Diamantentropfen: Politsatire

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CreateSpace Independent Publishing Platform, 17.09.2015 - 364 Seiten
Das ist ein Russland-Krimi der besonderen Art. Schurik wusste am Ende selbst nicht mehr, wie er in dieses Kuddelmuddel hatte geraten können. In dieses schier undurchschaubare Gewirr aus Wissenschaft, Politik, Orthodoxie, Geheimdiensten und der allgegenwärtigen Mafia als Draufgabe. Wie hatte das nur geschehen können? Alexander, so Schuriks bürgerlicher Name, ist Biologe und forscht erfolgreich auf dem Gebiet der menschlichen Fortpflanzung. Der junge "Reproduktionswissenschaftler" sieht sich kurz vor einem entscheidenden Durchbruch zu einer neuen Qualität der künstlichen Befruchtung menschlicher Eizellen. Die Sache hat natürlich einen Haken: Er ist noch längst nicht dort, wo er hin will. Doch Leichtfertigkeit, eine alkoholisierte Atmosphäre im Moskauer Nobelclub "Bucking Horse" und der Drang, einen einflussreichen Politiker zu beeindrucken, verführen ihn dazu, ein vorläufiges Traumgebilde als Realität auszugeben. Der Politiker Oblomkow fängt Feuer und setzt ein Karussell in Bewegung, auf dem Schurik sich nur noch krampfhaft festhalten kann. Zwar stirbt ihm WWO, der Politiker, unter den Händen weg, aber die irrsinnige Fahrt geht weiter. Denn nun hat sich der Kreml eingeschaltet und treibt ein landesweites Projekt zur "menschlichen Reproduktion" voran. Mit Schurik als Aushängeschild. Borja, der treue Freund, hilft, so gut er kann. Doch kann man ein Volk genetisch verbessern? Kann man eine dem Herrscher loyale Führungsschicht schaffen, deren Erbmasse von eben diesem Herrscher stammt? Egal, man muss nur daran glauben. Suslik, Vizechef der Kreml-Administration tut es. Und er überzeugt auch seinen obersten Chef davon. Das Projekt "Diamantentropfen" gewinnt Kontur. Auch der Inlandsgeheimdienst steigt mit ein ins Karussell . Der FSB glaubt, den Staat vor ungeeigneten Spermienspendern wie Kaukasiern, Juden und Liberalen und den üblen Ränkespielen des Westens schützen zu müssen. Auch die Mafia, deren konkurrierende Gruppen großes Interesse entwickeln, muss in die Schranken gewiesen werden. Wenn man nicht gerade mit ihr kooperiert. Mit der Ernennung eines neuen Moskauer Bürgermeisters und den damit verbundenen Machtkämpfen in der Unterwelt entfaltet sich ein Intrigenspiel, in das auch die orthodoxe Kirche verwickelt wird. Die Lage spitzt sich indes immer mehr zu, weil die an Macht und Gewinn interessierten Gruppen Druck von allen Seiten machen. Es kommt schließlich zu einem wilden Showdown auf Moskaus Straßen. Zu guter Letzt darf Kater Ossja noch eine tragende Rolle spielen. Wie es sich für eine Satire, dicht an der Realität angesiedelt, gehört.

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