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Welle mit Scheiben von 4 bis 5 Fuß im Durchmesser versehen ist, um welche Riemen' gelegt sind, die über die an den Spin. · deln der Schleifbänke befindlichen Rollen laufen, und legtere mit der erforderlichen Geschwindigkeit umdrehen.

Die Schleifband selbst ist eine einfache Drehbanf, welche in der Fig. 1, Laf. 136 vorgestellt ist. D ist die eiserne Spins del, welche mit den zwei rund abgedrehten Hälsen a, a in den, in den beiden Doden c, c befindlichen zweitheiligen Zapfenlagern aus reinem Zinn oder aus einer Legirung von Blei und Spieße glanz, deren obere Hälfte durch Stellschrauben angedrückt wird, laufen (Bd. V.; S. 280)." Die beiden eisernen Docken sind auf dem hölzernen Stảnder B befestigt, welcher in den Wangen A; die langs der Fensterwand hinlaufen, mittels einer Schraubė eingezogen ist. In der Mitte der Spindel sind die beiden Rollen E befindlich, von denen die eine mittelst ihrer vieredigen Öffnung fest auf der Spindel sißt, die andere aber lose läuft, damit durch das Berschieben des Riemens von der einen auf die andere die Bewegung der Spindel gehemmt, oder wieder eingeleitet werden könne (Bd. II., S. 76). Das vordere Ende der Spindel ist mit einem hohlen Kopfe verfehen, in welchen der Stift c, auf welchem als ihrer Achse die Schleifscheibe f sich befindet, einges feßt wird. Die Vertiefung oder Höhlung dieses Kopfes ist entweder vieredig, wo dann das in diefelbe zu schiebende Ende der Stifte gleichfalls vieredig ist, oder wie bei den gewöhnlichen Drehbänken mit einer Schraubenmutter versehen, wo dann das Ende ihres Stifte$ mit einer passenden Schraube versehen ist, oder die Vertiefung ist, wie in der figur zu sehen, fonisch aus: gedreht, wo dann das Ende der Stifte diefelbe Form hat. Die beiden ersten Arten der Befestigung der Schleiffcheiben an der Spindel braucht man für die größeren und schwereren Scheiben aus Sandstein 2c., die legtern für die leichten und kleineren Schei: ben. Damit in dem legten Falle der Stift in dem Spindelfopfe fich fester einreibe, ist dessen Ponisches Ende mit Blei garnirt.

An diesen Stiften sind nun die verschiedeưen zum Schleifen dienenden Scheiben befestigt, die nach dem Bedürfnisse auf die Spindel angesteckt werden. Einige dieser Scheiben sind von fei. nem Sandstein oder Schleifstein, 8 bis 1'a Zou im Durchmesser

und ?/4 biß 1/2 Boll di; sie sind auf der Schleifbant voulommen eben abgedreht und geschliffen, sowohl auf der krummen als ebes nen Fläche, und dienen die geraden und gebogenen Flächen der Glasgefäße abzuschleifen; andere, eben so große, nur 8 bis 9 Li nien dicke Scheiben, von Zinn gegossen und genau abgedreht, dies nen die auf die vorige Urt abgeschliffenen Flächen zu poliren; ans dere Scheiben sind von geschlagenem Eisen, 2 bis 6 Linien dic und bis 12 30U Durchmesser; sie dienen um mittelst Sand Bers tiefungen in das Glas, zu schneiden. Kleinere Scheiben von ges fchlagenem Kupfer, '/2 bis 3 Zoll im Durchmesser, deren Umfreis theils eben, theils vertieft, theild erhaben rund abgedreht ist, dienen mittelst Schmirgel Zeichnungen aller Art auf das Glas zu schleifen. Endlich hat man noch einige Stifte von Kupfer oder Meising, die an ihrem vorderen Ende mit Halbkugeln von 1/2 bis 3 und mehr Linien Durchmesser versehen sind, um damit runde Vertiefungen in das Glas zu schleifen. Außerdem braucht man zum Poliren noch hölzerne Scheiben aus weichem über die Quere geschnittenem Holze (linden., Pappel: oder Weidenholz), und von Kork.

Das Einschleifen der vertieften Zeichnungen, so wie der Umrisse, geschieht gewöhnlich mit den eisernen Scheiben und Saud, den man mit Wasser unausgesegt zwischen das Glasstück und den Rand der Scheibe fallen láßt. Die Fig. 2 stellt die dazu dieus liche Einrichtung por. Der Sand, welcher in dem ober, der Schleifbank aufgestellten Schaffe F enthalten ist, welches am Boden mit einem kleinen Loche oder eiser Düse versehen ist, wird durch einen kleinen Wasserstrahl,, der pon dem Schaffe G herabs fáut, mit fortgeführt, und gelangt mittelst der auf die angezeigte Weise aufgestellten Bretchen (aus Schachtelholz) auf die Peris pherie der Scheibe, auf deren unteren Punkt a das Glasstück angehalten wird, wo sodann Sand und Wasser sich in den unteren Schaffe H ansainmeln. Feinere Zeichnungen, welche matt bleiben, werden mit den kleinen kupfernen Rädern mit hinreichend feinem Schmirgel und Ohl eingeschliffen. Das Poliren geschieht auf dem Rande der zinnernen Scheibe, der von Zeit zu Zeit mit befeuchteter Zinnasche bestreut wird; oder statt derselben auf der hölzernen Scheibe mittelst Zinnasche, Kolfothar oder geschlemm.

tem Trippel. Für feine Seichnungen trågt man diese erst mit einer Firnißfarbe auf das Glas auf, und verrichtet darnach das Einschleifen oder Einschneiden.

Beim Schleifen und Fagettiren des Krystalglases schleift man zuerst die vertieften Umrisse, g. B. die sich freuzenden Linien, mit der eisernen Scheibe von etwa 2 linien Dicke und 12 301 Durchs messer, deren Rand abgerundet ist, mittelst Sand ein. Mit einer andern eisernen Scheibe von 5 bis 6 linien Dicke und größerem oder kleinerem Durchmesser, je nach der Krūmmung der Oberfläche, werden dann die Bertiefungen erweitert. Diese raub geschliffenen Stellen werden nun mittelit der Scheibe aus Schleifstein bloß mit Wasser fein geschliffen, und dann mit der 6 bis 8 Linien dicken Holzscheibe polirt, indem der Arbeiter den Rand der Scheibe von Zeit zu Zeit mit einem mit gepúlvertem Bimsstein gefüllten Beu; tel von feiner Leinwand, ten er in dem unteren Schaffe befeucis tet hat, anreibt. Polirt man mit der Korfscheibe oder mit einer Kolfcheibe, deren Rand mit Hutfilüberzogen ist, so wendet man als Polirpulver Zinnasche oder Kolkothar an.

Man sucht bei diesen Manipulationen die Urbeit so viel möglich zu theilen, so daß dieselben Manipulationen, fo viel thun; lich, denselben Arbeitern jufalen, ģ. B. der eine bloß die Zeichs nungen anlegt, der andere weiter ausführt, ein anderer fein faleitt, ein vierter polirt u. (.w. Das Drehen der Schleifbänke muß entweder durch Maschinerie oder durch einen Külfsarbeiter geschehen, weil der Arbeiter, welcher das Schleifen besorgt, und dazu einer festen und steten Hand benöthigt, durch die Nebenar: beit des Tretens des Rades für die Bewegung der Spindel hins reichend vollkommene Arbeit zu liefern verhindert würde.

II. Das Schleifen optischer Gläser. Die zum optischen Gebrauche dienenden, mit einer sphäris schen Fläche versehenen Gläser werden linsen (linsengläser) genannt. Sie dienen entweder für sich als Bergrößerungsgläser und Brennglaser, und als Brillen (s. Art. Brillen), oder in verschiedener Zusammenstellung zur Herstellung der Fernröhre und anderer optischen Instrumente. Die krumme Fläche, nach wels cher sie an der einen oder an beiden Seiten ausgearbeitet sind,

ist jederzeit sphärisch, d. h. ein Abschnitt einer Kugelfläche, it entweder erhaben oder hohl.

Diese sphärische Fläche möglichst genau und bei volfomboy ner Politur herzustellen, ist der Zweof, welcher bei dem Sch.. fen dieser Linsen erreicht werden fou. Die genaue sphärilForm bedingt den Weg der lichtstrahlen, welche durch die Li. hindurchgehen, folglich die Genauigkeit des Bildes, welches du. dieselben dargestellt werden soll; die vollkommene Politur, li. Permeidung aller Rißen und Flecken an der Oberfläche, bedin, bei gleicher Beschaffenheit des Glases die Menge des Lichte welche hindurch geht, von welchem so wenig wie möglich verlori werden soll.

Zu diesen Pinsen soll nur sehr reines, möglichst durchlich ges, von Blasen, Streifen und“ Wellen freies, in der Reg. farbenloses oder möglichst wenig gefärbtes Glas verwendet we den. Für einfache linsen, Brillen, Okulargläser ac. dient da reine gemeine Glas; für die achromatischen Objektive, die au zwei Linsen, einer konveren und einer konfaven, zusammengefeg. werden, besteht die eine linse, welche in der Regel fonver - konfar ift, aus Flintglas (Bd. VI., S. 643).

Das Schleifen der Linsen gefchieht auf messingenen Scha: len (Schleiff chalen), welche nach dem Halbmesser der Krüm. mung, welche eine Fläche der Linse erhalten soll, geformt sind, daher entweder sphárisch ausgehöhlt (wenn die Fläche konver were den foll) oder sphärisch erhaben (für die fonkave Fläche einer Linse). Es kann entweder aus freier Hand oder mit Beibúlfe einer Maschinerie geschehen. Die erstere Methode ist die gewohns lichste, wenn nicht linsen von größerer Dimension und vorzüglis cher Genauigkeit ausgeführt werden sollen. Man verfährt dabei auf folgende Weise.

Zuerst wird eine Lehre aus Messing- oder Kupferblech vers fertigt, für die Rrúnmung, welche die Linse erhalten fol. Auf einein ebenen und hinreichend starken Stücke Kupferblech zieht man mit einem gewöhnlichen, oder wenn der Halbmesser der Krüm: mung größer ist, mit einem Stangenzirfel, mit einem Halb: messer, welcher dem Krümmungshalbmelser der zu schleifenden Linsenfläche gleich ist, einen Bogen, dessen Länge etwas größer

als die der linse ju gebende Breite ist, und einen ganz gleichen Bogen auf einem zweiten ähnlichen Stücke. Kupferblech. Man schneidet und feilt nun genau die beiden Bögen so aus, daß bei dem einen das Blech außerhalb, bei dem zweiten innerhalb des Bogens weggenommen wird; fo hat man zivei Lehren, die er: stere für die tonfave, die zweite für die fonvere Schleifschale vou gleichem Krúmmungshalbunesser.

Nach diesen Lehren werden nun die Schleifschalen herges stellt. Man nimmt zwei freisförmige Platten von Messingblech, etwa eine Linie und darüber dick, deren Durchmesser einen halben Zoll größer ist, als die Breite der zu schleifenden Linse, und lóthet eine jede dieser Platten auf einem Zylinder von Blei von demselben Durchmesser, und, je nach der Größe 1 300 und dars über hoch, damit feine Biegung möglich werde. Diese Platten werden nun in eine Drehbank eingespannt, und die eine nach der konveren lehre konfav, die zweite nach der fonfaven Lehre fonver möglichst genau ausgedreht. Sonst fann man auch die Schalen auf gegossenen Messingstücken herstellen., Sind beide Schalen gehörig abgedreht, so werden sie nun mit feinem Schmirgel in einander ausgeschliffen, so daß sie sich in allen Theilen genau bes rühren, und keine unausgeschliffene Stelle mehr vorhanden ist.

Man nimmt nun ein Glasstück, das zur Linse dienen soul, gibt ihm durch Abbröckeln am Rande mittelst des Kröseleifens die runde forni, so daß es etwas größer bleibt, als die Linse wers den soll, und rundet es durch Schleifen in einem ausgehöhlten Sandsteine mit Wasser, oder durch Schleifen in einer alten Schleifschale mit Schmirgel und Wasser so weit ab, daß die sphärische Fläche beiläufig sich ihrer Form nábert.

Das vorbereitete Glasstück befestigt man nun an einem Griffe. Dieser besteht aus einer runden, an der Rückseite mit einer Schraube versehenen Messingplatte, die etwas weniger im Durchmesser als das Glas und etwa 2), seiner Dicke hat. Man dreht diese Platte auf der Drehbant, indem man sie mit ihrer Schraube in die Spindel oder das Futter einschraubt, auf dem Rande ab, und dreht sie auch an der untern Fläche beiläufig so weit ab oder aus, damit sie besser, auf die Glasfläche paßt. , Auf diese wird sie nun mit Pech aufgefittet, und ziyar so, daß dieses Tronol. Encylop. VII. BS.

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