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fchleifende Berührung. Es ist auch bei diesem Verfahren noth. wendig, daß die Schleifsdale vorher die vooig richtige Form ero halten habe, welche am besten und zuverläßig ten in der vorher beschriebenen Radiusmaschine gegeben wird.

Das Festhalten der Linse und ihre Bewegung in der Schleifschale fann auch zweckmäßig durch Maschinerie bewirft werden ; und dann erhält die Maschine die in fig. 4, Laf. 126 im senfs rechten Durchschnitte dargestellte Einrichtung.

A ist die Drehspindel, auf welcher die Schleifichale g befeo ftigt ist. Ihr untered Ende ruht fonisch auf der Schraube a, welche durch das Holzstück B geht, und durch welche die Spindel hóber oder niedriger gestellt werden kann. Sie hat am oberen Cheile einen gehörig abgedrehten Hals, mit welchem sie in dem zinwernen Lager e, e läuft, das in den oberen Holzstücke C beo festigt ist. Den unteren Theil der Spindel umgibt eine zyline drische, in B eingeschraubte Hülse d, d, um welche sich die Rolle D frei bewegt. In diese Rolle ist der Stift b eingeschraubt, welcher mittelst des in die Spindel eingesteckten Stiftes c die legtere dreht, wenn die Rolle mittelst des um sie gelegten Riem mens bewegt wird. In den Raum unterhalb der Rolle ist die in E im Aufrisse und in E' im längendurchschnitte vorgestellte keilförmige Gabel eingeschoben, welche zum Auslösen der Rolle dient. Wird námlich dieser Keil zurúdgezogen, so sinkt die Rolle und der Stift b verlaßt den Querstift c, so daß sich die Rolle drehen kann, ohne die Spindel mit zu nehmen. Das obere Ende der Spindel ist mit einer Schraube verfeben, auf welche die mit einem inneren Schraubengewinde versehene Hülse ff aufgeschraubt ist. Diese ist mit einem abwärts gebogenen Kranje in der Form einer umgekehrten Schale versehen, welche den zylindrischen Halt des Schleiffastens F bedeckt, damit der im Lager ee laufende Kalb der Spindel nicht mit Schmirgel verunreinigt werde. Ja den oberen Theil der Hülse f, f ist dann die Schleifschale g eingeschraubt. Diese beschriebene Einrichtung der Opindel ist auch diejenige, wenn in der Schale mit freier Hand geschliffen wers den fol.

Die Vorrichtung, mittelft welcher die linse in der Schleif: Idhale hin und her geführt wird, und welche in der fig. 4 in G

im fentrechten Långendurchschnitte vorgestellt ist, ist in der Fig. 5 in der Ansicht von oben ersichtlich. Das Holzstück G hat, wie aus der Figur von selbst erhellet, zwei Bewegungen, nämlich an der Achse i, i kann es senfrecht auf. und nieder gehoben wer: den, um nach Belicben die Stifte h einzuseßen und zu der Schleifschale zu gelangen; die Schrauben i, i, welche für diese Bewes gung die Uchse bilden, passen in fonische Vertiefungen des in den Ständer p eingelegten Metallstückes, deren mehrere über einander vorhanden sind, um den Hebel G höher und niedriger stellen zu können. An der Udse k, k (Fig. 4) läßt der Träger oder Hebel G die Bewegung hin und her in horizontaler Richa tung fu, welche zum Hin: und Herführen der Linse in der Schleif. schale dient. Diese Bewegung wird durch die Umdrehung der Scheibe H, um welche ebeafaut ein Riemen läuft, hervorgebracht, welche, als Krummzapfen wirkend, mittelft des Drahtes I und des Winfeldebelo J, dessen einer Arm durch den Hafen m mit G in Verbindung ist, das Stück oder den Träger G nach der einen Richtung zieht, während die schraubenförmige Feder n, deren eines Ende an einem feststehenden Holzstücke eingehängt ist, die Bewegung nach der anderen Richtung bewirft. Um diese Bewegung nach der Größe der Schleiffchale gehörig zu reguliren, sind die beiden Arme des Winkelhebels mit mehreren löchern zum Einbången der Drähte 1 und m versehen, wodurch diese Arme rúdfichtlich dieser Bewegung gegenseitig beliebig verfürzt oder verlängert werden können. Durch denjenigen Theil des Holzstů. des G, welcher über der Achse der Spindel liegt, ist mittelst der Schraube o ein eiserner Bolzen eingezogen, dessen unteres Ende h mit einem Einschnitte versehen ist, in welchen mittelst eines durchgesteckten Stiftes der in der Fig. 6 im vergrößerten Maße stabe dargestellte Träger befestigt ist, an dessen beiden Enden die konischen Spißen sich befinden, welche in der konischen Vertiefung der Griffplatte der beiden Linsen, welche zugleich auf der Schleifschale bearbeitet werden, ruhen. Die Fig. 7 zeigt die Ansicht der Schleifschale mit dieser Vorrichtung und den beiden Linsen von oben in derjenigen Stellung, wo die eine Linse eben am weie testen über den Rand der Schale herausgerückt ist.

Es ist leicht ersichtlich, daß bei dieser Art des Schleifend

die Schleiffchale und fonach die Linse feinen zu fleinen Krümmungo: halbmesser haben dürfe, weil fonst die Spiße, welche in der Griffplatte der Linse ruht, gegen deren Uchse eine zu schiefe Rich tung erhält, wenn diese Linse sich dem Rande der Schleifsdale nähert, welches der Gleichförmigkeit der Bewegung und des Dru: des hinderlich ist. Für geringe Krümmungshalbmesser, wie für die Linsen der Okulare, desgleichen für mikroskopische Binsen fehrt man daher das Verfahren um, indem man die Linse auf dem Spindelfopfe befestigt, und die rüciärts mit der kouifchen Wer: tiefung versehene Schleifschale auf derselben mittelst des Stiftes h und nach derselben Weise hin und her führt. Man befestiget zu diesem Ende auf dem mit einer Sdiraube versehenen Holzstücke a, Fig. 8, ein oben, beiläufig nach derselben Krümmung, Pouver geschliffenes Glasstück b mit Pech, in dessen obere Fläche, wie die Figur zeigt, eine Vertiefung von etwas geringerem - Durchs messer, als die Breite der linse, eingeschliffen ist. In diese Pers tiefung wird Pech eingelassen, und die Glaslinse mit der ebenen oder ziveiteu fonveren Seite darauf befestigt, so daß ihr Rand gleichmäßig über der eingeschliffenen Vertiefung hervortritt. Dies fes Stück wird mit seiner Schraube f, f statt der Schleifschale eingefehraubt, und mit der darüber liegenden und durch die Ma: schine hin und her geführten Schleifschale nun so lang geschliffer, bis der Rand der frummen Fläche jenen der unteren schneidet.

Der Herausgeber. G r ä t t m a s ch i n e. · Es ist nicht die Absicht, hier alle zum Glätten der verschise densten Fabrikate angewendeten Maschinen zu beschreiben, welche vielmehr an anderen, gehörigen Stellen dieses Werkes vorfone men; fondern der gegenwärtige Urtikel folt fich nur mit einer Vors richtung befallen, durch welche Leinwand und Kattun öfters gegláttet werden, besonders wenn man ihnen einen starken Glanz zu geben beabsichtigt, wie dieß unter Andern bei der eigentlich so genannten Glanzleinw a n d der Fall ist. Der Stoff, den man.ro appretiren will, wird vorher mit Stärke steif geriacht oder mit Wadys bestrichen, dann aber mit einen glatten Stúde Glas oder Feuerstein stark gerieben. Die Maschine ist dazu be

stimmt, diesen Stein in Bewegung zu feßen, da die Führung desselben nur in wenigen Fällen aus freier Hand bewerkstelligt wird.

Fig. 4 und 5 (Taf. 115) Find zwei verschiedene Aufriile der Gláttmaschine. Auf einem Tische a ist ein sehr glattes, biegsa: mes, nur an seinen Enden unterstüßtes, daher in der Mitte hohl liegendes Bret b angebracht, welches dem Zeuge zur Interlage dient. In fig. 5 ist dieses Bret im Querdurchschnitte zu sehen. Es enthält seiner Länge nach eine flachrunde Rinne, in weldier der Glättstein läuft, fo, daß diefer eine gerade finie über die Breite des Stoffs hin beschreibt. Der Gláttstein besteht, wie schon angeführt, aus einem abgerundeten Stücke von Glas oder von geschliffenem und polirtem Feuerstein. Er ist in das gabel, förmige Ende e einer aufrechten hölzernen Stange cde gefaßt, welche bis unter die Decke des Zimmers reicht, und durch ein eldstisches schmales Bret cfg so herabgedrückt wird, daß der Steint mit einer gewissen Straft gegen den Zeng gepreßt bleibt. Ilm diefe Wirkung zu erreichen, ist das Bret efg bei f und g in zivei von der Decke berabreichenden Grüßen verfeilt, bei c aber mit der Glättsange, unbefdadet deren Beweglichkeit um diesen Punft, verbunden.

Wenn die Vorrichtung niit der Hand. gebraudyt werden foll, fo gefdieht dieß, indem ein Arbeiter die Glättstange mahe über e mittelst zweier Griffhölzer anfaßt, und abwechselnd von fidy ab und gegen sich zu führt. Um aber die Bewegung, wie es ger wöhnlich ist, durch Wasser : oder Pferdefraft zu bewerkstelligen, kommen noch die in den Abbildungen angegebenen Theile hinzu. an der Glättsange ce wird die hölzerne Zugstange dh einges hängt, welche an ihrein zweiten Ende mit einem in die Welle k eingezapften Uirme ih verbunden ist. Es sind nämlich die Endon der Zugstange mit eisernen Backenschienen beschlagen, welche die Glättstange und den Arm der Welle gabelartig umfassen; ein durchgeschobener eiserner Nagel bewirkt die Vereinigung, unbe: schadet der erforderlichen Beweglichkeit. Nad der verschiedenen Größe der Bewegung, welche die Glättstange zufolge der Breite des Zeuges machen muß, sind für den Bolzen zwei oder drei Lò: cher in verschiedener Höhe fowohl der Glättstange als des Armes

ih durchgebohrt. Die Welle k liegt horizontal mit ihren eiser: nen Zapfen in zwei hölzernen Trägern, welche an der Zimmer, dede befestigt sind. Sie erhält eine oszillirende Bewegung (welche etwa den sechsten Theil einer Umdrehung betragt), und ist zu diesem Behufe durch einen andern Arni, o, und eine eiserne Stange mit der Kurbel p einer Welle q verbunden, welche leßo tere von der Triebfraft mittelst eines vorgelegten Räderwerke ifre ununterbrochene Ilmdrehung empfängt.

Der Zeug, welchen man zu bearbeiten hat, ist auf eine bölzerne Walze v (Fig.5) gerollt, die mit dem Brete b parallel liegt; er geht von da, über den Glätt: Tisch, nach einer gleichen Walze u (Fig. 4, 5), um welche er sich almählich aufwickelt, for daß ihn diese leptere Walze langsam unter dem Glättsteine weg. zieht. Damit Anfang und Ende des Zeuges vollständig auf den Sisch gelangen fónnen, sind sie mit zwei kurzen Stücken Leius wand zusammengenåbt, welche man an den Walzen u, v befes stigt. Um die Walze v ist (außerhalb des Plaßes, welchen der Zeug darauf einnimmt) ein Strick geschlagen, an dem ein Gewicht hängt, damit die Abwickelung des Zeuges w nur mit einigeni Widerstande, und folglich unter beständiger Spannung, Statt findet.

Die langsame Umdrehung der Walze u wird durch folgens den Mechanismus erreicht. Das äußerste Ende des einen 3a. pfens von k trägt eine eiserne Scheibe 1, auf deren Fläche, außer dem Mittelpunkte, an einer Warze die eiserne Schiebflaue mn hångt. Diese Klaue greift in die Zähne eines eisernen Sperr: Raded r, und schiebt bei jedem Niedergange einige Zähne jenes Rades fort, so, daß legteres in der Richtung des Pfeils (Fig. 4) umgedreht wird. Auf der Achse des Sperr : Rades befindet sich ein fonisches eisernes Zahnrad s, welches in ein ähnliches Rad t an dem Zapfen der Walze u eingreift. Um eine rückgebende Bewegung in dem Augenblice zu verhindern, wo die Klaue n hinaufgeht, muß noch ein Sperrkegel für das Rad r angebracht seyn. x ist eine Feder, welche die Schiebflaue zivischen die Zähne des Rades r hineindrúgt. Nachdem der Zeug gänzlich auf die Walze u übergegangen ist, rückt man das Rad s aus dem Eingriffe mit t, und sodann läßt sich der Zeug bequem wieder abs wideln.

K. Karmarsch.

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