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nicht in einer zusammenhängenden Masse, fondern in von einaus der entfernten Eropfen auf das etwas erwarmte Glas gebracht, und sonach die etwas erwärmte Messingplatte auf dasselbe fo ans gedrückt wird, daß der Mittelpunkt der Platte mit dem Mittel: punkte des Glases zusammenfält. Diese Platte dient nicht nur als Griff, indem die Finger an den Rand derselben angelegt werden, sondern sie hindert auch das Biegen des Glases, zu wel: chem Zwecke auch die stellenweise Auftragung des Peches dient, damit beim Erfalten des legtérn feine gezwungene Spannung in dem Glasstücke Statt finde, was der Fall seyn würde, wenn die ganje Glasfläche mit dem Pech in Berührung wäre. Das Pech ist gemeines weißes Pech, und nicht gesottenes Pech oder Kolos phon; ninimt man legtereo, fo feßt man etwas Terpentin ju.

Das auf diese Art vorbereitete Glasstück schleift man nun in der Konver- oder Konfavschale mit gröberem Schmirgel, indeni man die Schale immer gehörig mit Wasser befeuchtet erhält. Man führt das Glas, in dessen Griffplatte ein Stiel eingeschraubt worden feyn kann, damit die Warme der Hand nicht auf dasselbe wirke, etwa 6 Mahl im Kreise herum, führt es dann 2 oder 3 Mahl über Kreuz nach dem Durdymeller der Scale in verschiedenen Richtungen, und fährt auf diese Art abwediseind fort. Der Mittelpunkt des Glases darf dabei niemahls über den Rand der Schale hinausgehen, auch dabei fein starfer Druck angewendet werden. Hat die Glasfläche ihre Forü erhalten, so daß sie die Schale in allen Punften berührt, so wird der Schmirgel wegges waschen, und feinerer an dessen Stelle gebracht, und auf die vorige Weise mit dem Schleifen fortgefahren, bis alle Risse und Eindrúefe von der Glasfläche völlig verschwunden sind, und die. felbe ein gleichförmiges, feines, mattes ansehen erhalten hat. Ist dieses der Fall, so schleift man noch einige Zeit mit gepúlver: temi Bimsstein fort, wodurch die Fläche einen Anfang von Poli: tur erhält. Während diefer Arbeit fchleift man von Zeit zu Zeit die konvere Schleifsdale eine kurze Zeit hindurch auf der boblen, damit beide ihre Krümmung behalten. Dieses Nachschleifen muß um so ofter wiederhohlt werden, je genauer der Halbmesser und die sphärische Form für die Glasfläche erhalten werden sollen.

1. Damit die gleichförmig fein gefdliffene Glasfläche rein und

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ohne Miller folglich zum Poliren gehörig vorbereitet ausfalle, sind einige Vorsichten nöthig. Was von dem Schmirgel beim Schleifen gegen den Rand der Sdjale austritt, gibt man immer wieder gegen die Mitte zurück, und fügt das Wasser nur von Zeit zu Zeit tropfenweise hinzu, damit zwischen der Glasfläche und der Schale immer hinreichend Schmirgel vorhanden sen, weil sonst leicht Rille entstehen, da bei gleichem Druce der Eindruck der eins jelnen Körner auf die Fläche zunimmt, je geringer ihre Zahl wird. Sit der Fläche die dem Feinheitsgrade des Schmirgels entspres chende Feinheit gegeben, so wird derselbe. sorgfältig von der Schale und dem Glase weggewaschen, bevor der neue Schmirgel von größerer Feinheit aufgegeben wird, weil jedes Korn der er: steren Sorte beim Weiterschleifen Rijse verursachen würde. Sit auf diese Art die eine Flache der Linse vollendet, so wird leptere von dem Griffe abgenommen, dieser auf dieselbe Art auf der fere tigen Fläche des Glases befestigt, und nun die zweite Fläche auf dieselbe Art im Schleifen vollendet.

Beide Flächen müssen nun polirt werden. Zu diesem Ende wird eine Mischung aus gleichen Theilen Pech und Geigenharj (Kolophon) geschmolzen, und dieselbe noch heiß. Durch eine feine Leinwand gedrückt, um ate Ilnreinigkeiten abzusondern. Mau nimiut hierauf die Schleifschale, in welcher die nun gu polirende Fläche geschliffen worden ist, oder eine andere Schale von beiläufig derselben Krümmung, erwärmt dieselbe etwas, und schüttet min von dem geschmolzenen Peche auf dieselbe fo viel, als nöthig ist, um sie in ihrer ganzen Flache etwa '/4 Zoll hoch damit zu bede. den. Man drückt dann in das schon jáh gedordene Pech die fonvere Schieiffchale auf, deren Flache gänzlich trocken, rein and talt feyn muß, um dein Peche die Form dieser Schale oder der darin geschliffenen Glasfläche zu geben: man taucht dann die Pos lirschale in faltes Wasser, bis das Metall gänzlid; abgefühlt ist. In dieser Pedfchale wird nun das auf die vorige Art mit der Griffplatte versehene Glas mittelst derselben kreisförmigen, und Kreuzzüge, wie beim Schleifen, mit fein gefchlemmtem Kolfothar oder Englischroth (f. Art. Englischroth) und Wasser polirt, bis die Fläche vollkommen rein und durchsichtig geworden ist Damit bei dieser Arbeit sich auf der Pechflache nicht an eiu jelnen

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Otellen das Polirmittel oder abgerissene Pechtheile anlegen, wos durch die Figur der Pechschale und des Glases wurde verändert werden; fo werden vor dem Gebrauche in dieselbe, nachdem das Pech ganz erfaltet ist, Kreuzlinien in der Entfernung von / bib · Zoll von einander, und etwa 1 Linie breit und tief eingeschnit: ten. Diese Furchen nehmen alle überflüssigen Cheile auf, so daß die Polirfläche rein und in ihrer Forni erhalten wird. Beim Po. liren gibt man den nöthigen Kolkothar auf einmahl auf, und pos lirt mit dieser Menge ohne neue Zugabe fort, indem anfangs tropfenweise Wasser : nachgegeben wird; allmählich erwärmt sich die Pechschale, und haftet während der Bewegung stärker an dem Glase an, welches dann rein und blant wird, indem der Kolo fothar sich an dem Peche festfeßt. In diesem Zeitpunkte geht das Poliren rasch vorwärts, und muß nun ohne Unterbrechung und ohne Hinzufügung von Wasser und Kolkothar, bloß indem die Pechscheibe, wenn sie zu troden wurde und zu sehr anhängen folie, von Zeit zu Zeit angehaucht wird, so lange fortgefeßt wers den, bis die Politur beendigt ist. is. Dai Poliren geht um so leichter von Statten, je reiner vorher die Glasfläche bei dem fein - oder Klarschleifen ausgears beitet worden ist; auch wird die Form des Blased um so genauer, je weniger die Fläche durch das Poliren selbst angegriffen zu wers den braucht, folglich je feiner sie vorher in der Schleifsdale aus. gearbeitet war. Der geringste Riß, der in der Fläche nach dem Klarschleifen noch vorhanden und faum sichtbar ist, fommt beim Poliren in seiner ganzen Stärfe zum Vorschein, und erfordert dann bei dem leşteren eine viel längere und angestrengte Arbeit, wobei denn auch die Figur der Fläche leidet. Man muß daber nach dem Klarschleifen die Fläche der Linse mit einem Vergröße: xungsglase untersuchen, und sie nur dann für das Poliren bin. reichend vorbereitet ansehen, wenn man in der gleichförmig niats ten (opalisrenden) Flache feine hervorstehenden Linien und Kiße mehr bemerkt.

Bei kleineren Linsengläsern, wie zu den Brillen, Idyleist uud, polirt man mehrere auf einmahl in Schalen von etwa 6 300 Durchmesser, indem man sie auf einer Griffplatte nad der Form der Schale befestigt, was geschieht, indem man die Gläser nebeu

einander in die Schleiffchale legt, und dann die mit dem weichen Pech verfehene Griffplatte darauf drückt, wo sie sich dann auf der leßteren befestigen, und zusaminen eben so behandelt werden, wie eine einzelne größere linse. Dasselbe geschieht mit den Linsen, welche auf der einen Seite plan geschliffen werden. Man befes ftigt sie, mit der Planseite aufwärts, neben einander in einer Schichte von noch weichem Kolophon, die auf einer völlig ebenen Marmorplatte ausgebreitet ist, legt eine Farfe ebene Glasplatte aus mattgeschliffenem Spiegelglase darauf, auf deren Rückseite man mittelst Gyps ein passendes Holzstúšť aufgetittet hat, und schleift dann nach dem Erfalten des Kolophond wie gewöhnlich. @icherer und genauer verfährt man, wenn man zuerst eine reine Glastafel von der hinreichenden Dicke, die man mit Pech auf ciner Unterlage festfittet, mittelst einer daju vorgerichteten ebenen Messingplatte plan schleift und polirt, und dann diese Tafel in so viele Stufe zerschneidet, alo man linsen daraus erhalten will. Diese werden dann mittelst des Kröfeleisens abgei undet, der fons peren Fläche durch Abschleifen die beiläufige Form gegeben, und dann leßtere in der Schale völlig ausgearbeitet. Alle kleineren Linsenglåser werden, wenn sie doppelt fonder oder planfonder find, so geschliffen, daß ihre beiden Flächen einander am Rande schneiden, wodurch dann diese beiden Flächen zentrisch werden, d. i. ihre beiden Achsen in derselben Linie liegen.

Das Schleifen aus dem Radiu 8. Nach der oben angegebenen Weise fönnen Glasliufen zum Gebrauche für Fern. röbre biß zu einer Offnung von 2 bið 2/2 Zoll mit hinreichender Genauigkeit geschliffen werden, wenn dabei die nöthige Sorgfalt angewendet, und besonders während des Rauh. und Klarschlei. fens die in geringen Zwischenzeiten wiederhohlte Adjustirung der Schleiffchalen nicht unterlassen wird. Für größere linsen, zu: mahl für die Herstellung der achromatischen Objeftive, bei wel. den nicht nur die vollkommen richrige spharische form, sondern auch die möglichst genaue Herstellung des Halbmessers für die sphärische Krümmung ein wesentliches Erforderniß ist, reicht jes doch diese Methode, zumahl in der legteren Rücksicht, nicht mehr aus; sondern man muß fich dazu einer solchen Vorrichtung bes dienen, mittelst welcher man die sphärische Krümmung der Linseus

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fläche nach einem gegebenen Halbmesser mit der größten Genauigs feit auszuführen im Stande ist. Die Methode, mit Anwendung einer solchen Vorrichtung zu fchleifen, nenut man das Schleifen aus dem Radiu 8. Ich habe bereits in meiner » praftischen Dioptrif, Wien 1828,« 8. 238 — 256 eine solche Vorrichtung beschrieben: da ich seitdem mich von der großen Genanigkeit, welche durch dieselbe zu erreichen ist, durch mehrfache Uusführungen, sowohl für linsengläser als Spiegel vollfommen úber: zeugt habe, fo füge ich hier die Erklärung ihrer wesentlichen Eins richtung bei, indem ich übrigens sowohl für die genauere Unleis tung zu ihrem Gebrauche, als für dasjenige, was noch weiter zur Syerstellung eines volfommnen Objektivs rücksichtlich der Zenrrirung und der übrigen Erfordernisse gehört, auf die eben ger nannte Schrift verweisen muß. ! Die Fig. 3, Taf. 126 stellt die Schleifvorrichtung in ihrer ganzen Zusammenstellung vor. A ist der Hauptträger oder Stánder; am besten von Stein, wegen der Unwandelbarkeit. Sonst fann auch ein starkes Holzstück, zumahl bei fleineren Dimensionen, dazu dienen. Oben ist das Metallstück B mittelst der beiden mit Schraubenmutteru versehenen Schraubenspindeln a und b befestiget. Dieses Stück B läßt sich mit den Schrauben durch einen durch die Mitte des Ständers gebenden fenfrechten Schliß abs wärts bis, gegen Z bewegen, und an jedem zwischenliegenden Punkte feststellen, damit man auch fürzere Stangen E für Lins Fen von fleinerem Krümmungshalbmesser einsegen fönne. In diesem Metallstücke ist der metallene Zylinder C, 1 bis 1/2 Zoll im Durchmesser, in der senfrecht ausgebohrten Höhlung derges stalt eingeschliffen, daß er sich vollkommen genau und ohne Schlot: terung in der zylindrischen Höhlung auf und ab bewegt. In den unteren Ende dieses Zylinders ist eine fonische Vertiefung c eingedreht, in welcher eine kleine stäblerne Kugel von A bis 3/8 Zoll Durchmesser sich bewegt, deren Mittelpunkt der Mittelpunkt des Radius oder des Krümmungsbogens ist; diese Kugel ist auf ihrer oberen Hälfte genau sphärisch gearbeitet, glashart gehärtet und vollfommen polirt. Der Zylinder selbst ist, so wie das Mes tallstück B, von Gußmetall, und oben mit einer massiven Kugel versehen, um die Leichtigkeit des Misdersinfens zu befördern, statt

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