Stufen eines Thrones sitzenden Prinzessin ebensowohl als der dienenden und ergebenen Waise oder der auf Erden allein stehenden Wittwe, kurz Allen, welche ihre letzten Kräfte der Linderung der Leiden ihres Nächsten widmen wollen; man würde ihn sowohl an einen General oder Feldmarschall, als auch an einen Philanthropen und einen Schriftsteller richten, der von seiner Arbeitsstube aus in seinen Veröffentlichungen mit Talent eine Frage aufzufassen im Stande wäre, welche die ganze Menschheit interessirt, und die in beschränkterem Maße jedes Volk, jede

Der Apparat des Herrn Joubert ist durch seine glückliche Zusammensetzung, seine große Leichtigkeit, seine Form und sein geringes Volumen allen früheren und neueren Systemen vorzuziehen, und besteht aus Theilen, welche den Soldaten schon bekannt und auch sonst nützlich sind. Sollten diese Gesellschaften, welche wir entstehen sehen möchten, nicht in ganz besonderer Weise jene zu ehren suchen, welche, wie Herr Joubert, ihr Talent und ihre Nachtwachen so menschenfreundlichen und wohlthätigen Nachforschungen oder Erfindungen widmen!

*) Während dem Kriege in Italien wurden selbst einige Soldaten von einem solchen Heimweh erfaßt, daß sie, ohne andere Krankheit und ohne irgend eine Verwundung, daran starben.

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des Königs von Preußen neben einander sitzen konnten, um sich in guter Freundschaft zu unterhalten, was würde sie wohl gehindert haben, eine des allgemeinen Interesses und der allgemeinen Aufmerksamkeit so würdige Frage zu prüfen und zu besprechen? Bei außerordentlichen Gelegenheiten wie jene, welche in Köln und in Chalons kriegserfahrene Fürsten von so verschiedenen Nationalitäten zusammenbrachten, wäre es da nicht wünschenswerth, daß man diese Art von Congreß benutzte, um irgend einen internationalen, vertragsmäßigen und geheiligten Grundsatz festzustellen, der, einmal angenommen

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*) Beruft man nicht kleine Congresse von Gelehrten, Juristen, Astronomen, Statistikern, Oekonomen, welche über weit geringere Fragen sich zu besprechen haben, und giebt es nicht internationale Gesellschaften, welche sich mit Industrie, Wohlthätigkeit, öffentlichen Nutzen 2c. beschäftigen?

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